Das furchtbare Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen


In einem unbekannten Lager in Deutschland betteln sowjetische Kriegsgefangene um Lebensmittel. (Foto: SZ Photo)
Von der Wehrmacht ermordet, von Stalin verfolgt, von der Bundesrepublik ignoriert: Das Elend der sowjetischen Kriegsgefangenen ist beispiellos.

Von Joachim Käppner | Süddeutsche Zeitung

Die deutschen Armeen rückten auf Moskau vor, ihre Generäle glaubten noch, der Sieg über die Rote Armee stehe unmittelbar bevor. Der Wehrmacht fielen, vor allem bei den großen Kesselschlachten, Millionen Rotarmisten in die Hände.

Im Oktober 1941 nahm sie bei Wjasma und Brjansk 663 000 sowjetische Soldaten gefangen. Vom Tag des Überfalls, dem 22. Juni 1941, bis Ende 1942, zur Zeit der Kriegswende in Stalingrad, waren es 5,7 Millionen, eine unfassbare Zahl, die mit zu dem folgenschweren Irrtum beitrug, die Sowjetunion stehe unmittelbar vor dem Kollaps.

Von diesen Menschen starben bis Kriegsende 3,3 Millionen. Mehr als jeder zweite.

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