Margot Käßmann: Dodo des Monats Oktober


Dodo des Monats Oktober 2017 ©HFR

Halloween, alte heidnische Tradition mit einer ganz dünnen Decke des Christentums. Die katholischen Iren brachten das Fest, als Einwanderer, in die USA. Einer der christlichen Fixpunkte der Nacht der Geister und Dämonen ist das Hochfest Allerheiligen der Katholiken. Gedenkt man dort an die armen Seelen die im Fegefeuer schmoren. Irdisches Leid als transportierte Strafe über den Tod hinaus. Die Enzyklopädia Britannica leitet Halloween von den Kelten her ab. Das Ende des Sommers, das Vieh kehrte von den Weiden in die Ställe zurück. Freudenfeuer, Knochenfeuer, genährt aus den Knochen des Schlachtviehs um die Vorräte für den Winter anzulegen. Wahrsagerei war üblich, zumal das Jahr der Kelten im November begann, Halloween ein Freudenfest. Die Kirche war dagegen, obwohl nur im Bereich der katholischen Kirche in Großbritannien gefeiert wurde. Bibelfundamentalisten sehen in Halloween gar den Teufel am Werk. Geblieben sind um die Häuser ziehende Kinder, verkleidet wie zu Karnevalszeiten erbetteln sie sich Süßigkeiten an den Haustüren.
Halloween am Reformationstag, da geht Käßmann jedweder Humor verlustig, bei der Verteilung dessen scheint sie eh etwas zu kurz gekommen sein. Da kommt der Aufschrei: „Kommerz.“ Für sie nur negativ konnotiert, sofern dem von ihr geliebten Luther nicht gehuldigt wird. Diese Kinder kümmern sich einen Dreck um den fetten Pfaffen.
Käßmann, das ist sicher lebt in einer anderen Welt, einer anderen Realität, fast eifersüchtig geht sie gegen Kritik an Luther und an der Party zum 500. Luther-Jubiläum vor. Egal wer, sie beißt sofort. Sie hätte die Worte ihres Meister verinnerlichen sollen:

[…]daß das Weib geschaffen ist zur Haushaltung, der Mann aber zur Policey, zu weltlichem Regiment, zu Kriegen und Gerichtshändeln, die zu verwalten und zu führen.“ zitiert nach Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 42

Kommen wir zur evangelischen Geldgier zum Reformationsjubiläum, die jede Halloween-Party zum lausigen Mineralwasserbesäufnis werden lässt.
Nehmen wir die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen, dort dürften die meisten Luther-Events stattgefunden haben.
In Sachsen-Anhalten gehören 12,7% der Bevölkerung der evangelischen Kirche an. Nebenbei, 80% sind konfessionlos. Das Land gibt zur Käßmannschen Lutherparty 80 Millionen Euro aus. Allein die Sanierung des Wittenberger-Schloßkomplexes hat den Steuerzahler 32,8 Millionen Euro gekostet. Nach Fertigstellung erfolgte die Übergabe an die evangelische Kirche. Wie blöd muss man in Sachsen-Anhalt sein, auch konfessionslos-blöd, CDU zu wählen und parasitäres Pfaffentum zu unterstützen. Wieviel Halloween-Parties könnte man denn allein von den Kosten in Wittenberg durchführen, einschließlich der Restauration der „Judensau“, die nach den Todeslagern der Nazis noch als kultureller Höhepunkt der Stadt gesehen wird.

In Thüringen ist es ähnlich. 68% der Bevölkerung sind konfessionslos, 22,2% evangelischen Glaubens. Das Land hat rd. 60 Millionen Euro in die Luther-Sause investiert.  Der evangelische Christ Bodo Ramelow spricht selbst von Investitionen. Kommerz? Welch garstiges Wort. Luther ist Handelsmarke, jeder will an Luther verdienen, Touristen locken mit Luther-Bier, Luther-Brote, Luther-Playmobil. Es geht ums Geld, verdienen mit Luther.

Kommerz, ursprünglich „Geschäftsleben“ (von lat.: commercium, „Handel“, aus cum „mit(einander)“ und merx „Handelsgut“, über das frz. commerce),[1] wurde teilweise bis ins beginnende 20. Jahrhundert in der ursprünglichen Bedeutung als Synonym für Handel verwendet. Davon abgeleitet war im Deutschen Reich und ist in Österreich der Titel Kommerzienrat. Meyers Konversations-Lexikon erachtete 1888 den Begriff für veraltet.[2]

Heute wird der Ausdruck meist abwertend im Sinne eines allein auf Gewinnerzielung gerichteten Interesses verwendet.[3][4] Im Gegensatz dazu wird „nichtkommerziell“ als „ohne Gewinnerzielungsabsicht“ verwendet und oft als positives Merkmal für ehrenamtliche, uneigennützige oder lediglich kostendeckende Aktivitäten von Privatpersonen, Vereinen und Gruppierungen herausgestellt.Wikipedia

Der zweite Teil ist jener den Käßmann auf Halloween angewendet haben möchte. Sich und ihre Kirche geriert sie als nützlich, als gemeinnützlich. Wir wissen nicht, wieviele kleine Firmen zur Struktur der evangelischen Kirche gehören und sich an der Party satt machen wollten.
Sind eine Milliarde Euro in die Lutherdekade geflossen? Ein Drittel davon von der Kirche, den Rest hat der Steuerzahler in irgendeiner Form beglichen. Der ganze Lutherkommerz der Evangelischen Kirche in Deutschland ist banal, albern und erbärmlich, wie die Botschafterin, die 10 Jahre lang ein Lutherbild in der Welt verbreitete, ohne auch nur etwas vom Glauben nahe zu bringen. Religiös-spirituell war die Party ein Versager. Da im Merkelschen Protestantismus transparente Demokratie unmöglich ist, respektive vor dem Bundesverfassungericht erstritten werden muss, werden wir wohl eine Bilanz, nicht zu sehen bekommen, der Steuerzahler hat ein Recht darauf.

Die kognitiven Dissonanzen der Margot Käßmann gipfeln in dem Satz:

„Mir tut das leid, denn Luther wollte uns ja nun gerade von der Angst vor Geistern befreien.“Margot Käßmann, stern.de

Luther höchstselbst hat die beste Antwort darauf

„Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“
Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551

Hexenwahn, Ketzervertilgung, Luther war ein Meister darin.

„Die Heiligenlegenden entlarvte Luther als Märchen. An den Bibellegenden hielt er fest; am Teufelsglauben auch; am Hexenwahn auch; an der Ketzervertilgung auch; am Antisemitismus auch – am Kriegsdienst, an der Leibeigenschaft, den Fürsten. Man nennt es: Reformation.“ (Karlheinz Deschner)

Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

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