Saudi-Arabien: Der Kronprinz räumt die Konkurrenten weg


Kronprinz Mohammad Bin Salman und US-Präsident Trump. Foto: Weißes Haus /gemeinfrei
„Kabinettsumbildung“ und Säuberung in Riad: Prinzen, Minister und Ex-Minister werden wegen Korruption festgenommen

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Gewiss ist: Menschenrechtsorganisationen dürften kaum Kritik an den Haftbedingungen üben. Der Multi-Milliardär, Prinz Alwalid bin Talal (auch: Alwaleed) und andere saudische Prinzen, Militärs, Geschäftsleute und Ex-Minister verbringen ihren Hausarrest bzw. ihre U-Haft „in 5-Sterne-Hotels in der Hauptstadt Riad“, darunter das Ritz Carlton, wie AP berichtet. Genaue Bestätigungen der Unterbringung und Details der Haftbedingungen stehen allerdings noch aus. Die Führung der Hotels behandelt die Sache diskret.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wurde am Samstag von seinem Vater Salman, König von Saudi-Arabien, zum Chef eines „Super-Komitees zur Bekämpfung der Korruption“ berufen, und der tatendurstige Tausendsassa, Wirtschaftsreformer und Kriegsherr, fackelte nicht lange: „In seiner ersten Amtshandlung ordnete das Komitee die Verhaftung einer Anzahl von Prinzen und Big Businessmen an – wegen ihrer Verstrickung in mehrere Korruptionsfälle“, berichtet die Arab News, einer Publikation, von der keinerlei kritische Bewertung solcher königlichen Akte zu erwarten ist.

Mindestens elf Prinzen, vier bis dato amtierende Minister und „zig“ frühere Minister seien verhaftet worden,meldete al-Arabiya, das zum Medienimperium der saudischen Königsfamilie gehört. Der Bericht bemüht sich mit einer Aufzählung von Kommissions- und Behördentiteln der beteiligten Ankläger das Gepräge des Anti-Korruptionskampfes zu bestätigen – und den Hallraum anderer Motive möglichst einzudämmen.

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