Forscher „zippen“ DNA

Die Erbsubstanz wird für den Transport in die Zelle wie eine Computerdatei komprimiert und in der Zelle entpackt. © Bara Krautz
Gezippte DNA: Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sich große Mengen genetischer Informationen komprimieren und in Zellen wieder dekomprimieren lassen. Ihr Verfahren funktioniert dabei im Prinzip wie das Zippen einer digitalen Datei. Dieser Ansatz eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich der Biotechnologie und könnte künftig beispielsweise dabei helfen, genauere Diagnosemethoden für Krebs zu entwickeln.

scinexx

Was tun, wenn sich ein umfangreiches Dokument oder ein hochauflösendes Bild nicht per E-Mail verschicken lässt? Man zippt es mit einer geeigneten Software auf handliche Größe. „Anstelle der Information ‚weiß-weiß-weiß–weiß-…‘ für jeden einzelnen Pixel einer weißen Linie, wird nur noch die Botschaft ‚tausendmal weiß‘ übermittelt“, erklärt Kobi Benenson von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Beim Empfänger angekommen, lässt sich die Information dann wieder auf die ursprüngliche Größe aufblasen.

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Bevormundung ist barbarisch

Roger Bacon, ein früher Verfechter empirischer Wissenschaft. (Bild pd)

Der abendländische Humanismus gehört der ganzen Welt – ein paar Anregungen zur laufenden Debatte

Von Hans Widmer | Neue Zürcher Zeitung

Der Humanismus hat die Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten in allen Dimensionen, intellektuell, ethisch, emotional, und in ihrer ganzen Tiefe zum Gegenstand. Dieser Blick auf den Menschen hat sich im Westen entwickelt. Deshalb stehen westliche Akteure oft vor der Frage, ob die humanistischen Werte, die ihr Handeln bestimmen, tatsächlich universell seien – andere Kulturen hätten doch auch ihre Geschichte und Würde.

Nun, der Humanismus hätte sich ebenso gut in andern Epochen und in andern Weltengegenden entwickeln können. Er entfaltet sich, wenn Menschen in Freiraum und Rechtssicherheit interagieren – er lässt sich weder herbeireden noch dekretieren, wie René Scheu richtig geschrieben hat (NZZ 28. 10. 17). Wohl haben die meisten Philosophen ihre Meinungen dazu kundgetan. Doch ist daraus kein Kanon geworden, einmal, da es sich um persönliche Einsichten und Befindlichkeiten handelt, und zweitens, da die verwendeten Begriffe unterschiedlich gedeutet werden. So lässt sich mit «progressiv», «konservativ», «reaktionär» und dergleichen beliebig Schaum schlagen, wie dies Dieter Thomä in seiner Replik auf immerhin unterhaltsame Weise tat (NZZ 3. 11. 17). Hingegen gibt es einen gewordenen, gelebten abendländischen Humanismus mit einsehbarer Herkunft und klaren Umrissen.

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Berliner Senat bietet Alternative zum türkischen Konsulatsunterricht

Bild: rbb24
Rund 2.300 Kinder bekommen derzeit an Berliner Schulen Türkischunterricht – von Lehrern, die aus der Türkei entsandt wurden. Nach Vorwürfen über nationalistische und religiöse Inhalte hält das Land Berlin nun mit eigenen Angeboten dagegen.

Von Kirsten Buchmann | rbb24

In Berlin soll jetzt Türkischunterricht an Grundschulen angeboten werden. Damit will das Land eine Alternative zu dem umstrittenen türkischen Konsulatsunterricht anbieten. Nach Angaben von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) soll das Angebot durch Lehrer des Landes Berlin zum neuen Schulhalbjahr starten.

Scheeres zufolge gibt es Anfragen aus fünf Bezirken: Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Neukölln und Spandau. Diese hätten Räumlichkeiten angeboten, wo der Sprachunterricht durchgeführt werden könnte. Derzeit werde an einem Unterrichtskonzept gearbeitet.

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Kirche fand viele Glocken mit NS-Inschriften oder Symbolen

Die Suche der Evangelischen Kirche der Pfalz nach Glocken mit NS-Inschriften oder -Symbolen hat Ergebnisse gebracht. Es gebe „eine Hand voll“ solcher Glocken, sagte ein Sprecher der Kirche am Mittwoch in Speyer. Sie hingen in evangelischen Kirchen oder Gotteshäusern, die von den beiden großen christlichen Kirchen genutzt würden. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

T-Online

Der Südwestrundfunk (SWR) hatte zuvor berichtet, dass es nach Einschätzung der Kirche in protestantischen Gotteshäusern der Pfalz insgesamt fünf Glocken dieser Art gebe. Bislang waren nur zwei Fälle bekannt. Weitere Einzelheiten wird die Evangelische Kirche der Pfalz möglicherweise am kommenden Dienstag bei einer Pressekonferenz zur Herbsttagung ihrer Synode mitteilen.

Die Kirche hatte mit der Glockensuche begonnen, nachdem ein Fall aus Herxheim am Berg für Diskussionen gesorgt hatte. In der protestantischen Kirche des Ortes hängt seit 1934 eine Glocke der Ortsgemeinde mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland Adolf Hitler“. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte sich dafür eingesetzt, dass der Klangkörper abgehängt wird. Ein Gutachten soll den künftigen Umgang mit der Glocke klären, die vorerst nicht mehr geläutet wird. Auch in einer Kapelle im südpfälzischen Essingen war eine Glocke mit NS-Aufschrift entdeckt worden.

Polen kündigt Hilfen für polnische Obdachlose in Berlin an

Endstation. Rund um den Ostbahnhof leben bis zu 100 Obdachlose viele davon aus Polen.HANNES HEINE
Mehr als 2000 Obdachlose aus Polen leben Schätzungen zufolge in der deutschen Hauptstadt. Ihre Regierung möchte nun selbst aktiv werden.

DER TAGESSPIEGEL

Polens Regierung will sich stärker an der Versorgung von in Berlin gestrandeten polnischen Obdachlosen beteiligen. „Im kommenden Jahr werden mit Hilfe polnischer Gelder Sozialarbeiter in Berlin Polen in Not aufsuchen und sie beraten“, sagte der Presseattaché der polnischen Botschaft, Dariusz Pawlos, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. „Sie sollen mit den Obdachlosen reden und Hilfen oder eine Heimfahrt vermitteln.“

Die Berliner Behörden und Hilfsorganisationen sind mit der Versorgung der wachsenden Zahl von Obdachlosen überfordert. Viele der vor allem männlichen Obdachlosen stammen aus östlichen EU-Staaten. „Wir können auf Basis der Informationen von den Hilfsorganisationen vor Ort nur Schätzungen vornehmen: Allein in Berlin leben demnach mehr als 2000 polnische Obdachlose“, sagte Pawlos. „Botschafter Andrzej Przylebski nimmt das Thema sehr ernst.“

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„Wir sind für Religionsfreiheit“

Trotzdem hält AfD-Fraktionschefin Alice Weidel den Islam für unvereinbar mit dem Grundgesetz. Sie fordert niedrigere Steuern – und will mit ihrer Partei für eine „Nettoreproduktionsrate von mehr als zwei Kindern pro Frau“ sorgen

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Nach einer halben Stunde wurde ihr kühl. Alice Weidel zog sich im Reichstag ihre Winterjacke an. Das passte zur Atmosphäre des Interviews mit der AfD-Fraktionschefin: Ohne jene Plauderei, die es sonst am Rande von Interviews schon mal gibt, ließ sich die 38-Jährige einfach nur Fragen stellen, die sie einfach nur beantwortete.

DIE WELT:

Frau Weidel, kaum war die AfD im Bundestag, schon brachten Sie Neuwahlen ins Spiel. Warum?

Alice Weidel:

Gesagt habe ich das, weil Jamaika nicht vorankommt. Es verstößt eklatant gegen den Wählerauftrag zur Regierungsbildung, dass jene Verhandlungen so spät begonnen und zu keinem erkennbaren Ergebnis geführt haben. Wenn sich Union, FDP und Grüne nicht bald einigen, sollte es Neuwahlen geben.

Laut der neuen Steuerschätzung hat der Staat noch mehr Geld zur Verfügung. Wofür soll es genutzt werden?

Diese Überschüsse bestehen nur nominal, real hat unsere Volkswirtschaft nicht mehr Geld. Auch die schwarze Null ist nur ein Rechentrick, weil die Zinszahlungen auf den staatlichen Schuldenberg aufgrund der Politik des billigen Geldes abgesenkt wurden. Das geht zulasten der Sparer und Rentner. Deren Geld wird zum Staat umverteilt.

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Gen für ein langes Leben entdeckt

Was ist das Geheimnis eines langen Lebens? © Photodjo/ thinkstock
Langlebigkeits-Gen: Bei Menschen in einer isoliert lebenden amischen Gemeinde in den USA haben Forscher das Geheimnis eines langen Lebens entdeckt. Eine bestimmte Genvariante sorgt bei diesen Amischen dafür, dass sie erstaunlich alt werden. Offenbar entschleunigt die Mutation den Prozess der Zellalterung, wie das Team berichtet. Mediziner wittern nun neue Möglichkeiten, ähnliche Effekte auch mit Medikamenten zu erzielen.

scinexx

Dem Tod ein Schnippchen zu schlagen und ewig zu leben ist wohl einer der größten Träume der Menschheit. Wissenschaftler versuchen seit Jahrzehnten jenen Prozess zu entschlüsseln, der uns diesen Traum bislang verwehrt: das Altern. Dieser unweigerlich mit dem Leben verbundene Vorgang hängt unter anderem damit zusammen, dass unsere Körperzellen eine Art inneres Zählwerk besitzen, das ihre Lebensdauer begrenzt.

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Gutachten: Bundesregierung dürfte Atomfabriken stilllegen

Bild: GNS Gorleben
Eine gesetzliche Stilllegung der deutschen Atomfabriken in Gronau und Lingen würde einem Gutachten zufolge keine verfassungswidrige Enteignung der Betreiber darstellen.

evangelisch.de

Die Schließung der beiden Anlagen hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand, meldete die „Rheinische Post“ (Donnerstag) unter Berufung auf ein Rechtsgutachten des Kieler Verfassungsrechtlers Wolfgang Ewer für das Bundesumweltministerium.

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Stephen Hawking: Wir müssen die Erde verlassen!

Stephen Hawking leidet seit den sechziger Jahren an der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose und kommuniziert über einen Spezialcomputer. ©AP
Klimawandel, Viren, Künstliche Intelligenz und ein Atomkrieg: Der Physiker Stephen Hawking zählt die seiner Ansicht nach großen Bedrohungen der Menschheit auf – ist aber am Ende nicht nur pessimistisch.

Frankfurter Allgemeine

Der weltberühmte Physiker Stephen Hawking hat ein weiteres Mal die Menschheit vor ihrem Untergang gewarnt. „Ich denke nicht, dass wir weitere 1000 Jahre überleben, wenn es uns nicht gelingt, bis dahin unseren zerbrechlichen Planeten zu verlassen“, sagte der 75 Jahre alte Wissenschaftler nach einem Bericht der britischen „Independent“ während einer Diskussionsveranstaltung.

Hawking hat dabei kein konkretes einzelnes Ereignis vor Augen und rechnet auch nicht damit, dass in den nächsten zehn Jahren eine gewaltige Katastrophe bevorsteht. Vielmehr zählt er regelmäßig eine Serie verschiedener Risiken auf – Klimawandel, Atomkrieg, genetisch veränderte Viren, Künstliche Intelligenz – die zu einer die gesamte Menschheit bedrohenden Krise führen könnten. In jedem einzelnen Jahr ist die Wahrscheinlichkeit gering, nicht aber mit Blick auf die kommenden 1000 oder 10.000 Jahre, wie Hawking das tut.

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Islamisten und Rechtsextremisten: Vereint im Kampf für Glaube und Volk

Negative Gemeinsamkeiten: Islamisten und Rechte:FOTO: MONTAGE TSP
Islamisten und Rechtsextremisten hassen einander – und den Westen. Sie kopieren Ideologie und Methode. Es sind zwei Seiten derselben Medaille.

Von Malte Lehming | DER TAGESSPIEGEL

Sie sind jung, männlich, radikal. Sie lehnen den Westen und dessen Institutionen ab. Sie sind gegen die Emanzipation der Frau und die Ehe für alle. Sie verachten die Demokratie, den Liberalismus, den Individualismus. Sie schlüpfen gerne in die Opferrolle, aus der sie ihre Gewalttaten ableiten. Sie wähnen sich in einem endzeitlichen Kampf, in dem es gilt, den Feind zu besiegen oder selbst unterzugehen. Den Weg, auf dem sie wandeln, halten sie für den einzig richtigen, wahren und ursprünglichen. Von wem ist die Rede? Es könnten Rechtsextremisten sein – oder Islamisten. Die Parallelen sind jedenfalls frappierend.

Im Hass vereint: Seit mehr als zehn Jahren beschäftigen sich Soziologen, Historiker und Politologen mit ideologischen Gemeinsamkeiten, sich ähnelnden Fanatisierungsprozessen und oft austauschbar wirkenden Charaktermerkmalen von militanten Dschihadisten und Rassisten.

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Das furchtbare Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen

In einem unbekannten Lager in Deutschland betteln sowjetische Kriegsgefangene um Lebensmittel. (Foto: SZ Photo)
Von der Wehrmacht ermordet, von Stalin verfolgt, von der Bundesrepublik ignoriert: Das Elend der sowjetischen Kriegsgefangenen ist beispiellos.

Von Joachim Käppner | Süddeutsche Zeitung

Die deutschen Armeen rückten auf Moskau vor, ihre Generäle glaubten noch, der Sieg über die Rote Armee stehe unmittelbar bevor. Der Wehrmacht fielen, vor allem bei den großen Kesselschlachten, Millionen Rotarmisten in die Hände.

Im Oktober 1941 nahm sie bei Wjasma und Brjansk 663 000 sowjetische Soldaten gefangen. Vom Tag des Überfalls, dem 22. Juni 1941, bis Ende 1942, zur Zeit der Kriegswende in Stalingrad, waren es 5,7 Millionen, eine unfassbare Zahl, die mit zu dem folgenschweren Irrtum beitrug, die Sowjetunion stehe unmittelbar vor dem Kollaps.

Von diesen Menschen starben bis Kriegsende 3,3 Millionen. Mehr als jeder zweite.

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Die Grand Old Party im Moore-Dilemma

foto: reuters/gentry Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Vestavia Hills in Alabama zeigten sich nicht nur Anhänger, sondern auch Gegner des umstrittenen Senatskandidaten Roy Moore.

Die Mehrheit für die Republikaner im US-Senat ist ohnehin hauchdünn. Mit einer Niederlage von Roy Moore wäre sie dahin. Doch der Jurist, dem mehrfach sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, will nicht aufgeben.

Von Frank Herrmann | derStandard.at

Die Anschuldigungen gegen Roy Moore, der vor 40 Jahren Mädchen im Teenageralter sexuell belästigt haben soll, stürzt die Republikaner in ein tiefes Dilemma. Auch wenn die Parteispitzen unisono den Abgang des erzkonservativen Kandidaten für die Senatswahlen in Alabama am 12. Dezember von der politischen Bühne verlangen: Moore denkt gar nicht daran.

Der Mann sei offenkundig nicht geeignet, im Senat der Vereinigten Staaten zu sitzen, ging Mitch McConnell, die Nummer eins der Konservativen in der kleineren der beiden Parlamentskammern, resolut auf Distanz. Das Leitungsgremium der Grand Old Party entschied, die Kampagne des 70-Jährigen nicht mehr durch Spendenaufrufe zu unterstützen. Jeff Flake, ein Senator, der neulich auf spektakuläre Weise mit Donald Trump brach, hält es sogar für angemessen, anstelle Moores dessen Widersacher Doug Jones, einen der verfeindeten Demokraten, zur Wahl in dem südlichen Bundesstaat zu empfehlen.

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Sachverständige: Oury Jalloh wurde wahrscheinlich getötet

Die „Initiative im Gedenken an Oury Jalloh“ kam aufgrund einer eigenen Rekonstruktion der Todesumstände bereits im August 2016 zu dem Schluss: Es war Mord. (Foto: Arno Burgi/dpa)
Der Asylbewerber aus Sierra Leone verbrannte 2005 in seiner Zelle im Polizeirevier Dessau. Seine Verletzungen seien ohne den Einsatz eines Brandbeschleunigers nicht zu erklären.

Süddeutsche Zeitung

Oury Jalloh hat das Feuer in seiner Zelle wohl nicht selbst gelegt. Ohne Brandbeschleuniger oder Einwirkung von Außen seien die schweren Verletzungen des 2005 in seiner Zelle verbrannten Asylbewerbers nicht zu erklären. Das geht aus Ermittlungsakten zu dem Fall hervor, die dem ARD-Magazin „Monitor“ vorliegen.

Die Ermittler in Dessau vertraten lange die Theorie, Jalloh habe sich selbst angezündet. Der These zufolge soll er die Matratze, auf der er lag, aufgerissen und die herausquellende Füllung mit einem Feuerzeug in Brand gesetzt haben. Ob so ein Feuer hätte entstehen können, das seinen Körper bis in tiefe Muskelschichten verkohlte und sogar die Finger der linken Hand vollständig wegbrannte, wurde jedoch lange nicht von offizieller Seite überprüft. Im August 2016 versuchte die Staatsanwaltschaft dann mittels eines Brandversuchs zu klären, wie Jalloh starb.

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„Klimakanzlerin“ Merkel auf Abwegen

Merkel zu Pariser Zielen: „Braunkohle muss wesentlichen Beitrag leisten.“ – (c) REUTERS (WOLFGANG RATTAY)
Bei den „Jamaika“-Verhandlungen bremste Angela Merkels Union beim Klimaschutz. Auf dem Weltklimagipfel in Bonn beschwört sie indes die Pariser Ziele. Ein Spagat.

Von Jürgen Streihammer | Die Presse.com

Es war eine heikle Reise: Am Mittwoch ist Angela Merkel von der neuen in die alte Hauptstadt geflogen, von Berlin nach Bonn. Da wie dort geht es in diesen Tagen um den Klimaschutz. In den Berliner Sondierungen einer „Jamaika“-Koalition CDU/CSU-FDP-Grünen wird über den Ausstieg aus der Braunkohleförderung gestritten. Hier bremst Merkels Union. In Bonn dagegen fällt Merkel eine andere Rolle zu: auf dem Klimagipfel COP23, mit 25.000 Teilnehmern die größte zwischenstaatliche Konferenz, die je auf deutschem Boden stattgefunden hat. Dort gilt sie vielen noch immer als „Klimakanzlerin“.

Merkels Kohleproblem

Zwölf Minuten redet Merkel auf der Bühne im Bonner Regierungsviertel, wo sie von 1994 und 1998 als Umweltministerin wirkte. Den Klimawandel nennt sie eine „Schicksalsfrage“. Konkrete Festlegungen vermeidet Merkel zwar – jedes Wort kann später in den „Jamaika“-Sondierungen gegen sie verwendet werden. Aber sie räumt ein, dass „die Braunkohle einen wesentlichen Beitrag“ bei der Bekämpfung des Klimawandels leisten müsse. Deutschland ist der weltweit größte Förderer des klimaschädlichen Rohstoffs. Zugleich gehe es aber um die Bezahlbarkeit der Energie – und um Arbeitsplätze, sagt Merkel. 20.000 Jobs hängen in der Bundesrepublik an der Braunkohle.

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Ohio: Exekutions-Team bricht Hinrichtung ab – nach 80 Minuten

Themenbild.

Im US-Bundesstaat Ohio ist die Hinrichtung eines verurteilten Mörders gestoppt worden. Das Gift konnte nicht injiziert werden.

SpON

Erst zum dritten Mal in der Geschichte der USA ist eine Hinrichtung abgebrochen worden. Ein verurteilter Mörder sollte in Lucasville im Bundesstaat Ohio mittels einer Giftspritze getötet werden. Doch das misslang: Das Exekutionsteam fand keine Vene bei Alva Campbell.

Den Angaben zufolge versuchten die Justizmitarbeiter das Gift in die Arme und das rechte Bein zu spritzen. Nach 80 Minuten gaben sie den Versuch demnach auf.

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Naher Erdzwilling entdeckt

Der Exoplanet Ross 128 b umkreist einen erstaunlich ruhigen Roten Zwerg – und könnte lebensfreundlich sein. © ESO/ M. Kornmesser
Erdähnlicher Nachbar: Astronomen haben einen möglicherweise lebensfreundlichen Exoplaneten in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft entdeckt. Der erdgroße Himmelskörper Ross 128 b umkreist in nur elf Lichtjahren Entfernung einen Roten Zwergstern – vermutlich in der habitablen Zone. Damit ist er nach Proxima Centauri b der uns zweitnächste bekannte Planet mit einem gemäßigten Klima, wie die Forscher im Fachmagazin „Astronomy & Astrophysics“ berichten.

scinexx

Lange blieb unsere unmittelbare kosmische Nachbarschaft bei den Planetenjägern außen vor: Exoplaneten wurden vor allem in größeren Entfernungen entdeckt. Doch inzwischen hat sich das Bild gewandelt. So haben Astronomen inzwischen gleich sieben Erdzwillinge um den 40 Lichtjahre entfernten Stern TRAPPIST-1 aufgespürt, außerdem eine nur 14 Lichtjahre entfernte Supererde und sogar einen Erdzwilling um unseren Nachbarstern Proxima Centauri: Mit nur vier Lichtjahren Entfernung ist Proxima Centauri b der uns am nächsten gelegene bekannte erdähnliche Planet.

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BND-Chef Kahl: „Bei der Krim brauchen wir uns keine Hoffnung mehr zu machen“

Bruno Kahl bei seiner Rede. Foto: Hanns-Seidel-Stiftung/Thomas Reiner
Rede soll Beginn einer „Öffentlichkeits-Offensive“ des Bundesnachrichtendienstes sein – neuer Studiengang „Master of Intelligence“ für Nachwuchsagenten

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Bruno Kahl ist seit Juli 2016 Präsident des deutschen Auslandsgeheimdiensts BND, trat aber bislang kaum in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Das soll sich nun ändern. Eine Grundsatzrede, die er gestern vor etwa 300 Zuhörern hielt, war der veranstaltenden Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) zufolge der Beginn einer „Öffentlichkeits-Offensive“. Im Rahmen dieser Offensive rechtfertigte Kahl unter anderem den teuren (und entsprechend umstrittenen) Umzug seiner 4.000-Mitarbeiter-Behörde nach Berlin, wo man der Politik näher sei, und kündigte einen neuen Studiengang „Master of Intelligence“ an, in dem gezielt Nachwuchsagenten ausgebildet werden sollen.

Der Bundesnachrichtendienst ist Kahl zufolge auch ein gutes Vierteljahrhundert nach dem Ende des Kalten Krieges eine sinnvolle Einrichtung. Dafür führte er mehrere Gründe an: Einer davon ist seiner Ansicht nach die Gefahr, die sich mit dem technischen Fortschritt ergibt. Deshalb will er die Technikexperten des BND (die nicht nach Berlin ziehen, sondern in Pullach bleiben) in Fragen wie dem Schutz von Daten und digitalen Infrastrukturen eng mit dem Forschungsinstitut Cyber Defence der Universität der Bundeswehr in München zusammenarbeiten lassen.

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Kündigung wegen fremdenfeindlicher Fotos nichtig

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Vier Mitarbeitern des Wormser Ordnungsamtes, die in einer „WhatsApp“-Gruppe unter anderem fremdenfeindliche Bilder ausgetauscht hatten, ist zu Unrecht gekündigt worden.

Frankfurter Rundschau

Das entschied das Arbeitsgericht Mainz. Zur Begründung hieß es, der Austausch sei über die privaten Handys gelaufen. Sie durften darauf vertrauen, dass davon nichts nach außen getragen werde. Das Bundesarbeitsgericht habe entschieden, dass es nicht zu Lasten eines Arbeitnehmers gehen dürfe, wenn ein Gesprächspartner sich nicht an die Vertraulichkeit halte.

Evangelische Kirche fordert Sofortprogramm zum Klimaschutz

Klimaneutralität der Kirche bis 2050 angestrebt

EKD

Die evangelische Kirche dringt auf einen ehrgeizigeren Einsatz der Politik gegen den Klimawandel. In einem in Bonn verabschiedeten Beschluss fordert die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein Klimaschutz-Sofortprogramm für die Jahre 2018 bis 2020, um das bis dahin gesteckte Ziel einer Treibhausgasreduktion um 40 Prozent noch zu erreichen. Das Kirchenparlament fordert den Rat der EKD darin dazu auf, sich bei der Bundesregierung dafür einzusetzen.

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Watch This Plasma Ring Float in Open Air

The plasma ring was created using a stream of water that was less than the width of a human hair and moving as fast as a bullet.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Plasma sounds like the stuff of science fiction, but you probably encounter the fourth state of matter on a daily basis. Any time you see a neon sign, a fluorescent lightbulb, a flash of lightning, or stare at the sun to feed on its energy, you’re encountering plasma in all its glory.

Plasma is technically an ionized gas, which means that it has a number of properties that make it behave like a cohesive unit, such as being able to conduct electricity and interact with magnetic fields. Plasma is super useful stuff, but it comes with a major downside: like a regular gas, it can be tough to harness without a special container. For human applications, such as a fusion reactor, plasma is usually contained using electromagnetic fields that force the plasma into a desired shape.

But now a team of physicists at Caltech have managed to create a plasma ring in the open air for the first time.

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