Vergewaltigungsvorwürfe gegen Tariq Ramadan


Tariq Ramadan (2009). Bild: wikipedia.org/ Joshua Sherurcij
Der prominente Islamwissenschaftler wird von zwei Frauen der Vergewaltigung beschuldigt. Für muslimische Feministinnen könnte dies der Auftakt für eine größere Auseinandersetzung sein

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Zwei Frauen haben in der vergangenen Woche Anklage bei der Staatsanwaltschaft in Rouen und in Paris gegen Tariq Ramadan eingereicht. Die Frauen werfen ihm Vergewaltigung vor.

Den Vorwürfen wird in Frankreichs Medien großer Platz eingeräumt, vorweg bei Le Monde und Le Parisien, beide Publikationen veröffentlichten dazu mehrere Artikel, Stellungnahmen, Interviews und Kommentare. Tariq Ramadan ist eine bekannte öffentliche Persönlichkeit. Der Schweizer ägyptischer Herkunft ist ein Enkel von Hassan al-Banna, dem Mitbegründer der ägyptischen Muslimbrüder, Professor für Islamwissenschaft an der Universität Oxford und Auslöser vieler Debatten, die um die Rolle des Islam kreisen.

Seine Stellung, sein öffentliches Wirken, politische Vernetzungen und Streitpunkte, die seine Einlassungen auslösten, wurden ausführlich von Bernard Schmid anhand der Kontroverse um Ramadans Aussagen zu den französischen jüdischen Intellektuellen und deren Haltung zu Israel beschrieben. Der Artikel erschien 2003. Schon damals war in Zusammenhang mit Kritik an Ramadan von dem Vorwurf einer „Hetzkampagne“ gegen den islamischen Prediger die Rede.

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