„Wir sind für Religionsfreiheit“


Trotzdem hält AfD-Fraktionschefin Alice Weidel den Islam für unvereinbar mit dem Grundgesetz. Sie fordert niedrigere Steuern – und will mit ihrer Partei für eine „Nettoreproduktionsrate von mehr als zwei Kindern pro Frau“ sorgen

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Nach einer halben Stunde wurde ihr kühl. Alice Weidel zog sich im Reichstag ihre Winterjacke an. Das passte zur Atmosphäre des Interviews mit der AfD-Fraktionschefin: Ohne jene Plauderei, die es sonst am Rande von Interviews schon mal gibt, ließ sich die 38-Jährige einfach nur Fragen stellen, die sie einfach nur beantwortete.

DIE WELT:

Frau Weidel, kaum war die AfD im Bundestag, schon brachten Sie Neuwahlen ins Spiel. Warum?

Alice Weidel:

Gesagt habe ich das, weil Jamaika nicht vorankommt. Es verstößt eklatant gegen den Wählerauftrag zur Regierungsbildung, dass jene Verhandlungen so spät begonnen und zu keinem erkennbaren Ergebnis geführt haben. Wenn sich Union, FDP und Grüne nicht bald einigen, sollte es Neuwahlen geben.

Laut der neuen Steuerschätzung hat der Staat noch mehr Geld zur Verfügung. Wofür soll es genutzt werden?

Diese Überschüsse bestehen nur nominal, real hat unsere Volkswirtschaft nicht mehr Geld. Auch die schwarze Null ist nur ein Rechentrick, weil die Zinszahlungen auf den staatlichen Schuldenberg aufgrund der Politik des billigen Geldes abgesenkt wurden. Das geht zulasten der Sparer und Rentner. Deren Geld wird zum Staat umverteilt.

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