Religionsführer und EU-Politiker diskutieren Europas Zukunft

Bei dem Gespräch in Brüssel mit Vertretern christlicher Kirchen, des Judentums, des Islams und des Buddhismus sei es darum gegangen, „die Frage nach unserer gemeinsamen Zukunft aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten“, erklärte EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans am Dienstag. Konkret ging es um die Handlungsfähigkeit der EU, um Einigkeit und Demokratie sowie um soziale und ökologische Fragen.

evangelisch.de

Der Chef-Rabbi von Brüssel, Albert Guigui, sagte nach dem Gespräch, in Europa dürfe nicht wie im 19. Jahrhundert die Assimilation von Menschen verschiedener Weltanschauung das Ziel sein, vielmehr müsse es um Integration gehen. Während man sich bei der Assimilation um den Preis der eigenen Identität anpasse, bedeute Integration die Beibehaltung der Identität und zugleich die Achtung der für alle geltenden Gesetze, erläuterte der Vertreter des Judentums.

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Klimawandel: Brandenburger Forstwirte und ein Netz „twitternder Bäume

Modellregion. Herbstlicher Wald bei Petersdorf in Brandenburg.FOTO: PATRICK PLEUL/ZB
Forstwissenschaftler haben in Brandenburg damit begonnen, ein Netz „twitternden Bäumen“ einzurichten. Damit wollen sie herausfinden, welche Baumarten für welches Klima geeignet sind.

Von Eckart Granitza | DER TAGESSPIEGEL

Er bietet dem Menschen Erholung, liefert Holz, frische Luft und Grundwasser, sorgt für Artenvielfalt und kühlt das Klima. Doch der Wald, wie ihn die Deutschen lieben, ist in Gefahr. Mit dem Klimawandel wird für viele Bäume ein starker Trockenstress einhergehen, der ihren Fortbestand gefährden kann.

Naturschützer fordern deshalb, die Wälder naturnaher zu gestalten. Allerdings sind heute in Deutschland nur noch 0,3 Prozent des Waldes so naturbelassen, dass er sich völlig ungestört vom Menschen entwickelt. Der Großteil der 11,4 Millionen Hektar Waldfläche Deutschlands sind Wirtschaftswälder, die nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Bewirtschaftung durch den Menschen über die letzten Jahrhunderte erhalten blieben. Das wirtschaftliche Interesse hat den Wald vor der Abholzung und Umwandlung in Nutzflächen bewahrt.

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Krokodilsbisse statt Vormenschenspuren?

Vermeintliche Schnittspuren auf einem 2,5 Millionen Jahre alten Huftierknochen aus Äthiopien. © PNAS
Kannten die Vormenschen doch noch keine Steinwerkzeuge? Eine neue Studie weckt erhebliche Zweifel an den vermeintlich frühesten Werkzeugspuren unserer Vorfahren. Denn die gut drei Millionen Jahre alten Knochenkerben könnten auch von Krokodilsbissen stammen, wie die Forscher belegen. Dafür spreche sowohl die Form der Bisspuren an den Knochen als auch der Fund von Krokodilsknochen in unmittelbarer Nähe der Vormenschenrelikte.

scinexx

Wann begannen unsere Vorfahren erstmals, Werkzeuge zu nutzen? Diese Frage scheint heute strittiger denn je. Zwar galt der vor rund 2,5 Millionen Jahren lebende Homo habilis lange als der erste Werkzeugmacher unter den Hominiden. Doch inzwischen haben Forscher sowohl am Turkanasee in Kenia als auch in Dikika in Äthiopien mehr als drei Millionen Jahre alte Schnittspuren an Knochen entdeckt, die auf eine Werkzeugnutzung schon bei Vormenschen wie dem Australopithecus hinzudeuten schienen.

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Missbrauch: „Kirche hat die Täter geschützt“

Am 16. Oktober hat ein Gutachten, das das Bistum Hildesheim in Auftrag gegeben hat, festgestellt: Peter R. soll als Religionslehrer im Bistum in elf Fällen Schüler missbraucht haben. Diese Zahl zumindest konnte ihm nachgewiesen werden, Experten gehen aber von einer deutlich höheren Zahl aus.

Interview Anette Deutskens | NDR.de

Matthias Katsch, 54, ist Sprecher der Betroffeneninitiative Eckiger Tisch. Auch er wurde zwischen seinem 13. und 14. Lebensjahr von Priester Peter R., damals sein Religionslehrer am katholischen Canisiuskolleg in Berlin, sexuell missbraucht. 2010 machten er und andere ehemalige Mitschüler den Missbrauch öffentlich. Insgesamt nannten 41 ehemalige Schüler Peter R. als Täter. Peter R. arbeitete zwischen 1982 und 2003 in verschiedenen Gemeinden im Bistum Hildesheim. Er wurde für seine Taten nie strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, die Kirche leitete trotz Aussagen von Opfern bis 2010 keine Ermittlungen ein. Als sich von 2010 an immer mehr Opfer meldeten, waren die Taten bereits verjährt. NDR.de hat mit Katsch über seine Sicht zum Gutachten und zum Umgang der Kirche damit gesprochen.

Wie ist Ihre Erinnerung an Priester Peter R.?

Matthias Katsch: Ein sehr großer Mann, übergewichtig, schon damals. Ich denke, das hat sich nicht geändert. Eher ungepflegt, Brillenträger mit Sehfehler. Kein attraktiver Mann, wenn man so will. Aber er hatte eine gewinnende Art im Umgang mit Jugendlichen. Wobei es auch Jungen gab, die ihn ganz heftig abgelehnt haben, damals schon. Aber ich glaube, er wäre nicht so „erfolgreich“ gewesen, wenn er es zum Beispiel in seiner Sprache nicht geschafft hätte, Zugänge zu uns jungen Menschen zu finden.

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UN-Menschenrechtsausschuss für „Entkriminalisierung“ der Abtreibung

Frauen sollten Zugang zu Abtreibungen haben, die sie sich auch finanziell leisten können. Das fordert der Ausschuss in einem Kommentar zum UN-Zivilrechtspakt, der derzeit erarbeitet wird.

kath.net

Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen (CCPR) hat sich für eine „Entkriminalisierung“ der Abtreibung ausgesprochen. Die Lebensschutzorganisation Center for Family & Human Rights (C-FAM) wirft dem Ausschuss deshalb vor, damit Ungeborenen das Recht auf Leben abzusprechen und ein Recht auf Abtreibung einführen zu wollen.

Der CCPR arbeitet an einem Kommentar zum Abschnitt 6 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, der das Recht auf Leben betrifft. Der auch UN-Zivilpakt genannte völkerrechtliche Vertrag ist von 168 Staaten ratifiziert worden. Der Kommentar des CCPR ist rechtlich nicht bindend. Da der Ausschuss die Umsetzung des UN-Zivilpaktes in den Unterzeichnerländern überwacht, wird ein Kommentar dieses Gremiums Gewicht haben, schreibt Stefano Gennarini von C-FAM.

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Saudi-Arabien hebt Konflikt mit Iran auf die nächsten Stufe

Saudi-arabischer Außenminister al-Jubeir mit US.Außenminister Tillerson im März 2017. Bild: state.gov
Adressat der Drohungen sind die Hizbollah, die libanesische Regierung und Iran

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Das Schweigen in der US-Regierung ist erstaunlich. Aus Riad kommen laute Ansagen Richtung Iran und auch dem Libanon, die in den Medien als „Kriegserklärungen“ gewertet werden und im Umkreis des US-Präsidenten bleibt es still. Bislang gab es noch keine Erklärungen dazu vom US-Außenminister Tillerson oder vom Pentagon-Chef Mattis.

Nur Präsident Trump äußerte sich. Über Twitter teilte er mit, dass er großes Vertrauen in König Salman und den Kronprinzen von Saudi-Arabien habe. „Sie wissen genau, was sie tun.“

Sie machen Kriegspolitik mit Drohungen. Auf eine „Beinahe-Kriegserklärung“ der saudischen Koalition an Iran vom Montag (siehe: Raketenangriff: Saudi-arabische Koalition spricht von einem möglichen Kriegsakt, folgten gestern weitere Androhungen Richtung Iran sowie eine Erklärung, die auch die libanesische Regierung für einen Kriegsakt verantwortlich macht, wie der Spiegel gestern berichtete:

„Wir werden die Regierung des Libanon wegen der Hisbollah-Miliz als eine Regierung betrachten, die Saudi-Arabien den Krieg erklärt“, sagte der saudi-arabische Golfminister Thamer al-Sabhan im TV-Sender Al-Arabiya.

Spiegel online

Der saudi-arabische Außenminister al-Jubeir gab dem US-Sender CNN ein Interview, in dem er erneut davon sprach, dass man den Raketenangriff als Kriegsakt sehe („We see this as an act of war“) und „ohne Zweifel“ Iran dahinterstecke:

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Bald Verbot religiöser Symbole auf der Richterbank?

Kruzifix Saal 600, Bild: bb

Vom Kopftuch bis zum offen getragenen Kreuz: für Richter und Staatsanwälte in Bayern könnte „religiös oder weltanschaulich motivierte Kleidung“ bald verboten sein. Und das Kruzifix hinter der Richterbank?

evangelisch.de

Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) will religiöse Symbole auf der Richterbank verbieten. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, „ein Richter oder Staatsanwalt könne sich von etwas anderem leiten lassen als von Gesetzen in unserem Land“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag). Die geplante Reform solle für Symbole sämtlicher Religionen gelten – vom Kopftuch bis zum offen getragenen Kreuz. An der Wand hängende Kruzifixe seien jedoch nicht betroffen.

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Untersuchung nach Todesdrohungen gegen „Charlie Hebdo“

Ausgabe vom 01.11.2017. Bild: ©Charlie Hebdo
Provokante Karikatur zum Fall des Islamwissenschaftlers Tariq Ramadan

derStandard.at

Das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ hat wegen Todesdrohungen die Justiz eingeschaltet. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete nach einer Anzeige Vorermittlungen wegen Todesdrohungen und Rechtfertigung eines Terroraktes ein, wie am Montagabend aus Justizkreisen bestätigt wurde.

Islamisten hatten im Jänner 2015 einen Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ verübt und zwölf Menschen ermordet. Laut französischen Medien hatten manche Nutzer sozialer Netzwerke mit Drohungen auf die jüngste Titelseite des Magazins reagiert.

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Bibelfundamentalisten und Vatikan – spirituelle Union mit dem Antichristen

Thomas Schirrmacher und der Botschafter der Evangelischen Allianz am Vatikan, Johnson: „Uns wurde vorgeworfen, in eine spirituelle Union mit dem Antichristen einzutreten“.

kath.net

„Uns wurde vorgeworfen, in eine spirituelle Union mit dem Antichristen einzutreten“, „einige Evangelikale weigerten sich, an Treffen mit uns teilzunehmen, weil wir Papst Franziskus die Hand gegeben haben.“ Das schreiben Bischof Thomas Schirrmacher, stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, sowie Thomas K. Johnson (Rom), Botschafter der Evangelischen Allianz beim Vatikan, in einem Grundsatzbeitrag. Das berichtete die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Eine respektvolle Zusammenarbeit mit Vertretern der katholischen Kirche sei nötig, dies bedeute aber nicht, eigene theologische Überzeugungen aufzuweichen oder zu ändern, vertraten die beiden Autoren des Textes weiter. Sie betonten, dass man eng mit Vertretern anderer Konfessionen befreundet sein und trotzdem skeptisch gegenüber einzelnen theologischen Auffassungen bleiben könne. Doch sei das Zeigen innerchristlicher Geschlossenheit nötig, um auch Außenstehende auf den christlichen Glauben und die Botschaft der Bibel aufmerksam zu machen.

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Können Nanoröhrchen Krebs auslösen?

Lange, dünne Kohlenstoff-Nanoröhrchen verhalten sich im Körper offenbar genauso wie Asbestfasern. © Jack/ CC-by-sa 3.0
Gefährlich wie Asbest? Möglicherweise können lange, dünne Nanoröhrchen beim Einatmen ähnlich krebserregend wirken wie Asbest. In Versuchen mit Mäusen verursachten die Nanofasern zunächst chronische Entzündungen im Brustfell, dann entstanden bei bis zu einem Viertel der Tiere Krebstumore. Wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten, waren dabei die zellulären Prozesse und die Krebsrate genauso wie beim Asbest.

scinexx

Von Asbest ist schon länger bekannt, dass es Mesotheliome, eine bestimmte Form von Bindegewebstumoren, verursachen kann. Die dünnen, langen Fasern dringen dabei tief in das Lungengewebe ein und gelangen sogar in die äußere Umhüllung des Organs, das Mesothelium. Dort provozieren sie eine Entartung der Zellen und damit Krebs. Vor wenigen Jahren zeigten Experimente dann, dass auch Kohlenstoff-Nanoröhrchen im Körper ein ähnliches Verhalten zeigen wie Asbest.

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Gekaufte Forschung: Wie Monsanto Wissenschaftler beeinflusst hat

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Ein Toxikologe veröffentlicht einen Aufsatz über die Risiken von Glyphosat, doch dann hagelt es kritische Leserbriefe.
  • Im Nachhinein zeigt sich, dass die Leserbrief-Aktion vom Unternehmen offenbar geplant war.
  • Später wird der Aufsatz zurückgezogen.

Von Christina Berndt, Silvia Liebrich | Süddeutsche Zeitung

Erst kam ein Leserbrief, dann ein zweiter, am Ende waren es 25. Die Absender stammten aus 14 Ländern, und nach allem, was sich aus den Unterlagen eines Gerichtsverfahrens in Kalifornien herauslesen lässt, landeten die 25 Briefe nicht zufällig auf dem Tisch des Fachmagazins Food and Chemical Toxicology. Sondern sie wurden offenbar vom US-Konzern Monsanto mitinitiiert, um die Studie eines Wissenschaftlers in Zweifel zu ziehen, der über die Risiken von Roundup geschrieben hatte, einem Pflanzenschutzmittel von Monsanto, das vor allem Glyphosat enthält.

Verfasst hatte diese kritische Untersuchung der französische Toxikologe Gilles-Eric Séralini. Er hatte bei Fütterungsstudien an Ratten etwa Beunruhigendes herausgefunden: Tiere, die mit Roundup gespritzten Mais fraßen, erkrankten schneller und mit größerer Wahrscheinlichkeit an Krebs als Tiere ohne Roundup im Futter. Séralinis Arbeit wurde am 19. September 2012 publiziert, zuvor hatte die Arbeit den üblichen Begutachtungsprozess durch andere Wissenschaftler durchlaufen, das sogenannte „Peer-Review-Verfahren“. Doch kurz nach der Veröffentlichung brach ein Sturm der Entrüstung von Glyphosat-freundlichen Wissenschaftlern los.

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Abdel-Samad warnt vor politischem Islam in Deutschland

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad spricht Islam-Verbänden ab, für viele Muslime zu sprechen.

DIE WELT

  • „Ditib ist keine religiöse Gemeinschaft, sondern der verlängerte Arm der Türkei“, sagt der Politikwissenschaftler.
  • Der politische Islam nutze Grauzonen im Grundgesetz aus, um seine Infra- und Machtstrukturen auszubauen.

Der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad warnt vor dem politischen Islam. Bei den Gesprächen mit Islamvertretern setzten die Kirchen in Deutschland zu sehr auf Verbände wie etwa die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), kritisierte Abdel-Samad am Montagabend in Passau: „Ditib ist keine religiöse Gemeinschaft, sondern der verlängerte Arm der Türkei in Deutschland.“

Das Ziel dieses politischen Islam sei „niemals die Integration der Muslime“. Dieser verstecke sich hinter den Kirchen und nutze Grauzonen im Grundgesetz aus – manchmal mithilfe der Kirchen -, um seine Infra- und Machtstrukturen auszubauen.

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Kirche kritisiert frühen Start von Weihnachtsmärkten

In Darmstadt eröffnet der Weihnachtsmarkt am 20. November. Foto: Alexander Heinl (dpa)
In Hessen öffnen einige Weihnachtsmärkte schon vor Totensonntag. Die evangelische Kirche rügt das und schlägt vor, die Märkte nach Weihnachten länger zu öffnen.

Frankfurter Rundschau

Der frühe Beginn einiger Weihnachtsmärkte sorgt in Hessen für Diskussionen. Dabei geht es um Starttermine vor dem Totensonntag am 26. November. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) kritisierte die „künstliche Ausweitung der Adventszeit“. Der Totensonntag sei eine kulturelle Errungenschaft und solle entsprechend gewürdigt werden. „Die Gefahr ist, dass wir sonst irgendwann soweit sind, dass es Schoko-Osterhasen zum Glühwein gibt“, sagte ein Sprecher am Montag.

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Was tun, Spinoza?

Spinoza Denkmal in Amsterdam Bild: BB

Welche politischen Ideen sind besonders dafür geeignet, uns in einer Welt, die Kopf zu stehen scheint, Halt und Orientierung zu stiften? Das haben wir Denkerinnen und Denker in den vergangenen Wochen gefragt. Heute erklärt uns Rainer Mühlhoff die Affektenlehre Spinozas.

Von Rainer Mühlhoff | Deutschlandfunk Kultur

Die Person

Spinoza ist ein 1632 in Amsterdam geborener Philosoph, der einer portugiesisch-jüdischen Diaspora-Gemeinde angehört. Er entstammt einer Fernhandelskaufmannsfamilie und hat dann auch erstmal in dem Unternehmen seines Vaters mitgearbeitet und es dann auch übernommen.

Gleichzeitig hat er sich aber schon als Jugendlicher sehr stark mit Philosophie beschäftigt und wurde dadurch so glaubens- und religionskritisch, dass er schon mit 23 Jahren aus der jüdischen Synagoge verbannt wurde. Und dann hat er sich als Linsenschleifer niedergelassen, um davon leben zu können und nebenbei Philosophie zu machen.

Die Theorie

Ich würde sagen, sein Denken ist grundsätzlich geprägt von einem unerschütterlichen Glauben an die Einsichtskraft der Vernunft jedes einzelnen Menschen. Spinoza wurde erst in den letzten zehn, zwanzig Jahren wieder verstärkt entdeckt, und zwar, ausgehend von seiner sogenannten Affektenlehre, das heißt seiner Theorie der Gefühle und Emotionen. Die Affektenlehre, die eng mit einer Ethik verbunden ist, die nämlich davon getragen ist, dass Affekte etwas sind, was wir potentiell rational verstehen können.

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Guérot, Menasse: „Die Katalanen sind Europäer, die Nationalisten sitzen in Madrid“

Kundgebung am Tag der Unabhängigkeitserklärung vor dem Regierungssitz. Bild: Sandra Lázaro/eldiario.es/CC BY-SA-3.0
Die Perspektive muss aber die spanische Republik und nicht ein katalonischer Nationalstaat sein – Ein Kommentar

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Wie geht es weiter mit der katalonischen Unabhängigkeit, nachdem die Madrider Zentralregierung ihre Drohung wahrgemacht hat und mittels Aktivierung des Paragraphen 155 die katalonische Regierung abgesetzt hat? Die Bildung einer De-Facto-Exilregierung durch einen Teil dieser Regierung, von manchen auch als Flucht ins Ausland bewertet, scheint weniger ein langfristiger Plan der katalonischen Autonomieregierung gewesen zu sein. Es ist viel wahrscheinlicher, dass ein großer Teil der Bewegung überrascht war, dass die spanische Regierung in relativ kurzer Zeit die Gegenmaßnahmen umsetzte. Sie haben sich wohl eher auf einen längeren Prozess eingestellt, was den Autonomisten die Möglichkeit gegeben hätte, ihre Basis zu stabilisieren und erweitern.

Spätestens durch die Anwesenheit von Teilen der Autonomieregierung in Brüssel ist die Frage der katalonischen Autonomie zu einer europäischen Frage geworden. Genau das wollen große Teile des EU-Etablissements noch immer verhindern. Es hat sich fast unisono hinter die spanische Nationalregierung gestellt und brachte es mehrheitlich nicht einmal fertig, die Repression zu kritisieren, mit dem die Abstimmung in Katalonien eingegrenzt werden sollte.

Das ist auch ein besonderer Beweis der EU-Lebenslüge, angeblich überall im EU-Raum für die Einhaltung der Menschenrechte einzutreten. In Wirklichkeit verfolgt sie unter dem Deckmantel der Einhaltung der sogenannten Werte der EU die Interessen des Hegemons Deutschland. Deswegen reagieren die EU-Gremien gegen Menschenrechtsverletzungen der nicht besonders deutschfreundlichen polnischen Regierung zumindest auf der akklamatorischen Ebene scharf, während sie im Falle der deutschfreundlichen spanischen Regierung nicht einmal den Zeigefinger erheben

. Das kann aber nur empören, wer davon ausgeht, dass Politik von Werten und nicht Interessen bestimmt ist. Zu diesen Utopisten einer europäischen Ideologie gehören die die Publizisten Robert Menasse und Ulrike Guerot, die die europäische Autonomiebewegung in ihr Konzept eines EU-Nationalstaates einordnen wollen. Dabei kommt ihnen gelegen, dass diese Autonomiebewegung so deutlich ihre Pro-EU-Position aufrecht erhält, obwohl ihr von genau dieser EU-Bürokratie die kalte Schulter gezeigt wurde. Als Replik auf einen Beitrag des Historikers Heinrich August Winkler im Spiegel betonten Menasse und Guerot die Künstlichkeit sämtlicher Nationalstaaten, also auch derjenigen, die Teil der EU sind.

Diese Nationalismuskritik ist richtig und wichtig, würde sich natürlich aber sowohl gegen die Verfechter der bereits existierenden wie der neu zu gründenden Nationalstaaten richten, also sowohl gegen Spanien wie auch gegen Katalonien. Doch die beiden Autoren nehmen scheinbar gar nicht ernst, dass die Autonomisten einen eigenen Staat mit allen, was dazu gehört, gründen wollen. Für sie sind sowohl die autonomistischen Schotten wie die Katalonen die eigentlichen Europäer.

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Neuer Archäologiepreis an Evolutionsbiologen Dawkins

Ein mit 10 000 Euro dotierter und erstmals verliehener Preis des Forschungsmuseums Monrepos in Neuwied geht an den Evolutionsbiologen Richard Dawkins. Der Brite erhält den Preis für den Einfluss seiner Forschung auf das Verständnis der menschlichen Verhaltensevolution. Vergeben wird der Preis namens Human Roots Award an diesem Freitag, wie das Archäologische Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution (Monrepos) am Montag mitteilte.

T-Online

Künftig soll die Auszeichnung jährlich an Archäologen oder Wissenschaftler aus Nachbardisziplinen vergeben werden, die zum Verständnis der menschlichen Evolution beigetragen haben. Begleitet wird die Verleihung von einem Arbeitstreffen von Wissenschaftlern. Der Preisträger wird mehr als eine Woche zu Gast in Neuwied sein.

Besuch von Ungarns Regierungschef Orban in Wittenberg umstritten

Der am Montag geplante Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban in Wittenberg ist auf Kritik gestoßen. Der SPD-Europaabgeordnete Arne Lietz erklärte, er erwarte von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) klare Aussagen zu Religionsfreiheit, Toleranz und Antisemitismus gegenüber dem Besucher.

evangelisch.de

Lietz, der auch Sprecher der Christen in der SPD ist, stellte vor dem Lutherhaus in Wittenberg ein Fahrrad mit Schrifttafeln auf, um seine Position auf Deutsch und auf Ungarisch deutlich zu machen. Orban wollte am Montag gemeinsam mit Haseloff die am Sonntag zu Ende gegangene Ausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ im Augusteum ansehen.

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Tschüss, Pille: Wie ich per Computer verhüte

Der Verhütungscomputer Daysy wird zur Auswertung mit dem Smartphone verbunden © M.I.S.S. GmbH
Immer mehr Frauen wollen nicht langfristig die Pille einnehmen – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die Auswahl an alternativen Verhütungsmethoden war allerdings lange nicht so groß, wie gern behauptet wurde. Das beginnt sich gerade zu ändern.

Von Wiebke Tomescheit | stern.de

Wer nicht die Pille nehmen will und auch sonst keine Lust auf hormonelle Verhütung hat, oder wem ein Kondom als alleiniger Schutz nicht reicht, der hat ein Problem. Lange waren die Alternativen überschaubar und wenig ansprechend. Denn was bleibt da übrig?

Die Spirale, die lange nur Frauen empfohlen wurde, die schon Kinder geboren hatten. Diaphragmen oder Pessare, für die man den Akt unterbrechen muss, um mit den Fingern Dinge in Richtung Muttermund zu schieben und dann auch noch spermizides Gel hinterherzuschicken. Wenn dann noch Romatik übrig ist – herzlichen Glückwunsch! Scheidenzäpfchen oder Schwämme, die nicht nur als unsicher gelten, sondern deren spermientötendes Sekret auch die Schleimhaut der Scheide angreift. Frauenkondome, sogenannte Femidome, die für alle Beteiligten deutlich sichtbar sind, knistern und leicht verrutschen können.

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Wartenberg-Potter: „Grüne Reformation“ gegen Klimawandel

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Die Kirche müsse auch theologisch darauf vorbereitet sein, dass der Mensch nicht die Krone der Schöpfung sei

EKD

Die frühere nordelbische Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter fordert eine „grüne Reformation“. Das Klima ändere sich nachweislich durch den Umgang des Menschen mit der Natur, sagte die evangelische Theologin am 4. November in der Kölner Christuskirche beim Politischen Nachtgebet. Die Kirche müsse auch theologisch darauf vorbereitet sein, dass der Mensch nicht die Krone der Schöpfung sei, sondern „nur ein Teilnehmer am Netzwerk Leben, ein Mitgeschöpf im planetarischen Ganzen“.

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Watch the Casting of a Giant Mirror for the First Extremely Large Telescope

Glass laid in the mirror mold. Image: Giant Magellan Telescope Organization
A look inside the Mirror Lab, where astronomers go when they need some serious glass.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Galileo didn’t invent the telescope, but he may as well have. Prior to the Italian polymath’s foray into optics, astronomers were relying on telescopes that only magnified objects three times—not great when your job is looking at celestial objects that are millions of miles away. Within a year of making his first telescope in 1609, Galileo had modified the device so that it could magnify objects by a factor of twenty, an improvement that facilitated some of the most important discoveries in early astronomy, such as four Jovian moons and the existence of sunspots.

Today, astronomers are just as dependent on telescopes to observe the cosmos, although the complexity and sheer size of modern telescopes would make them inscrutable to Galileo. At the forefront of modern telescopy is the Giant Magellan Telescope, the first device in a new class of ground-based optical instruments appropriately named „Extremely Large Telescopes.“

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