Frankreich-Polen: Posse um Papst-Denkmal – polnische Religiotie


Die Statue von Johannes Paul II. im französischen Ploermel. Das Kreuz muss weg, hat das höchste französische Verwaltungsgericht entschieden. (MAXPPP/Stephane Mahe)
In einer französischen Kleinstadt soll das Kreuz von einem Denkmal für den 2005 verstorbenen Papst Johannes Paul II. verschwinden. Das hat ein Gericht entschieden und begründet es mit der langen Tradition von Laizismus in Frankreich. Im katholischen Polen sorgt das für Unverständnis. Von „Christophobie“ ist die Rede.

Von Florian Kellermann | Deutschlandfunk

Die Papst-Statue stieß schon bei ihrer Einweihung auf Protest. Denn über der Figur von Johannes Paul II., auf einem Bogen, prangt in siebeneinhalb Metern Höhe ein sehr groß geratenes Kreuz aus Granit. So etwas gehöre sich nicht im öffentlichen Raum, meinten einige Gegendemonstranten damals vor elf Jahren, sie hatten sich als Clowns verkleidet. Sogar aus Paris sollen einige von ihnen in die Kleinstadt Ploermel in der Bretagne gereist sein.

Inzwischen ist das Denkmal sogar zu einem internationalen Politikum geworden. Denn das Kreuz muss weg, hat das höchste französische Verwaltungsgericht entschieden – und darüber sind nun vor allem in Polen viele Katholiken empört. Darunter Vize-Kulturminister Jaroslaw Sellin:

„Wir sehen hier eine Krankheit, die große Teile von Westeuropa befallen hat und die immer schlimmer wird. Das ist die Krankheit der Christophobie.  Unsere Zivilisation fußt doch auf christlichen Werten! Und dann geht es hier noch um Johannes Paul II., den weltweit bekanntesten Polen! Daher unser Angebot: Dieses Denkmal könnte, so wie es ist, ohne ideologische Zensur, nach Polen gebracht werden.“

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