Türkischer „Fall Steudtner“: Eine lupenreine Farce


In der Türkei werden weiterhin zivilgesellschaftliche Aktivitäten kriminalisiert

Von Markus Bernath | derStandard.at

Zwei Putin-Freunde sehen sich wieder und sind sich bald einig: Gerhard Schröder und Tayyip Erdogan. Der eine hat Gefallen an Geld und Autokraten gefunden. Der andere füllt die Rolle des prunksüchtigen Sultans gleich selbst aus. Und beide räumen den „Fall Steudtner“ aus der Welt. Nebenbei – so scheint es wenigstens – auch den der anderen neun mit Peter Steudtner in der Türkei angeklagten Menschenrechtler. Man kann es diplomatisches Geschick nennen oder auch eine lupenreine Farce.

Gleich nach der Bundestagswahl in Deutschland hat die türkische Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift zusammengeschustert. 17 Seiten lang und haarsträubend sinnlos. Sie ist die Vorlage für Steudtners Ausgangstür aus diesem Stück. 113 Tage Untersuchungshaft wegen „starker Belege“ für die Mitgliedschaft in diversen Terrororganisationen werden es am Ende sein.

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