Missbrauchsskandal: Ruhrbistum ließ Personalakten aller Priester untersuchen

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck will die Aufklärung des Missbrauchsskandals in der Katholischen Kirche weiter vorantreiben. Eine Rechtsanwaltskanzlei durchforstete im Auftrag des Ruhrbistums die Personalakten aller noch lebenden Priester.

RP ONLINE

Im Bemühen um die Aufklärung sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch Priester hat das Ruhrbistum die Personalakten aller noch lebenden Priester und Diakone extern untersuchen lassen. Die beauftragte Kölner Rechtsanwaltskanzlei Axis fand dabei in 17 der 1549 untersuchten Akten bisher unbekannte Hinweise auf Missbrauch oder Grenzverletzungen. Ihnen ist das Bistum Essen nach eigenen Angaben inzwischen nachgegangen. Es habe sich kein weiteres Verfahren daraus ableiten lassen, teilte das Bistum am Donnerstag bei der Vorlage des Abschlussberichts in Essen mit. In den Personalakten der 85 Diakone hätten die Prüfer nichts Auffälliges entdeckt. Anlass für die externe Prüfung war die Aufdeckung eines Missbrauchsfalls bei einer bereits über fünf Jahre zurückliegenden internen Überprüfung der Akten.

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Was Schlafmangel mit unserem Gehirn macht

Übermüdet am Arbeitsplatz: Schlafmangel macht uns unkonzentriert und führt häufig zu Fehlern. © UCLA
Übermüdetes Gehirn: Schlafmangel kann uns vergesslich, unkonzentriert und langsam machen – warum, haben Forscher nun herausgefunden. Demnach scheint zu wenig Schlaf die Aktivität von Neuronen in bestimmten Hirnbereichen zu stören. Als Folge feuern diese Zellen schwächer als sonst und kommunizieren zudem nur verzögert miteinander. Offenbar verfallen sie in eine Art dösenden Zustand, während die Nervenzellen in anderen Regionen normal weiterarbeiten.

scinexx

Bekommen wir zu wenig Schlaf, spüren wir dies ziemlich schnell: Wir fühlen uns abgeschlagen, sind ungewöhnlich leicht reizbar und können uns kaum konzentrieren. Zudem kann uns eine schlaflose Nacht vergesslich machen und falsche Erinnerungenfördern. Das hat im Alltag mitunter weitreichende Folgen: So reagieren übermüdete Menschen beispielsweise beim Autofahren viel langsamer als sonst und geben bei der Polizei schlechte Augenzeugen ab.

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Sie dienten Gott und der Stasi

Logo des Ministeriums für Staatssicherheit, DDR(1990) Bild: PD

Um die Einwohner der DDR noch besser zu überwachen, hielt sich die Stasi zehntausende „Inoffizielle Mitarbeiter“. 86 von ihnen waren katholische Priester. Theologe Gregor Buß erklärt, warum sie dem Regime dienten.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Es war am 26. Juni 1969 um Punkt 15 Uhr, als der Leipziger Studentenpfarrer Clemens Rosner angsteinflößenden Besuch bekam. Die beiden Männer an der Tür brauchten nicht lange, um zu erklären, dass sie etwas gegen ihn in der Hand hatten. Im Fall einer Verweigerung hatte Rosner viel zu verlieren: Jahrelang hatte er Westliteratur und andere verbotene Waren in die DDR geschmuggelt und noch dazu Geldwäsche betrieben, um jedes Jahr 80.0000 Mark aus dem Westen an die klammen Studentengemeinden im Osten zu verteilen. Also willigte in regelmäßige Treffen mit den den Stasi-Mitarbeitern ein – und war fortan „IM Rose“.

IM Kreuz, IM Pater, IM Dom

Clemens Rosner ist einer von 86 Priestern, die in der DDR als „Inoffizielle Mitarbeiter“ für die Stasi spitzelten, wie der promovierte Theologe Gregor Buß jetzt in seinem Buch „Katholische Priester und Staatssicherheit“ aufdeckt. Einige von ihnen hatten geradezu sprechende Decknamen: „IM Dom“ hieß der eine, „IM Kreuz“ der nächste, auch ein ein „IM Pater“ in den Akten. Mehrere Tausend Seiten davon hat Buß durchgeackert, dazu persönliche Gespräche mit den Betroffenen geführt, um die  Verstrickung von katholischen Priestern in die Machenschaften der Stasi zu erforschen. Gesprächsbereit waren vor allem die harmloseren Fälle, wie der 38-jährige Forscher aus Deutschland, heute an der Hebräischen Universität Jerusalem als Postdoc arbeitet, im Gespräch mit katholisch.de berichtet.

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U-Boot-Deal: Netanjahu kann kaum noch dementieren

Unter Druck: Israels Premier Benjamin Netanjahu. Foto: rtr
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gerät wegen des umstrittenen U-Boot-Deals immer stärker unter Druck. Bereits zum fünften Mal rücken Beamte der Sondereinheit an.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Schon länger hatten die israelischen Korruptionsermittler um einen weiteren Vernehmungstermin in der Jerusalemer Premierresidenz gebeten. Weil der Hausherr zu beschäftigt mit den Regierungsgeschäften sei, mussten sie sich in Geduld üben. Am Donnerstag war es endlich soweit. Zum fünften Mal rückten die Beamten der Sondereinheit 443 an, um Premier Benjamin Netanjahu neues Verdachtsmaterial vorzuhalten.

Es scheint eng zu werden für Israels Regierungschef. Die seit bald einem Jahr bekannten Vorwürfe gegen ihn wegen Vorteilsannahme und versuchter Bestechung könnte er zwar politisch noch überleben. Dass sich „Bibi“, so sein Spitzname, im sogenannten „Fall 1000“ von einem Hollywoodmagnaten und anderen ausländischen Geschäftsleuten mit teuren Zigarren und kistenweise Champagner beschenken ließ, sehen ihm viele seiner Anhänger noch nach. Der „Fall 2000“ wiederum, zu dem die Ermittler ihn ebenfalls vernehmen wollten, kreist um unlautere Absprachen, die letztlich im Sande verliefen.

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Eines der ersten Boulevardblattopfer Österreichs: Darwin

(c) APA (IAN NICHOLSON/PA)
Banale Interpretationen österreichischer Massenblätter rissen die Theorie des britischen Naturforschers ungewollt in den Kulturkampf.

Die Presse.com

In Österreich gab es gerade gesellschaftliche und politische Umbrüche, als Charles Darwin die Evolutionstheorie formulierte. Das veränderte auch die Medienwelt, sagt der Kommunikationswissenschafter Josef Seethaler. So wurde seine Lehre zwar zunächst nüchtern betrachtet, bald aber für diverse Zwecke missbraucht, bis er starb – und verherrlicht wurde.

Seethaler hat untersucht, wie die damaligen österreichischen Zeitungen über Darwin schrieben. Sein erstes großes Werk „Über die Entstehung der Arten“ erschien 1859 in einer Phase repressiver Pressepolitik. Bald darauf gab es im Habsburgerreich aber die Pressefreiheit – und die Medienlandschaft explodierte gleichsam. All dies schlug sich in der Darwin-Berichterstattung nieder, erklärt er. Im Rahmen der Veranstaltung mit dem Titel „Darwin in Zentraleuropa“ referieren Forscher über die wissenschaftliche, weltanschauliche und populäre Rezeption der Evolutionstheorie im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

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François Jullien: „Es gibt keine kulturelle Identität“

François Jullien hält die Vorstellung von „Identität“ mit Blick auf Kulturen für einen grundsätzlichen Denkfehler. (imago/allOver; Suhrkamp)
Ist Europa christlich geprägt? Oder aber laizistisch? Beides! Sowohl Christentum als auch die Aufklärung seien europäische „Ressourcen“, sagt der französische Philosoph François Jullien. Mit seiner Denkfigur der „kulturellen Ressource“ wendet er sich gegen reaktionäre Fantasien.

Von Catherine Newmark | Deutschlandfunk Kultur

Von der Angst vor der Globalisierung als Triebkraft für den Aufstieg von Nationalismus und Rechtspopulismus in Europa und den USA ist in letzter Zeit viel die Rede gewesen. Von wirtschaftlichen Abstiegsängsten ebenso wie der Sorge, eigener kultureller Traditionen durch die Migrationsbewegungen verlustig zu gehen – als Motor für die immer lauter werdenden Forderungen nach einer Rückkehr zu geschlosseneren, homogeneren Gesellschaften, zu „unseren“ eigenen Traditionen und „Werten“ oder zu einer auf Abstammung beruhenden nationalen und kulturellen Identität.

Eine interessante Kritik am Kulturkampf hat nun der renommierte französische Philosoph und Sinologe François Jullien formuliert. „Es gibt keine kulturelle Identität“ stellt sein Essay bereits im Titel mit aller Deutlichkeit klar. Die philosophische Argumentation, mit der er diese Behauptung untermauert, ist begrifflich einigermaßen anspruchsvoll, aber sehr überzeugend.

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Menschliche Mini-Gehirne in Tiergehirne verpflanzt

Von Wissenschaftlern des UCLA Broad Stem Cell Research Center mit einer verbesserten Methode entwickeltes zerebrales Organoid, das geschichtetes neuronales Gewebe und verschiedene Gruppen neuronaler Stammzellen (blau, rot, magenta) zeigt, aus denen sich Nervenzellen (grün) bilden. Bild: UCLA Broad Stem Cell Research Center/Cell Reports
Im Labor aus induzierten pluripotenten Stammzellen gezüchtete „zerebrale Organoide“ verbanden sich mit den Tiergehirnen. Gibt es hier ethische Probleme?

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Vor vier Jahren berichteten Wissenschaftler um den Molekularbiologen Jürgen Knoblichvom Institut für Molekulare Biotechnologie, dass sie menschliche Minigehirne entwickelt haben. Diese zerebralen Organoide, die aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) entstehen und unterschiedliche Hirnareale bilden können, leben in Nährlösungen und haben als dreidimensionale Zellhaufen gerade einmal einen Durchmesser von 4 Millimetern.

Hintergrund der Forschung ist, damit ein In-vitro-Modell der Gehirnentwicklung zur Verfügung zu haben, an dem sich Erkrankungen studieren, Fehlbildungen erklären und Therapien erkunden lassen. Gerade in der Medikamentenforschung, beispielsweise gegen den Zika-Virus, wird viel mit In-Vitro-Modellen von Organen oder physiologischen Systemen gearbeitet. Versuche an Tieren, so genannte Tiermodelle von Schädigungen oder Erkrankungen des menschlichen Gehirns reichen dafür oft nicht aus. Zudem sind zerbebrale Organoide im Prinzip auch eine Möglichkeit, auf Tierversuche zu verzichten.

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„Erbsünde“: Neues Buch über Vatikan-Geheimnisse

Enthüllungsreporter Gianluigi Nuzzi. APA/AFP/Gabriel Bouys
Der italienische Enthüllungsreporter Gianluigi Nuzzi („Alles muss ans Licht“) befasst sich in seinem neuen Buch „Peccato originale“ (Erbsünde) mit mehreren noch offenen Rätseln im Vatikan.

religion.ORF.at

Vom spurlosen Verschwinden der jungen Emanuela Orlandi über den Tod von Johannes Paul I. bis zu Missbrauchsskandalen und einer einflussreichen „Schwulenlobby“ reicht die Bandbreite des kürzlich von dem italienischen Verlag Chiarelettere veröffentlichten Buchs.

Sieben Fragen

In den 352 Seiten seines neuen Werks versucht der Mailänder Journalist und Autor Nuzzi Antworten auf sieben Fragen zu finden, die den Vatikan seit vielen Jahren belasten. „Ist Papst Johannes Paul I. ermordet worden?“, „Wer hat die Vatikan-Bürgerin Orlandi entführt?“, „Warum geraten die von Benedikt XVI. und von Franziskus eingeleiteten Kurienreformen stets ins Stocken?“, „Was bremst den Wandel“, sind einige Themen, mit denen sich Nuzzi befasst.

„Um auf diese Fragen eine Antwort zu finden, bin ich drei roten Fäden gefolgt: Geld, Blut und Sex. Sie bilden ein dichtes Gewebe aus intransparenten Interessen, Gewalt, Lügen, Erpressungen und verhindern jeglichen Wandel im Vatikan“, berichtete Nuzzi im Gespräch mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“.

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Islamunterricht unter staatlicher Aufsicht

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Zwei islamische Verbände wollten einen eigenen Religionsunterricht einführen. Doch die Richter am OVG Münster haben das abgelehnt. Die richtige Entscheidung, meint Leo Flamm in seinem Kommentar.

Von Leo Flamm | WDR

Die Entscheidung der obersten Verwaltungsrichter ist deutlich ausgefallen. Sie sprechen den beiden klagenden islamischen Dachverbänden die Kompetenz und religiöse Autorität ab, in der gesamten islamischen Gemeinschaft reale Geltung zu haben – bis hinunter zu einzelnen Moscheegemeinden. So steht es in der kurzen Mitteilung des Oberverwaltungsgerichts. Eine Revision ist nicht zugelassen. Klarer geht’s kaum, und das ist gut so.

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»Judenhass gehört zu Europas DNA«

Henryk M. Broder, © Marco Limberg
Henryk M. Broder über seinen neuen Film, Zuwanderung und zunehmenden Antisemitismus in Europa

Von Philipp Peyman Engel | Jüdische Allgemeine

Herr Broder, Sie sind für Ihren neuen Film »Der ewige Antisemit« 5000 Kilometer durch Europa gefahren, um eine Bestandsaufnahme des heutigen jüdischen Lebens zu machen. Mit welchen Eindrücken sind Sie zurückgekehrt?

Es war keine Bestandsaufnahme des jüdischen Lebens. Dafür wären auch 50.000 Kilometer nicht genug gewesen. Wir haben Momentaufnahmen gesammelt. Eine davon war die jüdische Gemeinde in Malmö, Schweden. Da haben wir uns sehr gewundert, dass die Juden noch nicht ausgewandert sind. Sie leben in einem Ghetto und wollen nicht weg.

In Malmö kursiert unter Juden der sarkastische Witz, dass Schweden der einzige arabische Staat sei, der Israel noch nicht angegriffen habe. Ist der Antisemitismus in der Stadt so schlimm wie oft beschrieben?

Er ist schlimmer. Allerdings haben wir diesen Witz in Malmö nicht gehört. Es kann sein, dass den Juden inzwischen die Lust am Witzemachen vergangen ist.

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Bonobos helfen auch Fremden

Bonobos gucken nicht nur freundlich – sie sind es auch. Sogar zu Fremden. © Lola ya Bonobo Sanctuary
Ganz schön sozial: Dass Bonobos Freunden und Familienmitgliedern helfen und sich in der Gruppe gegenseitig unterstützen, ist bekannt. Dieses Verhalten fördert die Kooperation und sorgt für Schmierstoff im sozialen Getriebe. Doch nun enthüllt ein Experiment: Die Kooperationsbereitschaft der Menschenaffen geht weiter als gedacht. Denn sie unterstützen bereitwillig auch völlig Fremde – und zwar ohne Aussicht auf eine unmittelbare Gegenleistung.

scinexx

Schimpansen und Bonobos sind soziale Tiere, die uns in vielem durchaus ähnlich sind: Sie teilen ihr Futter mit Freunden, belohnen Gefälligkeiten, helfen sich gegenseitig und behalten sehr genau im Auge, wer in der Gruppe zu wem hält. Solche Formen der Kooperation sind für die Menschenaffen wichtig – denn sie sichern ihr Überleben.

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Armut in Frankreich: Stagnation der Misere

Logo du Secours-Catholique. Bild: wikipedia.org

Der Bericht der französischen Caritas-Organisation Secours catholique: Keine auffallenden Ausschläge, aber stetige Verschlechterungen am armen Rand der Gesellschaft

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Am aktuellen Bericht der französischen Caritas-Organisation Secours catholique zeigt sich ein Aufmerksamkeitsproblem. Wie kann man der Öffentlichkeit eine Misere nahebringen, wenn die Quoten nicht, wie man es aus Politik, Wirtschaft, Unterhaltung oder Sport gewöhnt ist, keine auffallenden Ausschläge anzeigen, weder animierende Verbesserungen noch einen katastrophale Krisenausschlag nach unten? Wie kann man die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass mit der Politik gegen die Armut etwas nicht stimmt, wenn sich die aufeinanderfolgenden Jahresberichte derart ähneln?

Auch wenn sich die Situation nicht verschlechtert, sie verbessert sich auch nicht, fasst Le Monde das Ergebnis des Secours catholique-Berichts zum Stand der Armut in Frankreich 2017 im Vergleich zum Vorjahresbericht zusammen. Schon im November letzten Jahres war zum Beispiel von 9 Millionen die Rede, die arm sind (siehe dazu: Frankreich: Die Armut wächst). Die Armutsschwelle liegt in Frankreich bei 1.015 Euro monatlich.

Der vorherige Bericht verzeichnete 1,4 Millionen „Personen in Schwierigkeiten“, die sich 2015 hilfesuchend bei der Organisation gemeldet haben. Der aktuelle Bericht verzeichnet 1,5 Millionen. Das sind Hunderttausend mehr, aber anscheinend nicht spektakulär genug. Auch wenn deren Medianeinkommen mit lediglich 548 Euro monatlich angegeben wirdund dessen Steigerung mit 3 Euro in sechs Jahren.

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Roy Moore: Sexskandal offenbart die Scheinheiligkeit einiger Republikaner

Bild: DIE WELT
Roy Moore ist der Held der Evangelikalen und der nationalistischen Bannon-Fraktion. Nun wird dem Republikaner vorgeworfen, eine 14-Jährige sexuell verführt zu haben. Dennoch verteidigen ihn manche Republikaner.

Von Clemens Wergin | DIE WELT

Roy Moore, der Ex-Richter aus Alabama, ist der Held vieler Evangelikalen und der nationalistischen Bannon-Fraktion in der republikanischen Partei. Sie haben den ehemaligen Richter am Obersten Gericht von Alabama mit seinen theokratischen Neigungen aufs Schild gehoben, um den Senatssitz des ebenfalls hyperkonservativen Jeff Session zu verteidigen, nachdem der ins Amt des Justizministers gewechselt war.

Nun hat den ach so heiligen Roy Moore aber ein Sexskandal erwischt. Wie die  „Washington Post“ in einem sehr sorgfältig ausrecherchierten Artikel berichtet, hatte Moore als Anfang 30-Jähriger versucht, die damals 14-jähriges Leigh Corfman sexuell zu verführen. Moore habe sie zu seinem weit abgelegenen Haus gefahren, erzählte Corfman der „Post“. An einem Punkt sei Moore dann verschwunden und dann nur mit Unterhose bekleidet zurückgekommen. Er habe sie geküsst, habe ihre Hose und ihr Hemd ausgezogen und sie an ihrem BH und ihrer Unterhose angefasst. Sie sagt, er habe ihre Hand dann zu seiner Unterhose geführt, worauf sie zurückgezuckt sei.

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Terrorunterstützer Fayssal M. B. erneut in Berlin angeklagt

Fayssal M.B. sitzt erneut auf der Anklagebank. Schon im Mai war er unter anderem wegen Unterstützung der Terror-Miliz IS zu 33…FOTO: PAUL ZINKEN/DPA
Bereits im Mai wurde der Algerier zu 33 Monaten Haft verurteilt. Jetzt steht er erneut vor Gericht. Er soll IS-Anhänger bei der Einreise nach Syrien unterstützt haben.

DER TAGESSPIEGEL

Vor dem für Staatsschutzfragen zuständigen Kammergericht Berlin hat am Donnerstag ein neuer Prozess gegen den Terrorunterstützer Fayssal M. B. begonnen. Die am Nachmittag verlesene Anklage wirft dem Algerier vor, die Einreise eines Unterstützers der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach Syrien mitorganisiert zu haben. Demnach war der 32-Jährige im September 2015 Mitglied einer entsprechenden Chatgruppe.

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Neonazi-Partei „Die Rechte“ versucht Neustart

Neonazi-Aufmarsch im Januar 2016 in Büdingen: Auf der Veranstaltung sprach auch ein Vertreter der Partei „Die Rechte“. Foto: Peter Jülich
Die Neonazi-Partei „Die Rechte“ gründet wieder einen Landesverband in Hessen und will offenbar bei der Landtagswahl antreten.

Von Hanning Voigts | Frankfurter Rundschau

Bewegung am äußersten rechten Rand: Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich in Hessen ein neuer Landesverband der Neonazi-Splitterpartei „Die Rechte“ gegründet. Nach eigenen Angaben wurde der Landesverband bereits Ende August im Main-Kinzig-Kreis ins Leben gerufen und unterhält aktuell Ortsgruppen in dem Kreis sowie in Marburg und Wiesbaden. Neuer Landesvorsitzender ist Christian Göppner aus Marburg, der bereits in der Vergangenheit als Kader der Partei in Erscheinung getreten war. Man verstehe sich als „Alternative für Deutschland, national, patriotisch, demokratisch und völkisch“ und hoffe langfristig auf den Zusammenschluss aller „nationalen und völkischen Lager“, heißt es auf der Webseite des neuen Landesverbandes.

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Jurist: EuGH-Gutachten für Kirchen erfreulich und problematisch

Bild: fis-kirchenrecht.de

Der Schlussantrag des Luxemburger Generalanwalts über die Rechtmäßigkeit kirchlicher Einstellungsregeln könnte nach Ansicht des Bochumer Arbeitsrechtlers Jacob Joussen Folgen für die Kirchen haben. Erfreulich für sie sei, dass der Generalanwalt das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen grundsätzlich anerkannt habe, sagte der Jura-Professor dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Von Corinna Buschow | evangelisch.de

Problematisch für die Kirchen sei aber, dass das bisherige Verlangen nach Kirchenmitgliedschaft – „nämlich unterschiedslos für alle Berufstätigkeiten“ – so nicht mehr zu halten sein könnte. „Aus kirchlicher Sicht ist das nicht erfreulich“, sagte Joussen, der auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört.

Der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof (EuGH) präsentierte am Donnerstag in Luxemburg sein Gutachten, wonach bei der Stellenvergabe im Einzelfall geprüft werden muss, ob ein kirchlicher Arbeitgeber auf die Konfessionsangehörigkeit der Bewerber bestehen darf. Generalanwalt Evgeni Tanchev befand, dass religiöse Organisationen zwar grundsätzlich zu einer Ungleichbehandlung von Stellenbewerbern mit Blick auf Religion oder Weltanschauung berechtigt seien. Zugleich gelte aber, dass die Entscheidungen des Arbeitgebers von Gerichten geprüft und im Einzelfall zurückgewiesen werden können. Es komme auf die genaue Tätigkeit der ausgeschriebenen Stelle an.

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Was ist Intersexualität? Sechs Antworten zum dritten Geschlecht

Neben «männlich» und «weiblich» muss künftig ein dritter Eintrag im Geburtenregister möglich sein. (Bild: Peter Steffen / Keystone / DPA)
Das deutsche Bundesverfassungsgericht verlangt vom Gesetzgeber, ein drittes Geschlecht im Geburtenregister einzuführen. Was bedeutet eigentlich Intersexualität? Und in welchen Ländern ist ein drittes Geschlecht bereits anerkannt?

Von Lucien Baumgartner | Neue Zürcher Zeitung

1. Was ist Intersexualität?

Intersexuelle können nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden. Chromosomenanomalien und angeborene Geschlechtsdeformationen können dazu führen, dass das Geschlecht genetisch unklar bleibt, die Geschlechtsorgane sich nicht vollständig ausbilden oder die Hormonbildung gestört wird. Diese Anomalien werden üblicherweise unter dem Begriff der «disorders or differences of sex development syndrome» (DSD-Syndrom) zusammengefasst und sind eine medizinische Diagnose.

Der deutsche Ethikrat betonte in seiner Stellungnahme zur Intersexualität die Notwendigkeit der rechtlichen Anerkennung. Im Unterschied zu Transgendern, die sich mit dem üblichen Geschlechtsbild von Mann und Frau in ihrer sexuellen Identität ungenügend beschrieben fühlen und ein anderes soziales Geschlecht («gender») beanspruchen, haben Intersexuelle gemäss dem Ethikrat ein anderes biologisches Geschlecht («sex»). Deshalb fühlen sich Intersexuelle nicht als Mann oder Frau, sondern bilden eine eigene Genderidentität.

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Eine richtige „Watschn“ für die Münchner Polizei

2012 demonstrierten Löwenfans in München unter dem Motto: „Wir wollen die Akten! Wir wollen Aufarbeitung! Wir wollen Gerechtigkeit!“ (Foto: Stephan Rumpf)
  • Bei einem Amateurderby im Jahr 2007 sollen Beamten mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen zwei Löwen-Fans vorgegangen sein.
  • Die beiden verprügelten Männer klagten gegen alle Instanzen gegen die Polizisten – deren Identität war aber nicht aufzuklären.
  • Und genau darin sah der Europäische Gerichtshof das Problem.

Von Susi Wimmer | Süddeutsche Zeitung

Das Urteil, das der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Donnerstag gesprochen hat, könnte man in Bayern so zusammenfassen: Es ist eine richtige „Watschn“, also eine Ohrfeige, für die Staatsregierung und die Sicherheitsbehörden.

Die Straßburger Richter rügten nämlich zum einen in sehr deutlichem Ton die Münchner Polizei für lückenhafte Ermittlungen; zum anderen legten sie dem Freistaat Bayern und sieben weiteren Bundesländern dringend nahe, endlich auch Polizisten, die in geschlossenen Einheiten oder Sonderkommandos im Einsatz sind, eindeutig zu personalisieren und zu kennzeichnen.

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Nuclear Energy Programs Rarely Lead to Nuclear Weapons

The „Baker“ explosion, part of Operation Crossroads, a nuclear weapon test by the United States military at Bikini Atoll, Micronesia, on 25 July 1946. United States Department of Defense/PD
Policy experts and heads of states have wrung their hands about the weaponization of nuclear energy programs for decades.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

A study released on Monday in the journal International Security found that national nuclear energy programs “rarely” lead to the development of nuclear weapons.

This is contrary to a longstanding assumption among nuclear policy advisors and heads of state that the development of nuclear energy and the proliferation of nuclear weapons are closely linked. Last month, President Trump called for tougher sanctions on Iran for violating its landmark 2015 nuclear deal with the US, even though the country’s uranium enrichment program has successfully been scaled back to peaceful uses.

The tendency to link the peaceful use of nuclear energy with its weaponization is clearly persistent, but as demonstrated by this new study, it’s an association without much historical evidence. The majority of countries that have developed nuclear weapons either did so before developing commercial nuclear energy, or in tandem. As noted by the study, “Why Nuclear Energy Rarely Leads to Proliferation,” a country’s pursuit of nuclear energy results in increased international scrutiny of that country and raises the costliness of nonproliferation sanctions, which has the effect of disincentivizing the development of nuclear weapons by that country.

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Islamverbände sind keine Religionsgemeinschaften

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime und Nurhan Soykan, Generalsekretärin Foto: epd-bild/Christian Ditsch
Der Zentralrat der Muslime und der Islamrat erfüllen einem Gerichtsurteil zufolge nicht die Voraussetzung, um als Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes anerkannt zu werden.

Frankfurter Rundschau

Damit hätten sie auch keinen Anspruch gegen das Land Nordrhein-Westfalen auf allgemeine Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster am Donnerstag. (AZ: 19 A 997/02)

Eine Revision gegen das Urteil ließ das Gericht nicht zu. Die Kläger können vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Nichtzulassungsbeschwerde einlegen.

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