Trump will nach Angriff Greencard-Lotterie abschaffen

Image: NBCNews/YouTube
Einen Tag nach dem Anschlag in New York hat US-Präsident Trump angekündigt, das Visum-Verfahren der USA ändern zu wollen.

DIE WELT

  • Es dürfte kein Lotterie-System mehr geben wie unter den Demokraten, so Trump. „Wir müssen viel härter werden.“
  • Der Tatverdächtige soll aus Usbekistan stammen, sich in den USA radikalisiert haben und mit dem IS „verknüpft“ sein.

Nach dem Attentat im Herzen Manhattans fordert US-Präsident Donald Trump eine Änderung des Visumverfahrens der USA. Es dürfe kein Lotteriesystem (auch als Greencard bekannt) mehr geben wie unter den Demokraten, schreibt Trump auf Twitter. „Wir müssen viel härter werden (und klüger).“ Der Terrorist sei durch ebendieses Programm ins Land gekommen.

Zuvor hatte Trump bereits schärfere Einreisekontrollen angekündigt. Er habe das Heimatschutzministerium angewiesen, das „Extreme Vetting Program“ zur Sicherheitsüberprüfung von Einreisenden in die USA zu verschärfen. „Politisch korrekt zu sein ist gut, aber nicht bei so etwas“, schrieb Trump weiter.

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Theologe kritisiert Konstruktion von „katholisch akzeptablem“ Luther

Der Wuppertaler Theologe Martin Ohst kritisiert, dass bei den Feiern zum Reformationsjubiläum die zentralen Unterschiede zwischen der Theologie Martin Luthers und der katholischen Kirche ausgeblendet worden seien.

evangelisch.de

Für die Feierlichkeiten sei ein „zugleich positiv gegenwartstauglicher und zudem katholisch akzeptabler“ Luther konstruiert worden, sagte der Professor der Universität Wuppertal am Mittwoch in Bonn auf dem Herbstkonvent des Lutherischen Konvents im Rheinland. „Unter diesen Prämissen blieb also von Luther, der ja nur dadurch geschichtliche Bedeutung erlangte, dass er polarisierte wie kaum jemand vor oder nach ihm, erbärmlich wenig übrig.“

Luther sei „zum bloßen Reformkatholiken verzwergt“ worden, der tragischerweise die Spaltung der Kirche herbeigebracht habe, sagte Ohst in seinem Festvortrag. „Eine gemeinsame Feier mit den Katholiken, die sich ja ohnehin mit viel gutem Zureden allenfalls zu einem ‚Gedenken‘ animieren ließen, wäre andernfalls auch schwerlich möglich gewesen.“

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Der Atheismus gehört auch zu Deutschland

Die atheistische Bedrohung

„Der Atheismus gehört auch zu Deutschland“. Wie kommt man auf die Idee, einen derartigen Satz in die Welt zu setzen? Zwar weiß niemand genau, wie viele Menschen in Deutschland leben, die nicht an Gott glauben (Atheisten und Agnostiker). Aber mehr als Muslime sind es auf jeden Fall. Und der Islam gehört doch – jedenfalls laut Wolfgang Schäuble, Christian Wulff und Angela Merkel (und deren Trabanten) – auch zu Deutschland. Trotzdem habe ich den Satz bezüglich des Atheismus noch nie gehört oder gelesen. Das veranlasst mich zu der Frage, was es eigentlich bedeutet, dass dieses oder jenes „zu Deutschland gehört“?

Von Rainer Grell | Achgut.com

Sir Christopher Clark, der sympathische australische Professor, der perfekt Deutsch spricht und in Cambridge (UK) neuere europäische Geschichte lehrt, hat kürzlich in einem „Welt“- Interview gesagt: „Selbstverständlich gehört der Islam zu Europa! … Es ist eine unwiderlegbare historische Tatsache, dass der Islam Teil der europäischen Geschichte ist. … Man sieht es in der wunderschönen Hauptstadt Sarajewo mit ihren Hunderten Moscheen und Minaretten, dass der Islam bis heute zu Europa gehört.“

Ja, klar. In diesem Sinne gehören Hitler, Himmler, Goebbels und all die anderen Naziverbrecher auch zu Deutschland, denn sie haben die deutsche und europäische Geschichte bis heute geprägt, wie ein Blick auf die politische Landkarte zeigt. Ich zum Beispiel bin in Rummelsburg, einer Kreisstadt in Pommern geboren, die heute Miastko heißt und Sitz einer gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im Powiat (Landkreis) Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pomorskie (einer der 16 obersten Verwaltungsbezirke) ist. Aufgewachsen bin ich im Dorf Treblin, der heutigen Landgemeinde Trzebielino.

In diesem Sinne gehört vieles zu Deutschland und Europa, ganz so wie Shakespeare es Hamlet formulieren lässt: “There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.“ (In der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel: „Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.“) Die Frage ist nur, was damit ausgesagt werden soll.

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Der letzte Sultan übte sich in Aktmalerei

Recep Tayyip Erdogan hält vor dem Präsidentenpalast in Ankara eine Rede. ©DPA
Die türkische Regierung lügt sich die Geschichte zurecht und macht das Volk fromm: Nirgendwo werden aktuelle Krisen mit Hilfe der Religion so verschleiert wie in der Türkei.

Von Bülent Mumay | Frankfurter Allgemeine

„Religion ist Opium des Volkes.“ Der berühmteste Spruch aus Karl Marx’ Buch „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ von 1843 besagt, Religion mache das Volk glücklich, indem sie es, wie ein Betäubungsmittel, von seiner objektiven Wirklichkeit entfernt. Sie verschleiere aber die Wahrheit und verhindere, dass die Menschen für ihr wahres Glück kämpfen.

Zur türkischen Fassung der Kolumne
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Diese Auffassung wurde heftig diskutiert und war zugleich bahnbrechend. Wie hätte Marx ahnen können, dass nahezu zwei Jahrhunderte später Religion weniger das Volk als vielmehr die Politiker glücklich macht? Hätte er in der heutigen Türkei gelebt, hätte er erlebt, wie die Regierung in jeder Krise das „wahre Glück“ aufschiebt, indem sie unverzüglich ein religiöses Thema auf die Agenda setzt. Er hätte gesehen, wie die Politiker die Wahrheit verschleiern und ihr eigenes Glück steigern.

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Rund 300 Millionen Kinder weltweit Opfer von Gewalt

Bild: WAZ
Sie werden geschlagen, sexuell missbraucht oder ermordet: Drei Viertel aller Buben und Mädchen zwischen zwei und vier Jahren erleben laut Uno-Angaben körperliche oder verbale Gewalt durch ihre Erziehungsberechtigten.

Neue Zürcher Zeitung

Drei Viertel aller Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren erleben nach Uno-Angaben körperliche oder verbale Gewalt durch ihre Erziehungsberechtigten. Das sind rund 300 Millionen Mädchen und Knaben weltweit, wie das Uno-Kinderhilfswerk Unicef in seinem am Mittwoch vorgelegten Bericht «A Familiar Face. Violence in the lives of children and adolescents» schreibt.

Rund die Hälfte aller Kinder im Schulalter (732 Millionen) lebt in einem Land, in dem Prügelstrafen an der Schule nicht vollständig abgeschafft sind.

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Hamas übergeben Gaza-Grenzposten an Palästinenserbehörde

Ein palästinensischer Sicherheitsmann wird am Grenzübergang Rafah im Gazastreifen begrüßt. (Foto: REUTERS)
  • Am Grenzübergang Rafah im Gazastreifen haben die radikalislamischen Hamas die Kontrolle an die von der Fatah dominierte Autonombiehörde übergeben.
  • Damit wurde eine erste Vereinbarung des Versöhnungsabkommens zwischen Hamas und Fatah umgesetzt.
  • Weitere Verhandlungen folgen noch, wesentliche Punkte wie der Umgang mit den Kassam-Milizen und der Entwaffnung sind noch nicht geklärt.

Von Alexandra Föderl-Schmid | Süddeutsche Zeitung

Unter riesigen Porträts müssen alle durchmarschieren, die heute Früh den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten passieren: Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und Ägyptens Abdel Fattah al-Sisi wohnten damit symbolisch der Zeremonie bei. Wie im vor zwei Wochen vereinbarten Versöhnungsabkommen festgehalten, übergab die radikalislamische Hamas der von der Fatah dominierten Autonomiebehörde die Kontrolle über diesen Grenzposten am Morgen des 1. November.

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Trump und Obama reagieren sehr unterschiedlich auf den Terror

Nach dem Anschlag in New York reagierte US-Präsident Donald Trump prompt auf Twitter. Doch er widmete sich zunächst nicht den Opfern. Sein Vorgänger Barack Obama erreicht mit seinem Post mehr Nutzer.

DIE WELT

Gerade erst hatte US-Präsident Donald Trump seinen Tweet zur Kohleproduktion in den USA abgesetzt, als er von dem Terroranschlag in New York erfuhr. Die Lage war noch unklar, wenig über den Attentäter und sein Motiv bekannt, doch Trump wusste die Geschehnisse direkt für eine politische Botschaft zu verwerten. Seine erste Reaktion auf den Vorfall mit acht Toten per Twitter: In New York habe es dem Anschein nach eine „weitere Attacke“ von einem „sehr kranken und geistesgestörten Menschen“ gegeben. Dann, in Großbuchstaben: „Nicht in den USA!

Der nächste Tweet Trumps geht in eine ähnliche Richtung: Der IS dürfe nicht in die USA kommen, nachdem er im Nahen Osten besiegt worden sei.

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Der Syrer kam 2015 als Flüchtling nach Deutschland

Polizisten sind am 31.10.2017 im Plattenbauviertel Neu Zippendorf in Schwerin im Einsatz, wo ein mutmaßlicher Islamist aus Syrien…FOTO: DPA
Der festgenommene Syrer ist 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Seit Juli bastelte er an einer Bombe.

DER TAGESSPIEGEL

Der am Dienstag in Schwerin wegen Terrorverdachts festgenommene Syrer ist im Herbst 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er habe im Februar 2016 in Mecklenburg-Vorpommern einen Asylantrag gestellt, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) mit. Seit April 2016 sei er im Besitz einer befristeten Aufenthaltserlaubnis gewesen und habe subsidiären Schutz gehabt. Bisher sei der Mann nicht auffällig gewesen.

„Die Festnahme zeigt, dass wir Personen, bei denen es Anhaltspunkte dafür gibt, dass von ihnen eine konkrete Gefahr ausgeht, fest im Visier haben“, sagte Caffier. Er habe immer betont, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch Mecklenburg-Vorpommern als Rückzugsort für potenzielle Attentäter genutzt werde. „Deshalb ist es umso wichtiger, dass unsere Sicherheitsstruktur technisch und rechtlich mit den neuen Dimensionen des Terrors Schritt halten kann.“

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Folgen des Anti-Gesichtsverhüllungs-Gesetzes

Am 1. Oktober trat in Österreich das strenge Anti-Gesichtsverhüllungs-Gesetz, kurz AGesVG, in Kraft. Foto: rtr
Ein Hai, der sich entblößen muss? Ein Hase, bei dem dann doch Gnade vor Recht ergeht? Das gibt es seit 1. Oktober nur in Österreich.

Von Sylvia Staude | Frankfurter Rundschau

Eine Schlagzeile, die durchaus Fragen aufwerfen kann, lautete dieser Tage: „Polizei zwingt Hai sich bei McShark Promotion zu entblößen.“ Denn erstens, sollte die Polizei nicht vielmehr dafür sorgen, dass auch Haie, zumal wie hier in Fußgängerzonen, die Schicklichkeit wahren? Zweitens, wie entblößt sich ein Lebewesen, das üblicherweise nicht einmal eine Badehose trägt? (Außer vielleicht, die Badehose ist ihm zwischen den Zähnen hängen geblieben. Sehr ärgerlich übrigens für den Hai, den ja vor allem seine Zähne und dank dieser auch Brecht/Weill weltberühmt gemacht haben.) Verständlicherweise sträubte sich der Hai. Er soll darauf hingewiesen haben, dass er schließlich nur seinen Job mache. Er muss nun dennoch 150 Euro zahlen.

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Die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele reichen bei weitem nicht

Grafik: TP
Das UN-Umweltprogramm geht bis zum Ende des Jahrhunderts von mindestens 3 Grad wärmeren Temperaturen aus, wenn nichts getan wird

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nach einem Bericht der Unep, des UN-Umweltprogramms, wird die Temperatur bis Ende des Jahrhunderts im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung um mindestens 3 Grad steigen. Die sowieso unverbindlichen Klimaschutzzusagen der Länder im Rahmen des Klimaabkommen von Paris werden daran nichts Entscheidendes ändern. Mit dem Klimaabkommen wurde angestrebt, dass die Klimaerwärmung maximal um 2 Grad Celsius zunimmt.

Auch wenn alle unverbindlichen und verbindlichen Zusagen eingehalten würden, sei ein Anstieg um mindestens 3 Grad „sehr wahrscheinlich“. Bis 2030 würden nämlich wahrscheinlich 11-13,5 Gigatonnen von CO2-Äquivalent zu viel in die Atmosphäre gelangen. Für das 1,5-Grad Ziel wären es sogar 16-19 Gigatonnen zu viel. Und wenn die USA aus dem Klimaabkommen aussteigen sollten, wären die Aussichten noch viel düsterer.

Zwar seien die CO2-Emissionen seit 2014 stabil geblieben, vor allem durch den Ausbau von Erneuerbaren Energien in China und Indien, aber es gäbe andere Gase wie Methan, deren Ausstoß weiter steigt. Zudem könne ein globales Wirtschaftswachstum schnell wieder nach oben treiben. Wichtig seien Investitionen in die Technik, um CO2-Emissionen zu reduzieren: in den Ausbau von Sonnen- und Windenergie, in abgasarme PKWs, Aufforstung und Beendigung der Entwaldung.

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Verdient der Reaktionär und Antisemit Luther einen Feiertag?

Dagegen aber die Muslime in Deutschland nicht? Wenn es um arbeitsfreie Tage geht, gäbe es sicher viele andere Anlässe

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

„Reformationstag 2017 – über diesen Feiertag freut sich ganz Deutschland“, heißt es in der Schlagzeile einer Münchner Boulevardzeitung. Sie bezieht sich auf den Reformationstag 2017, der wegen Luthers 500sten Jahrestags des Anschlags der 95 Thesen in Wittenberge in diesem Jahr bundesweit Feiertag ist. Wenn sich die Behauptung verifizieren ließe, wäre das ein Armutszeugnis.

Denn dann würde der Geburtstag eines Hasspredigers und Antisemiten gefeiert, woran eine Schrift der säkularen Giordano-Bruno-Stiftung erinnert. Der Befund dürfte heute unzweifelhaft sein. Der Radau-Antisemitismus des Martin Luther bot alle Elemente, die der NS dann durchsetzte.

Nur die fabrikmäßige Vernichtung konnte der Reformator noch nicht denken. In einer sehr informativen Sonderausstellung in der Berliner Topographie des Terrors wurde dokumentiert, wie die Nazis sich als Luthers willige Vollstecker gegen die Juden zeigte. Die Nazis hatten 1933 mit dem Deutschen Luthertag übrigens einen Gedenktag für ihren Inspirator eingeführt.

Doch es gäbe noch viele weitere Argumente gegen einen Feiertag für einen Hassprediger, der zu den Massakern an den aufständischen Bauern aufrief. Zudem war Luther auch in seiner Zeit ein Reaktionär. So heißt es treffend im Humanistischen Pressedienst über den Reaktionär Martin Luther.

Luthers Freiheit des inneren Glaubens ist das Gegenteil von dem, wie wir heute Freiheit im Sinne von Selbstbestimmung verstehen. Dem fundamentalistischen Reformator zufolge entscheidet allein die göttliche Gnade über Heil oder Verdammnis. Luthers Judenhass ist sprichwörtlich und wird heute gern als doch hinreichend bekannt abgetan – ein Zeitgeistphänomen eben, nicht der weiteren Rede wert.

Doch erweist sich der Theologe in seiner Studierstube – durch Wissenschaftsfeindlichkeit gepaart mit Teufels- und Hexenglaube – als Mann des Mittelalters. Längst gibt es zu seiner Zeit – unter den Katholiken – humanistischen Geist, weltoffene Kultur, neue Entdeckungen und gesellschaftskritische Bestrebungen.

Was seinen Judenvernichtungswahn über die Jahrhunderte so brandgefährlich machte: Es war sein gleichzeitiges absolutes Festhalten am Obrigkeitsdenken, an der hierarchisch-ständischen Herrschaftsstruktur.

Humanistischer Pressedienst

Schon 100 Jahre nach Luthers Geburtstag wurde dieser Termin politisch instrumentalisiert. Je stärker der deutsche Nationalismus sich gerierte, desto lauter berief man sich auf Martin Luther.

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Jupiter: Südpol-Aurora gibt Rätsel auf

Die Polarlichter des Jupiter – hier am Planeten-Nordpol, sind nicht nur enorm stark, ihr Verhalten überrascht auch die Astronomen. © NASA/STScI, J. Clarke
Widerspruch zur Theorie: Auch am Südpol des Jupiter gibt es pulsierende Polarlichter aus Röntgenstrahlung, wie neueste Beobachtungen mit Röntgenteleskopen enthüllen. Doch zum Erstaunen der Astronomen scheinen diese völlig unabhängig von ihrem Gegenpart am Nordpol zu pulsieren. Dieses Verhalten widerspricht nicht nur gängiger Theorie, es wirft auch die Frage auf, welche Prozesse diese Röntgen-Hotspots am Gasriesen hervorbringen, so die Forscher im Fachmagazin „Nature Astronomy“.

scinexx

Wie so vieles auf dem Jupiter sind auch seine Polarlichter riesenhaft und rekordverdächtig. Die von ihnen ausgesendete Strahlung ist so stark, dass sogar der Radiopionier Nikola Tesla diese Pulse bei seinen Experimenten registriert haben könnte – ohne zu ahnen, was die seltsam regelmäßigen Geräusche in seinem Empfänger verursachte. Wie diese Auroren des Gasriesen aussehen, ließ sich jedoch bis vor kurzen nur für die Nordpolarregion feststellen, denn nur sie war von der Erde aus klar sichtbar.

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Muslimen Religionsfreiheit aberkennen? Israels Botschafter äußert Unverständnis

Israels Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff Quelle: Ruthe Zuntz
Angesichts der AfD-Forderung, Muslimen die Religionsfreiheit abzuerkennen, äußert sich Israels neuer Botschafter in Deutschland: Sein Land habe Krieg gegen arabische Staaten geführt, dennoch gebe es dort eine sehr etablierte muslimische Gemeinde.

Von Daniel-Dylan Böhmer | DIE WELT

Israels neuer Botschafter in Berlin hat Unverständnis über die AfD-Forderung geäußert, Muslimen die Religionsfreiheit abzuerkennen.

„Was die Rechte von Muslimen in Deutschland angeht, kann ich nur auf das Beispiel Israels verweisen. Wir haben Krieg geführt gegen arabische Staaten und wir haben auch interne Probleme. Aber bei uns gibt es seit jeher eine sehr etablierte muslimische Gemeinde“, sagte Jeremy Issacharoff der WELT.

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Suche nach der Gnade in einer gnadenlosen Welt

Grübelnd und geschunden: „Christus in der Rast“ aus dem Diözesanmuseum Freising in Oberbayern. (Foto: Marco Einfeldt)
An diesem Reformationstag wird viel Erbauliches gepredigt über Martin Luther. Trotzdem klingen manche Reden von Pfarrern und Bischöfen flach – weil sie alles Grausame aus dem Nachdenken über Gott eliminieren.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche Zeitung

Der Theologe und Lyriker Christian Lehnert erzählt, wie er einmal in einem ostdeutschen Dorf über die Liebe und Nähe des gnädigen Gottes predigte und sich danach eine alte Polin ihm in den Weg stellte: „Sie beteten um Gottes Nähe? Wissen Sie, was Sie da wollen?“ Dann erzählte sie, wie sie 1939 in einer Ackerfurche lag und die deutschen Panzer kamen und sie um ihr Leben betete. Da spürte sie Gottes Nähe und lag geborgen im Schoß der Erde; die Panzer rollten vorbei. Tags darauf fand man alle Bewohner des Nachbarhofs, erschossen, mit der Zunge an den Küchentisch genagelt. Die eine gerettet, die anderen getötet.

Ist das Gottes Nähe und Gnade?

An diesem Reformationstag wird viel Erbauliches gepredigt über Martin Lutherund seinen Thesenanschlag vor 500 Jahren in Wittenberg, über seinen Protest gegen die Behauptung, man könne das Heil und das Paradies mit Geld erwerben, über seine Erkenntnis, dass Gottes Gnade den Menschen erlöst und nicht seine Leistung; über Freiheit, Gewissen, Individualität. Das alles hat sein Recht. Und trotzdem klingt so manche Pfarrers- und auch Bischofsrede flach an diesem Tag: Du bist in Ordnung, wie du bist. Gott ist da und liebt dich, hat dich und die Welt in der Hand. Und geht es dir schlecht, ist er da.

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Sind die Deutschen zu blöd?

Dass wir in der Schweiz über fast alles abstimmen, weiss man natürlich auch in Deutschland. So wie wir wissen, dass die Deutschen über fast nichts abstimmen können – Diakrisis am Dienstag

Von Giuseppe Gracia | kath.net

 Dass wir in der Schweiz über fast alles abstimmen, weiss man natürlich auch in Deutschland. So wie wir wissen, dass die Deutschen über fast nichts abstimmen können. Nur alle vier Jahre dürfen sie, verglichen mit der Schweiz oft gehässig und unschön, Parteien- und Personenwahlen durchführen. Den Rest der Zeit streiten sie in Talkshows, Zeitungen und digitalen Foren, die sich anfühlen wie ein Überdruckventil.
Im Zuge einer Weiterbildung in München, kurz nach der Bundestagswahl, kam es am Abend zu einer Biergarten-Runde, bei der über die Heuchelei und Abgehobenheit der politischen Klasse geschimpft wurde. Als einziger Schweizer am Tisch versuchte ich meinen Nachbarn die heilsamen Früchte der direkten Demokratie schmackhaft zu machen. Ich erklärte, die Schweizer würden weniger aggressiv und unschön mit Politikern umgehen, weil sie ihnen gar nicht so viel Macht geben, um derart enttäuscht zu werden. Die Schweizer könnten mit Abstimmungen in allen möglichen Sachfragen selber Entscheide herbeiführen oder Regierungspläne umstossen.

Israel ist im Alarmzustand

Ein Anhänger des Islamischen Jihad in Gaza bei der Trauerfeier für die getöteten Palästinenser. (Bild: Suhaib Salem / Reuters)
Nach der Zerstörung eines Tunnels des Islamischen Jihad bei Gaza ist die Spannung dramatisch angestiegen. Viele sehen bereits die innerpalästinensische Versöhnung gefährdet. Ein Staat in der Region sabotiert sie aktiv.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Acht Menschen sind am Montag ums Leben gekommen, als die israelische Armee einen Tunnel zerstörte, den die Terrorgruppe Islamischer Jihad an der Grenze zu Gaza gegraben und weit nach Israel hineingetrieben hatte. Der Vorfall hat die Spannung in der Region drastisch erhöht. Der Islamische Jihad spricht von einem Verbrechen und erwägt Vergeltung. Die israelische Armee hat das Grenzgebiet zu Gaza zur geschlossenen Zone erklärt. Schon vor der Zerstörung des Tunnels hatte Israel sein «Iron Dome»-Raketenabwehrsystem in Stellung gebracht.

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Orakel, Mystik und Tarot-Karten: Hex, hex als Hipstertrend

Das Okkulte liegt wieder im Trend (picture-alliance / dpa / Heiko Wolfraum)
Einhörner, Hexen und Tarotkarten sind zurück. Sie zieren die Kleider auf den Laufstegen der Haute Couture und sind des Hipsters neuer Liebling. Das Metaphysische hat es aus seiner Esoterik-Ecke heraus geschafft und ist Mode- und Lifestyle-Trend. Ein Rückzug aus der digitalen Welt?

Von Ina Plodroch | Deutschlandfunk

Normcore war gestern. Magie ist heute. Normcore, das sind weiße Turnschuhe, weißes Shirt, unförmige Jeans. Die New Yorker Agentur K-Hole hatte den Unisex Trend vor vier Jahren ausgerufen. Doch damit soll nun Schluss sein. Raus aus dem Straßenbild mit den weißbeschuhten Langweilern. „Magic“ heißt jetzt das Zauberwort der Trendsetter. Und damit scheinen sie wieder recht zu haben.

Auf YouTube teilen junge Mädchen Tipps wie: Hör auf dich selbst, hör auf spirituelle Tipps. Was sich bisher in Yoga-Esoterik-Shops versteckt hat, wird nun beliebt, sagt auch Alexandra Kruse. Sie ist das Einhorn Orakel.

„Es geht darum, dass man Botschaften von den Einhörnern durch Karten empfängt, das ist ähnlich wie Tarot.“

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Italien weist kosovarischen Imam aus dem Land aus

Als Grund für die Ausweisung wird eine Gefährdung der nationalen Sicherheit angegeben. Der 39-Jährige war wegen seiner radikalen Propaganda aufgefallen.

Die Presse.com

Das italienische Innenministerium hat am Dienstag einen kosovarischen Imam wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit ausgewiesen. Der in der lombardischen Provinz Lecco lebende 39-Jährige war wegen seiner radikalen Propaganda aufgefallen.

Der seit 2008 in Italien lebende Mann hatte um eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland angesucht, da er als Imam in einem Kulturzentrum tätig sein wollte. Er war jedoch von den deutschen Behörden bei seiner Ankunft am Flughafen Köln mit der Begründung abgeschoben worden, er sei für Rekrutierung von IS-Kämpfern verantwortlich, teilte die italienische Polizei mit.

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Copyright Law Makes Artificial Intelligence Bias Worse

Image: Shutterstock / Composition: Louise Matsakis
But it could be used to help fix the problem too.

By Louise Matsakis | MOTHERBOARD

Last week, Motherboard discovered that one of Google’s machine learning algorithms was biased against certain racial and religious groups, as well as LGBT people. The Cloud Natural Language API analyzes paragraphs of text and then determines whether they have a positive or negative „sentiment.“ The algorithm rated statements like „I’m a homosexual,“ and „I’m a gay black woman,“ as negative. After we ran our story, Google apologized.

The incident marks the latest in a series in which artificial intelligence algorithms have been found to be biased. The problem is the way they’re trained: In order to „teach“ an artificial intelligence to identify patterns, it needs to be „fed“ a massive trove of documents or images, referred to as „training data.“ Training data can include photographs, books, articles, social media posts, movie reviews, videos, and other types of content.

Oftentimes, the data given to an AI includes human biases, and so it learns to be biased too. By feeding artificial intelligent systems racist, sexist, or homophobic data, we’re teaching them to hold the same prejudices as humans. As computer scientists love to say: „garbage in, garbage out.“

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Wahl Dodo des Monats Oktober 2017

Dodo des Monats Oktober 2017 ©HFR

Übersättigung gebiert Ekel. Damit lässt sich der Zustand beschreiben, der durch die Luther-Parties landauf-und ab erzeugt wurde. Man möchte Luther ins Grab kotzen. Kaum einer hat wie er die Medien im Monat Oktober befüllt. Kirche und Politik in wahrer Besoffenheit wenn es um die Darstellung des fetten Pfaffen aus Wittenberg ging. Der Eindruck, dass die Luthers Apologeten nicht nüchtern waren, ist nicht von der Hand zu weisen. Und so wurde der protofaschistische Puritaner Luther in den Himmeln gehoben, es steht zu befürchten, dass er zum tausendjährigen Jubiläum seiner Thesen Jesus ersetzt hat. Dann waren es nicht die Thesen, sondern Luther, welcher an das Portal seiner Kirche genagelt wurde. Der Personenkult um ihn erzeugt Brechreiz. In der Lutherdekade wurde reichlich mit Steuergeldern um sich geworfen. Die ersten Apologeten haben schon angefangen sich zu rechtfertigen, es ging nicht um Glauben, es ging um Denkmalschutz, Infrastruktur, Tourismus und Ökonomie. Luther lieferte das Deckblatt für staatliche Subventionen an die evangelische Kirche.

Die Wahl ist bis zum 07. November 2017, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachabstimmungen sind möglich.  Der Gewinner wird am Tag darauf hier gewürdigt werden.

  1.  Margot Käßmann, „280 Millionen € für Luther sind kein Kommerz.“
  2.  Markus Dröge, „träumt den Traum der Staatskirche.“
  3.  Heinrich Bedford-Strohm, „wünscht sich die Globalisierung seiner EKD.“
  4.  Gregor Gysi, „hat Angst im gottlosen Dunkel.
  5.  Winfried Kretschmann, „sieht Toleranz u. Offenheit, es ist aber nicht klar, worüber er spricht.“
  6.  Angela Merkel, „kennt den Unterschied von Religionsfreiheit u. Laizismus nicht.“
  7.  Ilse Junkermann, „verteidigt die Wittenberger „Judensau.“
  8.  Andreas Germeshausen, „nicht integrierter Integrationsbeauftragter.
  9.  Bodo Ramelow, „Millionen für Luther, also Infrastruktur und Denkmalschutz.“
  10.  CDU-Fraktion Berlin, „wir weichen das Neutralitätsgesetz auf, hinten herum.“
  11.  Frank-Walter Steinmeier, „außenpolitische Erpressung Russlands, wegen einer Kirche.
  12.  Sandra Maischberger, „nicht der hellste Spot im Studio.“
  13.  Horst Seehofer, „will zurück ins 19. Jahrhundert.“
  14.  Stephan Ackermann, „mit dem Missbrauchsskandal seiner Kirche überfordert.
  15.  Martin Dutzmann, „bietet die Lösung für verängstigte, verzweifelte Wähler, Kirche.“
  16.  Johann Hinrich Claussen, „Lesen sei eine fast religiöse Tätigkeit.“
  17.  Robert Spaemann, „hatte es als Christ bei den Nazis besser.

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