Was tun, Spinoza?


Spinoza Denkmal in Amsterdam Bild: BB

Welche politischen Ideen sind besonders dafür geeignet, uns in einer Welt, die Kopf zu stehen scheint, Halt und Orientierung zu stiften? Das haben wir Denkerinnen und Denker in den vergangenen Wochen gefragt. Heute erklärt uns Rainer Mühlhoff die Affektenlehre Spinozas.

Von Rainer Mühlhoff | Deutschlandfunk Kultur

Die Person

Spinoza ist ein 1632 in Amsterdam geborener Philosoph, der einer portugiesisch-jüdischen Diaspora-Gemeinde angehört. Er entstammt einer Fernhandelskaufmannsfamilie und hat dann auch erstmal in dem Unternehmen seines Vaters mitgearbeitet und es dann auch übernommen.

Gleichzeitig hat er sich aber schon als Jugendlicher sehr stark mit Philosophie beschäftigt und wurde dadurch so glaubens- und religionskritisch, dass er schon mit 23 Jahren aus der jüdischen Synagoge verbannt wurde. Und dann hat er sich als Linsenschleifer niedergelassen, um davon leben zu können und nebenbei Philosophie zu machen.

Die Theorie

Ich würde sagen, sein Denken ist grundsätzlich geprägt von einem unerschütterlichen Glauben an die Einsichtskraft der Vernunft jedes einzelnen Menschen. Spinoza wurde erst in den letzten zehn, zwanzig Jahren wieder verstärkt entdeckt, und zwar, ausgehend von seiner sogenannten Affektenlehre, das heißt seiner Theorie der Gefühle und Emotionen. Die Affektenlehre, die eng mit einer Ethik verbunden ist, die nämlich davon getragen ist, dass Affekte etwas sind, was wir potentiell rational verstehen können.

weiterlesen