USA: Noch ein Theologe veröffentlicht Papstkritik im Internet

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Das Modell macht Schule: Ein weiterer Kritiker von Papst Franziskus hat seinen Brief an das Kirchenoberhaupt im Internet veröffentlicht.

Radio Vatikan

Der US-amerikanische Theologe und Kapuziner Thomas Weinandy, Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission im Vatikan, wirft dem Papst unter anderem vor, er schaffe „chronische Verwirrung“, ernenne ungeeignete Bischöfe und schmälere die Bedeutung der katholischen Doktrin. Im Pontifikat von Franziskus sei „das Licht von Glaube, Hoffnung und Liebe nicht abwesend“, aber es sei „zu oft verdunkelt von der Mehrdeutigkeit Ihrer Worte und Handlungen“, schreibt Weinandy dem Papst in seinem auf 31. Juli datierten Brief. Die US-Zeitschrift „Crux“ veröffentlichte den Brief am 1. November. Tags darauf legte der Ordensmann seine theologische Beratungstätigkeit für die US-amerikanische Bischofskonferenz nieder, wie diese am Mittwoch mitteilte.

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Stimmen aus dem Jenseits

Stimmen spielen in Religionen seit jeher eine wichtige Rolle. Ein interdisziplinäres Projekt am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster ist diesem Phänomen nachgegangen (imago stock&people/Ikon Images)
Wer Stimmen hört, muss nicht krank sein. So wird es zumindest in vielen religiösen Traditionen gesehen, in denen sich Gott oder höhere Wahrheiten durch Stimmen offenbaren. Dieses Phänomen ist bislang kaum erforscht, deshalb haben Wissenschaftler aus Münster jetzt Stimmen unterschiedlicher Religionen gelauscht.

Von Sandra Stalinski | Deutschlandfunk

Wer die Stimme eines Menschen beschreiben will, dem gehen schnell die Worte aus. Jede Stimme ist individuell und schwer zu fassen. Man hört sie und im gleichen Moment ist sie verflogen. Die Stimme hat keinen fixierbaren Ort. Sie kommt von außen, gleichzeitig hören wir sie innen mit unserem Hörapparat. Die Stimme hat eine Art Zwischenstellung – in vielerlei Hinsicht, sagt die Literaturwissenschaftlerin Martina Wagner-Egelhaaf von der Universität Münster.

„Sie wird durch unseren Körper präsentiert, andererseits hat sie gar keinen Körper. Also man hat auch die Stimme als ein Phänomen beschrieben, das wir ohne Körper wahrnehmen können. Zum Beispiel Radiostimmen: Da hören wir Stimmen, aber sehen die Person gar nicht, die dazugehört. Sie ist etwas zwischen Körper und Geist, zwischen Materialität und Immaterialität. Man könnte auch von einer Jenseitigkeit der Stimme sprechen.“

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HITLERS SEXUALITÄT: Ein sehr seltsamer Serienmörder

Normales Liebes- und Geschlechtsleben? Wenn man dem Autor von „Hitler 1 und Hitler 2“ glaubt, hatten Eva Braun und Adolf Hitler das wohl kaum. ©AP
Was geschah wirklich in Pasewalk? Volker Elis Pilgrim untersucht die Sexualität Hitlers und entdeckt eine Leerstelle. Dem Leser wird bei der Lektüre übel.

Von Stephan Wackwitz | Frankfurter Allgemeine

Dieses immerhin fast tausend Seiten lange Buch widmet sich einer Frage, die auch einigermaßen belesene Kenner der Person, Karriere und Zeit Adolf Hitlers nie für zentral für das Verständnis seiner politischen Verbrechen gehalten haben. Volker Elis Pilgrim, Spross eines preußischen Adelsgeschlechts, Achtundsechziger aus der sexologisch-politisch orientierten „Wilhelm-Reich-Fraktion“ und seit vielen Jahren in einer Art freiwilligem Exil in Australien und Neuseeland, legt den ersten Band einer auf drei Bücher angelegten Hitler-Studie vor, die den deutschen Diktator und seine Untaten als Folge einer pathologischen Sexualverirrung zu deuten unternimmt.

Diskussionen und Publikationen über Hitlers Sexualität hat es schon einige gegeben. Bereits 1978 hatte Sebastian Haffner in seiner Hitler-Studie auf die seltsam sexualisierte Freude verwiesen, die das Bewusstsein der von ihm befohlenen Massenmorde dem „Führer“ offenbar bereitete. 2015 tauchte ein Untersuchungsbericht aus dem Festungsgefängnis Landsberg auf, das dem späteren Diktator einen „rechtsseitigen Kryptorchismus“ bescheinigt und damit den britischen Soldaten recht gibt, die auf ihrem Vormarsch bekanntlich ein Spottlied sangen, in dem die Zeile „Hitler has only got one ball“ zu den Schmähungen gehörte. Auch diese Entwicklungsstörung, das Verbleiben eines embryonalen Hodens im Hodenkanal, spielt in Pilgrims Untersuchung eine Hauptrolle.

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Wird bei polizeiinternen Ermittlungen gemauschelt?

Bei tödlichem Dienstwaffengebrauch ermittelt das LKA. Foto: imago
Wenn das LKA nach einem Schusswaffengebrauch die Ermittlungen übernimmt, geht es meist sachlich zu, berichtet der Kriminologe Rafael Behr.

Von Oliver Teutsch | Frankfurter Rundschau

Rafael Behr ist Kriminologe und Soziologe und lehrt an der Akademie der Polizei in Hamburg.

Wird bei polizeiinternen Ermittlungen gemauschelt?
Meine Erfahrung zeigt, je weiter die Dienststelle vom Einsatzort entfernt ist, desto ruhiger und sachlicher laufen die Ermittlungen. In einem Flächenland wie Hessen sollte das also eigentlich kein Problem sein, das LKA ist in der Regel auch weit genug weg. Hessen hat jetzt auch nicht den Ruf, besonders polizeifreundlich zu sein, anders als etwa Bayern, wo alle Polizisten erstmal als unschuldig gelten.

Aber bleibt nicht der Makel, dass bei Ermittlungen polizeiintern unter den Teppich gekehrt wird, weil es einen gewissen Korpsgeist gibt?
Gerade bei Schusswaffengebrauch ist mir das nicht bekannt, wird da nichts unter den Teppich gekehrt. Bei minderschweren Fällen kann das schon mal passieren. Generell gibt es zumindest die Tendenz, einen Kollegen nicht bewusst auflaufen zu lassen. Die Polizei ist also bemüht, entlastendes Material für die Kollegen zu sammeln.

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US-Energieminister: Fossile Brennstoffe verhindern sexuelle Übergriffe

Der Energieminister gilt als Skeptiker des Klimawandels. – (c) REUTERS (Joshua Roberts)
Der Einsatz fossiler Brennstoffe in Afrika garantiere der Bevölkerung elektrisches Licht – und schütze Frauen damit vor Belästigung.

Die Presse.com

Der Einsatz fossiler Brennstoffe in Afrika könne helfen, sexuelle Übergriffe zu verhindern, sagte der US-Energieminister Rick Perry am Donnerstag. Der Politiker, der als Skeptiker des Klimawandels gilt, will die Öl-, Gas- und Kohle-Exporte der USA massiv in die Höhe schrauben. „Wenn die Lichter an sind, strahlt es die Rechtschaffenheit auf diese Taten“, sagte der Republikaner auf einer Veranstaltung, auf der er über seine jüngste Reise nach Südafrika berichtete. In dieser Hinsicht könne fossiler Brennstoff wirklich eine Rolle im Alltag der Menschen spielen.

Anstoß für diese Äußerung lieferte dem ehemaligen Gouverneur von Texas und dem eifrigen Unterstützer von US-Präsident Donald Trump die Begegnung mit einer jungen Frau in einem Dorf. Sie habe ihm gesagt, dass elektrisches Licht ihr nicht nur helfe, nicht mehr im gesundheitsschädlichen Rauch von offenem Feuer lesen zu müssen, sondern auch im Hinblick auf sexuelle Übergriffe hilfreich sein könne.

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Die Verbrennungen des Bob Dylan

Die Musik war seine wahre Religion: Bob Dylan als Bekehrer unterwegs. Foto: Sony Music

Mit seiner christlichen Konversion verstörte er sein Publikum, fand als Musiker aber zur Leidenschaft zurück. Sie entflammt auch die 13. Folge seiner «Bootleg Series».

Von Jean-Martin Büttner | Der Bund

Es war 1979 in einer New Yorker Bar, als Nick Cave, der australische Songschreiber, in der Ecke eine Jukebox stehen sah, das Sortiment prüfte und die neue Single eines alten Bekannten auswählte. «Ich habe noch nie ein Lied gehört», sagte er später, «das eine solche Leidenschaft mit einer solchen Humorlosigkeit vortrug.» Der Sänger war Bob Dylan, sein Stück hiess «Gotta Serve Somebody», und es verlangte im Befehlston eines Erweckungspredigers, was Dylan als Songschreiber in den letzten 15 Jahren seiner Karriere gemieden hatte: Eindeutigkeit. Du musst jemandem dienen, sang er, dem Herrn oder dem Teufel.

Gleich in sechs Versionen ist das Stück auf der heute erscheinenden «Bootleg Series Volume 13» zu hören, als Probe, als Variante mit einem Bläsersatz und in flammenden Liveversionen. Die Kollektion enthält in ihrer exzessiven, acht CDs und eine DVD starken Ausgabe fast hundert Songs, keine dieser Versionen ist offiziell herausgekommen. Mehrere unveröffentlichte Lieder befinden sich darunter, diverse Outtakes aus dem Studio oder beim Soundcheck sowie vier CDs mit Liveversionen aus den drei Jahren zwischen 1979 und 1981, in denen Dylan als Megafon des Herrn unterwegs war.

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Wie Städte die Evolution von Tieren beeinflussen

Die Lebensräume der Tiere sind in der Stadt kleinteiliger. Foto: Frank Rumpenhorst © dpa-infocom GmbH
Das Leben in der Stadt macht etwas mit Wildtieren. Ob Tauben oder Füchse, Eidechsen oder Bettwanzen: Ein urbanes Umfeld beeinflusst ihre Evolution.

stern.de

Das Leben in der Stadt macht etwas mit Wildtieren. Ob Tauben oder Füchse, Eidechsen oder Bettwanzen: Ein urbanes Umfeld beeinflusst ihre Evolution.

Forscher aus Kanada und den USA haben zu dem Thema nun 192 Einzelstudien gesichtet und im Fachjournal «Science» viele Beispiele herausgesucht. Zudem wollten sie wissen: Wie genau läuft die Evolution in der Stadt ab?

Schon die ersten frühen Bauern zogen vor rund 12 000 Jahren Mäuse und Ratten an. Heute leben 55 Prozent aller Menschen in Städten, Tendenz steigend. Die Tiere, die den Menschen dorthin folgen, leben anders als ihre Artgenossen in freier Natur: Es gibt versiegelte Böden, isolierte Grünflächen, höhere Temperaturen, mehr Luft-, Licht- und Lärmverschmutzung. Daran passen sich viele Arten an.

Die Lebensräume der Tiere sind in der Stadt kleinteiliger, die Vielfalt einheimischer Arten geht zurück, invasive Arten nehmen zu, wie Marc Johnson (University of Toronto Mississauga, Kanada) und sein Kollege Jason Munshi-South bilanzieren.

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Ein Drittel des Internets steht unter Beschuss

Innerhalb der letzten zwei Jahre wurde ein Drittel aller IP-Adressen durch Denial-of-Servivce-Attacken angegriffen. © scyther5/ tbhinkstock
Erstmals haben Forscher ermittelt, wie viele Denial-of-Service (DoS)-Angriffe es im Internet gibt. Das selbst für sie überraschende Ergebnis: Innerhalb von nur zwei Jahren wurde ein Drittel aller IP4-Adressen angegriffen – im Durchschnitt 30.000 pro Tag. Die Zahl solcher Angriffe ist damit tausendfach höher als zuvor angenommen. Besonders häufig traf es dabei Server in den USA und große Anbieter von Cloud-Diensten.

scinexx

Die sogenannten Distributed Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind mit die häufigste Form von Angriffen im Internet. Dabei wird der angegriffene Server mit Anfragen und Spam so überflutet, dass er zusammenbricht und damit seine Dienste nicht mehr leisten kann. Typischerweise führen Hacker solche Angriffe mit Hilfe eines Botnetzes aus – Tausenden von Rechnern meist ahnungsloser Nutzer, die sie mittels einer Schadsoftware unter ihre Kontrolle gebracht haben.

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Biologen entdecken neue Menschenaffen-Art

Pongo tapanuliensis ist die insgesamt dritte bekannte Orang-Utan-Art (Foto: Andrew Walmsley)
Der bislang unbekannte Orang-Utan ist die wohl älteste Menschenaffen-Spezies – und bereits akut vom Aussterben bedroht.

Von Katrin Blawat | Süddeutsche Zeitung

Wenn es unter den Tiergruppen eine gut erforschte gibt, dann sind das die Menschenaffen – sollte man meinen. Und gerade ausgewachsene Orang-Utans sind eigentlich so groß, dass man sie nur schwer übersehen kann. Umso erstaunlicher klingt daher, was Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Current Biology verkünden: Sie haben eine neue Menschenaffen-Art entdeckt, eine dritte Spezies der Gattung Orang-Utan.

Insgesamt kennen Taxonomen damit nun sieben Menschaffen-Arten: Schimpanse und Bonobo, Östlicher und Westlicher Gorilla, Borneo-Orang-Utan, Sumatra-Orang-Utan und neuerdings den Tapanuli-Orang-Utan, Pongo tapanuliensis. Letzterer ist nicht nur die evolutionär älteste und damit am weitesten von Menschen entfernte Menschenaffen-Art, sondern auch mit am stärksten vom Aussterben bedroht.

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In Deutschland werden Hunderttausende Untergetauchte vermutet

Fachleute schätzen, dass die Zahl der hierzulande untergetauchten Ausländer ohne Behördenkontakt in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Es könnten bis zu 520.000 Menschen sein – darunter viele abgelehnte Asylbewerber.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Gerade mal 226.000 Ausländer sind in Deutschland als ausreisepflichtig eingestuft – obwohl in den vergangenen drei Jahren 1,5 Millionen Schutzsuchende einreisten. Von diesen wurde nur jeder Zweite als schutzberechtigt anerkannt. Nicht einmal jeder Zehnte wurde abgeschoben oder reiste freiwillig aus. Die relativ geringe Zahl der Ausreisepflichtigen hat drei Gründe.

Erstens können sie einen legalen Aufenthaltstitel erhalten, wenn sie längere Zeit nicht abgeschoben werden. Zweitens klagen viele abgelehnte Asylbewerber gegen die Entscheidung – und werden bis zum Ende des Prozesses nicht als ausreisepflichtig geführt. Drittens tauchen abgelehnte Asylbewerber auch unter und verschwinden vom Radar der Behörden; wie viele Personen dieser Gruppe angehören, ist aber nicht eindeutig zu beziffern.

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Kalifornien erlaubt „flüssige Einäscherung“

Hydrolyse-Gerät von Qico. (Bild: Qico)
Mit einem chemischen Verfahren lassen sich Leichen auflösen, was Fläche auf Friedhöfen spart. In Kalifornien soll es ab 2020 erlaubt sein.

Von Ben Schwan | heise online

Die umstrittene flüssige Einäscherung, auch alkalische Hydrolyse genannt, wird ab 2020 in Kalifornien erlaubt sein. Das hat der dortige Gouverneur Jerry Brown mit seiner Unterschrift unter ein entsprechendes Gesetz entschieden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe („Kalifornien will Leichenauflösung genehmigen„).

Die Technik soll ein besonders energiesparender und umweltfreundlicher Prozess sein, weil Leichen bis auf ein Häufchen weißes Knochenmaterial nahezu rückstandsfrei entsorgt und dabei sogar potenziell ökologisch problematische Implantate wie Herzschrittmacher nicht in die Umwelt gelangen.

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BUNDESAMT FÜR STATISTIK: Gut 1,6 Millionen Schutzsuchende in Deutschland

Statistik © von dkpto auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland ist seit dem Jahresende 2014 um 850.000 Personen auf gut 1,6 Millionen angestiegen. Etwa die Hälfte aller Schutzsuchenden kam dem Statistischen Bundesamt zufolge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

MiGAZIN

Rund 1,6 Millionen Schutzsuchende waren zum Jahreswechsel in Deutschland registriert. Das waren 16 Prozent der ausländischen Bevölkerung und 851.000 Personen mehr als Ende 2014, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Als Schutzsuchende zählen Ausländer, die unter Berufung auf humanitäre Gründe nach Deutschland kommen, also etwa Menschen im Asylverfahren, anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Konvention oder auch abgelehnte Asylbewerber, die sich weiter hier aufhalten.

Bei knapp 400.000 Ausländern war aus den Daten im Ausländerzentralregisters (AZR) laut Bundesamt nicht eindeutig ersichtlich, ob es sich um Schutzsuchende handelte oder nicht. Unter den Schutzsuchenden hatten 573.000 (36 Prozent) einen offenen Schutzstatus, über ihren Asylantrag war also nicht entschieden.

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Kampfatheisten unter der Lupe

Der Walliser Valentin Abgottspon ist einer der bekanntesten Freidenker des Landes. (Bild: Karin Hofer/NZZ)
«Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg dich nicht – geniess das Leben.» Mit solchen Zitaten ziehen die Freidenker in den Kampf gegen die Religion. Was sind das für Menschen, die für ihre Überzeugung bereit sind, den Job zu opfern?

Von Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Sie wollen die Kreuze von den Schweizer Berggipfeln verbannen und bekleben Busse und Plakatwände mit Botschaften wie «Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg dich nicht – geniess das Leben». Doch wer sind die Menschen, die solcherlei tun? Die Gruppe der sogenannten Säkularisten ist seit einigen Jahren Gegenstand der Forschungen von Religionssoziologen der Universitäten Lausanne, Bern und Strassburg. Nun liegen erste Erkenntnisse vor, die zeigen, wie die Religionskritiker ticken.

Es gibt nicht wahnsinnig viele von ihnen, nur rund 2000 Personen, von denen die meisten den Freidenkern angehören. Sie haben aber eine grosse mediale Präsenz. Einer der Autoren der Studie, der Religionssoziologe Jörg Stolz, erklärt dies mit dem Umstand, dass die Gruppe der Konfessionslosen permanent wächst: Sie machen bereits rund 22 Prozent der Bevölkerung aus, damit haben sie die Reformierten bald überholt. «Die Öffentlichkeit merkt, dass da etwas Umwälzendes im Gang ist – und es sind die Freidenker, die diesen Wandel verkörpern und stellvertretend für die Religions- und Konfessionslosen sprechen», sagt Stolz. Prominente Köpfe der Bewegung sind Andreas Kyriacou, der Präsident der Freidenker-Vereinigung (FVS), und sein Stellvertreter Valentin Abgottspon. Der Walliser wurde schweizweit bekannt, weil er sich als Oberstufenlehrer weigerte, ein Kruzifix im Schulzimmer aufzuhängen – und deshalb im Herbst 2010 fristlos entlassen wurde.

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Tod per Knopfdruck: Massaker an Nomaden

Pasta Khan und Nura Jan berichten über das Massaker an ihren Angehörigen. Bild: Emran Feroz
Durch zumeist in den USA gesteuerte Drohnenangriffe sind in Afghanistan, Irak, Pakistan, Somalia und vielen anderen Ländern bereits tausende Zivilisten ums Leben gekommen

Von Emran Feroz | TELEPOLIS

Wenn Pasta Khan von jenem 5. Juni erzählt, zittert seine Stimme. „Die ganze Welt weiß es“, sagt er immer wieder, während er nervös umherblickt.

Pasta Khan stammt aus Bati Tana, einem Dorf der Kuchi in der Provinz Khost, das rund eine Stunde entfernt vom Stadtzentrum und nahe der pakistanischen Grenze liegt. Die Kuchi sind die Nomaden Afghanistans. Sie gehören der paschtunischen Volksgruppe an und leben im ganzen Land verteilt. Außerdem genießen sie politische Sonderrechte – vor allem in Fragen um Ländereien – und haben einen guten Draht zur Regierung in Kabul.

Einige Kuchi wie Hashmat Ghani, der Bruder des gegenwärtigen Präsidenten Ashraf Ghani und Repräsentant aller Kuchi in Afghanistan, sind reiche Geschäftsmänner. Doch die meisten Nomaden sind sehr verarmt und leben ein einfaches Dasein als Hirten oder Händler. Pasta Khan und seiner Familie in Bati Tana erging es nicht anders, doch sie waren zufrieden mit ihrem Nomadenleben.

Der 5. Juni 2015 änderte allerdings alles. An jenem Tag erhielten sie die Nachricht, dass einer von ihnen, ein greiser Mann namens Meer, verstorben war. Pasta Khan befand sich zu diesem Zeitpunkt noch einige Autostunden entfernt in der Provinz Logar, und so machten sich seine Verwandten ohne ihn auf den Weg, das Grab des alten Mannes vorzubereiten. In zwei Pick-ups verließen sie Bati Tana. Nachdem sie das Grab ausgehoben hatten und bemerkten, dass sie frühzeitig fertig geworden waren, wollten sie nach Bati Tana zurückzukehren, um dort das Mittagsgebet zu verrichten und zu essen. Dazu sollte es allerdings nicht mehr kommen. Eine Predator-Drohne hatte die Pick-ups bereits im Visier. Mindestens zwei Hellfire-Raketen schlugen ein und töteten alle Insassen.

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30.000 abgetauchte Asylbewerber? Ministerium widerspricht

Ein Medienbericht, wonach Deutschland nicht wisse, wo sich 30.000 abgelehnte Asylbewerber aufhielten, stimme so nicht, erklärt das Innenministerium. Die Zahl sei das Ergebnis einer „unzutreffenden Berechnung“.

DIE WELT

Das Bundesinnenministerium hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach 30.000 abgelehnte Asylbewerber abgetaucht sein sollen. Die Darstellung der „Bild“, die 30.000 seien spurlos verschwunden, gehe von einer „unzutreffenden Berechnung“ aus, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Die Differenz zwischen den im Ausländerzentralregister (AZR) erfassten Ausländern, die das Land verlassen müssen, und der Zahl derer, die als Asylbewerber Sozialleistungen beziehen, lasse nicht den Schluss zu, dass es sich bei den 30.000 Ausländern allein um abgelehnte Asylbewerber handele.

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Erdogan kündigt türkisches Auto an

Bild: Magazin „The Economist“
Die Türkei will nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan bis 2021 ein im Land produziertes Auto auf den Markt bringen.

Frankfurter Rundschau

Die Türkei will nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan im Jahr 2021 ein im Land produziertes Auto auf den Markt bringen. Für die Produktion sei ein Zusammenschluss von fünf Firmen verantwortlich, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag in Ankara.

Dabei handele es sich um die Anadolu-Gruppe, das türkisch-katarische Unternehmen BMC, die Kiraca Holding, die Turkcell-Gruppe und die Zorlu Holding.

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Großer Gang in der Cheops-Pyramide entdeckt

Im Inneren der weltberühmten Cheops-Pyramide verbirgt sich ein bisher unbekannter großer Hohlraum (weiß gepunktet) © ScanPyramids
Spektakuläre Entdeckung: Im Inneren der Cheops-Pyramide haben Forscher einen unbekannten Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um einen mindestens 30 Meter langen und acht Meter hohen Gang, der oberhalb der Großen Galerie liegt. Wozu dieser Gang diente und was er enthält, ist bisher noch rätselhaft, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Aufgespürt haben sie den neuen Hohlraum mithilfe von Myonen, Teilchen, die durch kosmische Strahlung entstehen.

scinexx

Die Cheops-Pyramide gehört zu den sieben Weltwundern der Antike und sie ist eines der größten von Menschenhand geschaffenen Bauwerke der Erde. Umso rätselhafter ist bis heute, wie es die Arbeiter des ägyptischen Pharao Cheops vor rund 4.500 Jahren schafften, diese mehr als sechs Millionen Tonnen schwere und 139 Meter hohe Pyramide zu errichten. Auch was sich im Inneren dieses königlichen Grabmals verbirgt, ist bisher nur in Teilen erkundet und bekannt. Denn das massive Steinbauwerk lässt sich nicht ohne weiteres röntgen oder mittels Radar durchleuchten.

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Lammert dringt auf gemeinsame Abendmahlsfeiern

Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Als verdeckte Kapitulationserklärung bezeichnet der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert den in der Ökumene häufig verwendeten Begriff der „versöhnten Verschiedenheit“. Stattdessen fordert er echten Fortschritt.

evangelisch.de

Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert fordert gemeinsame Abendmahlsfeiern von Katholiken und Protestanten. Er sei „ganz offenkundig nicht der Einzige, der von dem Bedürfnis spricht, das gefühlte Zusammengehören der Christen auch nach außen sichtbar werden zu lassen; und dies nicht zuletzt durch die gemeinsame wechselseitige Einladung zum Abendmahl“, betonte er nach Angaben von Radio Vatikan vom Mittwoch. Es gebe „keine überzeugenden theologischen Argumente“ gegen wechselseitige Einladungen zum Abendmahl.

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Experts: America Doesn’t Need All These Nukes

An unarmed Minuteman III intercontinental ballistic missile launches during an operational test at Vandenberg Air Force Base, California. Image: USAF
Nuclear deterrence can be way less pricey, according to the Congressional Budget Office.

By David Axe | MOTHERBOARD

It could cost the United States $1.2 trillion to maintain and modernize its existing nuclear arsenal between 2017 and 2046, the nonpartisan Congressional Budget Office reported this week.

But nuclear deterrence doesn’t need to be so pricey, the CBO asserted. Researchers have proposed alternatives that could save US taxpayers hundreds of billions of dollars.

The projected $40 billion annual tab, incurred by the Defense Department and the Department of Energy, pays for upkeep on America’s 4,000 atomic warheads. Under the terms of the 2010 New Strategic Arms Reduction Treaty with Russia, the US military can legally keep just 1,550 of the warheads in a high state of readiness.

The overall cost includes the price of the so-called „nuclear triad,“ the military term for the 450 intercontinental ballistic missiles, 12 nuclear-missile submarines, and 120 stealth bombers that, under current plans, will carry the 1,550 deployed warheads in coming decades.

But the United States could probably deter Russia, China, North Korea, and other nuclear powers with a much smaller force, the CBO explained. „Several recent studies have argued that the United States should pursue a policy of minimum deterrence, which means that the number of deployed warheads would be substantially reduced from today’s levels,“ the report reads.

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