In Deutschland werden Hunderttausende Untergetauchte vermutet


Fachleute schätzen, dass die Zahl der hierzulande untergetauchten Ausländer ohne Behördenkontakt in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Es könnten bis zu 520.000 Menschen sein – darunter viele abgelehnte Asylbewerber.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Gerade mal 226.000 Ausländer sind in Deutschland als ausreisepflichtig eingestuft – obwohl in den vergangenen drei Jahren 1,5 Millionen Schutzsuchende einreisten. Von diesen wurde nur jeder Zweite als schutzberechtigt anerkannt. Nicht einmal jeder Zehnte wurde abgeschoben oder reiste freiwillig aus. Die relativ geringe Zahl der Ausreisepflichtigen hat drei Gründe.

Erstens können sie einen legalen Aufenthaltstitel erhalten, wenn sie längere Zeit nicht abgeschoben werden. Zweitens klagen viele abgelehnte Asylbewerber gegen die Entscheidung – und werden bis zum Ende des Prozesses nicht als ausreisepflichtig geführt. Drittens tauchen abgelehnte Asylbewerber auch unter und verschwinden vom Radar der Behörden; wie viele Personen dieser Gruppe angehören, ist aber nicht eindeutig zu beziffern.

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