Die verborgene Natur der Liebe

Ein Vortrag von Thomas Junker am 24. Oktober 2017 im Haus der Wissenschaft in Bremen

Richard-Dawkins-Foundation

 

„Die verborgene Natur der Liebe“ erklärt, warum wir Sex haben. Und zwar sehr viel häufiger und sehr viel spielerischer, als es zur Fortpflanzung nötig ist. Sie beschreibt die Vielfalt der Beziehungsformen. Und sie gibt Regeln an für die Suche nach dem richtigen Partner oder der richtigen Partnerin. Die in den Genen gespeicherten evolutionären Erfahrungen verraten uns, welches Verhalten erfolgversprechend ist und welches nicht, warum wir so fühlen, wie wir fühlen. Warum beispielsweise das Leben in einer Zweierbeziehung so erstrebenswert ist, und warum gleichzeitig das Fremdgehen, angefangen mit einem harmlosen Flirt, so unwiderstehlich sein kann.

Thomas Junker zeigt, dass das, was wir Liebe nennen, nichts Selbstverständliches ist, sondern dass alles auch ganz anders sein könnte. Sein so unaufgeregtes wie aufregendes Buch gibt einen Eindruck davon, wie sehr wir im Grunde unseres Herzens Naturwesen geblieben sind, denen der kulturelle Zuckerguss von Moral und Erziehung nur wenig anhaben konnte.

http://www.thomas-junker-evolution.de/

„Wir standen schon mal vor Wien“: Erdogan lässt Berater im TV poltern

Bild: Magazin „The Economist“
Die Bundesregierung freut sich über einen „ersten Schritt“ der Annäherung der Türkei. Aber Erdogans wichtigster Berater interpretiert „Annäherung“ offenbar ganz anders.

Von Florian Naumann | Merkur.de

Als am Mittwochabend die Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner bekannt wurde, begannen sogleich die ersten hoffnungsfrohen Spekulationen: Hat die EU nun den Dreh gefunden, um Recep Tayyip Erdogan zu zügeln? Reichen eher zaghafte finanzielle Drohungen dafür schon aus?

Nun – ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Denn zumindest verbal hat Erdogan längst schon wieder auf Attacke umgeschaltet. Sein Chefberater Yigit Bulut meldete sich Mitte der Woche im staatlichen Rundfunksender TRT Haber mit einer leicht grotesken, aber auch markigen Kampfansage zu Wort, wie die Huffington Post berichtet.

Buluts recht pauschale Botschaft: Die EU werde die Türkei nicht „kleinhalten“ können. Und das heftige Gewand der Ansage: „Unsere Vorfahren standen schon einmal vor Wien“, polterte Bulut.

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Feminismus, die katholische Kirche und meine Abtreibung

„Unglaublich traumatisch war es, zu Hause beim Gang auf die Toilette Reste des Fötus zu finden“ © Alexandra Gavillet
Unsere Autorin hat abgetrieben. Freiwillig und nahezu selbstbestimmt. Einzig ihr katholischer Glaube hindert sie, nach der Abtreibung mit sich im Reinen zu sein.

Von Refinery29 (anonym) | stern.de

Als Kind hörte ich jeden Sonntag im Gottesdienst, dass vor Gott alle Sünden gleich wären. Das würde dann bedeuten, dass das „Oh mein Gott!“, das mir entfuhr, als ich meinen positiven Schwangerschaftstest sah, genauso schlimm ist, wie die Entscheidung mit 28 Jahren, dieses Kind – das Ergebnis eines Seitensprungs – nicht zu bekommen.

Auch meine Eltern belog ich und erzählte ihnen nichts davon. Mit meinem Schwangerschaftsabbruch vor zwei Jahren sündigte ich also auf einen Schlag gegen vier der zehn Gebote.

Am Tag nach der Abtreibung, es war ein Sonntag, stand ich auf, ging in die Kirche und bat unter den Schmerzen des Eingriffs um Vergebung. Ich glaube nicht, dass es half.

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Die Mär von globaler Gerechtigkeit, lokale wäre völlig ausreichend

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat an die künftigen Regierungspartner appelliert, sämtliche Beschlüsse auf ihre globale Verträglichkeit hin zu überprüfen.

evangelisch.de

Es gebe ein „weltweites Gerechtigkeitsproblem“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Wochenende. „Daher sollte bei jeder Entscheidung, die die neue Bundesregierung trifft, ein ‚Eine-Welt-Check‘ durchgeführt werden.“ Eine solche Verträglichkeitsprüfung stelle die Frage, welche Auswirkungen ein Beschluss auf „die schwächsten Glieder der Menschheit“ habe.

Als wichtige Aufgabe einer möglichen Jamaika-Regierung nannte Bedford-Strohm den Kampf gegen den Klimawandel. „In Deutschland liegt der Pro-Kopf-CO2-Ausstoß bei 9,1 Tonnen pro Jahr, in Tansania bei 0,2 Tonnen“, sagte er. „Das zeigt, dass diejenigen, die die ersten Opfer des Klimawandels sind, am wenigsten dazu beigetragen haben.“ Als dringendes Ziel forderte der bayerische Landesbischof den Ausstieg Deutschlands aus der Kohleenergie. Kohle sei ein wesentlicher Faktor für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2).

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Reformation: Freiheitskämpfer wider Willen

Schöne Aussicht. Martin Luthers Aufstand gegen die Katholische Kirche hat maßgeblich zur Individualisierung der westlichen Kultur beigetragen. Dabei war der Reformator keineswegs ein großer Freiheitsfreund. Eine Annäherung an das Erbe der Reformation aus humanistischer Sicht

Von Matthias Heitmann | Cicero

Vor ziemlich genau 500 Jahren brachte der Augustinermönch und „Doctor theologiae“ Martin Luther seinen Unmut über den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen in der Kirche in Form eines öffentlichen Thesenpapiers zum Ausdruck. Er konnte nicht ahnen, welche Entwicklungen dadurch ausgelöst wurden. Was 1517 eigentlich als theologischer und innerreligiöser Beitrag zur Stabilisierung der Kirche in 95 Thesen gedacht war, wurde zu einem Katalysator wichtiger und historisch einzigartiger gesellschaftlicher Entwicklungen: der Erosion kirchlicher Einheit und Autorität, des Auseinanderbrechens von Religion und Politik, der Legitimierung von Ungehorsam sowie der Aufwertung der individuellen und später auch politischen Freiheit des Menschen.

Weder Politiker noch Revolutionär

Luther war weder ein Politiker noch willentlich ein Revolutionär. Sein Ziel war keineswegs die Schwächung kirchlicher Autorität, sondern im Gegenteil deren Bewahrung durch das Einfordern ehrlicherer und moralisch reinerer Glaubens- und Handlungsstandards in Kirche und Gesellschaft. Um dies zu erreichen, sah sich Luther gezwungen, gegen die existierende kirchliche Autorität zu rebellieren. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen“, lautet der überlieferte weltberühmte Ausspruch Luthers angesichts der gegen ihn erhobenen Anschuldigung, die Autorität des Papstes in ketzerischer Art und Weise herausgefordert zu haben.

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Umfrage: Nur 19 Prozent der Katalenen wollen wie jetzt Teil von Spanien bleiben

Nur 29 Prozent wollen die Unabhängigkeit, aber 46 Prozent sagen, dass Katalonien bei Spanien bleiben soll, aber mit neuen und garantierten Autonomierechten

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

In Spanien herrscht weiter Konfrontationskurs. Der katalanische Präsident erklärte, er sei nicht abgesetzt, obgleich das der spanische Regierungschef nach Zustimmung des Senats verkündet hatte. Man werde weiter an der Erfüllung der demokratischen Mandate arbeiten und versuchen, „die höchste Stabilität und Ruhe zu suchen“, sagte Carles Puigdemont in einer Ansprache, demonstrativ neben sich hatte er nur die katalanische Flagge und die der EU aufstellen lassen.

Zuvor hatte er auf eine „demokratische Opposition“ gegen die Anwendung des Paragraphen 155 hingewiesen. In einer Demokratie seien es die Parlamente, „die Präsidenten wählen und absetzen“. Man werde weiter an der Schaffung eines freien Staats arbeiten. Er rief alle dazu auf, nicht das „zivile und friedliche Verhalten“ aufzugeben: „Wir haben nicht das Argument der Macht und wollen es auch nicht.“

Die spanische Regierung muss nun wohl ihren Konfrontationskurs fortsetzen und womöglich mit Gewalt mit der Guardia Civil oder dem Militär eingreifen. Setzt sie mit Puigdemont und weiteren Regierungsmitgliedern „politische Gefangene“ fest, wird das auch in Katalonien auf den Unmut von vielen derjenigen treffen, die sich nicht auf diese Art unterwerfen lassen wollen.

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Der Prediger im Weißen Haus will „das Herz von Trump verändern“

Für das Gespräch mit der WELT AM SONNTAG nahm sich Ralph Drollinger über zwei Stunden Zeit Quelle: © Stephen Voss / Agentur Focus
Der evangelikale Prediger Ralph Drollinger hält wöchentliche Bibelstunden für die US-Regierung ab. In einem exklusiven Interview mit der WELT AM SONNTAG gibt er darüber erstmals ausführlich Auskunft.

DIE WELT

Der konservative US-amerikanische evangelikale Prediger Ralph Drollinger hat in einem Interview mit der WELT AM SONNTAG zum ersten Mal ausführlich Auskunft über seine Bibelstunden für die US-Regierung gegeben.

Drollinger bestätigte der Zeitung, dass an seinen Runden etwa zwölf Personen teilnehmen würden, darunter der amerikanische Vizepräsident Mike Pence, der CIA-Chef Michael Pompeo, Bildungsministerin Betsy DeVos, Justizminister Jeff Sessions, Landwirtschaftsminister Sonny Perdue, Energieminister Rick Perry und Wohnungsbauminister Ben Carson.

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Bedrohte Giraffen, Affen und Haie erhalten mehr Schutz

Giraffen wurden erstmals in ein internationales Schutzabkommen aufgenommen. – EPA
In Manila hat man sich darauf geeinigt, mehr als 30 Tiere international besser zu schützen. Als besonderen Erfolg feierten Umweltorganisationen die Beschlüsse zu mehreren Haiarten.

Die Presse.com

Löwen, Giraffen, Schimpansen und rund 30 weitere Tiere sollen international besser geschützt werden. Darauf einigten sich die Teilnehmerländer der einwöchigen Konferenz zum Schutz wandernder Arten am Samstag in der philippinischen Hauptstadt Manila.

„Es ist gelungen, den Schutzstatus von vielen Arten zu erhöhen. Damit stärken die Manila-Ergebnisse die Zusammenarbeit im weltweiten Artenschutz“, sagte die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks. Sie sei überzeugt, dass die Konferenz den Grundstein für viele gute Projekte und Maßnahmen gelegt habe. Als besonderen Erfolg feierten Umweltorganisationen die Beschlüsse zu mehreren Haiarten.

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Klimawandel: Flucht aus dem Paradies

Kinder spielen auf einem Friedhof in Majuro auf den Marshallinseln. Er wird immer wieder überflutet. (Foto: Vlad Sokhin)
Der Klimawandel zwingt Tausende Bewohner der Südsee schon jetzt, ihre Heimat zu verlassen. Doch was passiert, wenn ein ganzer Staat in einen anderen übersiedelt?

Von Benjamin von Brackel | Süddeutsche Zeitung

Mary Meita steht im ersten Stock eines weißen Gebäudes an der Mac Gregor Road 36 in Suva, der Hauptstadt von Fidschi. Die 33-Jährige mit den langen schwarzen Haaren und dem runden Gesicht blickt durchs vergitterte Fenster. Regen fällt auf den Innenhof, die Straße und die Palmen. Es ist nicht ihr Land, aber das könnte es eines Tages werden, eine neue Heimat für ihr Volk. Sie hat daran mitgewirkt. Meita arbeitet in der Botschaft von Kiribati, einer Gruppe aus Insel-Atollen, die 2000 Kilometer entfernt von Fidschi weit verstreut mitten im Pazifik liegen. Die Flagge mit den weißblauen Wellenlinien, der Sonne und dem gelben Fregattvogel flattert im Hof an einem Fahnenmast. Die Frage ist nur: Wie lange noch?

Die Regierung Kiribatis hat vor drei Jahren Land auf den viel größeren Fidschi-Inseln gekauft, mehr als 2000 Hektar – eine Fläche so groß wie Hiddensee. Meita hat das mitorganisiert. Sie war damals rechte Hand von Präsident Anote Tong. Es sei eine schwere Entscheidung gewesen, erzählt die heutige Sekretärin des Botschafters Kiribatis auf Fidschi; aber der Präsident habe beschlossen, dass es besser sei, seine Landsleute schon jetzt darauf vorzubereiten, in Würde umzusiedeln, als abzuwarten, bis die Katastrophe unmittelbar bevorsteht. Das heißt: Die Inselbewohner besser auszubilden, damit sie auch anderswo Arbeit finden können, und dann nach und nach die 115 000 Menschen alle umzusiedeln.

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Unfruchtbarer Papst beklagt dramatische Unfruchtbarkeit Europas

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat die niedrige Geburtenrate in Europa angeprangert.

ZEIT ONLINE

Europa leide unter einer „dramatischen Unfruchtbarkeit“, sagte der Papst am Samstag im Vatikan bei einem von der Bischofskonferenz veranstalteten Diskussionsforum zur Zukunft Europas. In Europa würden „wenig Kinder gezeugt“, und es gebe zu viele Abtreibungen, beklagte er. Den Grund dafür sieht der Papst auch in um sich greifender Zukunftsangst.

Türkische Behörden nehmen über 50 mutmassliche IS-Mitglieder fest

Vor dem türkischen Nationalfeiertag hat die Polizei mehr als 50 mutmassliche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen. Einige hätten Anschläge für den Feiertag am Sonntag vorbereitet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Neue Zürcher Zeitung

49 Verdächtige seien in der Hauptstadt Ankara abgeführt worden, vier weitere in einem Istanbuler Geschäftsviertel. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan wurde im Auto der Istanbuler Festgenommenen eine selbst gebaute Bombe gefunden. Zur Nationalität der Festgenommenen lagen zunächst keine Angaben vor.

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Reformationsjubliläum: Anbetung der großen Zahl

Du sollst dir ein Bildnis machen. Die Installation „Reformation“ von Philipp von Matt, eine riesige Spiegelfläche mit…FOTO: UWE GAASCH/PROMO
Das Gedenkjahr „500 Jahre Reformation“ ist eine kirchliche und kulturelle Leistungsschau der Superlative. Doch aus der Faszination für die Geschichte springt kaum ein Funke in die Gegenwart über. Eine erste Bilanz.

Von Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

So könnte es gewesen sein vor 500 Jahren, als die Reformation in Wittenberg ihren Anfang nahm: In den Gassen drängten sich Menschen und Tiere, im Morgengrauen hörte man die Hähne krähen und in einer Ecke saß Johann Tetzel und verkaufte Ablassbriefe. So inszeniert Yadegar Asisi das Geschehen in seinem 360-Grad-Panorama und zog damit seit April 400 000 Besucher an – so viele wie keine andere Veranstaltung des Reformationsjubiläums.

Am 31. Oktober 2017 wird es exakt 500 Jahre her sein, dass Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlicht hat. An diesem Tag findet der gigantische Jubiläumsreigen mit einem Festgottesdienst und Staatsakt in Wittenberg seinen Höhepunkt und Abschluss. „Endlich“, seufzen viele Beteiligte und lehnen sich erschöpft zurück.

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WALTER BRANDMÜLLER : Das Christentum hechelt nicht nach Applaus

„Im Evangelium ist der große Abfall prognostiziert“: Kardinal Walter Brandmüller © JAN ROEDER
Kann denn Liebe Sünde sein? Und wenn ja, wer mag es glauben? Der Streit um das Schreiben „Amoris laetitia“ schwelt weltweit – auch, weil Papst Franziskus weiter schweigt.

Von Christian Geyer, Hannes Hintermeyer | Frankfurter Allgemeine

Herr Kardinal, es geht im Moment hoch her in der katholischen Kirche. Der Papst wird von den einen der Häresie verdächtigt, von den anderen als lutherischer Reformer gefeiert. Stein des Anstoßes sind Fragen der Sexualmoral, wie sie in dem päpstlichen Schreiben „Amoris laetitia“ über Ehe und Familie angesprochen werden. Die Debatte wird weltweit zum Teil sehr heftig und grundsätzlich geführt, da steht die eine Bischofskonferenz gegen die andere, wenn es etwa um die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten geht. Aus säkularer Perspektive interessiert zunächst einmal, wie man im 21. Jahrhundert überhaupt noch darauf kommen kann, das Sexualleben normieren zu wollen, sofern die Partner untereinander Einvernehmen erzielt haben.

Wir sollten, meine ich, da zunächst diese grundsätzliche Frage stellen: Was ist Religion? Was versteht ein Katholik unter Religion? Religion im heutigen Verständnis ist für viele ein lediglich psychologisches, soziokulturelles Phänomen. Religion ist nach katholischem Verständnis aber gerade kein Produkt des menschlichen Geistes, kein Versuch der Existenzerhellung mit Hilfe philosophischer Reflexion. Religion ist die Antwort des Menschen auf einen von außen an ihn herankommenden Anruf. Und damit ist die Frage nach Gott gestellt, nach dem Schöpfer, ohne den es den Menschen nicht gäbe. Dieser Gott hat sich, so das Selbstverständnis des Christentums als Offenbarungsreligion, dem Menschen zu erkennen gegeben. Und zwar, indem er selbst sich auf die Ebene begeben hat, auf der der Mensch anzutreffen ist. Gott ist nach allgemein christlicher Überzeugung in Jesus von Nazareth Mensch geworden, in die Geschichte eingetreten, um den Menschen zu begegnen und seine definitive Selbstmitteilung zu vollziehen. Die Antwort des Menschen auf diese Selbstmitteilung des Schöpfers ist Religion, die natürlich dann auch die Lebensweise prägt.

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Dodo Gysi: „Ich fürchte eine gottlose Gesellschaft“

Gregor Gysi. Bild: FB

Gregor Gysi, ostdeutscher Politiker und Präsident der Europäischen Linken, kam in Nettetal-Lobberich ins Gespräch mit dem Essener Generalvikar Klaus Pfeffer. Gysi: „Ich lese in der Bibel.“ Pfeffer: „Auch in der Kirche kennen wir die Angst vor dem freien Wort.“

Von Cordula Spangenberg | Bistum Essen

Politische Ideologien mit Kontrollfunktion und ein allzu eng gefasster Katholizismus haben eine ungute Gemeinsamkeit: „Eine Struktur, an die man sich gewöhnt hat, stellt man aus Angst und Gewohnheit nicht mehr in Frage.“ So formulierte Gregor Gysi, Präsident der Europäischen Linken, eine übereinstimmende Erkenntnis mit dem Essener Generalvikar Klaus Pfeffer. Nach Gysis Erfahrung akzeptierten viele DDR-Bürger selbst solche der Stasi-Überwachung geschuldeten Sätze wie: „Das erzähl ich dir lieber nicht am Telefon.“ Pfeffer sieht ähnliche Strukturen der moralischen Überwachung auch im Katholizismus des 20. Jahrhunderts, die nicht selten einen „Befreiungsweg“ erfordere: „Wir kennen in der Kirche auch die Angst vor dem freien Wort.“

Gysi (69), Jurist, Rechtsanwalt und Politiker aus Ost-Berlin, und Pfeffer (54), gelernter Journalist, Jugendseelsorger und Priester in leitender Funktion aus dem märkischen Sauerland, trafen am Freitag, 27. Oktober, vor gut 200 Zuhörenden in der „Alten Kirche“ in Nettetal-Lobberich zusammen – einem Gottesdienstraum, der das Gespräch zwischen Politik und Religion fördert, weil er beispielhaft für andere wenig genutzte Kirchen das Konzept „Gott – Mensch – Kultur“ unter einem Dach verwirklicht. Eine gemeinsame Haltung entwickelten der Linken-Politiker, der bei fehlendem eigenen Glauben dennoch ein gutes Verhältnis zu den Kirchen pflegt, und der Generalvikar, der den „Systemwandel“ der Kirche im Bistum Essen mit verantwortet, nicht nur zu den Altlasten einer Überwachungsmentalität in Staat und Kirche, sondern auch zu aktuellen nationalen und globalen Herausforderungen. Gysi erkennt hinter den politisch nach rechts gerückten jüngeren Wahlergebnissen westeuropäischer Staaten den Wunsch, „die Geschichte um 60 oder 70 Jahre zurückzudrehen. Aber das wird nicht funktionieren“. Pfeffer beobachtet die Abwehr, mit der viele Katholiken auf Änderungen in ihrer Kirche reagierten: „Da gibt es Angst auf höchsten Etagen, aber auch in Gemeinden, die oft sehr auf sich bezogen sind und andere Milieus gar nicht mehr kennen.“

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How America’s National Parks Became Hotbeds of Paranormal Activity

Image: Nate Milton
Bigfoot and aliens have come to overshadow the government’s aging database of missing persons cold cases.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

The disappearance of Stacy Ann Arras has a cultish online following. On dozens of Reddit threads and chat boards, thousands of people—strangers intimately familiar with her life—obsessively dissect her vanishing. The case is mysterious, eerie, and frustratingly unsolved.

Arras went missing from Yosemite National Park more than 30 years ago. She „just seems to have disappeared,“ the park’s then-superintendent, Robert Binnewies, toldthe Fresno Bee.

It was in the afternoon on July 17, 1981, when a group of six, plus Arras and her father, rode into Sunrise High Sierra Camp on horseback. The camp sits 9,400 feet above sea level and is regarded for its historic significance, being the final stop in Yosemite’s „mountain chalet“ loop. It was built in 1961 to make backcountry an alluring destination for tourists, offering stunning wilderness vistas but also creature comforts like showers and reasonably comfy beds.

Arras told her father that she wanted to photograph a nearby lake. It wasn’t terribly far, just over a bluff. He declined to accompany his daughter, 14 at the time, but an elderly man from their group would tag along. At some point, the 77-year-old man grew tired, and sat down to rest. Arras, seemingly determined to reach the water, trekked onward.

Back at the camp, the group’s tour guide remembered noticing her from afar. She was „standing on a rock about 50 yards south of the trail.“ According to a summary of her official cold case file, that was the last time anyone saw Arras—or the last time anyone is known to have seen her. She vanished that day, without a trace, leaving only her camera lens behind.

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Spanien wehrt sich gegen „Katalanische Republik“, Puigdemont ruft zu“friedlichem Widerstand“ auf

foto: presidency press service, pool photo via ap
Nach dem Rausch kommt der Kater. Bis um zwei Uhr in der Früh feierten tausende Befürworter der Unabhängigkeit auf der Plaça Sant Jaume im Herzen Barcelonas vor dem Sitz der Regierung, der Generalitat, ihre „Katalanische Republik“, die das Autonomieparlament um 15.27 Uhr beschlossen hatte.

Von Reiner Wandler | derStandard.at

Doch noch während Musik und Tanz auch in vielen Provinzstädten das Bild bestimmte, holte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy in Madrid zum Gegenschlag aus. Und der Konservative hatte einen Trumpf im Ärmel: Nach einer Sondersitzung seines Kabinetts gab er bekannt, dass er, mit dem Verfassungsartikel 155 in der Hand, das katalanische Autonomieparlament auflösen und Neuwahlen für den 21. Dezember ansetzen werde.

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Dodo Kretschmann: Vielfalt und Toleranz verdanken wir der Reformation

Mit einem Gottesdienst und einem Festakt in Mannheim haben die evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg am Samstag das 500. Reformationsjubiläum gefeiert.

evangelisch.de

In einem Grußwort wies Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) darauf hin, dass die „große Vielfalt und Toleranz, sowie Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen in unserem Land auch der Reformation zu verdanken“ sei. Er hoffe, dass Baden-Württemberg ein Kernraum für diese Werte bleibe und sie in die Welt hinaustrage, wie dies damals die jungen Reformatoren mit ihren Ideen getan hätten, sagte Kretschmann laut vorab verbreitetem Manuskript in der Mannheimer Christuskirche.

Die beiden Landesbischöfe Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) und Frank Otfried July (Stuttgart) erinnerten in ihrer gemeinsamen Predigt an die „Gnade und Treue Gottes“ angesichts der Zerrissenheit der Welt und jedes einzelnen Menschen.

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Forscher Feng Zhang gelingt Crispr/Cas-Anwendung auf RNA

Genforschung: Werkzeugkasten erweitert (imago/Ikon Images)
Mit der Gen-Schere Crispr/Cas lässt sich DNA gezielt schneiden. Dem MIT-Forscher Feng Zhang ist es nun gelungen, die Methode so zu erweitern, dass sie die Ribonukleinsäure verändert. Damit ist eine Veränderung auf Zeit möglich, statt Erbinformation zu verändern.

Von Michael Lange | Deutschlandfunk

Die Genschere Crispr/Cas ist mittlerweile nicht nur in den Gentechnik-Labors bekannt. Fast im Wochenrhythmus präsentieren Fachzeitschriften Verbesserungen und Erweiterungen des Gentechnik-Werkzeugkastens.

Wir haben uns die wohl wichtigste dieser Woche herausgegriffen. Bei ihr geht es nicht um das Verändern des Erbmoleküls Desoxyribonukelinsäure, englisch DNA abgekürzt, sondern um einen Verwandten: Die Ribonukleinsäure oder kurz RNA. Chemisch ist dieses Kettenmolekül ähnlich aufgebaut wie die DNA. Die Ketten sind aber kürzer und die Moleküle nicht so stabil.

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Argentinien: Feministinnen attackieren Kathedrale – „Burn the Pope“

Bild: LifeSiteNews

Tausende Feministinnen attackierten am Wochenende die Kathedrale der nordargentinischen Stadt Resistencia und versuchten, sie in Brand zu setzen. Das meldet das Portal „LifeSiteNews“. Sie beschmierten das Gotteshaus mit Farbe und warfen Steine, wie aus lokalen Medienberichten hervorgeht.

kath.net

Sie zündeten das Portal der Kathedrale an und zerstörten eine Marienstatue, die davor stand. Die Gruppen attackierten auch andere Gebäude in der Stadt, darunter Schulen und Geschäfte. Sie sprühten Slogans wie „Bring deinen Vater um, deinen Freund und deinen Bruder“, „Verbrenne den Papst“ oder „Tod allen Männern“ auf die Wände.

Zu den Ausschreitungen kam es im Rahmen eines gr0ßen Feministinnen-Treffens („National Women’s Encounter“), das jährlich in der Stadt abgehalten wird. Geschätzte 60.000 Teilnehmerinnen trafen zusammen und marschierten durch die Stadt.

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An Artificial Intelligence Just Found 56 New Gravitational Lenses

This illustration shows how gravitational lensing works. The gravity of a large galaxy cluster is so strong, it bends, brightens and distorts the light of distant galaxies behind it. The scale has been greatly exaggerated; in reality, the distant galaxy is much further away and much smaller. Credit: NASA, ESA, L. Calcada
Gravitational lenses are an important tool for astronomers seeking to study the most distant objects in the Universe. This technique involves using a massive cluster of matter (usually a galaxy or cluster) between a distant light source and an observer to better see light coming from that source.

By Matt Williams | Universe Today

In an effect that was predicted by Einstein’s Theory of General Relativity, this allows astronomers to see objects that might otherwise be obscured.

Recently, a group of European astronomers developed a method for finding gravitational lenses in enormous piles of data. Using the same artificial intelligence algorithms that Google, Facebook and Tesla have used for their purposes, they were able to find 56 new gravitational lensing candidates from a massive astronomical survey. This method could eliminate the need for astronomers to conduct visual inspections of astronomical images.

The study which describes their research, titled “Finding strong gravitational lenses in the Kilo Degree Survey with Convolutional Neural Networks“, recently appeared in the Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Led by Carlo Enrico Petrillo of the Kapteyn Astronomical Institute, the team also included members of the National Institute for Astrophysics (INAF), the Argelander-Institute for Astronomy(AIfA) and the University of Naples.

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