Jaroslav Staník: „Jews, gays and Roma should be gassed“

Jaroslav Staník. Image: blisty.cz
„Jews, homosexuals and Roma should be gassed,“ said an influential extreme right wing politician in Czech parliament

blisty.cz

„Jews, gays and Roma should be gassed,“ said Jaroslav Staník, the secretary of the ultra-right wing Czech populist party „Freedom and Direct Democracy“ (SPD) and a close collaborator of the party leader Tomio Okamura, in parliament. Because of such statements, Staník got embroiled in a verbal conflict with the Czech Social Democratic Minister of Labour and Social Affairs Michaela Marksová-Tominová and some other MPs. The conflict took place in one of the restaurants in the Czech Parliament, which are not accessible to the public.

„As I entered the restaurant, he said ‚You are that Marx-Engels minister. You support homosexuals.‘ He added that they should be gassed and liquidated. I remonstrated with him verbally,“ said the minister, adding that Staník was heavily drunk.

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„Friedlicher Islam“ – Christen rücken an Juden und Muslime heran

Drei Religionen, ein Haus. Das scheint in Berlin gerade eine beliebte Vision zu sein. Unter anderem soll eine muslimisch-jüdisch-christliche Kita entstehen – und dann wäre da noch das „House of One“.

DIE WELT

Jede Religionsgruppe hat eigene Räume, aber gegessen wird zusammen. So lautet – sehr vereinfacht ausgedrückt – ein deutschlandweit einmaliges interreligiöses Konzept für eine Kindertagesstätte, die demnächst in Berlin entstehen soll. Das besondere daran: Kinder vom Krippen- bis zum Vorschulalter aus muslimischen, jüdischen und christlichen Familien werden auf einem gemeinsamen Campus in Berlin-Moabit unter einem Dach betreut und erzogen.

135 Kinder wird die neue Kita aufnehmen, also 45 Kinder pro Religionsgemeinschaft. Baubeginn soll im Jahr 2019 sein, los geht es mit der Betreuung dann nach derzeitigem Plan im Jahr 2022. Finanziert wird das Projekt nach dem Kita-Ausbauprogramm des Landes Berlin wie jede andere neue Kita auch. Das Land beteiligt sich also, aber der Träger muss einen gewissen Eigenanteil liefern.

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Lernen für Gott und Vaterland

„Im Gedenken an den 15. Juli, den Sieg der Demokratie und die Märtyrer“, steht auf diesem Büchlein, das schon im vergangenen September an türkische Schüler verteilt wurde. (Foto: Ozan Kose/AFP)
Liebe zur Heimat und zum Propheten statt Naturwissenschaften und Evolutionslehre: Türkische Schulen sollen künftig die „fromme Generation“ formen, die Präsident Erdoğan sich wünscht.

Von Luisa Seeling | Süddeutsche Zeitung

Charles Darwin hat es erwischt, seine Evolutionstheorie soll nicht mehr vorkommen. Der Mensch ist nicht das Ergebnis natürlicher Selektion, Gott hat ihn erschaffen – so sollen es türkische Schüler künftig lernen. Vermittelt werden soll ihnen auch der Dschihad, eine Ankündigung, die in säkularen Kreisen einen Aufschrei auslöste. Zwar beeilte sich Bildungsminister İsmet Yılmaz zu versichern, den Schülern solle nicht der Religionskrieg beigebracht werden, die wahre Bedeutung des Begriffs sei „Vaterlandsliebe“. Doch die Kritiker beruhigte das nicht. Die Regierung, schimpfte die säkulare Oppositionspartei CHP, plane „die Gehirne unserer kleinen Kinder mit derselben Haltung, die den Nahen Osten in ein Blutbad verwandelt“.

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Licht legt in Flüssigkeiten immer dieselbe Strecke zurück

In transparenten Flüssigkeiten sind Lichtpfade geradlinig – in trüben Flüssigkeiten werden sie durch Streuung komplizierter. © TU Wien
Trotz Streuung: Egal wie klar oder trüb eine Flüssigkeit ist – das Licht legt darin immer dieselbe Wegstrecke zurück. Diese scheinbar widersinnige These haben Forscher nun experimentell bestätigt. Sie zeigen: Partikel in trüben Flüssigkeiten wie Milch streuen das Licht zwar und zwingen es zu Umwegen auf seinem Weg durch das Medium. Gleichzeitig werden viele Teilchen jedoch direkt nach dem Eindringen wieder nach draußen gelenkt. Als Folge werden manche Pfade des Lichts kürzer, andere länger – ein Effekt, der sich im Mittel offenbar immer ausgleicht.

scinexx

Wenn Licht in ein Glas mit Wasser fällt, durchdringt es die Flüssigkeit geradlinig und verlässt sie auf der gegenüberliegenden Seite. In einer Flüssigkeit wie Milch ist die Route dagegen komplizierter. Denn das Licht wird auf seinem Weg an winzigen Partikeln in der Flüssigkeit mehrfach gestreut: Es muss das Glas auf zackigen Bahnen durchqueren, wenn es an das gegenüberliegende Ende des Gefäßes gelangen soll. Dieser Effekt ist für die weiße Farbe der Milch verantwortlich.

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Dodo Käßmann: Reformationsjubiläum Zeichen gegen Nationalismus

Bild: Peter Laskowski/FB
Die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, hat die internationale Dimension des Festjahres unterstrichen.

evangelisch.de

Das sei ihr „wichtig, wo in diesem Jahr so viel Nationalismus aus der Mottenkiste der Geschichte geholt wurde“, sagte Käßmann am Sonntag vor der EKD-Synode in Bonn. Sie verwies auf Ausstellungen, Veranstaltungen und Diskussionen über die Reformation und ihre Folgen, die sie im Ausland besucht hat.

Käßmann, die für das 500. Reformationsjubiläum als Botschafterin eingesetzt war, empfahl ihrer Kirche, solch einen Posten für wichtige Themen auch künftig einzusetzen. Es sei hilfreich, wenn eine Person abrufbar sei, sagte sie. Käßmanns Einsatz als Botschafterin endete mit dem Ende des Jubiläumsjahres am 31. Oktober, dem Reformationstag. Im nächsten Jahr will sich die prominente Theologin in den Ruhestand verabschieden.

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Ulrich Kutschera: Drittes Geschlecht? Biologische Fakten und postfaktische Fiktionen

„Mit Verwunderung konnte man vor einigen Tagen in den Leitmedien lesen, es gäbe demnächst ein ‚Drittes Geschlecht‘, welches im Geburtenregister eingetragen werden darf.“

Gastkommentar von Ulrich Kutschera | kath.net

Mit Verwunderung konnte man vor einigen Tagen in den Leitmedien, wie der FAZ, der Süddeutschen Zeitung, Der Spiegel usw. lesen, es gäbe demnächst ein „Drittes Geschlecht“, welches im Geburtenregister eingetragen werden darf. Diese Schlagzeilen vermitteln der Allgemeinbevölkerung den irrigen Eindruck, man hätte jetzt endlich die schon lange von Vertretern der Gender-Ideologie geforderte „Überwindung“ des binären „Mann-Frau-Denkens“ vollzogen – die sowieso nur sozial konstruierte Zweigeschlechtlichkeit sei jetzt um eine dritte Option erweitert, könnte man annehmen. In verschiedenen Kommentaren wurde bereits auf die Widersinnigkeit dieser Begriffsbildung und deren Implikationen hingewiesen. Nachfolgend möchte ich auf biologische Hintergründe eingehen, die leider in den o. g. Medien falsch dargestellt sind. Worum geht es hierbei?

Der Fall Vanja – weder Mann noch Frau?

Eine Person, genannt Vanja, die korrekt als „Intersexuelle“ gekennzeichnet ist, hat gefordert, eine positiv besetzte Bezeichnung ihrer subjektiv gefühlten Geschlechtsidentität, neben männlich-weiblich, eintragen lassen zu können – sie fühle sich weder als Mann noch als Frau. Wie die SZ berichtet, hat Vanja über eine Chromosomenanalyse erfahren, dass sie den Karyotyp 45 X0 trägt – korrekt dargestellt – sie verfügt über 44 Autosomen (A) und nur ein Geschlechtschromosom, somit 44 A X0, pro Körperzelle. Jeder Mensch trägt das Erbgut seiner Mutter und des Vaters im Genom (22 Autosomen, X von der Mutter, und 22 A, X oder Y vom Vater; doppelter Chromosomensatz pro Zelle). Fertile, ausgereifte Männer sind 44 A XY-, Frauen demgegenüber 44 A XX-Menschentypen, definiert als Spermien- bzw. Eizellen-Produzenten. Das ist der im Verlaufe der Evolution herausgebildete Sexual-Dimorphismus unserer Spezies, eine belegte Tatsache. Da etwa 99 % aller neugeborenen Babys eindeutig männlich oder weiblich sind, erkenntlich an den noch unreifen Kopulationsorganen Penis bzw. Vagina plus den o. g. Chromosomensätzen, funktioniert die zweigeschlechtliche Reproduktion, genannt sexuelle Fortpflanzung (Kurzform Sex), seit Jahrmillionen recht gut. Wir existieren, weil sich unsere heteronormalen Eltern sexuell fortgepflanzt haben: Innere Befruchtung, Spermien-Eizellen-Fusion, Zygote, Baby, Kind.

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Was Brücken in Schwingung versetzt

Geriet bei der Eröffnung im Jahr 2000 ganz schön ins Schwanken: die Millenium Bridge in London © Johan Mouchet/ gemeinfrei
Wackelnde Angelegenheit: Mit ihren Schritten können Fußgänger Brücken gefährlich zum Schwingen anregen. Ein mathematisches Modell zeigt nun, welche Rolle die Zahl der Personen dabei spielt. Das Ergebnis: Anders als gedacht nimmt die Schwingung nicht linear mit der Größe der Menschenmenge zu. Stattdessen verstärkt sie sich ab einem kritischen Schwellenwert abrupt. Künftig könnten die Ergebnisse bei der Bauplanung von Brücken und anderen Bauwerken helfen, schreiben die Forscher.

scinexx

Fast wäre es ein gewaltiger Reinfall geworden: Im Jahr 2000 wurde nach über hundert Jahren erstmals wieder eine neue Brücke über die Themse in London eingeweiht. Doch als am Eröffnungstag Heerscharen von Besuchern auf die Millenium Bridge strömten, geriet das moderne Bauwerk heftig ins Schwanken. Erst nach einer zweijährigen Sperrung und aufwändigen Nachbesserungen, die noch einmal ein Drittel der ursprünglichen Baukosten verschlangen, konnte das Problem gelöst werden.

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Bedford-Strohm: Heiligabend braucht niemand einzukaufen – Moralisierend

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Freude über alle Händler, die am 24. Dezember ihre Läden geschlossen halten

EKD

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, lehnt eine Öffnung der Geschäfte am diesjährigen Heiligabend ab, der auf einen Sonntag fällt. „Es gibt gute Gründe, an diesem Tag nicht einzukaufen“, sagte Bedford-Strohm auf der EKD-Synode in Bonn. Bis Samstagabend hätten die Menschen genügend Zeit, sich mit den benötigen Waren zu versorgen. Er freue sich über alle Discounter und Einzelhändler, die am 24. Dezember ihre Läden geschlossen halten.

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Für gewöhnlich dürfen Supermärkte in Deutschland sonntags nicht öffnen. Weil der 24. Dezember in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, gilt jedoch eine Sonderregelung. In vielen Bundesländern dürfen Supermärkte, aber auch Blumenläden und Tannenbaum-Verkaufsstellen an Heiligabend für einige Stunden öffnen.

Wie Marokkos König den Islam reformieren will

König Mohammed VI. von Marokko neben seinem Bruder (recht) und seinem Sohn (links) (dpa – Bildfunk / Marokkanischer Königspalast)
Mohammed VI. versteht sich in der Nachfolge des Propheten als Staatschef, religiöser Führer, oberster Richter und Oberkommandeur der Armee. Ein Staatsführer mit Einfluss. Sein Maghreb-Königreich will nun in Afrika eine führende Rolle einnehmen und zwar in Punkto Religion. Als Gegengewicht zum sogenannten Islamischen Staat.

Von Marc Thörner | Deutschlandfunk

Addis Abeba, Januar 2017, König Mohammed VI. betritt das Plenum der Afrikanischen Union. „Ash el Malik“ – hoch der König, schallt es ihm aus der marokkanischen Delegation entgegen.

Der Besuch des Königs von Marokko ist historisch. Bis vor kurzem hatte er die Afrika-Union noch boykottiert. Dort ist nämlich die Unabhängigkeitsbewegung der Westsahara vertreten – eines Landstrichs, den Marokko seit langem als Staatsgebiet beansprucht. Doch jetzt steht Wichtigeres auf dem Spiel. Das Maghreb-Königreich will in Afrika eine führende Rolle einnehmen. Und zwar in Punkto Religion.

„Die muslimischen Gläubigen in Westafrika, bis hinein nach Nigeria, unterhalten schon seit alter Zeit Verbindungen sowohl zu marokkanischen Geschäftsleuten als auch zu marokkanischen Religionsgelehrten“ – Mohammed Tozy, Soziologe, Islamhistoriker und Berater der marokkanischen Regierung.

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Schriftsteller Elsberg über CRISPR/Cas9: Was, wenn Gott sich geirrt hat?

Marc Elsberg, geboren 1967 in Wien, heißt eigentlich Marcus Rafelsberger. Sein literarisches Debüt erfolgte 2000 mit dem satirischen Roman Saubermann. Foto: Lukas Ilgner
In der postfaktischen Debatte über Gentechnik werden Dinge vermengt, die man auseinanderhalten sollte

Von Marc Elsberg | derStandard.at

Riesenbuchstaben an einer Wand im Wintergarten des Instituts für Molekularbiologie Austria (IMBA), eine Arbeit des Künstlers Lukas Troberg, stellen diese provokante Frage: „What if God was wrong?“ Damit trifft sie für viele ins Herz einer Diskussion, die seit Jahrzehnten so erbittert wie wenige andere geführt wird.

Die Debatte um Gentechnik und gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) war vielleicht die erste „postfaktische“ überhaupt. Seit Jahrzehnten beflegeln sich Gegner und Befürworter höchst emotional mit übelsten Beschimpfungen und Unterstellungen, hantieren mit „alternativen Fakten“ und „Fake-News“ – lange vor Erfindung dieser Neusprechbegriffe für Lügen. „Frankenfood“ oder „Gen-Scheiß“, brüllen die einen, „hunderttausendfachen Mord“, gar einen „stillen Holocaust“ werfen dagegen etwa Befürworter von Golden Rice den Anbaugegnern vor – die gentechnisch veränderte Sorte soll Vitamin-A-Mangel in Entwicklungsgebieten beheben. Auf beiden Seiten werden Studien gefälscht oder falsch zitiert, Argumente verdreht oder ignoriert, Inhalte auf Slogans und Parolen reduziert.

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Rufe nach »judenfreiem Polen«

Während des rechtsextremistischen Marschs am 11. November 2017 in Warschau zeigt ein Teilnehmer den Hitlergruß. Bild: ©DPA
Nach rechtsextremistischem Marsch: Israel fordert polnische Regierung auf, gegen Organisatoren vorzugehen

Jüdische Allgemeine

Bei der Demonstration von Zehntausenden von Rechtsextremisten am Samstag in Warschau riefen Teilnehmer auch antisemitische Parolen wie »Juden raus aus Polen«. Das israelische Außenministerium hat deshalb die polnische Regierung aufgefordert, gegen die Gruppen vorzugehen, die den Marsch organisiert haben. Die Kundgebung war anlässlich des 99. Jahrestags der Unabhängigkeit Polens 1918 veranstaltet worden.

RASSISMUS Laut »Times of Israel« von Montagmorgen hieß es in der Mitteilung aus Jerusalem: »Dies ist ein gefährlicher Marsch, angezettelt von Rechtsextremisten und Rassisten. Wir hoffen, dass die polnische Regierung Schritte gegen die Organisatoren unternimmt.« Weiter teilte Israels Außenministerium mit: »Die Geschichte lehrt uns, dass wir gegen Hass und Rassismus so schnell und so entschlossen wie möglich vorgehen müssen.«

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Evangelische Kirche entwickelt ihre Friedensethik weiter

Militärseelsorge verteilt Lebkuchen. Bild: ekd.de/Facebook-Screenshot. bb
Die evangelische Kirche entwickelt ihr Leitbild des „gerechten Friedens“ weiter. Das vor zehn Jahren in einer Friedensdenkschrift formulierte Konzept komme angesichts eines rasanten gesellschaftlichen Wandels und einer neuen multipolaren Weltordnung an seine Grenzen und müsse weitergedacht werden, sagte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, am Sonntag vor der EKD-Synode in Bonn.

evangelisch.de

Friedensethik gelte als „ein Schlüssel für das künftige Zusammenleben in der globalisierten Welt und in immer heterogener und pluralistischer werdenden Gesellschaften“. Als neue Entwicklungen in den vergangenen Jahren nannte Brahms einen Wandel von Konflikten, neue Formen der Kriegsführung, eine zunehmende Polarisierung nationaler und internationaler Politik sowie eine wachsende Gewöhnung an eine militärische Logik. In vielen Bereichen der evangelischen Kirche gewinne die Friedensfrage deshalb neue Aufmerksamkeit und werde in zahlreichen Projekten und Konsultationen bearbeitet, erläuterte Brahms, der auch leitender Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Einige Landeskirchen hätten eigenen synodale Prozesse zu friedensethischen Fragen eingeleitet.

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Unbequeme Erinnerung

Blick auf das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors. © Wolfgang Chodan / Stiftung Topographie des Terrors
Eine Ausstellung dokumentiert den Umgang mit NS-Täterorten

Von Sigrid Hoff | Jüdische Allgemeine

Vor den freigelegten Kellerresten des Gestapo-Hauptquartiers an der heutigen Niederkirchnerstraße stehen Dutzende von Besuchern, Jugendgruppen drängeln sich in den Räumen des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors dahinter. Über eine Million Besucher im Jahr zählt allein dieser Ort. Von dem langen Weg, die Erinnerung an die NS-Terrorzentrale und andere Täterorte der Zeit im Gedächtnis der Stadt zu verankern, erzählt seit Freitag die Sonderausstellung Ausgeblendet. Der Umgang mit NS-Täterorten in West-Berlin.

Es ist die zweite Station der als Wanderausstellung konzipierten Schau, erarbeitet vom Verein Aktives Museum – Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. sowie der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz aus Anlass des 25-jährigen Bestehen dieser Einrichtung. Historische Fotos, Zeitungsartikel, Plakate und zeitgenössische Exponate, reproduziert auf Tafeln und gegliedert in sieben Kapitel, dokumentieren den schwierigen Prozess bis zu einer Erinnerungskultur, die der Opfer gedenkt, aber auch die Orte der Täter nicht länger ausblendet.

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Instruktoren der US-Streitkräfte wegen Misshandlung von Muslimen verurteilt

Weil er muslimische Rekruten systematisch misshandelt hat, ist ein Ausbildungsleiter der US-Marineinfanterie zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem wird er unehrenhaft aus der Armee entlassen, wie amerikanische Medien am Freitag (Ortszeit) berichteten.

Neue Zürcher Zeitung

Ein Militärgericht befand den Unteroffizier laut Medienberichten für schuldig, mehr als ein Dutzend muslimische Armeeanwärter während ihrer Grundausbildung auf dem Stützpunkt Parris Island in South Carolina schikanösem Drill unterworfen zu haben. Eines der Opfer war nach der Tortur aus dem zweiten Stockwerk eines Gebäudes in den Tod gestürzt.

Die Militärjury aus insgesamt acht Männern und Frauen entschied zudem, den Ausbildungsleiter unehrenhaft aus der Armee zu entlassen. Das Hafturteil geht noch über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die sieben Jahre Gefängnis verlangt hatte.

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Schwaetzer: Unterschiede zwischen Kirchen nicht mehr verständlich

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, hat die beiden großen christlichen Kirchen zu mehr Gemeinsamkeit aufgerufen.

evangelisch.de

Mit Blick auf den Verlust von Mitgliedern bei beiden Kirchen sagte sie am Sonntag in Bonn, ihre Stimme werde in einer säkularen Gesellschaft eher und mehr gehört, wenn sie gemeinsam sprechen. Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums habe sie die Erfahrung gemacht: „Die Unterschiede zwischen der evangelischen und katholischen Glaubenslehre waren nicht mehr überzeugend darzulegen“, sagte Schwaetzer.

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Amri – Vom „Nachrichtenmittler“ zum Attentäter?

Grafik: TP
Eine Chronik der Widersprüche und viele offene Fragen zum LKW-Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin – Sonderermittler Jost berichtet dem Untersuchungsausschuss

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Obwohl inzwischen vieles bekannt ist, beherrschen die Aufklärung des terroristischen Anschlages auf den Weihnachtsmarkt in Berlin am 19. Dezember 2016 mit zwölf Toten nach wie vor zwei große Unbekannte: Einmal der mutmaßliche Attentäter Anis Amri selber, daneben aber die Sicherheitsbehörden in der gesamten Bundesrepublik.

Das wird aus der Arbeit des Sonderbeauftragten Bruno Jost deutlich, der jetzt den Mitgliedern des Amri-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus Rede und Antwort stand. Anfang Oktober 2017 hatte er seinen Bericht vor der Presse vorgestellt. (Siehe Abschlussbericht des Sonderbeauftragten).

Das Pikante: Die eine Unbekannte kannte die andere gut.

„Merkwürdig“, „fragwürdig“, „die linke Hand wusste nicht, was die rechte wusste“, „da fehlen mir die Worte“, „Widersprüche, die ich nicht erklären kann“, „unvorstellbare Kette von Versäumnissen“, „nicht nachvollziehbar“, „derart ungewöhnlich, dass es selbst für Berlin ungewöhnlich ist“ – so die zahlreichen Begleitkommentare des früheren Bundesanwaltes.

Josts Auftrag war, das Behördenhandeln in Berlin vor dem Anschlag zu untersuchen. Seine Nachforschungen führten zum Teil über die Hauptstadt hinaus – aber vor allem wurden sie ihrerseits selber von Widerstand und Missachtung seitens der Behörden begleitet, nach dem Anschlag also.

Anfang Juli 2015 reiste Anis Amri, aus Italien kommend, nach Deutschland ein – und damit begannen die Merkwürdigkeiten. Er ließ sich unter einem falschen Namen – Amir – bei der Polizei registrieren. In der Folgezeit benutzte er mehrere Alias-Namen, aber auch seinen richtigen: Amri. Die Mehrfachnennungen tat er nicht, wie man heute weiß, um mehrfach Sozialleistungen abzugreifen. Das geschah lediglich einmal und betraf ganze 300 Euro. Offensichtlich versuchte Amri von Anfang an, Spuren zu verwischen. Warum? Mit welchen Absichten kam er aus Italien, wo er jahrelang im Gefängnis gesessen hatte?

Zunächst blieb Amri in Baden-Württemberg und meldete sich, was bisher nicht bekannt war, in Ellwangen an. Dadurch wurde er ausländerrechtlich Baden-Württemberg zugewiesen, und dieses Bundesland wäre für ihn zuständig gewesen. Laut Jost sei das aber „untergegangen und nie bekanntgeworden“. Letztlich wurde Nordrhein-Westfalen (NRW) für ihn zuständig.

Das eigentliche Ziel des Tunesiers schien aber Berlin gewesen zu sein. Bereits Ende Juli 2015 tauchte er in der Stadt auf und meldete sich, erneut unter einem anderen Aliasnamen – Hassan – an. Er wiederholte seine Anmeldung in Berlin im September 2015, erneut unter einem wieder anderen Namen – und wurde nun Berlin zugewiesen. War das seine Absicht? Er erscheint rückblickend jedenfalls professionell und systematisch vorgegangen zu sein.

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Evangelische Kirche will Gläubige im digitalen Raum gewinnen

Mit neuen Gottesdienstformen für junge Leute will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) dem Mitgliederschwund entgegentreten.

Frankfurter Rundschau

Statt morgens könnten Gottesdienste nachmittags oder abends in modernen Räumen mit Lichteffekten und Bands organisiert werden, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm zum Start der Jahrestagung der Kirche in Bonn. Angesichts der heutigen Individualisierung, Schnelllebigkeit und Unverbindlichkeit sei es Aufgabe der Kirche, Formen von Gemeinschaft anzubieten, die der Lebenswirklichkeit von jungen Menschen entsprechen.

Mutter in USA heiratet erst ihren Sohn, dann ihre Tochter

Der 44-Jährigen wurde schon vor Jahren das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen. In den Geburtsurkunden wird die Großmutter als leibliche Mutter geführt, weswegen sie die Heirat nicht als Inzest ansah.

Die Presse.com

Eine Mutter in den USA hat nach Medienberichten erst ihren Sohn und dann Jahre später ihre Tochter geheiratet. Das geht den Angaben zufolge aus Gerichtsunterlagen hervor. Demnach bekannte sich die heute 26-jährige Tochter am vergangenen Dienstag vor einem Richter im Bundesstaat Oklahoma des Inzests schuldig und erhielt eine zehnjährige Bewährungsstrafe.

Die Ehe habe sie annullieren lassen. Das Verfahren gegen die 44-jährige Mutter sei noch anhängig.

München hält Boykott-Kampagne gegen Israel für antisemitisch

Im Mai protestierten Demonstranten gegen eine Veranstaltung der anti-israelischen BDS-Kampagne im Gasteig. (Foto: Michael Trammer)
Laut einem Dokument aus dem Rathaus wird München nicht mit der BDS-Bewegung zusammenarbeiten.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche Zeitung

In der Auseinandersetzung um Veranstaltungen zum Nahost-Konflikt in München steht eine Entscheidung bevor: Nachdem im Juli die Stadtratsfraktionen von SPD und CSU gefordert hatten, die Stadt solle sich gegen Antisemitismus, konkret gegen die anti-israelische Kampagne „Boycott, Divestment, Sanctions“ (BDS) stellen, liegt jetzt die vom Direktorium der Stadt ausgearbeitete Beschlussvorlage vor.

Es gehe um die historische Verantwortung Münchens, schreibt Reiter. Die Stadt solle zunächst die „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ anerkennen, die 2004 von der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erarbeitet wurde und die unter anderem von der Bundesregierung befürwortet wird: Solange Kritik an Israel vergleichbar ist mit der an anderen Ländern, gilt sie demnach nicht als antisemitisch. Die Grenze werde überschritten, wenn etwa das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung bestritten werde.

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Moralapostel Bedford-Strohm warnt Kirchen vor moralischen Appellen

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Vor dem Kirchenparlament räumt Heinrich Bedford-Strohm ein, nicht wenige Menschen hätten sich von kirchlichen Stellungnahmen zur Flüchtlingspolitik unter Druck gesetzt gefühlt. Die EKD-Synode nahm am Sonntag in Bonn ihre Beratungen auf.

evangelisch.de

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Kirchen vor Moralisieren und einer Überforderung der Menschen gewarnt. Hinweise und Anregungen zu einer offenen Flüchtlingspolitik und zu tatkräftiger Nächstenliebe bei der Integration von Flüchtlingen hätten nicht wenige als unter Druck setzende Durchhalteparolen empfunden, räumte der bayerische Landesbischof am Sonntag zum Auftakt der EKD-Synode in Bonn selbstkritisch ein. Zugleich hob er die gewachsene Nähe von Protestanten und Katholiken im Jahr des 500. Reformationsjubiläums hervor.

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