Woelki: Kein gemeinsames Abendmahl

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Während evangelische Kirchenvertreter im Rahmen des Reformationsjubiläums immer wieder auf die Möglichkeit eines gemeinsamen Abendmahls hinweisen, hat der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki diesem Ansinnen eine klare Absage erteilt. Seine Begründung:

evangelisch.de

In der Frage des Abendmahls fehle eine gemeinsame Basis, sagte der Kardinal dem in Köln erscheinenden „Express“ (Dienstag) zum Reformationstag. „Hier stimmen die Konfessionen in zentralen Fragen nicht überein.“ Für Katholiken sei die reale Gegenwart Christi eine „unumstößliche Gewissheit“. Solange es Unterschiede im Bekenntnis und Verständnis der Eucharistie gebe, könne es keine gemeinsame Abendmahlsfeier geben.

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Trumps Ex-Wahlkampfchef wegen Verschwörung angeklagt

Image: NBCNews/YouTube
  • Paul Manafort hat sich Medienberichten zufolge dem FBI gestellt.
  • Trumps früherer Wahlkampfmanager ist wegen Verschwörung gegen die USA, Geldwäsche- und Steuer-Vergehen angeklagt.
  • Die Ermittlungen gegen ihn sollen mit der sogenannten Russland-Affäre zusammenhängen.
  • Ein anderer ehemaliger Mitarbeiter der Trump-Kampagne hat sich in Muellers Untersuchungen bereits schuldig bekannt.

Süddeutsche Zeitung

Der frühere Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump hat sich dem FBI gestellt. Paul Manafort kam damit einer offiziellen Aufforderung der Behörden nach, wie die New York Times berichtete. Er steht im Zentrum der sogenannten Russland-Affäre, in der es um die mögliche Beeinflussung der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2016 durch Russland geht. Auch Manaforts früherer Geschäftspartner Rick Gates soll sich der Bundespolizei gestellt haben.

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Der Kampf um das Erbe der Gülen-Bewegung

Die Zerschlagung der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen hat in der Türkei eine Leerstelle zurückgelassen, in die nun andere Organisationen drängen. Besonders konservative Stiftungen und Bruderschaften profitieren von der Situation.

Von Ulrich von Schwerin | Qantara.de

Schulen beschlagnahmt, Wohnheime verstaatlicht, Zeitungen geschlossen und zehntausende Anhänger im Gefängnis: Gut ein Jahr nach dem gescheiterten Militärputsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan steht es nicht gut um die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, die in der Türkei für den Umsturzversuch verantwortlich gemacht wird. War die Bruderschaft einst in der Türkei so mächtig, dass sie schlicht als „Cemaat“ (Gemeinde) bekannt war, ist sie heute als Terrororganisation verboten. Ihre Strukturen sind zerschlagen, ihr Vermögen eingezogen und ihre führenden Mitglieder sitzen in Haft, sind ins Exil geflohen oder wurden zur Fahndung ausgeschrieben.

Seit der Zerschlagung der Gülen-Bewegung und ihrer Vertreibung aus dem Staatsdienst ist ein Wettstreit um Posten und Ressourcen entbrannt, dessen Ausgang noch völlig offen ist, erklärte der türkische Soziologe Mehmet Ali Caliskan. Die Nationalisten sowie eine Reihe konservativer islamischer Bruderschaften hofften, die staatlichen Institutionen ganz unter ihre Kontrolle zu bringen. Es sei eine „sehr instabile und verwirrende Situation“, die nicht von Dauer sein könne, so Caliskan.

In dem Machtkampf geht es zum einen um die Posten, die durch die Entlassung der Gülen-Anhänger im Staatsdienst freigeworden sind. Mehr als 140.000 Angestellte in Verwaltung, Justiz, Militär und dem Bildungswesen wurden seit dem Putschversuch per Notstandsdekret ihrer Posten enthoben. Den meisten wirft die Regierung Verbindungen zur Gülen-Bewegung vor, andere sind beschuldigt, zur PKK-Guerilla oder anderen verbotenen bewaffneten Gruppen zu gehören.

Beschlagnahme im großen Stil

Zum Anderen geht es um die Verteilung des Vermögens der Gülen-Bewegung, das seit dem Putschversuch beschlagnahmt wurde. Direkt nach dem Umsturzversuch wurden 1.043 Schulen, 1.229 Vereine und Stiftungen, 35 Krankenhäuser und 15 Universitäten per Dekret geschlossen. Die Zeitung „Zaman“ war bereits zuvor vom Staat übernommen worden. Bis Juli 2017 wurden fast tausend Firmen beschlagnahmt, darunter Großkonzerne wie BoydakKoza-Ipek und die Gülen-nahe Bank Asya.

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Kohlendioxidkonzentration erreichte 2016 Rekordwerte

Bild: energiedialog-wasserburg.de

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat 2016 einen Rekordwert erreicht. Das Wetterphänomen El Niño sowie Emissionen trugen erheblich dazu bei.

Neue Zürcher Zeitung

Die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre hat 2016 ein Rekordhoch erreicht. Der Anstieg geht auf das Wetterphänomen El Niño und die Emissionen zurück, die sich allerdings stabilisierten, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag mitteilte.

Die Konzentration lag im Durchschnitt bei 403,3 Teilchen pro Million Teilchen (ppm), was einem Anstieg von mehr als drei Einheiten gegenüber dem Vorjahr entspricht. El Niño reduzierte die Kapazität von Wäldern oder Ozeanen, CO2 zu absorbieren.

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Der große Reformator ist ein Kassenschlager – hoher Marktwert

Bild: mdr.de

These 28 von Luthers 95 Thesen: „Sobald das Geld im Kasten klingt, können Gewinn und Habgier wachsen.“ Das trifft nach genau 500 Jahren auch durchaus auf den Marktwert des mutigen Mannes zu.

Von Michael Gassmann | DIE WELT

Was sich das Mönchlein aus Wittenberg gedacht hat, als es vor 500 Jahren seine 95 Thesen an die dortige Schlosskirche nagelte, können wir nicht wissen. Vielleicht: „Mistwetter heute“, oder: „Jetzt geh schon rein, blöder Nagel.“ Vielleicht war Luther auch in dem Moment voll heiligem Zorn und total erleichtert und trumpfte innerlich auf: „Jetzt ist es raus, endlich!“

Gewiss konnte er nicht voraussehen, was im nächsten halben Jahrtausend bis zum 31. Oktober 2017 alles aus seinen Sätzen werden würde. Was das Geistesgeschichtliche, Historische und Politische anbetrifft, so haben sich damit Hunderte kluge Buchautoren und Tausende Tagungsteilnehmer befasst.

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Dodo Käßmann nennt Halloween „ein reines Kommerzfest“ – Luther ist dann ein ganzer Markt

Die Botschafterin der evangelischen Kirche für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, hegt Vorbehalte gegen Halloween-Feiern am Reformationstag.

stern.de

Die Botschafterin der evangelischen Kirche für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, hegt Vorbehalte gegen Halloween-Feiern am Reformationstag. „Das ist ein reines Kommerzfest“, sagte die 59-Jährige der „Rhein-Neckar-Zeitung“ vom Montag. „Mir tut das leid, denn Luther wollte uns ja nun gerade von der Angst vor Geistern befreien.“

Das Merchandising um die 500-Jahr-Feier der Reformation verteidigte Käßmann jedoch.

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Vandalismus: Kirchenorgel mit Bauschaum gefüllt

Zwei Orgeln der evangelischen St. Martini-Kirche in Bremen wurden mit Bauschaum befüllt, Taufbecken und Kirchboden mit roter Farbe bemalt.

kath.net

In der Nacht auf Sonntag wurde die evangelische St. Martini-Kirche in Bremen-Burglesum verwüstet, dabei wurde etwa eine halbe Million Sachschaden angerichtet. Das berichtete der „Weser Kurier“. Zwei Orgeln wurden mit Bauschaum befüllt, auch wurden der Boden vor dem spätbarocken Kanzelaltar sowie das Taufbecken mit Farbe bemalt. Außerdem wurde ein Feuerlöscher über die gesamte Kirche hinweg entleert. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf ungefähr 500.000 Euro, die Kirchengemeinde bestätigte die Schätzung bisher noch nicht. Parolen, Flugblätter oder sonstige Hinweise auf eventuelle Täter wurden keine gefunden.

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Netanjahus Siedlunsgpolitik vorerst gebremst

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu reagiert auf die Kritik der USA. Foto: afp
Die umstrittene Eingemeindung weiterer Siedlungen liegt nach einer Intervention der USA vorerst auf Eis.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Aus dem israelischen Regierungsvorhaben, jüdische Westbank-Siedlungen nach Jerusalem einzugemeinden, wird vorerst nichts. Premier Benjamin Netanjahu räumte am Sonntag ein, Washington habe kritische Nachfragen zu dieser umstrittenen Gesetzesinitiative gestellt, in der Gegner einen Schritt Richtung Annexion besetzter Gebiete sehen.

Die Amerikaner verlangten Aufklärung, was es mit der Sache auf sich habe, sagte Netanjahu. Man tue gut daran, sich mit der US-Regierung zunächst zu koordinieren, so Israels Regierungschef weiter, warum derzeit ein Rückzieher bei dem „Groß-Jerusalem-Gesetz“ geboten sei. Gleichzeitig versprach er dem Kabinett, Siedlungsprojekte im Westjordanland würden weiter gefördert.

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Islamwissenschaftler: „Reform des Islam“ an Hochschulen

Abdel-Hakim Ourghi in Freiburg/Br., Mai 2017. Bild: wikipedia.org/CC-BY-SA 4.0

Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi hat dazu aufgerufen, die deutschen Hochschulen zu einem Ort der islamischen Reformation zu machen.

FOCUS ONLINE

„Die Hochschulen in Deutschland sind in der Pflicht. Hier müssen wir einen liberalen, humanistischen Islamentwickeln, der grundgesetzkonform ist“, sagte Ourghi der „Heilbronner Stimme“ (Montag). „Ich wünsche mir, dass sich die Hochschulen positionieren und eigene Lehrstühle einrichten, die sich mit der Reform des Islam beschäftigen.“ Ourghi kritisierte den Einfluss islamischer Verbände auf die Lehre an den Hochschulen in Deutschland sowie die Finanzierung von Moscheen und islamischen Verbände aus dem Ausland.

Wer profitiert eigentlich vom Konflikt in Katalonien?

Puerta de Europa (dt. Tor Europas). Links der Bankenturm, rechts der Turm mit dem Logos des Immobilienunternehmens Realia. Bild: Tiia Monto/CC BY-SA-3.0
Der größte Nutznießer der gegenwärtigen Entwicklung ist niemand anderes als der Schuldige an der Misere

Von Ernst Wolff | TELEPOLIS

Mit der Unabhängigkeitserklärung durch das katalanische Parlament hat der Konflikt zwischen den Separatisten in Barcelona und der spanischen Zentralregierung in Madrid am vergangenen Freitag einen neuen Höhepunkt erreicht. Nachdem es einige Wochen lang so ausgesehen hatte, als ob beide Seiten bemüht seien, die Wogen zu glätten, droht die Auseinandersetzung nun in offene Gewalt umzuschlagen.

Da schon jetzt feststeht, dass keiner der Kontrahenten als Sieger aus diesem Konflikt hervorgehen wird, stellt sich die Frage: Wem nützt er? Die Antwort ist schwer zu glauben: Der größte Nutznießer der gegenwärtigen Entwicklung ist niemand anderes als der Schuldige an der Misere – die Finanzindustrie.

Die separatistische katalanische Bewegung konnte nur deshalb so stark werden, weil die sozialen Gegensätze in Spanien in den vergangenen Jahren explodiert sind. Das wiederum ist vor allem auf die hemmungslosen Aktivitäten des immer mächtiger gewordenen und vor Kriminalität strotzenden spanischen Bankensektors zurückzuführen.

Kein anderes Land in Europa hat eine derartige Plünderungsorgie durch die Finanzelite erlebt wie Spanien. Ab 2001 ließen Spekulanten nach der Liberalisierung des Bodenrechtes innerhalb von nur sieben Jahren vier Millionen Wohnungen hochziehen. Die Folge: 2008 platzte die bis dahin größte Immobilienblase in Europa und stürzte Spanien in seine schwerste Krise der Nachkriegszeit.

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Vermögensforscher: „Reiche gefährden das Ziel politischer Gleichheit“

foto: urban Gerade aus der Logik des Liberalismus heraus sei eine Erbschaftssteuer unverzichtbar, sagt Ökonom Martin Schürz: „Die Leistung besteht darin, aus der richtigen Gebärmutter zu schlüpfen.“
Eine Neiddebatte will sich Martin Schürz nicht nachsagen lassen: Warum das viele Geld in wenigen Händen die Demokratie untergrabe

Interview Gerald John | derStandard.at

STANDARD: Sie sind Mitherausgeber des neuen, im Studienverlag erschienenen „Handbuch Reichtum“. Was geht Sie das eigentlich an, was andere Leute besitzen?

Schürz: Mir ist bewusst, dass die Leute lieber über ihre sexuellen Praktiken sprechen als über ihre Vermögensverhältnisse. Dennoch geht es alle etwas an, wie der Reichtum verteilt ist: Wenn eine Gesellschaft nicht über die Ressourcen der Menschen Bescheid weiß, lässt sich auch nicht beurteilen, wie einzelne politische Maßnahmen auf diese Menschen wirken. Ausgewogene Wirtschaftspolitik wird so unmöglich.

STANDARD: Viele Menschen empfinden Vermögen aber als Privatsache und haben das Gefühl, dass da eine Neiddebatte geschürt wird.

Schürz: Dieser Verdacht trifft Reichtumsforscher immer schon, deshalb war das Fach jahrzehntelang verpönt. Doch ich sehe nicht, dass den Wohlhabenden vonseiten der breiten Masse Neid entgegenschlägt, denn dieses Gefühl benötigt soziale Nähe. Neidvoll betrachtet man seinen Nachbarn, seinen Arbeitskollegen, also Menschen, die einem relativ nahestehen. Von den Milliarden wirklich reicher Menschen hingegen hat kaum wer eine genaue Vorstellung – und diese haben es immer schon verstanden, eine ungleiche Gesellschaft als nützlich erscheinen zu lassen. Der Schriftsteller Franz Schuh hat präzise festgestellt: Neid sei das einzige Motiv, das sich Geldmenschen bei ihren Gegnern vorstellen wollen.

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Künstliche Intelligenz erkennt Darmkrebs-Vorstufen

Bei einer Dickdarmspiegelung wird der Dickdarm mithilfe eines Videoendoskops von innen betrachtet, um beispielsweise Polypen entdecken zu können. © Eraxion/ thinkstock
Computer als Gastroenterologe: Künftig könnte ein Computerprogramm ermitteln, ob ein Polyp im Dickdarm entfernt werden muss oder nicht. Das von japanischen Forschern entwickelte lernfähige System erkennt während einer Dickdarmspiegelung erstaunlich zuverlässig sogenannte Adenome – Vorläufer von Dickdarmkrebs. In Tests schnitt das Programm so gut ab, dass die Wissenschaftler schon bald seine Zulassung für den Einsatz in der klinischen Praxis beantragen wollen.

scinexx

Computersysteme, die menschliche Intelligenz nachahmen, beherrschen inzwischen erstaunliche Fähigkeiten: Dank neuronaler Netze sind diese Programme heute lernfähig und flexibel genug, um unsere Sprache zu erkennen, als Webbots Internetseiten zu pflegen und Technikern beim Aufspüren von Sicherheitsmängeln, beispielsweise in Atomkraftwerken, zu helfen.

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Saudi-Arabien lässt Frauen jetzt in Stadien

Symbol Bild: Reuters
Die Arenen des Golf-Staates sollen so umgebaut werden, dass ab 2018 auch Frauen bei Veranstaltungen zuschauen können.Für den Zutritt müssen sie aber eine Bedingung erfüllen.

Frankfurter Allgemeine

Frauen in Saudi-Arabien dürfen künftig Sportereignisse im Stadion verfolgen – wenn sie mit ihrer Familie kommen. Die allgemeine Sportbehörde werde „die Hauptstadien in Riad, Dammam und Dschidda sanieren, um ab 2018 Familien empfangen zu können“, sagte Behördenchef Turki Al-Ascheich  laut dem Internetmagazin „Arab News“ und anderer Medien.

Hintergrund der Entscheidung sei, den saudischen Sportsektor zu stimulieren und zu unterstützen. Die Maßnahme folgt mehreren Entscheidungen der saudischen Führung, die in kleinen Schritten auf eine größere Gleichstellung von Frauen zulaufen.

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Dröge will Aufmerksamkeitsdefizite seiner Kirche mittels Politik ausgleichen

Bischof Dröge in seinem Amtssitz beim Interview.FOTO: MIKE WOLFF
Der Berliner evangelische Theologe Markus Dröge wünscht sich konfliktreichere Diskussionen über Deutschlands Zukunft. Mit der AfD geht er hart ins Gericht.

Von Friedhard Teuffel | DER TAGESSPIEGEL

Der evangelische Bischof Markus Dröge fordert eine Kirche mit gesellschaftlichem Gestaltungswillen. „Wir treten auf jeden Fall dafür ein, dass die Kirche politisch bleibt“, sagte Dröge im Tagesspiegel-Interview zum Reformationstag am 31. Oktober. „Wenn heute Menschen an mich herantreten, gerade aus dem rechtspopulistischen Lager, und sagen, die Kirche soll sich ums Seelenheil kümmern und nicht ständig in die Politik hineinreden, dann haben wir uns dagegen deutlich zu verwahren“, sagte Dröge.

Die Kirche habe eine große Nähe zu den Sorgen der Menschen. Auch in strukturschwachen Gebieten verfüge die Kirche über ein großes Netz von Gemeinden und Pfarrstellen und hätte durch die Diakonie das Ohr bei den Menschen mit ihren Problemen. „Deshalb sagen wir ja, wir haben eine Art anwaltlichen Auftrag. Wir müssen öffentlich machen, was wir an Not sehen.“ Das sei auch zutiefst reformatorisch, sagte der Bischof mit Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation, das Lutherjahr 2017: „Luther hat seine 95 Thesen deshalb geschrieben, weil er in der Beichte die Not der Menschen mitbekommen hat.“

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Erdoğans Rache

Bild: FB
Türkischen Wissenschaftlern und Intellektuellen, die in Deutschland leben, droht eine Massenanklage wegen Terrorverdachts. Eine Auslieferung ist zwar unwahrscheinlich – sie könnten aber nicht mehr gefahrlos reisen.

Von Georg Heil, Reiko Pinkert, Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Je mehr Regierungskritiker aus der Türkei Zuflucht in Deutschland finden, desto mehr wird die Bundesrepublik zum Schauplatz von deren Verfolgung. Nun kündigt sich eine Welle neuer Strafverfahren an. Betroffen sind türkische Akademiker, die in Deutschland leben. Die Staatsanwaltschaft in der Türkei will nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR in Deutschland lebende türkische Wissenschaftler und Intellektuelle wegen „Propaganda für eine Terrororganisation“ anklagen. Nach Angaben von Betroffenen sind es etwa 100 Personen.

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Luther meets Mussolini

Der Oppio-Park in Rom mit der Piazza Martin Lutero, einem riesigen trockenen Brunnen.FOTO: DPA/KLAUS BLUME
Seit 2015 gibt es in Rom die Piazza Martin Lutero. Ein sonderbarer Platz – mit faschistischer Vergangenheit. Dem wortgewaltigen Reformator hätte es vermutlich die Sprache verschlagen. Eine römische Randnotiz zum Reformationsjubiläum.

Von Harald Bodenschatz | DER TAGESSPIEGEL

Nun hat Luther auch in Rom seinen Platz erhalten: die Piazza Martin Lutero. Wie hätte er wohl reagiert, wenn er gesehen hätte, was für ein Platz ihm dort gewidmet wird: ja, schon zentral, aber doch völlig abseits? Und was hätte er gemeint, wenn er erfahren hätte, von wem dieser Platz geschaffen wurde? Der wortgewaltige Reformator wäre – wenigstens für einen kurzen Augenblick – sprachlos gewesen.

Was ist passiert? Im Spätsommer 2015 meldete die deutsche Presse begeistert: Rom hat jetzt einen Martin-Luther-Platz. Bürgermeister Ignazio Marino, der inzwischen längst gehen musste, hatte in Anwesenheit zahlreicher deutscher Würdenträger die Piazza Martin Lutero eingeweiht. Den Standort, so heißt es, hat die Stadt Rom ausgewählt, nachdem die evangelisch-lutherische Gemeinde den Wunsch äußerte, eine Straße oder einen Platz nach Luther zu benennen. Auf einem Schild steht als Erklärung: Teologo tedesco della riforma– deutscher Theologe der Reformation. Viele Römer kennen ihn nicht oder verwechseln ihn mit Martin Luther King.

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BERLINER TERRORANSCHLAG: „Der Begriff ,islamistisch‘ hat nie zur Debatte gestanden“

Der Entwurf des Designerbüros Merz Merz GmbH & Co. KG: So soll das Mahnmal für die Opfer des islamistischen Terroranschlags in Berlin aussehen Quelle: picture alliance / Merz Merz GmbH
Zum Jahrestag des Berliner Terroranschlags wird am 19. Dezember eine Gedenkstätte für die Opfer des Islamisten Anis Amri eingeweiht – bewusst ohne Hinweis auf den Mörder. Nicht nur die AfD hat damit ein Problem.

Von Philip Kuhn | DIE WELT

Am 19. Dezember 2016 raste der Terrorist Anis Amri mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. Zwölf Menschen starben, Dutzende wurden zum Teil lebensbedrohlich verletzt. Opfer und Angehörige leiden bis heute unter den Folgen des Terroranschlags, zu dem sich die Miliz Islamischer Staat bekannte.

Seit zehn Monaten gibt es vor der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz eine Art wildes Gedenken. Passanten legen Blumen ab, Kerzen brennen, Schilder fragen nach dem Warum, Fähnchen erinnern an die Herkunftsländer der Getöteten. Der Breitscheidplatz ist ein Ort geworden, an dem Touristen und Berliner innehalten, um der Opfer einer ebenso sinnlosen wie brutalen Tat zu gedenken.

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Die Nervosität in Trumps Lager wächst

Image: NBCNews/YouTube
In den USA werden in der Russland-Affäre bereits am Montag erste Festnahmen erwartet. Es könnte eng werden für den Präsidenten.

Von Thomas Seibert | DER TAGESSPIEGEL

Am merkwürdigsten ist die Vorsicht des Präsidenten. Donald Trump, der auf Twitter und vor den Kameras sonst alles Mögliche kommentiert, hält sich ausgerechnet beim heißesten Thema der US-Innenpolitik zurück. Der Staatschef vermeidet eine direkte Reaktion auf die Nachricht, dass Russland-Sonderermittler Robert Mueller genug Material für die ersten Anklagen beisammen hat.

Schon an diesem Montag könnte es Festnahmen von Verdächtigen geben, meldete der Nachrichtensender CNN. Manche deuten Trumps Verhalten als Zeichen der Panik. Fest steht, dass es ernst wird für den Präsidenten.

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Antisemitismusvorwurf gegen Judo-Weltverband

foto: apa/afp/israel judo federation/handout Gili Cohen zeigt stolz ihre Bronze-, Tal Flicker zeigt stolz seine Goldmedaille her. Dass sie aus Israel stammen, durften sie in Abu Dhabi nicht ausschildern.
Israels Teams wurde nicht nur beim Turnier in Abu Dhabi, sondern auch auf der IJF-Homepage diskriminiert

Von Fritz Neumann | derStandard.at

Als Tal Flicker beim Judo-Turnier in Abu Dhabi seine Goldmedaille entgegennahm, ertönte weder die israelische Nationalhymne „Hatikva“, noch wurde Flickers Herkunft auf der Anzeigetafel ausgeschildert. Auch auf dem Judoanzug durfte nichts auf Israel hinweisen, Flicker lief nicht unter ISR, sondern unter IJF, also unter der Abkürzung des Weltverbands, der International Judo Federation – so wie seine Teamkollegin Gili Cohen und seine Teamkollegen Tohar Butbul, Peter Baltchik und Or Sasson, die jeweils Bronzemedaillen geholt hatten.

Auf diese Art der Diskriminierung in Abu Dhabi waren Israels Judoka vorbereitet gewesen. Israel wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht anerkannt, die Alternative für Israels Verband (IJA) wäre gewesen, auf ein Antreten zu verzichten. Doch damit hätten „die gewonnen, die uns daran hindern wollen, weltweit anzutreten“, hieß es seitens der IJA.

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UN finds tunnel opening under UNWRA school in Gaza

Illustrative: Working in a smuggling tunnel between Gaza and Egypt (photo credit: Hatem Moussa/AP)
Global agency says it sealed off underground passage after ‚unacceptable‘ find under its facilities

By TOI STAFF

United Nations officials discovered a tunnel built under a school in the Gaza Strip run by UNRWA, the international body’s agency for Palestinian refugees, the global body said in a statement.

Since the discovery some two weeks ago, UNRWA closed the school and sealed off the opening to the tunnel. The school resumed operations last Wednesday, the UN organization said.

The statement Saturday did not say where the tunnel led, where it was found, or who was believed to have constructed it.

“The presence of a tunnel underneath an UNRWA installation, which enjoys inviolability under international law, is unacceptable. It places children and agency staff at risk,” the agency said.

UNRWA informed Israel’s Coordinator of the Government Activities in the Territories, IDF Maj. Gen. Yoav Mordechai, of the incident and also lodged a complaint with the relevant authorities in Gaza over the violation of the neutrality of a UN facility, according to a Sunday report from the Hebrew-language Ynet website.

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