Die Grand Old Party im Moore-Dilemma


foto: reuters/gentry Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Vestavia Hills in Alabama zeigten sich nicht nur Anhänger, sondern auch Gegner des umstrittenen Senatskandidaten Roy Moore.

Die Mehrheit für die Republikaner im US-Senat ist ohnehin hauchdünn. Mit einer Niederlage von Roy Moore wäre sie dahin. Doch der Jurist, dem mehrfach sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, will nicht aufgeben.

Von Frank Herrmann | derStandard.at

Die Anschuldigungen gegen Roy Moore, der vor 40 Jahren Mädchen im Teenageralter sexuell belästigt haben soll, stürzt die Republikaner in ein tiefes Dilemma. Auch wenn die Parteispitzen unisono den Abgang des erzkonservativen Kandidaten für die Senatswahlen in Alabama am 12. Dezember von der politischen Bühne verlangen: Moore denkt gar nicht daran.

Der Mann sei offenkundig nicht geeignet, im Senat der Vereinigten Staaten zu sitzen, ging Mitch McConnell, die Nummer eins der Konservativen in der kleineren der beiden Parlamentskammern, resolut auf Distanz. Das Leitungsgremium der Grand Old Party entschied, die Kampagne des 70-Jährigen nicht mehr durch Spendenaufrufe zu unterstützen. Jeff Flake, ein Senator, der neulich auf spektakuläre Weise mit Donald Trump brach, hält es sogar für angemessen, anstelle Moores dessen Widersacher Doug Jones, einen der verfeindeten Demokraten, zur Wahl in dem südlichen Bundesstaat zu empfehlen.

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