Merkel: Staat-Kirche-Verhältnis „sehr interessant“

Die Beziehungen zwischen Staat und Kirche sind in Deutschland nicht einfach, aber auch nicht kontrovers. Bundeskanzlerin Angela Merkel hält das für ein gutes Modell und sieht die Gründe auch in der Reformation.

katholisch.de

Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besteht in Deutschland ein „sehr interessantes Verhältnis von Kirche und Staat“. Dies sei sicherlich auch sehr stark durch die Reformation mit geprägt. „Das bedeutet, dass wir zwar eine Trennung von Kirche und Staat haben, aber nicht eine vollständige Trennung, wie wir sie zum Beispiel in Frankreich durch den Laizismus haben“, sagte die Bundeskanzlerin in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft.

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Das Kopftuch, regressive Beißreflexe oder die Rückkehr der Wahnsinnigen

 Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Schreckliches ist passiert. Eine Professorin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg diskutiert über die Respektlosigkeit von Kopfbedeckungen in Hörsälen. Konkret wird eine Studentin angesprochen, die auf Grund ihrer religiösen Weltsicht ein Kopftuch trägt. Auch diese Art von Kopfbedeckung sei respektlos.
Schon gehen regressive Linke auf die Barrikade, sprich eintrainierte Beißreflexe, die sozialen Medien des Internets dazu und die Sau wird virtuell durchs Dorf getrieben. Liest man die Kommentare und Artikel in den verschiedensten Medien bleibt nur noch zu sagen, wenn sich die Professorin nicht selbst tötet wird sie von der aufgebrachten Meute der Bescheidwisser gesteinigt.
Islamophobie, Herabwürdigung der Menschenwürde, Grundrechte mit den Füßen getreten, Diskriminierung.
Seid ihr noch normal? Seit wann ist Religionsfreiheit grenzenlos? Wo steht geschrieben, dass man in einer Vorlesung, an einer Universität und damit im säkularen Raum, der weltanschaulich neutral seien soll, dauerhaft ein Religionsbekenntnis demonstriert werden darf?
Wer erlaubt euch die Integrität einer säkularen Person anzugreifen und all das was ihr der Studentin zubilligt abzusprechen. Hat die Professorin keine Rechte, muss sie die kontinuierliche religöse Darstellung in ihrer Vorlesung dulden? Nein.

An der al-Azhar-Universität in Kairo, der höchsten theologischen Autorität des sunnitischen Islam sind Kopfbedeckungen für Studentinnen verboten. Der Dekan, welcher gleichzeitig Großmufti von Ägypten ist, hat mal einer Studentin auf dem Campus das Kopftuch heruntergerissen. Kurze Zeit später wurde das Tragen jedweder Kopfbedeckungen per Fatwa verboten. Und hier erklären „progressive“ Linke was Religionsfreiheit ist. Mit anderen Worten für das Tragen eines Kopftuches gibt es keine religiöse Begründung. In diesem Zusammenhang ist auch unverständlich, warum sich Gerichte, Juristen und Politiker in Deutschland nicht an der Rechtsprechung einer theologischen Autorität, wie sie nun mal die al-Azhar ist, orientieren. Ist das Kopftuch religiös nicht begründbar, kann man sich nicht hinter dem Recht auf Religionsfreiheit verstecken.

Der weitaus schlimmere Aspekt dieser Diskussion liegt noch in anderer Hinsicht begründet. Stichtwort. Reformation des Islam. Wir kommen wieder zu Seyran Ateş, Abdel-Hakim Ourghi und Ahmad Mansour. Diese Muslime wollen eine Reform des islamischen Glaubens, auf der Grundlage von Humanismus und Liberalismus, nennen wir es vereinfacht säkularer Islam. Genau diesen Muslimen fallen die regressiven Linken in den Rücken. Seyran Ateş, Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin hat weit über 100 Morddrohungen erhalten. Als Rechtsanwältin vertritt sie die Stadt Berlin in der Thematik Kopftuch zur Durchsetzung des Neutralitätsgesetzes. In der Auseinandersetzung mit den Religionen haben die regressiven Linken ihr Kriegsbeil im Rücken fortschrittlicher Muslime begraben.

Hüten wir uns vor den uneingeschränkt Toleranten, sie machen die Intoleranz gesellschaftsfähig.

Molenbeek will „Islam-Safari“ von Wilders verhindern

Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)

In Brüsseler Gemeinde hatten einige der mutmaßlichen Attentäter von Paris und Brüssel Zuschlupf gefunden

derStandard.de

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders soll an einem Besuch in der als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Gemeinde Molenbeek gehindert werden. Die Molenbeeker Bürgermeisterin Francoise Schepmans kündigte am Freitag an, den geplanten Rundgang nicht genehmigen zu wollen.

Gemeinsam mit der Polizei würden alle Maßnahmen ergriffen, um jegliche Art von Provokation zu verhindern, sagte sie laut Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Wilders, der als einer der bekanntesten Islam-Gegner Europas gilt, hatte den Besuch in Molenbeek bereits Ende September über den Kurznachrichtendienst Twitter angekündigt. Er soll eigentlich am kommenden Freitag gemeinsam mit dem belgischen Rechtspopulisten Filip Dewinter stattfinden. In Medien wurden Wilders Pläne auch als „Safari in der Jihadisten-Hauptstadt Molenbeek“ oder „Islam-Safari“ bezeichnet.

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Blut-und Knochen-Reliquien aus Kirche am Garda-See gestohlen

Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Auch Knochenfragmente des Heiligen Popieluszko verschwunden – Appell für Rückgabe.

kath.net

Ein Reliquiendiebstahl sorgt am italienischen Gardasee für Schlagzeilen: Dort raubten vermeintliche Touristen ein Schaugefäß mit etwas Blut des heiligen Papstes Johannes Paul II. (1978-2005) vom Hauptaltar der Wallfahrtskirche Montecastello, wie italienische Medien am Donnerstag berichteten. Außerdem verschwanden Behältnisse mit Knochenfragmenten des ebenfalls polnischen Seligen Jerzy Popieluszko (1947-1984) sowie sechs Messkelche. Die Ermittler vermuten einen Auftragsdiebstahl.

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Madrid übernimmt offiziell Kontrolle in Katalonien

Unabhängigkeitsbefürworter demonstrieren in Barcelona. (Foto: Bloomberg)
  • Per Veröffentlichung im Amtsblatt ist die katalanische Regierung seit Samstagmorgen offiziell entmachtet.
  • 150 Mitglieder der katalanischen Regierung mussten gehen, die Amtsgeschäfte übernimmt laut El Pais Spaniens Vizepräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría.
  • Auch die Chefs der katalanischen Polizeieinheit Mossos d’Esquadra, Josep Lluis Trapero und Pere Soler, wurden abgesetzt.

Süddeutsche Zeitung

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat am frühen Samstag offiziell die Amtsgeschäfte des abgesetzten katalanischen Regierungschefs Carles Puigdemont übernommen. Auch die übrigen Mitglieder der nach Unabhängigkeit strebenden Regierung in Barcelona wurden mit der offiziellen Veröffentlichung im Amtsblatt für abgesetzt erklärt. Der spanische Senat hatte mit der Billigung des nie zuvor angewandten Verfassungsartikels 155 am Freitag den Weg für die Entmachtung der Regierung und für Neuwahlen am 21. Dezember freigemacht.

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43 Prozent der Frauen wurden laut Umfrage sexuell belästigt

Fast die Hälfte der Frauen in Deutschland hat einer Umfrage zufolge bereits sexuelle Belästigung erfahren. 

Frankfurter Rundschau

43 Prozent der befragten Frauen gaben an, schon einmal bedrängt oder belästigt worden zu sein – gegenüber zwölf Prozent der befragten Männer. Das ergab eine Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der dpa. Die Ergebnisse zeigen, wie verbreitet die Übergriffe auch in Deutschland sind, nachdem zuletzt Missbrauchsvorwürfe gegen den US-Filmmogul Harvey Weinstein weltweite Diskussionen entfacht hatten.

Mit Geld für die Flüchtlingsaufnahme kann man globale Armut bekämpfen

Themenbild.Bild:connistefanski/FB
Der Philosoph Nida-Rümelin (SPD) hat sich kritisch zur europäischen Flüchtlingspolitik geäußert: Die „planlose Migrationspolitik“ der Europäer führe dazu, dass Regionen in Ostafrika und Europa durch die Abwanderung vieler junger Menschen verödeten.

kath.net

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin (SPD) hat sich kritisch zur europäischen Flüchtlingspolitik geäußert. Dies berichtet idea. Nida-Rümelin meinte gegenüber der „Welt“, dass das Geld, das für die Flüchtlingsaufnahme nötig sei, man dafür nutzen könnte, um globale Armut zu bekämpfen. Laut dem Bericht sind weltweit 720 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Die UN habe 2008 geschätzt, dass etwa 25 Milliarden Euro jährlich ausreichten, um den „Hunger auf der Welt auszurotten“.

Schätzungen ökonomischer Experten zufolge liegen die Kosten in Europa, um einen Flüchtling langfristig zu integrieren, bei etwa 250.000 Euro: „Bei einer Million Zugewanderten sind das 250 Milliarden. Mit 350 Milliarden könnte nach wissenschaftlichen Schätzungen sogar die extreme Armut weltweit abgeschafft werden.“

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Wieviel wiegt das Leben?

Die neue Waage kann die Masse dieser einzelnen Zelle messen – und dabei sogar Veränderungen im Millisekundentakt erfassen. © Martin Oeggerli, micronaut.ch / ETH Zürich / Uni Basel
Schnell und präzise: Forscher haben eine Waage entwickelt, die lebende Zellen in Echtzeit wiegen kann. Erstmals lassen so auch winzige Gewichtsveränderungen erfassen – und das mit einer Auflösung von Millisekunden und Billionstel Gramm. Schon erste Wiegetests enthüllten dadurch Überraschendes: Die Masse von lebenden Säugetierzellen fluktuiert ständig im Sekundentakt. Diese subtile Oszillation spiegelt Prozesse im Zellstoffwechsel wider, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Ob Regenwurm, Sonnenblume oder Mensch – wir alle bestehen aus Zellen. Deren Form, Größe und Gewicht wird entscheidend von den Stoffwechselvorgängen im Inneren dieser kleinsten Einheiten des Lebens bestimmt. Das Gewicht lebender Zellen und vor allem dessen Veränderung kann daher wertvolle Informationen darüber liefern, was in ihrem Innern vorgeht. Doch diese Veränderungen in Echtzeit genau zu messen, war bisher nicht möglich. Es gab schlicht keine geeignete Messmethode.

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Bannon: „Deshalb bin ich Populist“

Stephen Bannon bezeichnet sich selbst stolz als Populisten.FOTO: AFP
Steve Bannon, Trumps Ex-Stratege, hat der Spitze der Republikaner den „Krieg“ erklärt, schimpft auf Außenpolitiker. Ihm ist die Politik nicht radikal genug.

Von Thomas Seibert | DER TAGESSPIEGEL

Kurz bevor Stephen Bannon die Bühne betritt, geht das Licht aus. Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump soll bei einer Konferenz der konservativen Denkfabrik Hudson Institute in Washington seine außenpolitische Vision für den Nahen Osten darlegen, als plötzlich die Saalbeleuchtung ausfällt. Man könne das wohl als Zeichen für die Anwesenheit der „Kräfte der Finsternis“ werten, witzelt Diskussionsleiter Husain Haqqani, der Bannon im Licht schnell herbeigeschaffter Ersatzscheinwerfer befragt.

Bannon, gekleidet in schwarzem Hemd und schwarzem Jackett, lächelt milde. Er ist es gewohnt, in Washington dämonisiert zu werden – nicht ganz zu unrecht, wie in den dann folgenden 45 Minuten klar wird. Wenn es nach Bannon geht, wird sich die amerikanische Außenpolitik in den nächsten Jahren noch wesentlich radikaler wandeln, als das seit dem Amtsantritt von Trump vor neun Monaten der Fall gewesen ist.

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Alte neue Weltordnung

Blick auf Manhattan vom Rockefeller Center. Foto: Jerry Ferguson / CC BY 2.0
Das sich deutlich abzeichnende Ende der globalen US-Hegemonie blamiert den deutschen Antiamerikanismus bis auf die Knochen

Von Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Es war ein Meisterstück imperialistischer Kanonenbootpolitik: Unter Ausnutzung der inneren Spannungen und Konflikte innerhalb der korrupten kurdischen Klans haben es die regionalen Mächte im Nah- und Mittelost geschafft, den kurdischen Traum von nationaler Selbstbestimmung binnen weniger Tage zu zerschlagen. Der in den Kurdengebieten des Irak herrschende Barzani-Klan steht vor den Trümmern seiner per Referendum forcierten Unabhängigkeitspolitik, nachdem konkurrierende Kurdengruppen sich aus den Frontlinien um die umkämpfe Ölstadt Kirkuk schlicht zurückzogen.

Ein unabhängiges Kurdistan, einen Staat für das größte staatenlose Volk der Welt, wird es nicht geben, nachdem schiitische, mit dem Iran verbündete Milizen (offiziell als „Irakische Streitkräfte“ bezeichnet) in einem Überraschungsangriff weite Teile der kurdischen Autonomieregion überrannten. Während die iranisch unterstützen Milizen vorrückten, hat die Türkei den Luftraum und die Grenzen zu Irakisch-Kurdistan geschlossen, sowie ihre militärischen Aktivitäten in Nordirak verstärkt.

Die Annäherung der geopolitischen Rivalen Türkei und Iran in der Region findet somit über der Leiche Kurdistans statt. Beide Regime, die über kurdische Minderheiten herrschen, wollen in den von den Kurden eroberten Grenzgebieten neue Grenzübergänge einrichten, um diese weiter zu isolieren.

Das geheiligte „Selbstbestimmungsrecht der Völker“, das insbesondere deutschen „Antiimperialisten“ jedweder politischen Couleur so am Herzen zu liegen scheint, wurde hier offensichtlich mit Füssen getreten: Gerade von dem in diesen Kreisen gerne als objektiv „antiimperialistisch“ agierenden iranischen Regime, das dabei mit der Türkei kooperierte. Dies geschah selbstverständlich mit Wissen und – mindestens – der Tolerierung aus Moskau, das ja eben diese Regionalmächte an einem Verhandlungstisch bei den Syrien-Verhandlungen in Astana brachte.

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Aus der Pegida-Bewegung ist ein Theater des Grauens geworden

Bild von einerPegida-Demo. Twitter
Seit drei Jahren gibt es die Pegida-Bewegung. Anfangs hörte man bei den Demonstrationen auch bedenkenswerte Argumente. Aber sie wurden pauschal verurteilt. Das hat zur Radikalisierung beigetragen.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Was kommt heraus, wenn ignorante Verachtung und rechter Extremismus zusammenwirken? Drei Jahre Pegida. Sofern nicht die Verwaltungsgerichte wegen versammlungsrechtlicher Fragen dazwischengrätschen, wird am Samstag in Dresden ein Geburtstag gefeiert, der ein Trauertag ist. Die Entwicklung dieser Bewegung, die zum Veranstaltungsformat völkischer Radikalisierer wurde, ist eine Tragödie.

Als sich im Herbst 2014 Hunderte und alsbald Tausende von Menschen zu versammeln begannen, um gegen eine starke Zuwanderung von Muslimen zu protestieren und christliche Traditionen gegen islamische Denkgewohnheiten zu verteidigen, war die Tragödie schon angelegt.

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Akten zum Kennedy-Mord: Es bleiben viele Fragezeichen

# foto: ap/altgens JFK nur Sekunden vor den tödlichen Schüssen
Bisher geheime Dokumente sind seit Freitag zugänglich. Neben viel Enttäuschendem bieten sie manch Rätselhaftes

Von Frank Herrmann | derStandard.at

Was Abraham Zapruder am 22. November 1963 in Dallas filmte, ist so oft unter allen nur möglichen Blickwinkeln betrachtet worden, dass es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen gäbe. Der Besitzer eines Kleiderladens stand auf einem grasbewachsenen Hügel am Rande der Dealey Plaza, eines kleinen Parks im Zentrum der Stadt.

Mit seiner Kamera wollte er dokumentieren, wie John F. Kennedy in einer offenen, blank polierten Staatslimousine durch ein Spalier jubelnder Passanten fuhr. Daraus wurde ein Dokument für die Geschichtsbücher. Auf Zapruders Film ist zu sehen, wie Kennedy von Kugeln getroffen wird, abgefeuert von Lee Harvey Oswald, der sich im sechsten Stock des Schulbuchlagers von Dallas verschanzt hatte.

Drei Schüsse

1964 gelangte eine Sonderkommission, geleitet von Earl Warren, dem Vorsitzenden des Obersten Gerichts, auch auf Grundlage des Zapruder-Films zu dem Schluss, dass Oswald auf eigene Faust handelte. Ein verbitterter Mann, einst Scharfschütze der Marineinfanterie, der in der Sowjetunion Asyl gesucht und geheiratet hatte, bevor er in die USA zurückkehrte, wo seine Ehe in die Brüche ging.

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Plastikmüll macht Beton stärker

Recycling: Beton wird durch die Beimischung von bestrahltem und gemahlenem PET-Abfall stabiler. © tortoon/thinkstock
Dreifach nützlich: Gebrauchte Plastikflaschen könnten künftig Betonbauten stabiler machen. Schon die Beimischung von ein wenig PET-Kunststoffpulver verbessert die Betonstruktur und macht den Baustoff um 20 Prozent stärker, wie US-Forscher herausgefunden haben. Zwei weitere Vorteile: Durch die Plastikbeimischung wird CO2 bei der Zementproduktion eingespart und gleichzeitig landen weniger PET-Flaschen auf den Deponien.

scinexx

Die Menschheit erstickt in Plastik: Jedes Jahr gelangen mehr als acht Millionen Tonnen Plastikmüll über unsere Küsten und Flüsse ins Meer. Längst haben Mikroplastik-Partikel und andere Kunststoffreste selbst die Tiefsee, die Arktis und die entlegendsten Inseln erreicht. Das Problem: Die Kunststoffe zersetzen sich kaum und nur ein geringer Teil der langlebigen Materialien wird bisher recycelt. Auch erste Versuche mit Biokunsttoffen und plastikfressenden Bakterien haben bisher am Plastikmüll-Problem nicht viel geändert.

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„Riesenskandal“ beim Judo in Abu Dhabi

Judoka Tal Flicker gewann die Goldmedaille und sang die Hymne selbst. © PICTURE-ALLIANCE
Beim Grand Slam in Abu Dhabi dürfen Israels Judoka keine Landessymbole tragen. Auch die Nationalhymne wird nicht gespielt. Dann gewinnt ausgerechnet Tal Flicker Gold – und wählt eine besondere Form des Protests.

Frankfurter Allgemeine

Trotz des Verbots der israelischen Landessymbole beim Grand Slam in Abu Dhabi hat der Judoka Tal Flicker bei der Verleihung seiner Goldmedaille die Nationalhymne seines Landes gesungen. „Ich habe mich entschieden, die Hatikva (Nationalhymne) auf dem Podium zu singen, weil Israel mein Land ist und ich stolz bin, Israeli zu sein“, sagte Flicker nach seinem Sieg in der Kategorie bis 66 Kilogramm.

„Die Hymne des Weltverbandes, die gespielt wurde, war nur ein Hintergrundgeräusch“, sagte Flicker. „Die ganze Welt weiß, dass wir aus Israel sind und wen wir repräsentieren.“ Das Team habe das Ziel gehabt, eine Medaille nach Hause zu bringen. „Ich bin sehr glücklich, dass wir das geschafft haben.“ Die Israelis waren nach Angaben ihres Verbands angetreten, obwohl die Veranstalter ihnen verboten hätten, Landessymbole wie eine Flagge auf ihren Anzügen zu tragen.

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Gasriese schneit Sonnenschutzmittel

Der heiße Gasriese Kepler-13Ab (links) kehrt seinem Stern immer die selbe Seite zu. Das ermöglicht ein ungewöhnliches Phänomen in seiner Atmosphäre. © NASA, ESA, and G. Bacon (STScI)
Ungewöhnliche Entdeckung: Auf der Nachtseite des Gasriesen Kepler-13Ab schneit es Titanoxid – die Substanz, die in Sonnencremes die UV-Strahlung blockiert. Das Ungewöhnliche daran: Das Titanoxid entsteht auf der Tagseite des Exoplaneten. Erst starke Winde wehen es auf die kühlere Nachtseite, wo es zu schneeartigen Flocken kondensiert. Es ist das erste Mal, dass Astronomen dieses Phänomen auf einem Exoplaneten beobachtet haben.

scinexx

Jenseits unseres Sonnensystems existieren die ungewöhnlichsten Planeten. So haben Astronomen bereits einen Gasriesen entdeckt, in dessen Wolken Rubine und Saphireschweben, die nahe Supererde 55 Cancri e überrascht dagegen mit einer Blausäure-Atmosphäre und einem Kern aus Diamant. Exotisch erscheinen auch einige heiße Jupiter – Gasriesen, die ihren Stern extrem eng umkreisen und daher extrem heiß sind.

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Eine saudische Götterdämmerung des Extremismus?

Der saudische Kronprinz Salman hat angekündigt, dass das Land zu einem gemässigten Islam zurückkehren werde, der offen sei für alle Religionen. (Bild: Keystone)
Die angekündigte Rückkehr Riads zur religiösen «Normalität» wird zum Testfall für das königliche Herrscherhauses. Der wahhabitische Klerus wird seine Machtstellung nicht kampflos preisgeben.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Dass es beim Koran nicht drauf ankommt, was darin steht, sondern wie er ausgelegt wird, ist keine neue Erkenntnis. Sie hat dieser Tage aber neue Aktualität erhalten durch die Ankündigung des saudischen Kronprinzen Salman, das Land werde zu einem gemässigten Islam zurückkehren, der offen sei für alle Religionen. Das ist bemerkenswert. Denn der Wahhabismus ist unter den sunnitischen Denominationen nicht nur der mit Abstand radikalste, die Wahhabiten haben sich auch eine überaus starke Position im Staat erarbeitet. Nur in Iran spielt der Klerus eine ähnlich dominante Rolle.

Eine historische Allianz

Daran, dass es dem Kronprinzen ernst ist, gibt es keine Zweifel. Salman ist innert kürzester Zeit kometenhaft zum Starken Mann im Land aufgestiegen, und er hat sich die Modernisierung des Landes zur Lebensaufgabe gemacht. Er hat erkannt, dass die Wirtschaft von der Erdölabhängigkeit wegkommen muss, dass ein Staat ohne Innovationswillen im 21. Jahrhundert verloren ist und dass die Bürger ernsthaft arbeiten müssen. Dass dazu eine extremistische, aggressive, teils ikonoklastische Glaubensrichtung, wie sie der Wahhabismus ist, wie die Faust aufs Auge passt, scheint ihm auch nicht verborgen geblieben zu sein. «Wir wollen ein normales Leben leben. Ein Leben, in dem Religion zur Toleranz wird und zu jener Güte, die bei uns Tradition ist. Wir werden uns nicht die nächsten 30 Jahre mit destruktiven Ideen beschäftigen. Wir werden sie zerstören, noch heute. Wir werden den Extremismus beenden. Sehr bald.»

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Deutsche Kinder dürfen nicht ‚Lucifer‘ heißen

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Das Amtsgericht Kassel entschied laut Medienberichten, dass der Vorname das Wohl des Kindes gefährden könne.

kath.net

Deutsche Eltern dürfen ihr Kind nicht Lucifer nennen. Das hat das Amtsgericht Kassel entschieden. Dies berichtet die „Presse“. Das Gericht erklärte laut Medienberichten, dass der Vorname das Wohl des Kindes gefährden könne. Zuvor hatten Beamte das Gericht zur Klärung des Falls eingeschaltet. Bei einer nicht-öffentlichen Anhörung ließen sich die Eltern schließlich überzeugen, das Kind wird jetzt Lucian heißen. Hätten sie auf ihrer Namenswahl beharrt, hätte das Amtsgericht entscheiden müssen, ob der Name Lucifer zulässig ist.

Ankara: Erdogan und Schröder haben Steudtner nicht befreit

Unschwer zu erkennen, dies ist ein Archivbild von Schröder und Erdogan – und zwar aus dem Jahr 2006. – APA/AFP/POOL/BURHAN OZBILICI
Die türkische Regierung spielt die Bedeutung des Treffens zwischen dem türkischen Präsidenten und dem deutschen Ex-Kanzler herunter.

Die Presse.com

Die Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtnerist nach Angaben der türkischen Regierung nicht auf ein Geheimtreffen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Deutschlands Altkanzler Gerhard Schröder zurückzuführen.

„Diese Behauptung hat überhaupt nichts mit der Realität zu tun“, sagte Justizminister Abdülhamit Gül am Freitag in Ankara. „Die türkische Justiz ist unabhängig und neutral.“

Nach deutschen Medienberichten soll dagegen das Treffen Schröders mit Erdogan im September zum Durchbruch in dem Fall geführt haben. Gül sagte auf die Frage eines Journalisten, ob es ein solches Treffen gegeben habe: „Das kann ich nicht wissen.“

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Jane Goodall Is on a ‚Mission to Save the World‘

Jane Goodall and infant chimpanzee Flint reach out to touch each other’s hands. Image: National Geographic Creative/ Hugo van Lawick
The legendary anthropologist and conservationist spoke to Radio Motherboard for the premiere of ‘Jane,’ a new documentary on her early career.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

„World-famous scientist“ is a rare title these days, reserved for only the most legendary living minds. Jane Goodall would undoubtedly fall under this category.

The 83-year-old anthropologist and conservationist spent the first 26 years of her career living among chimpanzees and exponentially expanding our knowledge of their behavior. By the 80s, the looming threat of habitat destruction inspired Goodall to leave the jungle and begin advocating for conservation full time. She hasn’t stopped since.

„I think I was given a mission, and I feel something up there pushing me,“ Goodall told me during a recent interview in New York.

On the road an average of 300 days a year, Goodall was in town most recently to help promote the new film Janea documentary that features footage captured during her earliest expeditions in Gombe, Tanzania. I met with her and director Brett Morgen in a hotel room in Manhattan, where they were winding down from a day of back-to-back press engagements.

Jane, which premiered at the Toronto International Film Festival in September, follows Goodall’s early years as a young secretary-turned-scientist tasked with observing chimps in their natural habitat. The gorgeous footage was captured by Hugo van Lawick, a National Geographic wildlife videographer whom Goodall would go on to marry and raise a son (the couple divorced in 1974).

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Dodo Mazyek rät zur Wahl von AfD-Politiker Glaser zum Bundestagsvize

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Dreimal fiel Albrecht Glaser bei der Wahl zum Bundestagsvize durch. Die Mehrheit der Abgeordneten kritisiert die Haltung des AfD-Kandidaten zum Islam. Aus Sicht des Zentralrats der Muslime sollte er das Amt bekommen.

DIE WELT

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) rät dazu, den umstrittenen AfD-Kandidaten Albrecht Glaser zum Bundestagsvizepräsidenten zu wählen. „Ich habe zwar vollsten Respekt für die Abgeordneten, die bei der Abstimmung über den AfD-Kandidaten mit Nein gestimmt haben, und ich verstehe auch ihre Beweggründe“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. Man dürfe der AfD aber „nicht diese Opferrolle“ zugestehen.

Aus seiner Sicht wäre es daher besser, den Kandidaten der AfD als einen von sechs Stellvertretern von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zu akzeptieren. Mazyek sagte: „Dann müssen wir eben damit klarkommen, dass wir einen Islamhasser und Rassisten als Bundestagsvizepräsidenten haben – das ist Deutschland 2017, das ist traurig, aber wahr.“

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