Eines der ersten Boulevardblattopfer Österreichs: Darwin


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Banale Interpretationen österreichischer Massenblätter rissen die Theorie des britischen Naturforschers ungewollt in den Kulturkampf.

Die Presse.com

In Österreich gab es gerade gesellschaftliche und politische Umbrüche, als Charles Darwin die Evolutionstheorie formulierte. Das veränderte auch die Medienwelt, sagt der Kommunikationswissenschafter Josef Seethaler. So wurde seine Lehre zwar zunächst nüchtern betrachtet, bald aber für diverse Zwecke missbraucht, bis er starb – und verherrlicht wurde.

Seethaler hat untersucht, wie die damaligen österreichischen Zeitungen über Darwin schrieben. Sein erstes großes Werk „Über die Entstehung der Arten“ erschien 1859 in einer Phase repressiver Pressepolitik. Bald darauf gab es im Habsburgerreich aber die Pressefreiheit – und die Medienlandschaft explodierte gleichsam. All dies schlug sich in der Darwin-Berichterstattung nieder, erklärt er. Im Rahmen der Veranstaltung mit dem Titel „Darwin in Zentraleuropa“ referieren Forscher über die wissenschaftliche, weltanschauliche und populäre Rezeption der Evolutionstheorie im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

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