Reformationsjubliläum: Anbetung der großen Zahl


Du sollst dir ein Bildnis machen. Die Installation „Reformation“ von Philipp von Matt, eine riesige Spiegelfläche mit…FOTO: UWE GAASCH/PROMO
Das Gedenkjahr „500 Jahre Reformation“ ist eine kirchliche und kulturelle Leistungsschau der Superlative. Doch aus der Faszination für die Geschichte springt kaum ein Funke in die Gegenwart über. Eine erste Bilanz.

Von Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

So könnte es gewesen sein vor 500 Jahren, als die Reformation in Wittenberg ihren Anfang nahm: In den Gassen drängten sich Menschen und Tiere, im Morgengrauen hörte man die Hähne krähen und in einer Ecke saß Johann Tetzel und verkaufte Ablassbriefe. So inszeniert Yadegar Asisi das Geschehen in seinem 360-Grad-Panorama und zog damit seit April 400 000 Besucher an – so viele wie keine andere Veranstaltung des Reformationsjubiläums.

Am 31. Oktober 2017 wird es exakt 500 Jahre her sein, dass Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlicht hat. An diesem Tag findet der gigantische Jubiläumsreigen mit einem Festgottesdienst und Staatsakt in Wittenberg seinen Höhepunkt und Abschluss. „Endlich“, seufzen viele Beteiligte und lehnen sich erschöpft zurück.

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