Ökonom Jeffrey Sachs attackiert Lebensschützer: ‚Sie sind widerlich!’

John-Henry Westen hatte Sachs als ‚abtreibungsbefürwortenden Globalisierer’ bezeichnet. Das war dem Wirtschaftswissenschaftler zu viel, bei einer Konferenz im Vatikan kam es zu der Konfrontation.

kath.net

„Sie sind widerlich, sie sind widerlich, widerlich!“ Mit diesen Worten attackierte der bekannte Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs den Chefredakteur von LifeSiteNews, John-Henry Westen. Die beiden trafen im Casino di Pio IV. aufeinander, dem Sitz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften und der Päpstlichen Akademie des hl. Thomas von Aquin. Dies berichtet Westen auf seinem Blog.

Sachs nahm an der Konferenz „Gesundheit der Menschen, Gesundheit des Planeten und unsere Verantwortung: Klimawandel, Luftverschmutzung und Gesundheit“ teil, die von der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften veranstaltet von 2. bis 4. November veranstaltet wurde. Westen hatte ihn zuvor in einem Artikel für LifeSiteNews als „abtreibungsbefürwortenden Globalisierer“ („pro-abortion globalist“) bezeichnet. Er lehne es ab, als „Abtreibungsbefürworter“ bezeichnet zu werden, teilte Sachs Westen in nicht besonders freundlichen Worten mit.

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Was kostet die Kirche?

Bild: tilly
Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen – dafür verlangen Kirchengemeinden oft extra Geld. Dabei gibt es doch die Kirchensteuer. Müsste diese nicht die Kosten für kirchliche Feste decken?

Von Markus Kaiser, Martin Jarde | BR24

Sie steht alleine auf einem grünen Hügel und ist umgeben von Bäumen, Wiesen und Feldern: Die Wallfahrtskirche Herrnrast im Landkreis Pfaffenhofen. Für Brautpaare von nah und fern ist sie eine beliebte Hochzeitskirche, die schöne Fotos mit Naturidylle verspricht. Für den zuständigen Pfarrverband Ilmmünster sind die vielen Hochzeiten jedoch ein hoher Mehraufwand mit zusätzlichen Kosten, da die meisten Brautpaare nicht zur Gemeinde gehören, sagt Pfarrer Georg Martin. Zum Beispiel fallen Kosten für die Reinigung der alten Kirche, in der es weder Strom noch Wasser gibt.

„Das heißt jeder Wassereimer zum Putzen muss da einfach rausgebracht werden. Die Kirche steht ja einsam im Wald, das heißt wir müssen die zusperren. Jedes Mal wenn da jemand rein will, braucht man jemanden, der mit Schlüssel rausfährt. Ob das die Besichtigung ist für das Brautpaar, ob das eine Musik ist, die vorher proben will. Jedes Mal müssen die Mesner rausfahren und da kommen etliche Stunden zusammen.“Pfarrer Georg Martin

 Katholische Kirche regelt Gebühren bayernweit einheitlich

Für solche Fälle erlaubt die katholische Kirche ihren Gemeinden, von auswärtigen Personen extra Gebühren für Hochzeiten oder Beerdigungen zu verlangen. Ein Brautpaar, das einer anderen Gemeinde oder gar keiner angehört, bezahlt für eine Hochzeit in der Kirche Herrnrast 250 Euro Miete, ein Organist kostet zusätzlich 50 Euro. Diese Kosten bestimmt die Gemeinde selbst, sie müssen aber in einem angemessenen Verhältnis zum entstandenen Aufwand stehen – das kontrollieren die Bistümer regelmäßig.

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Libanons Präsident: Regierungschef Hariri wurde entführt

Hariri hatte am 4. November von Saudi-Arabien aus überraschend seinen Rücktritt erklärt 

derStandard.at

Der zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Saad al-Hariri wurde nach Worten von Staatspräsident Michel Aoun entführt. Das habe Aoun gegenüber ausländischen Botschaftern erklärt und Immunität für Hariri gefordert, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag aus Regierungskreisen in Beirut. Aoun, der sich mit führenden libanesischen Politikern und ausländischen Diplomaten beriet, habe den Vorwurf bereits am Freitag erhoben, sagte der Insider. Hariri hatte am 4. November von Saudi-Arabien aus überraschend seinen Rücktritt erklärt. Er begründete seinen Schritt damit, dass er um sein Leben fürchte.

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Den Kontakt zur Natur verloren

foto: picturedesk / westend 61 / retales botijero Ab in die Wildnis: Die Kenntnisse über Wald und Wiese nehmen rasant ab, ebenso wie der Drang, sich in der Natur auszutoben.
Immer mehr junge Menschen wachsen auf, ohne mit der belebten Umwelt in Berührung zu kommen. Viele wissen kaum noch, was im Wald wächst oder wo die Sonne aufgeht

Von Juliette Irmer | derStandard.at

Irgendwann kommt jeder einmal zu dem Schluss, dass früher alles besser war: Kinder spielten auf der Straße Räuber und Gendarm, bauten Baumhäuser – aus Brettern und Planen, nicht aus Minecraft-Würfeln -, stauten Bäche auf und kamen abends dreckig nach Hause. Heute verbringen Kinder einen großen Teil ihrer Zeit in Innenräumen und kommen mit der Natur kaum noch in Berührung. Das Bild mag überzeichnet sein, der Trend aber scheint eindeutig.

Seit 20 Jahren verfolgt der „Jugendreport Natur“ das Verhältnis junger Menschen zur Natur. Für den 7. Report von 2016 wurden 1253 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sechs und neun in Nordrhein-Westfalen befragt. „Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Distanz zur Natur wird immer größer“, sagt Rainer Brämer, Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Marburg und Initiator des „Jugendreports Natur“.

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Wer nicht mit den USA in der UNO stimmt, muss bestraft werden

Bild: Weißes Haus
Republikanische Abgeordnete haben einen Gesetzentwurf eingereicht, der die von Trump gefeierte „American First“-Strategie einigermaßen undiplomatisch verstärken würde

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Selbst unter Donald Trump und seiner Parole „America first“ dürfte der von zwei republikanischen Abgeordneten eingereichte Gesetzentwurf keine große Chance haben. Aber manifestiert die nationalistische Stoßrichtung der Rechten, die mit Trump nach oben gespült wurden. Es geht um den Anfang November eingebrachten United Nations Voting Accountability Act, nach dem die US-Regierung den Staaten jede Unterstützung entziehen sollte, die gegen eine Haltung der US-Regierung in den Vereinten Nationen opponieren. Gefordert ist also Unterwerfung und Gefolgschaft in der angeblich freien Welt des Westens.

Der Entwurf kommt von Louie Gohmert aus Texas, der auch deutschen Migrationshintergrund hat und gelegentlich sehr schräge Meinungen vertritt. Er ist mit der Tea-Party-Bewegung verwoben, die mit der Präsidentschaft von Obama aus rechtsnationalen Bewegungen entstanden ist und die Republikanische Partei in eine extreme Ecke getrieben hat, aus der dann letztlich Donald Trump als unvorhergesehener Kandidat hervorgespült wurde.

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Rassismus

Bild: http://viewoniq.org/
Nach der kulturbürgerlichen Orthodoxie ist es Rassismus, biologische Unterschiede zwischen Ethnien zu postulieren, die über physische Merkmale wie Haut-, Haar- und Augenfarbe hinausgehen, die also mentale Eigenschaften betreffen.

Von Harald Grundner | Richard-Dawkins-Foundation

Dieser Konsens enthebt den gesellschaftlichen Mainstream der Antwort auf die Frage, ob die Behauptung an sich wahr oder falsch ist; „falsch“ wird vorausgesetzt und die Frage als indiskutabel gekennzeichnet.

Hier sei ein anderer Ansatz vorgeschlagen. Unabhängig davon, ob es die oben genannten Unterschiede gibt oder nicht, wäre es Rassismus zu nennen, durchschnittliche Eigenschaften einer Gruppe einem Individuum zuzuschreiben.

Das mag an einem harmlosen Beispiel illustriert sein.

Angenommen, wir behaupteten, Niederländer seien im Mittel zwanzig Zentimeter größer als Vietnamesen. Das wäre kein Rassismus; es ist vielmehr ein Faktum. Hier die Tabelle. Ihr gemäß sind holländische Männer durchschnittlich knapp über 1,83 Meter groß, Vietnamesen knapp über 1,62 Meter. Daraus den Schluss zu ziehen, man möge Küchenmöbel und Werkbänke in Holland anders bauen als in Vietnam, ist durchaus sinnvoll.

Nun angenommen, wir telefonierten mit einem männlichen Niederländer, den wir noch nie gesehen haben, sagten zu ihm „du bist knapp über einsdreiundachtzig groß“ und ließen diese unsere Meinung nicht erschüttern; wir gehen einfach davon aus, dass unser Telefonpartner niemals Jockey werden kann. Und einen nie in Augenschein genommenen Vietnamesen laden wir zum Vorstellungsgespräch als Basketballspieler gar nicht erst ein.

Das wäre Rassismus. Denn wir wissen von keinem der beiden, wie groß er ist, weil die Streuung von Eigenschaften innerhalb ethnischer Gruppen größer ist als die gemittelten Unterschiede zwischen Ethnien.

Ließe sich mit Hilfe dieser Definition von Rassismus über mittlere mentale Unterschiede verschiedener Ethnien reden? Wenn ja, sollten wir das bestehende Problem existierender Vorurteile anders lösen als mit der vorauseilenden Negierung jener Unterschiede, so wie wir auch nicht sagen, Holländer und Vietnamesen seien gleich groß. Wenn nein, brauchen wir eine bessere Definition. Das ist nicht einfach!

Wikipedia schreibt: „Rassisten betrachten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden.“

Gemäß diesem Satz bin ich (Deutscher) kein Rassist, wenn ich sage, Chinesen seien ca. fünf IQ-Punkte intelligenter als Deutsche. Ein Chinese, der dasselbe sagt, wäre hingegen ein Rassist. Die Aussage kann aber nur wahr oder falsch sein, unabhängig vom Sprecher.

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Der Pranger findet immer sein Publikum

Hölzerner Pranger mit Eisenketten auf einem Spielplatz im fränkischen Wallenfels © PICTURE-ALLIANCE
Ein politisch gut brauchbares Gefühl: Ute Freverts Studie über die Geschichte und Bedeutung der Demütigung in Europa könnte das Buch der Stunde sein.

Von Steffen Martus | Frankfurter Allgemeine

Demütigungen sitzen tief und wirken lang. Sie sticheln, graben und wurmen, werden bisweilen vererbt und überdauern Generationen. Niemand ist davor gefeit, weder Individuen noch Kollektive. Ute Frevert lotet diese Befindlichkeit in ihrer neuen Studie für die europäische Kultur seit dem achtzehnten Jahrhundert aus: Das Spektrum reicht von staatlichen Strategien der Anprangerung über die Funktion der Demütigung in pädagogischen und militärischen Institutionen bis hin zum Cybermobbing und der „Sprache der Demütigung“ in der internationalen Politik.

Ute Frevert leitet am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung den Bereich „Geschichte der Gefühle“. Gerade für die Geschichtsschreibung aber bedeutet „Demütigung“ eine Herausforderung, weil sie sich einer großen Erzählung entzieht. Dies liegt nicht allein an der Omnipräsenz in allen möglichen sozialen und politischen Situationen, sondern auch an der eigentümlichen Gleichförmigkeit demütigender Verfahren über kulturelle Grenzen hinweg. Wie etwa lässt es sich erklären, dass das Haare-Abschneiden, der Einsatz von Schandmützen und andere Praktiken der Beschämung mit derselben Routine in Europa bis in die Nachkriegszeit durchgeführt wurden wie in Asien während der chinesischen Kulturrevolution? Wie etablieren sich solche „Scripts“ der Demütigung „welt- und zeitumspannend“, obwohl sich wenige Indizien für Kulturtransfers finden? Liegt es an der „performativen Evidenz und Expressivität“ des Repertoires?

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EKD-Ratsvorsitzender plädiert für Großzügigkeit beim Familiennachzug

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bekräftigt seine Forderung nach einer großzügigen Regelung beim Familiennachzug: Es gehe immer um echte Menschen und konkrete Schicksale.

evangelisch.de

„Für uns ist der Familiennachzug wichtig für eine gute Integration in Deutschland“, sagte Bedford-Strohm der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstag). „Bei allem Verhandeln: Es geht immer um echte Menschen, und damit muss man verantwortlich umgehen“, ergänzte er mit Blick auf die sondierenden Jamaika-Parteien.

Der bayerische Landesbischof sagte, er werbe für den Familiennachzug, indem er konkrete Fälle anspreche: „Wenn Menschen sich in solchen Fällen persönlich an mich wenden, werden die Schicksale hinter den Zahlen für mich sehr konkret.“

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VOLKER BECK: „Die Entfremdung der Christen wäre eine Gefahr“

Photographer Angelika Kohlmeier
Volker Beck. Photographer Angelika Kohlmeier

Religionsexperte und Grünen-Politiker Volker Beck über den zunehmenden Heimatverlust von Christen, die zunehmende Beheimatung von Muslimen – und warum der religiös neutrale Staat sich um beides kümmern sollte.

Von Till-Reimer Stoldt | DIE WELT

Viele halten Volker Beck für den Erfinder der Religionspolitik. Und zumindest eines stimmt: Der langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete erdachte 2013 den Titel eines „religionspolitischen Sprechers“ für seine Fraktion. Fragten Kollegen, was das denn sei, antwortete er: „Einer, der nicht nur die Kirche, sondern auch Moschee und Synagoge im Dorf lassen will“. Doch nun, da Beck nicht mehr dem Bundestag angehört, will er die Frage noch grundsätzlicher beantworten – als religionswissenschaftlicher Lehrbeauftragter der Ruhr-Uni Bochum.

DIE WELT: Herr Beck, Deutschland braucht eine durchdachte Religionspolitik – das ist eine zentrale These Ihrer Lehrveranstaltung. Aber gab es die nicht schon immer?

Volker Beck: Regierungen haben stets Entscheidungen getroffen, die sich auf Gläubige und Religionsfreie auswirkten. Insofern gab es Religionspolitik natürlich immer, aber sie wurde über Jahrzehnte anders betitelt – als Integrations-, Rechts- oder Innenpolitik. Deshalb setzen wir uns im Seminar mit den verschiedenen religionspolitischen Akteuren, ihren Interessen und Programmatiken auseinander – von Regierungen bis zu Gewerkschaften. Nicht alle diese Akteure würden von sich sagen, sie machten Religionspolitik. Erst allmählich beginnt Religionspolitik ein Bewusstsein ihrer selbst zu entwickeln.

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Straftäter nach Kabul abgeschoben

Polizisten überwachen eine Sammelabschiebung auf dem Flughafen Leipzig-Halle. Foto: Sebastian Willnow
Das Ministerium gibt Einzelheiten über die Männer aus Hessen bekannt, die bei der Sammelabschiebung nach Afghanistan dabei waren.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Das Innenministerium hat Einzelheiten über die drei Männer aus Hessen bekannt gegeben, die bei der bundesweiten Sammelabschiebung Ende Oktober nach Afghanistan gebracht wurden. Innen-Staatssekretär Werner Koch (CDU) sagte am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags, ein Betroffener sei 65 Jahre alt und habe seit 1980 in Deutschland gelebt. Die anderen beiden Männer seien 31 Jahre alt und in den Jahren 2000 und 2009 in die Bundesrepublik gekommen. Alle drei hätten keine minderjährigen Kinder.

Ausreisepflichtige Afghanen aus mehreren Bundesländern waren am 24. Oktober von Leipzig nach Kabul geflogen worden. Menschenrechtsorganisationen und Wohlfahrtsverbände hatten protestiert. Sie halten die Lage in Afghanistan für so unsicher, dass niemand zwangsweise dorthin abgeschoben werden dürfe.

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Glyphosat verbieten – aber nicht sofort

Das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Die Frage, ob das Pestizid über den 15. Dezember hinaus in der EU zugelassen bleiben soll, ist immer noch nicht geklärt. Foto: dpa
Glyphosat sollte verboten werden, aber nicht sofort. Denn sonst weichen Bauern auf noch schädlichere Gifte aus. Unsere Analyse.

Von Stefan Sauer | Frankfurter Rundschau

Die Frage, ob das Pestizid Glyphosat in der EU zugelassen bleiben soll, ist am Donnerstag zum wiederholten Male unbeantwortet geblieben. Im zuständigen EU-Ausschuss erhielt der Vorschlag der EU-Kommission, die Zulassung um fünf Jahre zu verlängern, am Donnerstag nicht die notwendige Zustimmung. 16 Mitgliedsstaaten, die mindestens 65 Prozent der EU-Gesamtbevölkerung repräsentieren, hätten der Kommissionsvorlage ihren Segen geben müssen.

Tatsächlich stimmten nur 14 dafür, neun, darunter Frankreich dagegen. Deutschland und vier weitere Länder enthielten sich. Nun soll ein Berufungsausschuss einen letzten Versuch unternehmen, eine Einigung zu erzielen. Andernfalls könnte die EU-Kommission im Alleingang entscheiden. Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr: Ohne einen formellen Beschluss läuft die Zulassung für das weltweit meistangewandte Pflanzengift am 15. Dezember aus. Im neuen Jahr dürfte Glyphosat dann in der EU nicht mehr verkauft werden.

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UN-Bericht warnt vor erstarkendem IS-Ableger in Somalia

Dschihadisten-Anführer Mumin © 2017 AFP
Ein UN-Bericht warnt vor einem Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Somalia.

stern.de

Ein UN-Bericht warnt vor einem Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Somalia. Die Gruppe unter dem Anführer Scheich Abdulkader Mumin habe im vergangenen Jahr starken Zulauf bekommen, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht einer UN-Beobachtungsgruppe für Somalia. Von geschätzt wenigen dutzend Mitgliedern im Jahr 2016 sei die Gruppe inzwischen auf bis zu 200 Kämpfer gewachsen.

Laut einer Auswertung von Telefonverbindungen halte Mumin Kontakt mit einem IS-Vertreter im Jemen, der als Mittelsmann zu ranghohen IS-Anführern im Irak und in Syrien diene. Die Gruppe in Somalia habe sowohl Befehle als auch Geld vom IS in den beiden Ländern erhalten, heißt es in dem Bericht.

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Iranischer Separatistenführer in Den Haag erschossen

Volksgruppen in Südiran: Grün: Araber. Blau: Luren. Braun: Belutschen. Rot: Kaschgai-Türken. Fliederfarben: Perser. Durchsichtiger Halbmond: Schiiten. Schwarzer Halbmond: Sunniten. Karte. Worldmapper. Lizenz: CC BY-SA 4.0
Zunehmenden Spannungen zwischen dem wahhabitischen und dem schiitischen Gottesstaat

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Am Mittwoch wurde Ahmad Mola Nissi, der Führer der „Bewegung Arabischer Kampf für die Befreiung von Ahwaz“ (ASMLA) in Den Haag erschossen. NiederländischenMedienberichten nach nahm die Polizei nach der Tat einen Mann fest, der sich rasch vom Tatort entfernt hatte und über dessen Identität bislang nichts Weiteres bekannt wurde.

Hassan Radhi, der Direktor des in London ansässigen Ahwaz Center for Media and Strategic Studies, macht jedoch bereits jetzt den Iran für die Tat verantwortlich. Der hatte vorher via Interpol erfolglos die Auslieferung von Nissi als Terrorverdächtigen verlangt. Tatsächlich deuten die Umstände der Tat nicht auf einen eher zufälligen Raubmord, sondern auf eine gezielte Hinrichtung hin: Der seit 2005 im niederländischen Exil lebende Araberführer wurde um fünf Uhr morgens vor seiner Haustür mit zwei Kugeln ins Herz und einer in den Kopf getötet.

Er ist nicht der erste iranische Separatistenführer, der in Europa gewaltsam ums Leben kam: Am 13. Juli 1989 wurde Abdel Rahman Ghassemlou, der Kopf der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran (DPK-I), in der österreichischen Hauptstadt Wien zusammen mit zwei Begleitern bei vermeintlichen Verhandlungen erschossen. Seine Mörder waren mit iranischen Diplomatenpässen nach Wien eingereist und konnten deshalb nicht belangt werden. Ghassemlous Nachfolger Sadegh Sharafkandi wurde am 17. September 1992 in der deutschen Hauptstadt Berlin zusammen mit drei anderen Männern bei einem Essen im Restaurant Mykonos ermordet. Die Täter waren Libanesen, die den gerichtlichen Erkenntnissen nach im Auftrag des damaligen iranischen Geheimdienstministers Hojjat al-Islam Ali Fallahian handelten.

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Das Pentagon lernt Go, um China zu verstehen

Gemeinsame Tafel mit u.a. den US-Ministern Tillerson und Mattis und Chinas Staatsberater Yang and General Fang, Juni 2017. Foto: US-Außenministerium / gemeinfrei
Je mächtiger das Riesenreich China wird, umso feiner und differenzierter analysiert das Establishment in Washington seinen Herausforderer

Von Hermann Ploppa | TELEPOLIS

Die höchste Überlegenheit besteht nicht darin, jede Schlacht zu gewinnen, sondern darin, den Feind zu besiegen, ohne jemals zu kämpfen.

Sunzi, chinesischer Militärstratege, 5. Jahrhundert v. u. Z

Mit zunehmendem Unbehagen wird in Washington beobachtet, in welch‘ rasantem Tempo die ehemals kommunistische Volksrepublik China dem einstmals unangefochtenen Welt-Hegemon USA ebenbürtig wird. Es besteht kein Zweifel, dass China die USA gerade als Weltmeister im Bruttosozialprodukt überholt, und auch der Wehretat Chinas macht jetzt schon ein Drittel des US-Etats aus.

Die einstmals herablassende Haltung gegenüber einem manchmal frechen Herausforderer, der sich aber bislang artig in die Pax Americana eingefügt hat, weicht einer zunehmenden Nervosität. Aber weder die pessimistische Diagnose John Mearsheimers, wonach ein Krieg gegen China unvermeidlich ist, noch pragmatische Kostenvoranschläge für einen Krieg gegen China durch die Denkfabrik RAND konnten bislang so richtig überzeugen (siehe: USA und China: Der unausweichliche kriegerische Konflikt).

In den letzten drei Jahren hat nun eine Revolution im militärstrategischen Denken in Washington stattgefunden. Der Weg zum Ziel ist eine verfeinerte Wahrnehmung kultureller chinesischer Eigenheiten, die auch in deren Militärstrategie Niederschlag gefunden haben könnte. In Washington versucht man, quasi direkt ins Gehirn der chinesischen Militärstrategie zu blicken. Könnte es vielleicht sein, dass die Chinesen die Amerikaner gar nicht im Schwergewichtsboxen herausfordern, sondern in der Schwertform des Tai Chi Chuan?

Kevin Rudd macht den Anfang. Rudd war zeitweise australischer Regierungschef. In der Innenpolitik versuchte er, die Beziehung zu den australischen Ureinwohnern deutlich zu verbessern. Der Labor-Politiker verschärfte jedoch gleichzeitig die Gangart gegen China durch militärische Aufrüstung. Die australischen Streitkräfte gelten im Gefüge der US-amerikanischen Dominanz im Pazifikraum als kleinformatig, aber dafür exzellent ausgebildet und motiviert.

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Hamburg: Das Ziel von Ahmad A. waren Deutsche christlichen Glaubens

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Bundesanwaltschaft hat Ahmad A. wegen Mordes, nicht aber wegen Terrorismusverdachts angeklagt.

DIE WELT

  • Der 26-Jährige hatte Ende Juli in einer Edeka-Filiale in Hamburg-Barmbek Kunden mit einem Messer attackiert.
  • Ein 50-Jähriger wurde getötet, sechs weitere Menschen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.

Die Bundesanwaltschaft hat den Messerangreifer von Hamburg wegen Mordes und sechsfachen Mordversuchs, nicht aber wegen Terrorismusverdachts angeklagt. Die Ermittler werfen dem Palästinenser Ahmad A. vor, einen Menschen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet und sechs weitere teilweise lebensgefährlich verletzt zu haben, wie die Karlsruher Behörde mitteilte.

Der 26-Jährige hatte Ende Juli in einer Edeka-Filiale in Hamburg-Barmbek Kunden mit einem Messer attackiert. Ein 50-Jähriger wurde getötet, sechs weitere Menschen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.

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Michael Flynn: Türkei soll früherem Trump-Vertrauten Geld für Gülen-Entführung geboten haben

Michael Flynn spricht im Februar 2017 im Weißen Haus in Washington. ©DPA
Ursprünglich hat Michael Flynn wegen möglichen Russland-Kontakte seinen Job als Sicherheitsberater von Donald Trump verloren. Jetzt kommt heraus: Auch mit der Türkei soll Flynn in pikante Geschäfte verwickelt gewesen sein.

Frankfurter Allgemeine

Vertreter der türkischen Regierung haben nach einem Zeitungsbericht dem seinerzeitigen Trump-Vertrauten Michael Flynn im vergangenen Jahr Millionen Dollar für eine Entführung des Predigers Fethullah Gülen aus den Vereinigten Staaten angeboten.

Der Geistliche lebt in Pennsylvania im Exil. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält die Gülen-Bewegung für den Drahtzieher des gescheiterten Putschversuches im Juli 2016 und hat bisher vergeblich auf eine Auslieferung des Geistlichen gedrungen. Flynn hat in der Vergangenheit in Amerika Lobbyarbeiten für die türkische Regierung verrichtet.

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Robert Leicht: Luther waren unsere politischen Freiheiten fremd

Der ehemalige Chefredakteur der „Zeit“, Robert Leicht, hat im zurückliegenden Festjahr zu 500 Jahren Reformation „neben manchem Vernünftigem auch viel oberflächliches PR-Material“ zur Kenntnis genommen. Dass Martin Luther (1483-1546) heute vielfach als „Vater unserer Freiheit“ gewürdigt wird, ist aus Sicht des Publizisten ahistorisch. Luther habe in seiner Zeit „bürgerliche Freiheit schlechterdings noch gar nicht denken“ können, sagte Leicht, der von 1997 bis 2003 dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört

Von Karsten Frerichs | evangelisch.de

Ein Jahr lang haben Kirche und Staat 500 Jahre Reformation gefeiert. War das Festjahr aus Ihrer Sicht gelungen?

Robert Leicht: Man konnte ja nicht alles mitkriegen: Ob Deutschland darüber frommer und evangelischer geworden ist? Erstaunlich jedenfalls waren für mich die Berichte über die oft überfüllten, nicht selten ökumenischen Gottesdienste am Reformationstag in den Gemeinden selber. Wenn der Jahresrummel dazu beigetragen hat, umso besser. Ansonsten habe ich neben manchem Vernünftigem auch viel oberflächliches PR-Material und einige an den Haaren herbeigezogene „Aktualisierungen“ erlebt.

 

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Langer Aufenthalt im All verändert das Gehirn von Astronauten

Längere Aufenthalte im Weltall können die Gehirnstruktur von Astronauten verändern. – (c) AFP (EUROPEAN SPACE AGENCY)
„Sollten sich diese Effekte als nachhaltig herausstellen, könnte eine bemannte Mission zum Mars nicht in der bisher geplanten Form durchführbar sein“, heißt es vom Universitätsklinikum Frankfurt.

Die Presse.com

Längere Aufenthalte im Weltall können die Gehirnstruktur von Astronauten verändern. Das hat eine von der US-Weltraumagentur NASA finanzierte Studie gezeigt. „Sollten sich diese Effekte als nachhaltig herausstellen, könnte beispielsweise eine bemannte Mission zum Mars nicht in der bisher geplanten Form durchführbar sein“, berichtete das beteiligte Universitätsklinikum Frankfurt am Freitag.

Die NASA hatte beobachtet, dass Astronauten, die von der Internationalen Raumstation ISS zurückkehrten, häufig von Sehstörungen und Kopfschmerzen berichteten. Dieses Phänomen wurde nun in der Studie, die im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, näher untersucht. Forscher um den Radiologen Moritz Albrecht haben dafür Untersuchungen im Kernspintomografen von 34 Astronauten vor und nach deren Reise ins All verglichen.

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Luther-Bishof Ulrich: „Der Papst könne nicht Oberhaupt aller Christen sein“

Der Papst könne nicht Oberhaupt aller Christen sein, sagte der lutherische Bischof Gerhard Ulrich am Rande der Generalsynode der VELKD.

evangelisch.de

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Gerhard Ulrich, wünscht sich als Folge des 500. Reformationsjubiläums eine Profilschärfung im Protestantismus und ein selbstbewussteres Auftreten evangelischer Christen. Es gehe darum, „das Jammern auf hohem Niveau“ zu beenden, um zu zeigen, dass Kirche eine kreative Kraft für die gesamte Gesellschaft sein kann, sagte Ulrich am Freitag am Rande der Jahrestagung der VELKD-Generalsynode in Bonn.

Nur wenn die evangelische Kirche Verzagtheit ablege und sich mit Menschen anderer Meinung ernsthaft auseinandersetze, sei wirklicher Dialog möglich. „Aus dieser Spannung heraus wächst Identität“, sagte der Landesbischof der Nordkirche mit Verweis auf Veranstaltungen im zurückliegenden Festjahr.

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Erdoğan ruft Musliminnen zur Vermehrung auf

foto: ap/kayhan ozer Der türkische Präsident Erdoğan nahm den Todestag des Republiksgründer Atatürk zum Anlass, eine Grundsatzrede zu halten.
Am Todestag Atatürks umwirbt Präsident Erdoğan Anhänger des westlich orientierten Republikgründers – Kurz darauf findet Erdoğan zu altbekannter Rhetorik zurück

derStandard.at

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat an Musliminnen appelliert, zu heiraten und Kinder zu zeugen. „Was sagen mein Gott und unser Prophet? Der Befehl ist klar und deutlich. Vermählt euch, heiratet und vermehrt euch“, sagte Erdoğan am Freitag im Präsidentenpalast in Ankara vor jungen Frauen aus 50 muslimischen Staaten.

„Es ist Pflicht eines Muslims, sich zu vermehren.“ Zugleich betonte er, dass Musliminnen nicht auf die Mutterrolle beschränkt sein müssten. „Die muslimische Frau ist nicht nur eine gute Mutter, sondern wenn nötig auch eine bahnbrechende Wissenschafterin, Politikerin, Lehrerin und sogar eine kühne Kriegerin.“

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