Akten zum Kennedy-Mord: Es bleiben viele Fragezeichen


# foto: ap/altgens JFK nur Sekunden vor den tödlichen Schüssen
Bisher geheime Dokumente sind seit Freitag zugänglich. Neben viel Enttäuschendem bieten sie manch Rätselhaftes

Von Frank Herrmann | derStandard.at

Was Abraham Zapruder am 22. November 1963 in Dallas filmte, ist so oft unter allen nur möglichen Blickwinkeln betrachtet worden, dass es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen gäbe. Der Besitzer eines Kleiderladens stand auf einem grasbewachsenen Hügel am Rande der Dealey Plaza, eines kleinen Parks im Zentrum der Stadt.

Mit seiner Kamera wollte er dokumentieren, wie John F. Kennedy in einer offenen, blank polierten Staatslimousine durch ein Spalier jubelnder Passanten fuhr. Daraus wurde ein Dokument für die Geschichtsbücher. Auf Zapruders Film ist zu sehen, wie Kennedy von Kugeln getroffen wird, abgefeuert von Lee Harvey Oswald, der sich im sechsten Stock des Schulbuchlagers von Dallas verschanzt hatte.

Drei Schüsse

1964 gelangte eine Sonderkommission, geleitet von Earl Warren, dem Vorsitzenden des Obersten Gerichts, auch auf Grundlage des Zapruder-Films zu dem Schluss, dass Oswald auf eigene Faust handelte. Ein verbitterter Mann, einst Scharfschütze der Marineinfanterie, der in der Sowjetunion Asyl gesucht und geheiratet hatte, bevor er in die USA zurückkehrte, wo seine Ehe in die Brüche ging.

weiterlesen