Menschheitsgeschichte ist Migrationsgeschichte


Bei den Steinreihen von Carnac handelt es sich um ursprünglich über 3.000 Menhire aus Granitgestein der Bretagne. Foto: Arte/Toni Nemeth
Arte zeichnet mit einem zweiteiligen Dokumentarfilm eine wichtige Epoche bei der Entwicklung unserer Gattung nach.

Von Hans-Jürgen Linke | Frankfurter Rundschau

Die so genannte neolithische Revolution war ein prähistorischer Vorgang, der sich über Jahrtausende hin zog, der an weit auseinander liegenden Orten parallel oder höchst ungleichzeitig geschah und überall unterschiedliche Ergebnisse zeitigte. Was da alles geschah und was für Zeiträume dafür nötig waren, gehört zum riesigen Komplex der Rätsel der Steinzeit, mit denen sich Barbara Fally-Puskás in ihrer zweiteiligen Dokumentation beschäftigt.

Immerhin gibt es einige Dinge, die fest stehen und die als allgemeine Daten Aussagekraft für die erstaunliche Entwicklung unserer Gattung haben.

Zunächst aber müssen alle Identitären jetzt mal kurz ganz stark und tolerant sein, denn die erste und allgemeinste Erkenntnis einer multidisziplinären Erforschung ferner, also prähistorischer Vergangenheiten ist:  Menschheitsgeschichte ist Migrationsgeschichte. Nie ist es über einen nennenswerten Zeitraum hinweg geschehen, dass Menschengruppen am gleichen Ort verharrten. Und die einschneidendsten kulturellen und technischen Entwicklungen kamen in der Regel von außerhalb, als Anregung aus der Fremde, in Form von Übernahme und Aneignung anderswo entstandener Fähigkeiten.

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