Ganz Berlin ist „mit Kampfmitteln belastet“


Gefährliche Blindgänger. Die Explosion 1983 in Buckow ging glimpflich ab.FOTO: GÜNTER PETERS
Geschätzt 3000 Weltkriegsbomben liegen im Berliner Boden. Experten warnen vor der Gefahr, doch der Senat sieht den Bund in der Pflicht.

Von Matthias Jauch | DER TAGESSPIEGEL

Der zylinderförmige Brocken, der für 13 Stunden einen ganzen Bezirk lahmlegt, ist einen knappen Meter lang und 250 Kilogramm schwer. Eine Hülle aus rostigem Stahl, dahinter zwei Zentner Sprengstoff. Was die russische Luftwaffe vor mehr als 72 Jahren über Berlin abwarf, zieht eine siebenstündige Evakuierung nach sich: 10 000 Menschen rund um den dicht bebauten Innsbrucker Platz müssen in Sicherheit gebracht werden.

Die Ringbahn wird unterbrochen, kurz vor der Entschärfung auch die A100 gesperrt. Die Bombe wird ebenso entschärft wie der Blindgänger, der Ende August im Spandauer Ortsteil Haselhorst gefunden wurde – mitten in der Einflugschneise des Flughafens Tegel. Dutzende Flüge werden an dem Abend umgeleitet, eine Chaosnacht an den Berliner Flughäfen folgt.

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