Angst vor Erdogan: Schule muss schließen


Das Urselbach-Gymnasium gibt es seit 2013.
Das private Urselbach-Gymnasium in Oberursel erhält keine Spenden mehr, weil die Gesellschafter in Kontakt zur Gülen-Bewegung stehen.

Von Torsten Weigelt | Frankfurter Rundschau

Der lange Arm des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan reicht bis Oberursel. Weil viele bisherige Spender und Sponsoren des Urselbach-Gymnasiums aus Angst vor Repressalien die Schule nicht mehr finanziell unterstützen wollen, muss sie aller Voraussicht nach Ende Januar schließen. Das hat der Geschäftsführer des Gymnasiums, Talat Askin, nun im Gespräch mit der FR bestätigt.

Die Gesellschafter des Schulträgers, der Urselbach Schulen gGmbH, stehen nach Angaben Askins der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen nahe, den Erdogan beschuldigt, im vergangenen Jahr in der Türkei einen Putschversuch angezettelt zu haben. Auf das Konzept der Schule und den Unterricht hätten die Lehren von Gülen aber keinerlei Einfluss gehabt, beteuert Askin. Als Beleg führt er unter anderem an, dass die Hälfte der Schüler deutsche Wurzeln hätten, nur 45 Prozent seien türkischstämmig, hinzu kämen einige polnische und niederländische Kinder.

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