Tunesien lehnt von der EU geforderte Asylzentren ab


„Wenn wir scheitern, werden die Folgen dramatisch sein – für Tunesien und für Europa“, sagt Außenminister Khemaies Jhinaoui Quelle: AFP/Getty Images
  • Der tunesische Außenminister führt an, dass sein Land ein „echtes demokratisches System“ eingeführt habe.
  • Aber: „Tunesien wird keine Aufnahmelager oder Asylzentren akzeptieren. Die öffentliche Meinung ist dagegen.“

Von Christoph B. Schiltz | DIE WELT

Das nordafrikanische Land Tunesien fordert mehr Hilfe von der Europäischen Union. „Wir glauben, dass die einzigartige Situation Tunesiens mehr Unterstützung seitens der EU verdient“, sagte Außenminister Khemaies Jhianoui der WELT. Tunesien sei das erste Land in der Region des südlichen Mittelmeers, das ein „echtes demokratisches System“ eingeführt habe.

„Wir zeigen zudem, dass es auch einen toleranten Islam gibt“, sagte der Außenminister und nannte als Beispiel die Stärkung der Frauenrechte. In seinem Land seien 35 Prozent der Mediziner Frauen. Tunesiens Präsident habe erst kürzlich gefordert, dass Frauen genauso viel erben sollen wie Männer. „Tunesien ist eine junge Demokratie – wenn wir Erfolg haben, dann erhöht das auch die Sicherheit und den Wohlstand Europas“, sagte Jhianoui.

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