Menschliche Mini-Gehirne in Tiergehirne verpflanzt


Von Wissenschaftlern des UCLA Broad Stem Cell Research Center mit einer verbesserten Methode entwickeltes zerebrales Organoid, das geschichtetes neuronales Gewebe und verschiedene Gruppen neuronaler Stammzellen (blau, rot, magenta) zeigt, aus denen sich Nervenzellen (grün) bilden. Bild: UCLA Broad Stem Cell Research Center/Cell Reports
Im Labor aus induzierten pluripotenten Stammzellen gezüchtete „zerebrale Organoide“ verbanden sich mit den Tiergehirnen. Gibt es hier ethische Probleme?

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Vor vier Jahren berichteten Wissenschaftler um den Molekularbiologen Jürgen Knoblichvom Institut für Molekulare Biotechnologie, dass sie menschliche Minigehirne entwickelt haben. Diese zerebralen Organoide, die aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) entstehen und unterschiedliche Hirnareale bilden können, leben in Nährlösungen und haben als dreidimensionale Zellhaufen gerade einmal einen Durchmesser von 4 Millimetern.

Hintergrund der Forschung ist, damit ein In-vitro-Modell der Gehirnentwicklung zur Verfügung zu haben, an dem sich Erkrankungen studieren, Fehlbildungen erklären und Therapien erkunden lassen. Gerade in der Medikamentenforschung, beispielsweise gegen den Zika-Virus, wird viel mit In-Vitro-Modellen von Organen oder physiologischen Systemen gearbeitet. Versuche an Tieren, so genannte Tiermodelle von Schädigungen oder Erkrankungen des menschlichen Gehirns reichen dafür oft nicht aus. Zudem sind zerbebrale Organoide im Prinzip auch eine Möglichkeit, auf Tierversuche zu verzichten.

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