Vor 25 Jahren rehabilitierte Johannes Paul II. Galileo Galilei


Galileo Galilei – Porträt von Justus Sustermans, 1636. Bild: wikipedia.org/PD

Der Streit um das neue Weltbild schuf für Jahrhunderte einen Riss zwischen Wissenschaft und Kirche – Eine Geschichte von Missverständnissen

Von Burkhard Jürgens | kath.net

Ein kleiner Schritt für einen Menschen: An einem Frühsommertag 1633 verlas Galileo Galilei im römischen Dominikanerkloster Santa Maria sopra Minerva ein Dokument der Inquisition, mit dem er seiner Lehre von der Erdbewegung um die Sonne abschwor. Der Akt rettete ihm das Leben, aber er wurde zum Symbol einer Spaltung zwischen Naturwissenschaft und Kirchenlehre. Erst dreieinhalb Jahrhunderte nach dem Tod des knorrigen Gelehrten vollzog Johannes Paul II. am 31. Oktober 1992 so etwas wie eine Versöhnung.

Schon als Student hatte sich Galilei mit den revolutionären Ansichten des Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543) befasst, die Planeten vollzögen eine Kreisbahn um die Sonne. Lange wies er wie die Mehrheit der Naturwissenschaftler diese These zurück. Doch seine Erforschung der Fallgesetze und der Pendelschwingung – dies noch in seiner Heimatstadt Pisa, wo er 1564 zur Welt gekommen war – führte Galilei allmählich von der gängigen aristotelischen Weltsicht zur Lehre des Kopernikus: Nach Fernrohrbeobachtungen ab 1609 bekannte sich Galilei zu dem neuen Bild vom Kosmos.

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