Bannon: „Deshalb bin ich Populist“


Stephen Bannon bezeichnet sich selbst stolz als Populisten.FOTO: AFP
Steve Bannon, Trumps Ex-Stratege, hat der Spitze der Republikaner den „Krieg“ erklärt, schimpft auf Außenpolitiker. Ihm ist die Politik nicht radikal genug.

Von Thomas Seibert | DER TAGESSPIEGEL

Kurz bevor Stephen Bannon die Bühne betritt, geht das Licht aus. Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump soll bei einer Konferenz der konservativen Denkfabrik Hudson Institute in Washington seine außenpolitische Vision für den Nahen Osten darlegen, als plötzlich die Saalbeleuchtung ausfällt. Man könne das wohl als Zeichen für die Anwesenheit der „Kräfte der Finsternis“ werten, witzelt Diskussionsleiter Husain Haqqani, der Bannon im Licht schnell herbeigeschaffter Ersatzscheinwerfer befragt.

Bannon, gekleidet in schwarzem Hemd und schwarzem Jackett, lächelt milde. Er ist es gewohnt, in Washington dämonisiert zu werden – nicht ganz zu unrecht, wie in den dann folgenden 45 Minuten klar wird. Wenn es nach Bannon geht, wird sich die amerikanische Außenpolitik in den nächsten Jahren noch wesentlich radikaler wandeln, als das seit dem Amtsantritt von Trump vor neun Monaten der Fall gewesen ist.

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