Deutsche Neonazis nach Waffentraining in Tschechien aufgegriffen


  • Am Tag der Bundestagswahl griffen Beamte des GSG 9 eine Gruppe Neonazis auf, die von einem Waffentraining in Tschechien nach Deutschland zurückkehrte.
  • Der Vorfall deutet darauf hin, dass die Gruppe „Combat 18“ hierzulande aktiver ist, als bisher angenommen wurde.

Von Reiko Pinkert, Ronen Steinke | Süddeutsche.de

Die Beamten der GSG 9 warteten schon. Die Spezialeinheit, ausgebildet für Einsätze gegen Terroristen und Entführer, stand am Grenzübergang im bayerischen Schirnding bereit, als die zwölf Neonazis von einem zweitägigen Ausflug ins tschechische Cheb (Eger) zurückkehrten. Man erwartete sie, das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte ihren Ausflug genau verfolgt. Denn bei der Gruppe handelte sich um die deutsche Sektion des Netzwerks „Combat 18“. Sogar fast vollzählig, glauben die Behörden.

In Tschechien hatten die Neonazis nach Informationen von SZ und NDR ein zweitägiges Schießtraining absolviert; ein beunruhigendes Zeichen dafür, dass die Gruppe, um die es lange still geworden war, wieder aktiver wird. Combat 18 steht für „Kampftruppe Adolf Hitler“ – die 18 weist auf den ersten und achten Buchstaben des Alphabets hin. Von militanten Rechten 1992 in Großbritannien gegründet, verübten Mitglieder Anschläge auf politische Gegner, Migranten und Journalisten in ganz Europa.

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