Glyphosat verbieten – aber nicht sofort


Das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Die Frage, ob das Pestizid über den 15. Dezember hinaus in der EU zugelassen bleiben soll, ist immer noch nicht geklärt. Foto: dpa
Glyphosat sollte verboten werden, aber nicht sofort. Denn sonst weichen Bauern auf noch schädlichere Gifte aus. Unsere Analyse.

Von Stefan Sauer | Frankfurter Rundschau

Die Frage, ob das Pestizid Glyphosat in der EU zugelassen bleiben soll, ist am Donnerstag zum wiederholten Male unbeantwortet geblieben. Im zuständigen EU-Ausschuss erhielt der Vorschlag der EU-Kommission, die Zulassung um fünf Jahre zu verlängern, am Donnerstag nicht die notwendige Zustimmung. 16 Mitgliedsstaaten, die mindestens 65 Prozent der EU-Gesamtbevölkerung repräsentieren, hätten der Kommissionsvorlage ihren Segen geben müssen.

Tatsächlich stimmten nur 14 dafür, neun, darunter Frankreich dagegen. Deutschland und vier weitere Länder enthielten sich. Nun soll ein Berufungsausschuss einen letzten Versuch unternehmen, eine Einigung zu erzielen. Andernfalls könnte die EU-Kommission im Alleingang entscheiden. Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr: Ohne einen formellen Beschluss läuft die Zulassung für das weltweit meistangewandte Pflanzengift am 15. Dezember aus. Im neuen Jahr dürfte Glyphosat dann in der EU nicht mehr verkauft werden.

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