Woelki: Zurückdrängung des Glaubens ist ökumenische Gemeinsamkeit

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Aus Sicht des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki sind katholische und evangelische Kirche gleichermaßen von einer Zurückdrängung des christlichen Glaubens in der Gesellschaft betroffen

evangelisch.de

„Es ist eine ungeliebte ökumenische Gemeinsamkeit, dass Gottes Wort in unserer Zeit augenscheinlich seltener Frucht bringt und häufiger weggenommen wird, zugrunde geht und erstickt“, sagte der Kölner Erzbischof am Sonntag in einem Grußwort zur Eröffnung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bonn.

Woelkis Auftritt vor den Synodalen war mit Spannung erwartet worden, nachdem der Kardinal vor wenigen Wochen explizit auf Trennendes zwischen Katholiken und Protestanten hingewiesen hatte. In einem Aufsatz für die „Herder-Korrespondenz“ hatte er dezidiert die Auffassung vertreten, dass ein gemeinsames Abendmahl derzeit nicht möglich sei.

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Polen: Neonazis bei Demo in Warschau? Innenminister hat nichts gesehen

Zehntausende Nationalisten nahmen an dem Marsch in Warschau teil Quelle: REUTERS
Bengalische Feuer, rassistische Spruchbänder, lautstarke Parolen: Am polnischen Nationalfeiertag sind Zehntausende Rechte durch Warschau marschiert. Innenminister Blaszczak will keine Ausfälligkeiten bemerkt haben.

DIE WELT

Bei einem sogenannten Unabhängigkeitsmarsch sind am Samstag Zehntausende Nationalisten und Rechtsradikale durch die Straßen Warschaus gezogen. Sie riefen Slogans wie „Gott, Ehre, Vaterland“ und „Polnische Industrie in polnische Hände“, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete.

Zahlreiche Teilnehmer entzündeten bengalische Feuer, die alles in ein rotes Licht hüllten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von rund 6000 Beamten im Einsatz, um rund 60.000 Demonstranten unter Kontrolle zu halten.

Der Unabhängigkeitstag sei in einer „sehr guten Atmosphäre“ verlaufen, sagte dagegen Innenminister Mariusz Blaszczak von der national-konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). „Wir konnten die weiß-roten Fahnen in den Straßen Warschaus sehen, das war ein schöner Anblick“, merkte er PAP zufolge an.

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Klimawandel auf Kiribati: Eine Nation vor dem Untergang

Amon Timan fischt Müll aus Wasser vor seinem Strand. Hinter den Bäumen, nur gerade etwa zwei Meter unter dem Meeresspiegel, liegt die Trinkwasserlinse. foto: urs wälterlin
Vergiftetes Trinkwasser, zerstörerische Sturmfluten: in Kiribati sind die Folgen der Klimaerwärmung keine Theorie, sondern existenzbedrohende Realität

Von Urs Wälterlin | derStandard.at

Amon Timan pumpt. Zwei ineinander geschobene Plastikröhren, in den sandigen Boden gesenkt, schaffen ein Vakuum. Das ist alles, was es brauche, um im Ort Tabiteuea an Trinkwasser zu kommen. „Der Süßwasserpegel liegt in nur etwa zwei Metern Tiefe“, erklärt Timan, während sich der Eimer füllt. Er sei dankbar, sagt der 68-Jährige: Das Wasser hier, im Norden der Insel Tarawa, sei noch nicht so brackig wie an anderen Orten in Kiribati. „Ich hoffe, das bleibt weiter so“, sagt Timan. „So Gott will“.

Gott will nicht.

Gott – so scheint es – hat die Menschen von Kiribati vergessen. Der Anstieg des Meeresspiegels sei unaufhaltbar, sagen Wissenschaftler, selbst wenn es der Welt gelinge, die globale Erwärmung unter zwei Grad zu halten, wie 2015 in Paris völkerrechtlich vereinbart wurde. So ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch in Tabiteuea das Meerwasser in die Trinkwasserlinse sickert und sie versalzt.

„Unsere Leute leiden jeden Tag“

Erst würden die Kinder krank, dann sterbe das Gemüse im Garten ab, sagt Timan. „Und was tun wir dann?“, fragt er, mit einem Ton der Verzweiflung in der Stimme. Der Mann symbolisiert ein Land, das sich von der Welt verraten fühlt. „Wir können nicht mehr länger auf Hilfe warten“, appellierte auch Präsident Taneti Mamau im September vor der UNO in New York an die internationale Gemeinschaft. „Unsere Leute leiden jeden Tag unter den Auswirkungen der schleichenden Klimakatastrophe“. Eine Katastrophe, an der die Menschen von Kiribati am wenigsten Schuld tragen.

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Hendricks: Reformation reicht bei Klimaschutz nicht mehr aus

Themenbild.

Anlässlich der Weltklimakonferenz in Bonn hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) weitgehende Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung von allen Staaten gefordert.

evangelisch.de

Man müsse weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Energien, sagte Hendricks am Sonntag vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die zeitgleich zur UN-Konferenz in Bonn berät. Mit Blick auf die Feiern zum 500. Reformationsjubiläum sagte sie: „Wir haben beim Klimawandel einen Punkt erreicht, an dem keine Reformation mehr hilft, sondern nur eine vollständige Transformation.“

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Erdogan-Zeichnung mit Karikaturenpreis ausgezeichnet

Türkischer Präsident mit rotem Eimer auf dem Kopf – Jury: „Gnadenlose Wahrheit – fabelhaft treffend“

Die Presse.com

Mit einer Zeichnung, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigt, hat Frank Hoppmann den Deutschen Karikaturenpreis gewonnen. Dem Zeichner und Illustrator aus Münster wurde am Sonntag in Dresden der „Geflügelte Bleistift in Gold“ überreicht. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.

Hoppmanns preisgekrönte Karikatur zeigt den türkischen Präsidenten in einer beleidigten Pose. Der Politiker trägt einen roten Eimer auf dem Kopf, der wie ein orientalischer Fes wirkt. Der 1975 geborene Hoppmann arbeitet unter anderem für das Kulturmagazin „Rolling Stone“, die Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ und Zeitungen.

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Die getrennten Staaten von Amerika

Links die USA, rechts Mexiko. Donald Trump will die Grenzbefestigung auf 3200 Kilometer ausweiten.FOTO: ANNA SAUERBREY
3200 Kilometer lang ist die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Hier wird Identität verteidigt und Freiheit gesucht. Und gestorben. Eine Reportage.

Von Anna Sauerbrey | DER TAGESSPIEGEL

Durch das Insektennetz vor der Tür des Wohnwagens sieht Tim Foley die Sonne aufgehen. Der glühende Himmel durchringt die wellig gewordenen, grauen Maschen, Vögel zwitschern, Rocko, der Pitbull, hebt den Kopf. Tim Foley steckt seine Glock in das Halfter an seinem Gürtel und tritt hinaus. Der rote Staub vor dem Trailer leuchtet. Ein guter Tag für einen Erkundungsmarsch, nicht zu heiß. 34, 35 Grad sind für die Sonora-Wüste vorhergesagt. Foley betrachtet die karge Landschaft. Irgendwo da draußen, eine halbe Stunde Autofahrt entfernt, beginnt Mexiko.

Foley ist Ende fünfzig, vom Wetter alterslos gegerbt. Ein sehniger Typ, Arme und Hals sind tätowiert, doch seine Haut ist so dunkel, die Motive sind nicht mehr zu erkennen. Er schüttet Hundefutter in eine Metallschüssel, füllt eine zweite mit Wasser, klopft dem Pitbull auf die Flanken. Nächsten Freitag erwartet er ein Dutzend Freiwillige zu einer „Operation“ des „Arizona Border Recon“, der „Grenzaufklärung Arizona“. Tim Foley hat „AZBR“ 2010 gegründet. Auf der Webseite heißt es, die Gruppe stelle „Wissen und Sicherheitsdienste in Partnerschaft mit dem US-Grenzschutz“ zur Verfügung. In der Nachbarschaft sagen die Leute, Tim Foley sei Chef einer Miliz, die in der Wüste schwer bewaffnet Jagd auf Migranten macht, um sie dann den staatlichen Grenzschützern zu übergeben. Außerdem sei er verrückt.

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Muss ich als Pädagogin in die Kirche eintreten?

Bild: fis-kirchenrecht.de

Viele potentielle Arbeitgeber von Suchttherapeutin Katja M. stellen nur Kirchenmitglieder ein. Die konfessionslose Bewerberin bittet den SZ-Jobcoach um Rat.

Süddeutsche Zeitung

SZ-Leserin Katja M. fragt:

Ich bin Diplom-Sozialpädagogin mit suchttherapeutischer Zusatzausbildung und verfüge über eine inzwischen zwanzigjährige ununterbrochene Berufserfahrung. Seit mehreren Jahren übe ich eine Leitungsfunktion mit geschäftsführender Verantwortung aus. Ich lebe in der Oberlausitz (Sachsen) und möchte nun der Liebe wegen nach Bayern ziehen. Als gebürtige DDR-Bürgerin weise ich jedoch den Makel auf, über keine Konfessionszugehörigkeit zu verfügen. In Bayern befinden sich die meisten sozialen Einrichtungen jedoch in kirchlicher Trägerschaft. Meine Bewerbung für eine leitende Position dürfte daher mit hoher Wahrscheinlichkeit aussortiert werden.

Ich bin nicht bereit, in eine Kirche einzutreten, weil ich das zutiefst ablehne. Mich erinnert das zu sehr an DDR-Zeiten, wo die Karrierechancen an eine SED-Mitgliedschaft gekoppelt waren. Eine Selbständigkeit wäre eine denkbare Option, ist im Sozialwesen jedoch nur beschränkt Erfolg versprechend. Sehen Sie andere Alternativen?

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ISLAMISMUS UND KALIFAT: Gesucht wird Gottes Statthalter

Trostlose Bilanz: In der Altstadt von Mossul stehen die Reste der zerstörten Al-Nuri-Moschee. Dort verkündete der „Islamische Staat“ 2014 das Kalifat. ©DPA
Soll die Abstammung entscheiden oder eine Wahl? Der Islamwissenschaftler Hugh Kennedy beleuchtet die Historie des Kalifats. Eine Wiederkehr in Gestalt des „Islamischen Staats“ passt nicht ins Bild.

Von Wolfgang Günter Lerch | Frankfurter Allgemeine

Der „Islamische Staat“ (IS) ist unlängst aus dem syrischen Raqqa vertrieben worden. Damit hat er die letzte ihm verbliebene städtische Bastion verloren, nachdem er zuvor nach langen Kämpfen schon seine wichtigste irakische Basis, Mossul, hatte aufgeben müssen. Besiegt ist dieses „neue Kalifat“, das vor drei Jahren proklamiert worden war, indes noch nicht, doch dürfte seine Anziehungskraft durch die jüngsten militärischen Niederlagen und territorialen Verluste ziemlich gelitten haben.

Gleichwohl ist die Idee eines islamischen Kalifats nicht tot. Das nahöstliche Staatensystem, vor hundert Jahren durch westliche Mächte entworfen, droht zu implodieren. Die arabischen Nationalstaaten in dieser Region waren seither nicht besonders erfolgreich bei der Bewältigung wichtiger Probleme ihrer Bevölkerungen, zumal ihre Konzepte zu weiten Teilen dem europäischen politischen Denken entlehnt waren. Es war ein Import aus dem Westen.

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Apotheker soll Krebsmedikamente gepanscht haben

Knapp 62 000 Mal soll ein Apotheker Krebsmedikamente gepanscht und so allein die gesetzlichen Krankenkassen um 56 Millionen Euro betrogen haben. Foto: Friso Gentsch © dpa-infocom GmbH
Knapp 62 000 Mal soll ein Apotheker Krebsmedikamente gepanscht und so allein die gesetzlichen Krankenkassen um 56 Millionen Euro betrogen haben. Die Leidtragenden: Mehr 1000 Krebspatienten, die der Anklage zufolge Medikamente mit viel zu wenig oder gar keinem Wirkstoff erhielten.

stern.de

Knapp 62 000 Mal soll ein Apotheker Krebsmedikamente gepanscht und so allein die gesetzlichen Krankenkassen um 56 Millionen Euro betrogen haben. Die Leidtragenden: Mehr 1000 Krebspatienten, die der Anklage zufolge Medikamente mit viel zu wenig oder gar keinem Wirkstoff erhielten.

An diesem Montag beginnt der Prozess gegen den 47 Jahre alter Apotheker aus Bottrop. Viele Patienten und Hinterbliebene hoffen endlich auf Antworten. Und darauf, dass die Politik ihre Lehren aus dem Fall zieht.

Als vor knapp einem Jahr die «Alte Apotheke» in Bottrop durchsucht wurde, fanden die Ermittler 117 Zubereitungen von teuren Krebsmedikamenten. Viele enthielten gar keinen oder viel zu wenig der verschriebenen Wirkstoffe. 27 davon soll der Apotheker Peter S. im Speziallabor seiner Onkologie-Schwerpunktapotheke eigenhändig hergestellt haben – und dabei nicht zum ersten Mal gepanscht haben, wie die Staatsanwaltschaft Essen überzeugt ist.

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Religion: Störfaktor & Kitt einer Gesellschaft

Foto: /Greil Michaela Josef Weidenholzer
Debatte. Experten sprachen sich beim Linzer Religionsgespräch für differenzierten Dialog aus.

Von Michaela Greil | kurier.at

Das Verhältnis von säkularer Gesellschaft und öffentlicher Religion ist einmal mehr in Bewegung. Debatten und Konflikte um religiöse Symbole in der Öffentlichkeit lassen die Vermutung zu, die Gesellschaft lebe ohne religiöse Symbole leichter.

Privatsache Religion?

Die Definition von „Religion ist Privatsache“ sei die Ansicht, Religion solle nur innerhalb des privaten Raumes ausgeübt werden. Dieses Verständnis gebe es derzeit vermehrt, sagt Maria Katharina Moser, Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde A.B. Wien-Simmering und designierte Direktorin der Diakonie Österreich, beim 12. Linzer Religionsgespräch zum Thema Störfaktor oder Kitt? Religionen in säkularer Gesellschaft an der Katholischen Privatuniversität Linz, genau 79 Jahre nach den Novemberpogromen mit gewalttätigen Übergriffen auf jüdische Einrichtungen statt.

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Senats-Mehrheit in Gefahr: Missbrauchvorwürfe gegen frommen Republikaner

Senats-Kandidat Roy Moore, Bild: dpa
Die 53-jährige Leigh Corfman wirft dem Abgeordneten Roy Moore vor, sie als 14-Jährige sexuell missbraucht zu haben. Moore sieht in den Anschuldigungen eine Verschwörung gegen ihn.

Von Thomas J. Spang | shz.de

Die Missbrauchsvorwürfe gegen den ultrakonservativen Senats-Kandidaten Roy Moore (70) in Alabama bringen die Mehrheit der Republikaner in Gefahr. Für einen Austausch des Kandidaten bei den Wahlen im Dezember ist es nach dem Wahlgesetz des Bundesstaats zu spät.

Eigentlich sollte der Fall Moore nicht wirklich kontrovers sein. Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was die „Washington Post“ über das pädophile Verhalten des Posterjungen der christlichen Rechten in Alabama berichtet, wäre er als Kandidat für den US-Senat nicht länger zu halten.

Das Blatt berichtet unter Berufung auf das detaillierte Zeugnis des mutmaßlichen Opfers, Leigh Corfman (53), wie Moore 1979 als junger Staatsanwalt das 14-jährige Mädchen sexuell missbraucht haben soll. Er habe sie während eines Gerichtstermins ihrer Mutter kennengelernt, erinnert sich Corfman an die denkwürdige Begegnung mit dem mehr als doppelt so alten Mann. Dieser habe sie nach ihrer Telefonnummer gefragt und sie ein paar Tage später angerufen.

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Deutsche Kampfflugzeuge über dem Negev

Ein deutscher Eurofighter landet in der israelischen Wüste. (Bild: Abir Sultan / Keystone)
In Israel finden die weltweit grössten Luftwaffen-Manöver dieses Jahres statt. Sieben ausländische Staaten nehmen teil, unter ihnen Deutschland und Indien. Geübt wird Kooperation, gefeiert Israels Westintegration.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Über dem Negev herrscht stets viel Flugverkehr. Für Israels Luftwaffe ist die südliche Wüste ein gutes Übungsgebiet, und wer gerne in ihre atemraubende Stille hineinhorcht, wird oft vom brachialen Donner von Kampfflugzeugen gestört, die ihre weissen Spuren in den Himmel malen. In diesen Tagen ist besonders viel los, denn bis zum Donnerstag finden über dem Negev die weltgrössten Luftmanöver dieses Jahres statt.

Das Eiserne Kreuz in Israel

«Blue Flag» heisst die elftägige Übung, an der über tausend Soldatinnen und Soldaten aus 8 Nationen teilnehmen. Polen, die USA, Griechenland und Italien waren bereits bei früheren Manövern dabei, erstmals erschienen sind in diesem Jahr Kontingente aus Deutschland, Frankreich und Indien.

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Kevin Spaceys Demontage ist bodenlose Heuchelei

Regisseur Alfred Hitchcock soll die Schauspielerin Tippi Hedren belästigt haben Quelle: picture alliance / Everett Colle
Nach den Vorwürfen des Missbrauchs will die Filmbranche von Kevin Spacey nichts mehr wissen. Aber wenn wir alle übergriffigen Künstler verbannen wollen, müssten wir auch unsere Bibliotheken säubern.

Von Claudia Becker | DIE WELT

Er soll sich 1986 an den 14-jährigen Anthony Rapp herangemacht haben und auch sonst ein schlimmer Finger gewesen sein. In dieser Woche behauptete schließlich die TV-Moderatorin Heather Unruh, Kevin Spacey, 58, habe ihrem 18-jährigen Sohn an einer Bar in Massachusetts entgegen der Alkoholfreigabe ab 21 Jahren Drinks spendiert – und ihm in die Hose gefasst.

Wenn nur ein Teil von dem stimmt, was Kevin Spacey vorgeworfen wird, dann hat er sich schwerster Verbrechen schuldig gemacht: Der rücksichtslosen Grenzüberschreitung, der sexuellen Gewalt. Kaum verwunderlich, dass es ein großes Bedürfnis gibt, den Megastar unsichtbar zu machen. Nachdem der Streamingdienst Netflix dem Hauptdarsteller der Erfolgsserie „House of Cards“ gekündigt und den Film „Gore“ gestoppt hat, zeigt sich Regisseur Ridley Scott jetzt von einer neuen ungeahnten Radikalität und schneidet aus dem Film „Alles Geld der Welt“ einfach heraus.

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Was wäre, wenn es einen intelligenten Designer gäbe?

Ist der komplexe Kosmos wirklich nur Zufall? Oder hat ein intelligenter Urheber alles vom Paradies bis RTL II geplant? Wissenschaftskabarettist Vince Ebert setzt auf die Evolution.

Von Vince Ebert | spektrum.de

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk. Das menschliche Schienbein beispielsweise ist ein nahezu perfektes Sinnesorgan, um im Dunkeln scharfkantige Möbelstücke zu finden. Kann so etwas Hochkomplexes wie der Mensch nur durch reinen Zufall entstanden sein? Muss da nicht ein geheimnisvoller, schöpferischer Plan dahinterstecken? 2007 ergab eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung die Evolutionstheorie als Erklärung für die Vielfalt des Lebens ablehnen.

Die Befragten waren überzeugt, der langwierige Entwicklungsprozess vom einfachen Einzeller bis hin zu einem komplexen Lebewesen wie David Hasselhoff könne nur durch die zentrale Steuerung einer höheren Macht zu Stande gekommen sein. Die Anhänger dieses Gegenentwurfs zur Evolutionstheorie nennen ihre Idee „Intelligent Design“. Im Gegensatz zu den Kreationisten nehmen sie keinen Bezug auf die Bibel, sondern lassen die Identität des Schöpfers offen. Dadurch postulieren sie einen wissenschaftlichen Ansatz und sind mit allen Gottesvorstellungen kompatibel.

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Intersexualität: Was das dritte Geschlecht für den Sport bedeutet

Die 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya hat sich immer als Frau gefühlt. (Foto: Getty Images for IAAF)
Soll es künftig drei Weltmeister pro Disziplin geben? Einer Weltklasseläuferin wie Caster Semenya wäre damit nicht geholfen. Der Sport muss neu denken, wie er mit körperlichen Unterschieden umgeht.

Von Barbara Klimke | Süddeutsche Zeitung

Erniedrigend fand die Diskuswerferin Liesel Westermann, was sie 1966 bei ihrem ersten internationalen Wettkampf erlebte. Unakzeptabel, ungeheuerlich. „Wir hatten uns auszuziehen“, berichtete die spätere Weltrekordlerin in ihrer Autobiografie. Dann mussten die Athletinnen mit einer Startnummer in der Hand splitternackt auf- und abmarschieren. Liesel Westermann kam sich vor, als sei sie auf dem Viehmarkt: „Es war wie bei der Trichinenschau. Nur bekamen wir den Stempel nicht auf den Hintern, sondern auf eine Karteikarte.“

Das Prozedere, Sex-Test genannt, hatten sich die Leichtathletik-Funktionäre damals vor der EM in Budapest ausgedacht, als Gerüchte um auffällig männlich aussehende Athletinnen aus dem Ostblock die Runde machten. Von da an nahmen sich Verbandsärzte das Recht, Frauen aus genetischen Gründen vom Wettbewerb auszuschließen. Bei Olympischen Spielen wurde die Fleischbeschau nach Protesten durch eine humanere Lösung ersetzt: per Wattestäbchen und per Zählung der X-Chromosomen aus der Mundschleimhaut.

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Die Erfindung der „Zauberwatte“ gegen Ölkatastrophen

foto: europäisches patentamt Ein Kilogramm der durch eine Panne entdeckten Wachswolle saugt sechs Liter Öl, aber kein Wasser auf.
Jahr für Jahr verpesten Ölunfälle Flüsse und Meere. Ein deutsches Unternehmen hat eine neue Möglichkeit zur Bekämpfung der Ölfilme gefunden

Von Alois Pumhösel | derStandard.at

Im September 2017 traf es die Küsten von Salamis und Piräus. Der griechische Tanker Agia Zoni II, beladen mit über 2500 Tonnen Rohöl und Treibstoff, sank und verursachte eine Ölpest im Saronischen Golf nahe Griechenlands Hauptstadt Athen. Es ist der neueste Vorfall der langen Liste an Ölunfällen, die sich beinahe jedes Jahr erweitert. Namen wie Exxon Valdez, jener Tanker, der 1989 vor Alaska sank, klingen noch im Ohr. Andere Vorfälle wie etwa ein Pipelineschaden, der 2010 das Nigerdelta verpestete, wird weniger öffentliche Aufmerksamkeit zuteil – auch wenn der Schaden für Ökosystem und Bevölkerung vor Ort enorm ist.

Die Aufräumarbeiten in Griechenland sollen vier Monate dauern. In anderen Fällen braucht es Jahrzehnte, bis der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt ist. Eine UN-Studie kam 2011 etwa zum Ergebnis, dass es 30 Jahre dauern würde, um die 1000 Quadratkilometer große Nigerdelta-Region zu reinigen.

Zu den möglichen Ölbindemitteln, die bei derartigen Unfällen eingesetzt werden können, hat sich in den vergangenen Jahren ein weiteres dazugesellt; ein Mittel, das sowohl im großen Stil mit speziellen Schiffen als auch im kleinen Rahmen von den Betroffenen vor Ort eingesetzt werden kann.

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America’s Wildest Place Is Open for Business

The upper Colville River and headwaters on Alaska’s North Slope | Joel Sartore
Several years ago a mapping expert pinpointed the most remote place in the Lower 48 states. The spot was in the southeast corner of Yellowstone National Park, 20 miles from the nearest road. Roman Dial read the news and wasn’t much impressed. To him, 20 miles — the distance a hungry man could walk in a long day — didn’t seem very remote at all.

By Christopher Solomon | The New York Times

Mr. Dial is a professor of biology and mathematics at Alaska Pacific University in Anchorage, and a National Geographic explorer. He decided to figure out the most remote place in the entire nation. His calculations led him to the northwest corner of Alaska, where the continent tilts toward the Arctic Ocean. The spot lay on the Ipnavik River on the North Slope, 119 miles west of the Haul Road (otherwise known as the Dalton Highway), which brings supplies and roughnecks to the oil fields at Prudhoe Bay.

Judged by miles, Mr. Dial reckoned, the place was six times more isolated than that corner in Yellowstone. So he decided to walk there. On the journey he and his companion didn’t see anyone else for 24 days.

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Österreichische Apostel: Ehe ausschließlich für verschiedengeschlechtliche Paare

Bischofskonferenz hofft, dass Verfassungsgerichtshof bei aktueller Überprüfung seiner bisherigen Linie treu bleibt, wonach die Ehe aufgrund ihres spezifischen Wesens anders zu behandeln ist als alle anderen Partnerschaftsformen.

kath.net

Die Ehe soll wie bisher ausschließlich Paaren verschiedenen Geschlechts vorbehalten bleiben, weil das ihre Einzigartigkeit im Vergleich mit anderen Formen des Zusammenlebens ausmacht. Diesen Standpunkt hat die Bischofskonferenz bei ihrer Vollversammlung erneut formuliert. Anlass dafür ist die aktuelle Überprüfung des Ehebegriffs durch den Verfassungsgerichtshof, an den sich die Bischöfe in einer Erklärung wenden. So heißt es wörtlich: „In Respekt vor dem Höchstgericht vertrauen die Bischöfe darauf, dass die Verfassungsrichter verantwortungsvoll über diese Frage beraten und an ihrer bisherigen Linie festhalten, wonach die Ehe aufgrund ihres spezifischen Wesens anders zu behandeln ist als alle anderen Partnerschaftsformen. “

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Air Force plant Kampfjets mit Laserwaffen

So könnte die Laserwaffe der Zukunft im Einsatz aussehen. (Foto: Air Force Research Lab / Lockheed Martin)
  • Die Forschungsabteilung der US-Luftwaffe vergibt einen Auftrag für die Entwicklung eines Lasersystems für Kampfflugzeuge.
  • Der Rüstungskonzern Lockheed Martin soll eine solche Strahlenwaffe entwickeln, bis 2021 soll sie im Flug getestet werden.
  • Das US-Militär investiert große Summen in Laserwaffen, damit sollen beispielsweise Drohnen abgewehrt werden.

Von Christoph Behrens | Süddeutsche Zeitung

Die Flugabwehrrakete nähert sich dem Kampfjet rasend schnell. Statt auszuweichen, hält der Pilot auf das Geschoss zu. Bevor die feindliche Rakete einschlägt, explodiert sie in der Luft, ohne Schaden anzurichten. Ein Laserstrahl, ausgesandt von einer Kanone an Bord des Jets, hat die Bedrohung ausgeschaltet.

Laserwaffen als Teil der „Selbstverteidigung“, so stellt sich die Rüstungsfirma Lockheed Martin die Zukunft der US-Luftwaffe vor. Der Konzern gab diese Woche bekannt, an der Entwicklung eines solchen Lasersystems zu arbeiten. Das Air Force Research Lab (AFRL), eine Forschungsabteilung der US Air Force, habe Lockheed damit beauftragt, für 26,3 Millionen US-Dollar (22,6 Millionen Euro) ein Lasersystem für Flugzeuge zu entwickeln. Innerhalb von vier Jahren soll der Laser im Flug getestet werden.

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Bedford-Strohm bedauert Besucherprognosen für Reformationsjubiläum

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Man müsse nächstes Mal vorsichtiger mit der Nennung von Zahlen im Vorfeld sein, sagte der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm.

evangelisch.de

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bedauert die Nennung hoher Besucherprognosen vor Großveranstaltungen des Reformationsjubiläums. „Die frühe Bekanntgabe erwarteter hoher Teilnehmerzahlen für einige der Großveranstaltungen war im Rückblick ein Fehler“, sagte Bedford-Strohm der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstag): „Es war einfach der Versuch, viele Menschen einzuladen. Man müsste beim nächsten Mal sicherlich vorsichtiger mit der Nennung von Zahlen sein.“

Die hohen Prognosen hätten dazu geführt, dass schon eine Zahl von 100.000 Besuchern als Defizitzahl wahrgenommen worden sei. Insgesamt zog Bedford-Strohm aber eine positive Bilanz. Auch jenseits der Debatte um Zahlen sei der Reformationssommer in Wittenberg „in jedem Fall ein Erfolg“ gewesen: „Die Begeisterung der vielen Tausend Jugendlichen ist nur einer von vielen Gründen dafür.“

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