Was kostet die Kirche?


Bild: tilly
Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen – dafür verlangen Kirchengemeinden oft extra Geld. Dabei gibt es doch die Kirchensteuer. Müsste diese nicht die Kosten für kirchliche Feste decken?

Von Markus Kaiser, Martin Jarde | BR24

Sie steht alleine auf einem grünen Hügel und ist umgeben von Bäumen, Wiesen und Feldern: Die Wallfahrtskirche Herrnrast im Landkreis Pfaffenhofen. Für Brautpaare von nah und fern ist sie eine beliebte Hochzeitskirche, die schöne Fotos mit Naturidylle verspricht. Für den zuständigen Pfarrverband Ilmmünster sind die vielen Hochzeiten jedoch ein hoher Mehraufwand mit zusätzlichen Kosten, da die meisten Brautpaare nicht zur Gemeinde gehören, sagt Pfarrer Georg Martin. Zum Beispiel fallen Kosten für die Reinigung der alten Kirche, in der es weder Strom noch Wasser gibt.

„Das heißt jeder Wassereimer zum Putzen muss da einfach rausgebracht werden. Die Kirche steht ja einsam im Wald, das heißt wir müssen die zusperren. Jedes Mal wenn da jemand rein will, braucht man jemanden, der mit Schlüssel rausfährt. Ob das die Besichtigung ist für das Brautpaar, ob das eine Musik ist, die vorher proben will. Jedes Mal müssen die Mesner rausfahren und da kommen etliche Stunden zusammen.“Pfarrer Georg Martin

 Katholische Kirche regelt Gebühren bayernweit einheitlich

Für solche Fälle erlaubt die katholische Kirche ihren Gemeinden, von auswärtigen Personen extra Gebühren für Hochzeiten oder Beerdigungen zu verlangen. Ein Brautpaar, das einer anderen Gemeinde oder gar keiner angehört, bezahlt für eine Hochzeit in der Kirche Herrnrast 250 Euro Miete, ein Organist kostet zusätzlich 50 Euro. Diese Kosten bestimmt die Gemeinde selbst, sie müssen aber in einem angemessenen Verhältnis zum entstandenen Aufwand stehen – das kontrollieren die Bistümer regelmäßig.

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