Mit der Waffe des Antisemitismus für einen jüdischen Staat


Palästinensische Studentinnen protestieren gestern in Nablus gegen die Balfour Deklaration. (Bild: Alaa Badarneh / EPA)
Weil sie an die globale Macht der Juden glaubten, versprachen die Briten den Zionisten vor 100 Jahren ein «Zuhause» in Palästina. Sie erhofften sich davon den Sieg im Ersten Weltkrieg.

Von Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Es sind nur wenige, in einer sehr vagen Sprache verfasste Zeilen. Der britische Aussenminister Arthur James Balfour sandte sie am 2. November 1917 in Form eines Briefes an Lionel Walter Rothschild, den inoffiziellen Anführer der jüdischen Gemeinschaft in Grossbritannien. Doch so kurzgehalten die «Sympathiebekundung» der britischen Regierung für die zionistischen Ziele sein mochte, die sogenannte Balfour-Deklaration sorgt auch 100 Jahre später für blutigen Zwist im Nahen Osten und Kontroversen in der britischen Politik.

Das Werk von Gläubigen

Während der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu im Beisein der britischen Premierministerin Theresa May am Donnerstag in London das runde Jubiläum mit einem Dinner feiert, hat die palästinensische Autonomiebehörde von Mahmud Abbas zu Protesten in der britischen Hauptstadt und im Westjordanland aufgerufen. Der linke Oppositionsführer Jeremy Corbyn, der mit der palästinensischen Sache sympathisiert, hat eine Teilnahme an diesem Abendessen mit Netanyahu abgelehnt.

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