„Ein Papst tritt herrschaftlich auf“


Papstkenner aus Leidenschaft: Volker Reinhardt lehrt und forscht in der Schweiz (Volker Reinhardt / privat)
Die Bischöfe von Rom werden erst Mitte des 4. Jahrhunderts zu echten Päpsten. „Eindrucksvolles Sich-Zeigen gehört zum Wesen des Papsttums“, sagte der Historiker Volker Reinhardt im Deutschlandfunk. Weltliche Herrscher und Kirche Arm in Arm – wie kam es dazu?

Volker Reinhardt im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Main: Herr Reinhardt, im ersten Teil unseres Gesprächs haben wir über die ersten römischen Bischöfe gesprochen, die im eigentlichen Sinn noch keine Päpste waren. Heute geht es um den weiten Weg hin zur Symbiose von Imperium und christlicher Kirche. Welche Hürden mussten da genommen werden?

Reinhardt: Die erste ganz große Hürde ist der Kaiser in Byzanz, der sich als doppelter Herrscher versteht, als nicht nur als weltlicher, sondern auch als Bestimmer der Kirche. Das war unannehmbar für die Päpste. Und hier kommt es zu einem sehr langen Ablösungsprozess, der sich durch Jahrhunderte zieht, einem sehr konfliktreichen, in dem die Päpste auch mancherlei Verfolgung hinnehmen mussten.

Sie lösen dieses Problem am Ende genial. Sie orientieren sich nach Westen, wo es ihnen gelingt, ihren doppelten Primat, dem sich neuformierenden Frankenreich, ja, annehmbar zu machen. Also, es ist gewissermaßen eine Win-win-Situation mit den neuen Mächten im Westen, das heißt im heutigen Frankreich und teilweise im heutigen Deutschland. Und dem Papsttum ergibt sich eine Symbiose. Beide ziehen Vorteile daraus. Das ist sicher das wichtigste Hindernis.

Ein großes Hindernis ist natürlich auch die Forderung der östlichen Kirchen, mindestens gleichberechtigt zu sein. Dieses Problem löst man letztlich auf die brachialste Weise. Beide Kirchen trennen sich. Sie sind ja bis heute getrennt.

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