U-Boot-Deal: Netanjahu kann kaum noch dementieren


Unter Druck: Israels Premier Benjamin Netanjahu. Foto: rtr
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gerät wegen des umstrittenen U-Boot-Deals immer stärker unter Druck. Bereits zum fünften Mal rücken Beamte der Sondereinheit an.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Schon länger hatten die israelischen Korruptionsermittler um einen weiteren Vernehmungstermin in der Jerusalemer Premierresidenz gebeten. Weil der Hausherr zu beschäftigt mit den Regierungsgeschäften sei, mussten sie sich in Geduld üben. Am Donnerstag war es endlich soweit. Zum fünften Mal rückten die Beamten der Sondereinheit 443 an, um Premier Benjamin Netanjahu neues Verdachtsmaterial vorzuhalten.

Es scheint eng zu werden für Israels Regierungschef. Die seit bald einem Jahr bekannten Vorwürfe gegen ihn wegen Vorteilsannahme und versuchter Bestechung könnte er zwar politisch noch überleben. Dass sich „Bibi“, so sein Spitzname, im sogenannten „Fall 1000“ von einem Hollywoodmagnaten und anderen ausländischen Geschäftsleuten mit teuren Zigarren und kistenweise Champagner beschenken ließ, sehen ihm viele seiner Anhänger noch nach. Der „Fall 2000“ wiederum, zu dem die Ermittler ihn ebenfalls vernehmen wollten, kreist um unlautere Absprachen, die letztlich im Sande verliefen.

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