Sachverständige: Oury Jalloh wurde wahrscheinlich getötet


Die „Initiative im Gedenken an Oury Jalloh“ kam aufgrund einer eigenen Rekonstruktion der Todesumstände bereits im August 2016 zu dem Schluss: Es war Mord. (Foto: Arno Burgi/dpa)
Der Asylbewerber aus Sierra Leone verbrannte 2005 in seiner Zelle im Polizeirevier Dessau. Seine Verletzungen seien ohne den Einsatz eines Brandbeschleunigers nicht zu erklären.

Süddeutsche Zeitung

Oury Jalloh hat das Feuer in seiner Zelle wohl nicht selbst gelegt. Ohne Brandbeschleuniger oder Einwirkung von Außen seien die schweren Verletzungen des 2005 in seiner Zelle verbrannten Asylbewerbers nicht zu erklären. Das geht aus Ermittlungsakten zu dem Fall hervor, die dem ARD-Magazin „Monitor“ vorliegen.

Die Ermittler in Dessau vertraten lange die Theorie, Jalloh habe sich selbst angezündet. Der These zufolge soll er die Matratze, auf der er lag, aufgerissen und die herausquellende Füllung mit einem Feuerzeug in Brand gesetzt haben. Ob so ein Feuer hätte entstehen können, das seinen Körper bis in tiefe Muskelschichten verkohlte und sogar die Finger der linken Hand vollständig wegbrannte, wurde jedoch lange nicht von offizieller Seite überprüft. Im August 2016 versuchte die Staatsanwaltschaft dann mittels eines Brandversuchs zu klären, wie Jalloh starb.

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