Ralf Meister: Reformationstag muss gesetzlicher Feiertag werden – schon fast Nötigung

Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben SPD und CDU aufgefordert, den Reformationstag am 31. Oktober dauerhaft zum gesetzlichen Feiertag in dem Bundesland zu erheben.

evangelisch.de

Die Reformation habe nicht nur eine innerkirchliche, sondern eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung, betont der hannoversche Landesbischof Ralf Meister in einem am Mittwoch in Hannover veröffentlichten Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und CDU-Landeschef Bernd Althusmann. Beide Parteien verhandeln derzeit über eine Große Koalition in Niedersachsen.

„Der Reformationstag als gesetzlicher Feiertag würde nicht nur die Gelegenheit bieten, das historische Erbe zu pflegen, sondern auch reformatorische Impulse in die Gegenwart zu übersetzen und für die Zukunft fruchtbar zu machen“, schreibt Meister als Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen. Der religiöse und gesellschaftliche Aufbruch im 16. Jahrhundert wirke bis heute fort. Er habe ein neues Verhältnis von Staat und Kirche begründet, zu dem die Religionsfreiheit und die Schaffung von Recht und Gerechtigkeit gehörten.

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Berliner Senat gibt grünes Licht – Humanistischer Verband wird Kirchen gleichgestellt

Bild: RB24
Beim Humanistischen Verband knallen die Sektkorken – er wird in Berlin den etablierten Kirchen gleichgestellt. Kultursenator Lederer spricht von einem wichtigen Zeichen für das säkulare Berlin, die evangelische Kirche hat auch nichts dagegen. Nur die CDU sieht das ganze kritisch.

rbb24

Der Humanistische Verband, der die Interessen von Konfessionsfreien vertritt, soll in Berlin mit den Kirchen gleichgestellt werden. Der Senat machte am Dienstag den Weg frei, den eingetragenen Verein als Körperschaft des öffentlichen Rechts anzuerkennen. Damit bekommt er die gleichen Rechte wie die christlichen Kirchen und die Jüdische Gemeinde – er könnte auch Steuern erheben wie die Kirchen. Allerdings sei das nicht beabsichtigt, erklärte ein Sprecher, sondern der Verband erhalte Mitgliedsbeiträge.

Ist er als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt, braucht er laut dem Senat bestimmte Steuern nicht zu zahlen. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sprach von einer „wichtigen Bereicherung in der kulturell vielfältigen, multireligiösen und eben auch säkularen Stadt Berlin“. Der amtierende Verbandspräsident Jan Gabriel erklärte, Berlin komme damit dem Verfassungsauftrag nach, Weltanschauungen und Religionen gleichzustellen. Zwei Drittel aller Berliner seien religionslos.

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Kant ist tot

Kant 1791 nach dem Berliner Maler Gottlieb Doebler ursprünglich in der Freimaurerloge Zum Todtenkopf und Phoenix in Königsberg, hier die zweite Ausführung für Johann Gottfried Kiesewetter. Bild: wikimedia.org/PD
Die Deutschen lieben Immanuel Kant. Ob es um Abtreibungen geht, um Terrorabwehr, um Freiheit oder um Datenschutz – in moralischen Debatten wird das Werk des genialen Königsbergers auch nach über 200 Jahren noch zur Anwendung gebracht.

Von Walter Stindt | Richard-Dawkins-Foundation

Das könnte einfach an einer Form von Nationalstolz liegen, dass gerade die Deutschen einen deutschen Philosophen hochjubeln. Vielleicht ist es auch die überzeugende Argumentation, mit denen Kant seine Ethik abhandelt. Oder einfach nur der leichtere Zugang zu Texten in der eigenen Muttersprache. (Wobei „leichter“ bei Kants Satzbau ein relativer Begriff ist.)

Was auch immer der Grund sein mag, besteht ein recht erhebliches Problem: Kantsche Ethik liegt schlichtweg und objektiv belegbar falsch. Vor allem das zentrale Konzept, der Kategorisches Imperative, gehört nicht nur in die Liste der großen Errungenschaften der Philosophie. Er sollte auch endlich in die Annalen der Ethik eingehen als einer der Ansätze, die durch die Naturwissenschaften eindeutig widerlegt wurden.

Der Kategorische Imperativ ist ein gescheitertes Konzept, unrettbar verloren gegenüber modernen Forschungsergebnisse, weil er von Annahmen über das menschliche Handeln ausgeht, die schlichtweg falsch sind. Da kann man nichts machen, dieser Tatsache muss man sich einfach stellen.

Was war noch mal der Kategorische Imperativ?

Der Kategorische Imperativ (halb Deutsch, halb Latein für „die immer zu befolgende Aufforderung“) entspringt einem Konzept in der Moralphilosophie. Dies ist die sogenannte Universalisierbarkeit. Salopp formuliert haben wir die Universalisierbarkeit alle als Kinder kennengelernt. Es ist der berühmte Satz: „Wenn das alle täten…“

Dieser Ansatz entspricht deutlich unserer moralischen Intuition. Der Philosoph fragt dann aber genauer nach. Was bedeutet „das“ und was bedeutet „tun“? Denn ohne weiteres funktioniert dieser Ansatz ja nicht. Man denke an die Idee: Ich möchte heute Abend auf der Lessingbrücke den Sonnenuntergang betrachten. Wenn alle Leute heute Abend sich irgendwie auf die Lessingbrücke quetschen, wird sie unter dem Gewicht der Millionen zusammenbrechen.

Das Prinzip lässt sich jedoch leicht retten, wenn man die Handlung genügend verallgemeinert. Vielleicht sollte sich nicht die gesamte Menschheit abends auf eine einzige Brücke türmen. Aber wenn jeder seinen Abend nach seinen Wünschen verbringen darf, solange er damit niemand anderem schadet, dann ist das ein allgemeines Prinzip, dem tatsächlich alle folgen könnten.

Das Prinzip der Universalisierung muss also im Detail etwas systematischer ausgearbeitet werden. Und Immanuel Kant geht dies mit dem Kategorischen Imperativ an. Dieser lautet im Wortsinne: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Tatsächlich führt Kant einige weitere Formulierungen auf, aber diese soll vorerst genügen. Sie ist kompliziert genug.)

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Experte Bielefeldt: Welt ohne Religionen unmenschlich

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Die kirchlichen Strukturen hierzulande müssten mal ordentlich „durchgelüftet“ werden, sagt der Theologe und Menschenrechtler Heiner Bielefeldt. Am Dienstag wurde er für seine Arbeit von der Uni Tübingen ausgezeichnet.

domradio.de

domradio.de: Sechs Jahre lang sind Sie um die Welt gereist, haben mit Regierungsvertretern, Geistlichen, einfachen Gläubigen gesprochen und vor den Vereinten Nationen immer wieder berichterstattet – das alles im Ehrenamt. Wenn Sie zurückblicken: Wo stehen wir bei diesem großen Thema „Religionsfreiheit“?

Heiner Bielefeldt (Deutscher Theologe, Philosoph und Historiker):Das ist schwer weltweit so pauschal zu sagen. Noch heute erleben wir dramatische Einbrüche. Manches bekommen wir ja auch schon über das Fernsehen mit. Denken wir nur an die Krisen im Nahen Osten. Zwar ist nach den Berichten der „Islamische Staat“ zurückgedrängt worden. Aber ob Christen in der Region wieder mit ihren Nachbarn friedlich leben werden, sich wieder ansiedeln und wohlfühlen können, das ist alles sehr offen. Oder nehmen wir das Drama um die Rohingya in Myanmar – eine muslimische Minderheit, die aus dem Land vertrieben worden ist.

domradio.de: Also schon die Nachrichten bringen viele Beispiele, bei der die Religionsfreiheit nicht vorhanden ist. Ist denn alles ausgewogen berichtet?

Bielefeldt: Manche Dinge finden weniger Aufmerksamkeit, etwa die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Russland, die dort verboten worden sind. Oder ich denke da an die Verletzung der Religionsfreiheit in China oder Vietnam. Da schauen wir relativ wenig hin. Vieles geschieht ganz unter dem Radar öffentlicher Aufmerksamkeit.

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Geo-Engineering: Hier Nutzen, dort Schaden

Was bringt Geo-Engineering? © 1xpert/ thinkstock
Riskante Strategie: Die künstliche Abschirmung von Sonnenlicht mithilfe von Aerosolen könnte regional zu erheblichen Nebenwirkungen führen. Modellsimulationen zeigen: Wird diese Form des Geo-Engineerings auf der nördlichen Erdhalbkugel eingesetzt, würden die Bewohner dort zwar wahrscheinlich profitieren. Gleichzeitig käme es auf der anderen Seite des Planeten jedoch vermehrt zu Dürren. Die Forscher warnen daher eindringlich vor allem vor dem einseitigen Einsatz der ohnehin umstrittenen Methode.

scinexx

Climate- oder Geo-Engineering gilt als „Plan B“ im Klimaschutz: Wenn wir es schon nicht schaffen, unsere Emissionen zu senken und die Erderwärmung dadurch zu stoppen, dann sollen eben geotechnische Maßnahmen dafür sorgen. Die Ideen der Klimaingenieure reichen dabei von der Eisendüngung der Meere bis hin zur Speicherung von CO2 im Untergrund.

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Berlin: AfD droht Ausschuss-Aus

Die AfD will nicht auf ihren Sitz im Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verzichten.FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA
Die Fraktion der Alternative für Deutschland könnte zwei Sitze verlieren, nachdem sie sich von ihrem Abgeordneten Andreas Wild getrennt hat.

Von Ronja Ringelstein | DER TAGESSPIEGEL

Ganz sicher ist es noch nicht, doch dem Vernehmen nach wollen die Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag darüber abstimmen, ob die AfD-Fraktion jeweils einen Sitz im Verfassungsschutz- und dem Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag am Breitscheidplatz abgeben muss.

Ausschüsse sind spiegelbildlich zur Fraktionsstärke zu besetzen

Die Rechtslage und das in der Berliner Verfassung festgeschriebene sogenannte D’Hondtsche Zählverfahren gebieten es, dass die AfD einen ihrer jeweils zwei Sitze in den beiden Ausschüssen abgibt, da sie im Juli den Abgeordneten Andreas Wild aus ihrer Fraktion ausgeschlossen hatte.

Ausschüsse sind spiegelbildlich zur Fraktionsstärke zu besetzen. So würden sich beide Ausschüsse von zwölf Mitgliedern auf elf verringern, der Wissenschaftliche Parlamentsdienst hatte eine entsprechende Verkleinerung empfohlen. Die AfD aber fürchtet um ihre Minderheitenrechte, etwa beim Stellen von Beweisanträgen.

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Amnesty wirft großen Firmen vor, von Kinderarbeit zu profitieren

Eine Kobalt-Miene im Kongo. (Foto: AFP)
  • Amnesty International hat einen Bericht zur Kinderarbeit im Kongo vorgelegt.
  • Demnach tun auch große deutsche Autobauer zu wenig, um Menschenrechtsverletzungen beim Abbau von Kobalt zu verhindern.
  • Kobalt ist beispielsweise wichtig für Energiespeicher von E-Autos.

Süddeutsche Zeitung

Amnesty International wirft mehreren internationalen Konzernen vor, von Kinderarbeit in der Demokratischen Republik Kongo zu profitieren und nicht genug dagegen zu unternehmen. Unter den beschuldigten Unternehmen sind neben den Technikriesen Apple, Samsung und Sony auch deutsche Autokonzerne wie BMW, Daimler und Volkswagen.

Konkret geht es um den Abbau und die Verarbeitung des Stoffes Kobalt, der für Batterien von Elektroautos oder Handyakkus dringend benötigt wird und nach dem die Nachfrage mehr und mehr steigt. Nach Angaben von Amnesty wird mehr als die Hälfte des weltweiten Bedarfs an dem Stoff durch Kobalt-Minen im Kongo gedeckt.

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Große Mehrheit für Homosexuellen-Ehe in Australien

REUTERS
Mehr als 60 Prozent sprachen sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aus. 80 Prozent der Australier beteiligten sich an dem Referendum. Die Frage spaltete ganze Familien – wie die Abbotts.

Die Presse.com

Malcolm Turnbull steckt inmitten von schweren Turbulenzen. Der konservative australische Premier hat die Mehrheit im Parlament in Canberra und dazu seinen Vizepremier verloren, weil mehrere Abgeordnete qua Geburt die Doppelstaatsbürgerschaft innehaben und dies der Verfassung widerspricht. Doch als der Premier vom Asean-Gipel in Manila in die Heimat zurückflog, hatte er Grund zum Jubeln: Turnbull hatte die Freigabe der Ehe für Homosexuelle unterstützt. Australien hat in den vergangenen Wochen in einem Referendum per Briefwahl darüber abgestimmt, und 61,4 Prozent der Australier votierten schließlich für die Homosexuellen-Ehe – bei einer Wahlbeteiligung von rund 80 Prozent.

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Wissenschaftlerin fordert mehr Abgrenzung von „Schreihälsen im Netz“

foto: apa/dpa/silas stein Das Internet erlaubt es vielen Menschen ihre Meinung zu verschiedenen Themen zu veröffentlichen. Mitunter ist diese jedoch unflätig oder gewaltverherrlichend.
Nur drei Prozent der Hörer oder Leser äußern sich – Kommentare ganz abschalten würde Kapazität für Journalismus freimachen

derStandard.at

Foren im Internet und Social Media bieten Menschen Gelegenheit, sich öffentlich zu äußern. Oft aber sind Kommentare unflätig oder gar gewaltverherrlichend. Die Rostocker Medienwissenschafterin Prommer stellt den Wert solcher Meinungsäußerungen generell in Frage.

Die Medienwissenschafterin Elizabeth Prommer fordert von klassischen Medien wie Tageszeitungen, Radio und Fernsehen, sich stärker von „Schreihälsen“ im Internet abzugrenzen. „Journalisten lassen sich teilweise extrem durch Reaktionen im Netz irritieren und vermitteln dann das Gefühl, das ist „die Meinung“ da draußen“, sagte Prommer der dpa in Rostock. Die Wissenschafterin leitet das Institut für Medienforschung an der Universität Rostock.

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Military Schengen

M1A1 Abrams. Foto: US Navy
Was das Schengen-Abkommen für den zivilen Personenverkehr ist, das soll Military Schengen für die Bewegungsfreiheit der US-Truppen in Europa sein

Von Christoph Jehle | TELEPOLIS

Die USA drängen darauf, dass sie sich mit ihren bewaffneten Truppenverbänden in Europa frei bewegen dürfen und nicht bei jedem Grenzübertritt in Zollformalitäten verwickelt werden. So meldete die New York Times am 6. August 2017, dass ein Militärkonvoi eines amerikanischen Logistikverbandes an der Landesgrenze des Nicht-Nato-Mitglieds mitten in einer Übung gestoppt worden sei. Die Behörden des neutralen Österreich hätten den Transport an einem Freitag zum Anhalten gezwungen. Erst am Montag habe man weiterfahren dürfen, weil hohes Verkehrsaufkommen zur Ferienzeit geherrscht habe. Der Konvoi sei auf dem Weg aus Deutschland nach Rumänien gewesen.

In der österreichischen Presse wurde am 1. Juni 2017 angekündigt, dass im Rahmen des Manövers „Saber Guardian 17“ amerikanische und britische Truppen von Deutschland kommend nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien verlegt werden. Als einzige Einschränkung der fremden Truppen galt, dass Zwischenstopps nur in Bundesheer-Liegenschaften zulässig seien. Über zolltechnische Probleme war im Zusammenhang mit diesen Transporten in Europa nichts zu erfahren. Bis 2020 wollen die Amerikaner freie Fahrt für westliche Nato-Einheiten. Man will seine Truppen im Zweifelsfalle schneller bewegen können als der Gegner, wenn es zum Krieg mit Russland kommt.

Die Forderungen kommen in erster Linie von General Ben Hodges, dem Oberkommandierenden der US-Landstreitkräfte für Europa. Seiner Meinung nach sind die US-geführten Nato-Truppen in Europa bei Übungen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, weil Zollformalitäten die US-Streitkräfte in die Knie zwingen. Die USA fordern die Bewegungsfreiheit nicht nur für die der Nato unterstellten Truppen, sondern auch für die Truppenteile, die zur Abschreckung Russlands nach Europa verlegt werden und nicht der Nato unterstellt sind.

Die EU will sich jetzt dieser Probleme annehmen. In diesem Zusammenhang sollen die bürokratischen Barrieren, um Soldaten und vor allem schweres Gerät innerhalb Europas schnell verlegen zu können, möglichst zügig gesenkt werden.

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Dickmacher-Gen entdeckt

Übergewicht ist auch Veranlagungssache. © AmanaimagesRF/ thinkstock
Genetische Veranlagung: Forscher haben Genvarianten entdeckt, die bei vielen Menschen die Entstehung von Übergewicht begünstigen könnten. Demnach führen Mutationen in einem bestimmten Gen dazu, dass Fettzellen mehr Glucose aufnehmen – und in Form von Fett als Vorrat für „harte Zeiten“ speichern. Den Forschern zufolge tragen allein in den USA Millionen Menschen solche Übergewicht fördernden Varianten in ihrem Erbgut.

scinexx

Weltweit sind rund zwei Milliarden Menschen übergewichtig – dies entspricht einem Drittel der Weltbevölkerung. Knapp 108 Millionen Kinder und 600 Millionen Erwachsene gelten demnach sogar als fettleibig. Tendenz steigend. Dass dafür die Lebensweise eine Rolle spielt, ist naheliegend. Denn wer sich falsch ernährt und wenig bewegt, wird über kurz oder lang fast zwangsläufig an Gewicht zulegen.

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Justizklage gegen belgischen Priester wegen Beichtgeheimnis

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein Mann telefonierte vor seinem Selbstmord noch mit einem Priester. Nun steht der Priester vor Gericht: Hätte er das Berufsgeheimnis brechen sollen?

kath.net

Ein schon länger unter Depressionen leidender Belgier nahm sich 2015 das Leben. Vorher hatte er noch mit einem Priester telefoniert und mit ihm Textnachrichten ausgetauscht. Dies entdeckte die Witwe nach dem Tod ihres Mannes und reichte Klage gegen den Priester aus Brügge ein. Das berichten der „Bayrische Rundfunk“ und weitere Medien anhand der flämischen Zeitung „Het Nieuwsblad“. Heute muss sich der Priester vor einem Untersuchungsgericht dazu verantworten.

Die Witwe wirft dem Priester Untätigkeit vor, er habe von den Selbstmordplänen gewusst und sogar die Adresse des Mannes gekannt, trotzdem habe er nicht einmal den Rettungsdienst informiert. Der Priester wiederum beruft sich auf das Berufsgeheimnis. Er sagt, dass er alles getan habe, den Mann zu überzeugen, keine voreiligen Entscheidungen zu treffen.

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Why I No Longer Call Myself A Male Feminist

Image via Typical Fae
No, I’m not a men’s rights activist now. In fact, none of my ideals about social justice have changed from a few years ago when I was more frequently writing about feminism on this blog and elsewhere. However, after having a few conversations with women and reflecting on this, there are a few reasons why I no longer want to call myself a feminist.

By Matthew Facciani | According to Matthew

There are many women who feel like men calling themselves a feminist is analogous to someone calling themselves a social justice ally. The “ally” title is one that people outside the marginalized group shouldn’t give themselves. So for me to call myself a feminist seems like I’m giving myself cookies before I’ve done anything. Irmin Carmon writes in this article how there are plenty men who talk loudly about equality, but their actions are not consistent with their words. So by calling myself a “feminist” I’m essentially stating that I’m an ally to women’s rights, but that’s not for me to decide.

However, it’s more than just the label. It’s the behavior that goes along with that label.

As I’ve written about before, I used to be an overzealous, male feminist. When I burst on to the activist scene in my early 20s, I was told to “use my privilege for good by speaking about these issues as a man” and started writing and speaking about feminism fairly regularly. However, I’ve learned that it gets more complicated than that. There is a tricky balance of speaking out against inequality, but not over women. In many liberal communities, a white male talking about feminism honestly just takes up space and takes away attention from women doing much of the work.

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„Russia Today“ auf Liste der Auslandsagenten: Moskau will nachziehen

foto: apa/afp/kudryavtsev Der staatlich kontrollierte Sender RT (Russia Today) sendet auf Englisch, Arabisch, Spanisch. Seit 2014 gibt es RT Deutsch online.
Nachdem der Sender RT in den USA auf der Liste der Auslandsagenten landete, gerät nun neben US-Medien auch die Deutsche Welle ins Visier Russlands

Von André Ballin | derStandard.at

Auge um Auge: Das US-Justizministerium hat den russischen Staatssender RT trotz massiven Widerstands aus Moskau als „foreign agent“ registriert. RT ist damit einer von vier russischen (von insgesamt 409) „Auslandsagenten“. Der Sender habe keine andere Wahl gehabt, als die Registrierungsunterlagen einzureichen, ansonsten hätte ein Strafverfahren gedroht, klagte RT-Chefin Margarita Simonjan, die die Einstufung als „diskriminierend“ und als Zensur bezeichnete.

RT muss nun jedes Halbjahr Rechenschaft über seine Finanzen ablegen und – sollte das US-Justizministerium die RT-Tätigkeit als politische Propaganda einschätzen – seine Berichte mit dem Vermerk „Vertreter einer ausländischen Organisation“ markieren.

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Rakka: Der „schmutzige Deal“ mit dem IS

Rakka. Foto: Mahmoud Bali / gemeinfrei
Verhandlungen über den freien Abzug von 4.000 IS-Mitgliedern aus Rakka und weitere mutmaßliche Deals der SDF und den USA mit den Dschihadisten zeigen Interessen, die dem „Kampf gegen den IS“ übergeordnet sind

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Eine Reportage der BBC über einen „geheimen schmutzigen Deal in Rakka“ liefert die nächste Lektion darüber, wie viel Phrase hinter dem „Kampf gegen den IS“ steckt.

Rund 4.000 IS-Mitglieder durften nach Absprache in einem riesigen Konvoi Rakka verlassen, zum Teil bis an die Zähne bewaffnet, mit einer großen Menge Munition und mit Sprengstoffgürteln, so die Auskunft der Fahrer, die von den Reportern Quentin Sommerville und Riam Dalati befragt wurden. Die Fahrer standen Todesängste durch. Die IS-Kämpfer machten laut ihrer Schilderung ganz und gar keinen niedergeschlagenen oder demoralisierten Eindruck. Sie waren überzeigt davon, dass sie wiederkommen und traktierten die Fahrer mit Schlägen.

Dies ist nur ein Aspekt. Die Fahrer sprechen von etwa 4.000 IS-Passagieren, die sie aus Rakka in die vom IS kontrollierten Wüstengebiete im Südosten Syriens gebracht haben. Laut BBC waren darunter geschätzt 250 IS-Kämpfer und 3.500 IS-„Familienmitglieder“, die trotz anderslautender Ansagen (US-Verteidigungsminister James Mattis: US-Policy against Isis is now „anhililation“) mit freiem Geleit auf freien Fuß gesetzt wurden.

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Lost in Saudi-Arabien

Marlene Köhler erlebte unfreiwillig die abenteuerlichste Odyssee ihres Lebens Quelle: Marlene Köhler
Saudi-Arabien lässt, bis auf wenige Ausnahmen, keine Touristen einreisen. Und doch landete eine deutsche Urlauberin in dem Land – allein und ohne Visum. Was die Ausreise zu einem echten Problem machte.

Von Kira Hanser | DIE WELT

Es beginnt mit einem Husten und endet mit einer diplomatischen internationalen Verwicklung. Dabei will Marlene Köhler, 79, aus Wedel sich eigentlich bloß mal eine ganz besondere Reise gönnen. Also bucht sie für sich eine Kreuzfahrt zu den Seychellen. Was sie allerdings nicht ahnt, ist, dass es das größte Abenteuer ihres Lebens werden sollte.

Als die „Amadea“ von Phoenix Reisen gerade durch das Rote Meer Richtung Indischen Ozean schippert, grassiert eine Grippewelle an Bord. Es geht der Rentnerin schlecht. Der Schiffsarzt befürchtet bei ihr eine beidseitige Lungenentzündung mit drohendem Lungenversagen. Er entscheidet: Sofortige Ausschiffung in die nächste Klinik, um ihr Leben zu retten.

Doch ein Blick auf die Karte verheißt nichts Gutes. Die nächstgelegenen afrikanischen Häfen liegen ausgerechnet in den gefährlichsten Ländern der Welt, dem Sudan und Eritrea. Bleibt nur ein anderes Land auf der anderen Seite, auf der Arabischen Halbinsel: Saudi-Arabien.

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US-Gesundheitsbehörde genehmigt erste digitale Pille

Die Zulassungsbehörde FDA. (Foto: AP)
  • Die neu zugelassene Pille besteht aus einem bekannten Wirkstoff und einem Sender.
  • Das Medikament zersetzt sich durch die Magensäure und sendet so Signale an ein Smartphone.
  • Damit soll es möglich sein zu überprüfen, ob Patienten ihre Medikamente wie vorgeschrieben einnehmen.

Von Felix Hütten | Süddeutsche Zeitung

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat die erste Pille mit eingebautem Smartphone-Sender zugelassen. Die Pille mit dem Namen Abilify MyCite enthält neben dem Neuroleptikum Aripiprazol einen Sensor.

Das Medikament ist für Patienten mit bipolaren Störungen und Schizophrenie zugelassen. Die neue Funktion soll Patienten – oder ihren Betreuungspersonen – helfen, zu überprüfen, ob es regelmäßig eingenommen wird. Besonders Patienten mit psychischen Leiden verweigern oder vergessen häufig die Einnahme von Medikamenten – ein enormes Problem in der Therapie. Abilify MyCite will hier Abhilfe schaffen.

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Diakonie dringt auf einheitliche Lebensverhältnisse im ganzen Land

Die Diakonie erwartet von der künftigen Bundesregierung Maßnahmen gegen ein zunehmendes Stadt-Land-Gefälle in Deutschland.

evangelisch.de

„Woher man kommt, darf kein Hemmnis für Bildungschancen, Teilhabe am Erwerbsleben oder eine menschenwürdige Pflege im Alter sein“, sagte Diakoniepräsident Ulrich Lilie am Dienstag vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bonn.

Der Chef des evangelischen Wohlfahrtsverbandes verwies in seinem Bericht an das Kirchenparlament auf eine „Tendenz zur dauerhaften Abwanderung aus unattraktiven Landstrichen“. „Insgesamt wird sich die demografische Entwicklung im ländlichen und strukturschwachen Raum erheblich dramatischer darstellen als in den prosperierenden Metropolregionen mit guter Haushaltslage“, sagte er.

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Forscher: Bio kann mit gleicher Fläche neun Milliarden Menschen ernähren

Bio kann die ganze Welt ernähren – (c) imago/blickwinkel (McPHOTO/B. Bachmann)
Wenn die Menschen weniger Fleisch essen und Lebensmittelabfälle reduzieren, könnte die biologische Landwirtschaft die ganze Weltbevölkerung versorgen, glauben Schweizer Forscher.

Die Presse.com

Biologische Landwirtschaft schont nicht nur die Umwelt und Ressourcen, sie kann sogar die ganze Weltbevölkerung ernähren, fand ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung heraus. Wenn man die Nahrungsmittelabfälle reduziert und die Menschen weniger Fleisch und andere tierische Produkte essen, braucht es dazu nicht mehr Land als bisher, so die Forscher im Fachjournal „Nature Communications“.

Die heute vorherrschende, sehr intensive Nahrungsmittelproduktion belastet die Natur zum Beispiel durch Überdüngung, hohe Stickstoffüberschüsse und Pestizide, erklärte Karlheinz Erb vom in Wien ansässigen Institut für soziale Ökologie der Universität Klagenfurt. Diese negativen Auswirkungen könne man durch eine weltweite biologische Bewirtschaftung stark reduzieren.

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This Space Plane Is One Step Closer to Cargo Runs to the Space Station

Image: MOTHERBOARD
Sierra Nevada Corporation’s flashy vehicle is designed to resupply the International Space Station.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

The Dream Chaser, a sleek space plane developed by the Sierra Nevada Corporation (SNC), lived up to its name on Saturday by successfully landing at California’s Edwards Air Force Base after a free-flight test.

The uncrewed spacecraft was dropped out of a helicopter flying at an altitude of 12,324 feet over the Mojave Desert. The Dream Chaser descended for 60 seconds, reaching speeds of 330 miles per hour, before touching down on the runway to come to a controlled stop, in contrast to its sketchier 2013 flight test, which ended with it skidding off the tarmac.

Measuring about 30 feet (nine meters) in length, the space plane looks like a miniature version of NASA’s retired Space Shuttles, and follows the same basic spaceflight logic. To get to space, the vehicle will be attached to a heavy-lift rocket and launched vertically, but on its return trip to Earth, it will land horizontally on a runway, ideally intact and ready to be reused on future missions.

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