Der osmanische Kronprinz brachte seine Brüder einfach um


Sultan Mehmed II. erhob den Prinzenmord zum Gesetz Quelle: Wikipedia/Topkapi Palace/Public Domain
Säuberungen, wie sie jetzt die Prinzen Saudi-Arabiens treffen, wurden schon bei den türkischen Osmanen praktiziert. Eines war aber anders: Wer nicht an die Macht kam, wurde Opfer eines Massakers.

Von Florian Stark | DIE WELT

Die Worte, mit denen der saudi-arabische Kronprinz Mohammed Bin Salman vor wenigen Tagen die Festnahme von elf Prinzen sowie einiger Dutzend Ex-Minister begründete, waren vielsagend: „Einige schwache Seelen“ hätten ihre Interessen über die Interessen der Öffentlichkeit gestellt, „um illegal Gelder anzuhäufen“, hieß es. Wer gegen „schwache Seelen“ vorgeht, muss stärker als sie sein, lautet eine Botschaft. Sie ist so alt wie die Institution, die die Dynastie der Saud zu ihren – geschätzt – 5000 bis 7000 Prinzen gebracht hat.

Der königliche Harem in muslimischen Regimen produzierte ganze Heerscharen von Halbbrüdern. Im Falle der Sauds dürfen sich die „Schwachen“ glücklich schätzen, mit einer Gefangennahme und – bislang – Hausarrest in einem Luxushotel in der Hauptstadt Riad davongekommen zu sein. Die türkische Dynastie der Osmanen, zu deren Imperium Saudi-Arabien über Jahrhunderte hinweg gehört hat, entwickelte eine andere Lösung für das Problem: Der siegreiche Prinz brachte alle brüderlichen Konkurrenten einfach um.

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