Sexismus ist mehr als sexuelle Gewalt


Sexismus beginnt nicht erst dort, wo es strafbar wird: Plakate auf einer Demo gegen sexuelle Übergriffe. (Foto: Peter Kneffel/dpa)
Soll man das missratene Kompliment und die Vergewaltigung gemeinsam diskutieren? Ja. Es kommt auf das Wie an.

Von Hannah Beitzer | Süddeutsche Zeitung

Ein mächtiger Filmproduzent belästigt über Jahrzehnte hinweg systematisch Frauen, bis hin zur Vergewaltigung. Ein Politiker legt einer Journalistin bei einem gemeinsamen Essen mehrmals die Hand aufs Knie – und tritt Jahre später deswegen zurück. Ein ehemaliger Botschafter äußert sich verwundert, dass eine Staatssekretärin jung und schön ist.

Der Fall des Filmproduzenten Harvey Weinstein und der des ehemaligen britischen Verteidigungsministers Michael Fallon und die Debatte um die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli sind nur drei der vielen Fälle, die im Zuge der #metoo-Debatte öffentlich wurden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich im beruflichen Umfeld abspielen. Sie zeigen außerdem die große Spannbreite der Diskussion, eine Spannbreite, die immer wieder zu einer Frage führt: Gehört das wirklich alles zusammen? Eine Vergewaltigung, ein Griff ans Knie, ein missratenes Kompliment? Alles Sexisten, überall?

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