Großbritannien: Wenn die hl. Drei Könige einen Hot Dog anbeten

Bild: telegraph.co.uk ©GREGGS
Erhebliche Proteste gab es, nachdem die Bäckereikette Greggs einen Adventskalender herausbrachte, der die Hl. Drei Könige zeigt, wie sie eine Bratwurst in der Krippe anbeten – Greggs hat sich nach Boykottaufruf entschuldigt

kath.net

Nach erheblichen Protesten hat sich die britische Bäckereikette Greggs für ihren Adventskalender entschuldigt. Die Darstellung unter dem Türchen des 24. Dezembers zeigte die Heiligen Drei Könige, wie sie kniend eine Bratwurst im Teigmantel anbeten, die in einer Krippe liegt (siehe Foto), auch bringen sie dieser Bratwurst Gold, Weihrauch und Myrrhe mit. Christen quer durch die Konfessionen hatten sich über diese Darstellung öffentlich empört und dies auch in den Sozialen Netzwerken bekannt gemacht.

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Kinderfickersekte: Regierung soll weiter gegen Missbrauch kämpfen

Die deutschen Bischöfe richten einen Appell an die kommende Bundesregierung: Sie soll ihr Engagement gegen sexuellen Missbrauch fortsetzen. Aber auch die Bischöfe selbst wollen aufmerksam bleiben.

katholisch.de

Die deutschen Bischöfe appellieren an die kommende Bundesregierung, das Engagement gegen sexuelle Gewalt und Missbrauch fortzusetzen. Die Arbeit des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und der unabhängigen Aufarbeitungskommission sollten fortgesetzt werden, erklärte der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, am Donnerstag in Köln. Er äußerte sich nach einer Fachtagung der Bischofskonferenz zu Fragen sexuellen Missbrauchs.

„Es ist unverzichtbar, auf nationaler Ebene dauerhaft eine unabhängige Stelle im Kampf gegen sexuelle Gewalt zu haben“, so Ackermann. Sie könne dazu beitragen, die „öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema fortzuführen und die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen im Bemühen um Aufarbeitung und Prävention in die Pflicht zu nehmen.“ Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs ist seit Ende 2011 der Jurist Johannes-Wilhelm Rörig.

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Australien: Atheisten-Kongress wird abgesagt – wegen fehlenden Interesses

Bild: atheistconvention.org.au
Er sollte im Februar 2018 stattfinden, der Globale Atheisten-Kongress, bei dem unter anderem Richard Dawkins gesprochen hätte. Nun wurde er abgesagt, die Ticket-Verkaufszahlen lägen deutlich unter den Erwartungen, heisst es.

jesus.ch

«Reason to hope» (Grund zur Hoffnung) wäre das Motto eines atheistischen Kongresses in Australien gewesen, wobei die Betonung auf «Reason» liegt, was auf Englisch auch «Verstand» bedeutet. Doch die Konferenz, die für Februar 2018 geplant war, wurde abgesagt – aufgrund fehlenden Interesses, wie lokale Medien berichten.

Erwartungen nicht erfüllt

Hauptsprecher der Global Atheist Convention wäre der iranische Autor Salman Rushdie gewesen, ausserdem Richard Dawkins und Ben Goldacre. Doch nun wurde auf der Webseite der Atheistischen Stiftung Australiens, welche den Kongress organisiert hatte, die Absage bekannt gemacht; bereits gekaufte Tickets werden rückerstattet. Zur Begründung heisst es im Fragen- und Antworten-Bereich: «Der Ticket-Verkauf blieb erheblich unter den Erwartungen und unter den Verkaufszahlen früherer Kongresse. Deshalb kann der Kongress leider nicht durchgeführt werden.» Der letzte atheistische Kongress hatte 2012 mit über 4’000 Teilnehmern stattgefunden und war als grosser Erfolg bezeichnet worden.

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Museum of the Bible eröffnet in Washington

„Die Welt des Jesus von Nazareth“ im Museum of the Bible in Washington DC. APA/AFP/Saul Loeb
An Freitag wird in Washington DC ein riesiges Bibelmuseum, das Museum of the Bible, eröffnet. Dahinter steht eine konservative christliche Familie, die damit ihren Einfluss auf die US-amerikanische religiöse Landschaft verstärkt.

religion.ORF.at

Das Museum hat drei Hauptausstellungsetagen, Lesungs- und Sitzungsräume, Restaurants und einen Dachgarten. Außerdem verfügt das Gebäude über einen Ballsaal und ein 472-sitzigen Vorführungsraum mit Projektionsflächen. Das Museum, das nur drei Häuserblocks vom Kapitol entfernt liegt, wurde hauptsächlich von den Eigentümern der Kunst- und Handarbeitskette Hobby Lobby finanziert. Es soll rund 500 Millionen Dollar gekostet haben, wie die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag berichtete.

Der Geschäftsführer von Hobby Lobby, Steve Green, bezeichnete das Museum als nicht konfessionsgebunden. Familie und Konzern vertreten christliche, sehr konservative Positionen: So halten ihre Geschäfte, in denen man unter anderem Dekorations- und Einrichtungsgegenstände bekommt, an Sonntagen geschlossen, was in den USA keine Selbstverständlichkeit ist, die Familie spendete religiösen Gruppierungen Millionen Dollar.

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Wie BDS gegen Israel hetzt

Im Traditionsreich. Menschen, die „Ich hasse Juden“ rufen, sollte man nicht gleich Judenhass unterstellen, sagt eine…Foto: Imago/Christian Ditsch
Sie rufen zum Totalboykott gegen Israel auf. Setzen Künstler und Firmen unter Druck. Auch in Berlin geben sich BDS-Aktivisten friedlich – und brüllen Holocaust-Überlebende nieder.

Von Sebastian Leber | DER TAGESSPIEGEL

Die meisten ziehen wortlos an Sophia Deeg vorüber, manche schimpfen. Kaum ein Konzertbesucher nimmt ihr ein Flugblatt ab. Der Einzige, der ihre Nähe sucht, ist Alfons. So heißt ihr Dackel. „Die Leute gucken, als wäre ich ein Nazi“, sagt Sophia Deeg. Bei der gleichen Aktion neulich in Paris hätten die Menschen viel offener reagiert. Dann steht plötzlich Ben Becker vor ihr. Der Schauspieler. Er trägt Schottenrock, reckt die Faust in den Abendhimmel und ruft: „Free Palestine!“. Becker versichert, er sei auf ihrer Seite. Erinnerungsfotos werden gemacht.

Seit einer Stunde protestieren sie vor der Max-Schmeling-Halle. Doris, Anja, Achmed, Eva, Sophia und ein paar andere. Mit Palästina-Flaggen und -Schals, Flugblattstapeln in den Händen. Nachher soll hier Nick Cave auftreten. Gegen den Sänger haben sie nichts. Gegen sein Konzert in Berlin ebenfalls nichts. Nur die zwei Konzerte, die Cave Mitte November in Tel Aviv geben will, die müsse er unbedingt absagen. Weil gar kein Künstler mehr nach Israel solle. Auch kein Wissenschaftler. Auch kein Unternehmen und keine Institution.

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„Intellektuelle Monokultur“ im Westen

Nassim Taleb. Bild: BBI
Nassim Taleb, Autor des Bestsellers der „Schwarzen Schwäne“, spricht gegenüber einer russischen Zeitung von einer Inquisition in der medialen Berichterstattung

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die „Schwarzen Schwäne“ haben den Amerikaner Nassim Taleb wirklich bekannt gemacht, obgleich er schon 2001 zur Zeit der Dotcom-Krise von der Epistemologie des Zufalls sprach und darüber ein Buch geschrieben hat. In dem 2007 erschienene Buch „Schwarze Schwäne“ des umtriebigen und querdenkenden Börsenhändlers, Risikoanalytikers, Wissenschaftlers und Philosophen, sagte er nicht nur die Finanzkrise voraus, sondern erörtert er unser prinzipiell fehlendes Wissen über die Zukunft, in der es immer wieder zu unvorhergesehenen, zwar seltenen, aber mitunter schwerwiegenden Ereignissen kommt, eben den „Schwarzen Schwänen“, über die man keine Theorie bilden kann.

Sein Buch, das gegen die Theoretiker in allen Disziplinen gerichtet war, wurde zum Bestseller und fand sich auch bei vielen Intellektuellen, unabhängig davon, ob es gelesen wurde oder nicht. Schon der Titel klang attraktiv und geheimnisvoll, der sich in Wissenschaft und Philosophie herumtreibende erfolgreiche Börsenspekulant, der das Spiel mit dem Zufall kennt, trug zur Prominenz bei.

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Antiteilchen-Überschuss bleibt rätselhaft

Das HAWC-Observatorium in Mexiko mit dem Pico de Orizaba im Hintergrund – Messungen mit diesem Instrument sprechen die Verdächtigen frei. © H. Schoorlemmer/ MPIK
Unschuldig verdächtigt: Seit Jahren rätseln Astronomen, woher die vielen energiereichen Positronen der kosmischen Strahlung stammen. Nun sprechen sie zwei einschlägige Verdächtige frei: Ihren Messungen zufolge kann der Antiteilchen-Überschuss im Erdorbit nicht von zwei nahegelegenen Pulsaren stammen. Denn diese Überreste explodierter Sterne schleudern zwar Positronen ins All. Die Teilchen bewegen sich jedoch zu langsam, um die Erde erreichen zu können.

scinexx

Unser Planet steht unter Beschuss: Aus allen Richtungen prasseln unablässig Teilchen aus dem Weltall auf die Erde – zumeist handelt es sich dabei um Protonen, Heliumkerne sowie Elektronen und ihre Antimaterie-Gegenstücke, die Positronen. Woher diese sogenannte kosmische Strahlung kommt, ist bisher erst in Teilen geklärt. So scheinen einige der Partikel unter anderem von der Sonne, benachbarten Sternen und auch vom Zentrum der Milchstraße auszugehen.

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So begann der islamistische Selbstmordterror

Auf der mittleren Ebene des Tempels der Pharaonin Hatschepsut starben beim Terroranschlag am 17. November 1997 viele Touristen Quelle: picture-alliance / dpa
Mit Kalschnikows und Messern schlachteten sechs Ägypter in November 1997 am Hatschepsut-Tempel im Tal der Könige 62 Besucher ab. Der Anschlag markierte eine neue Dimension des Terrors. Die Angreifer wollten nicht überleben.

Von Antonia Kleikamp | DIE WELT

Die Mörder kamen im Bus: sechs junge Männer, gepflegt und frisch rasiert, gekleidet in Uniformen der Polizei. Es war Montag, der 17. November 1997. Alle sechs trugen schwere Sporttaschen. Dennoch fielen sie keinem Wachposten auf. Mit dem Bus konnten sie drei Sicherheitskontrollen passieren, zu Fuß ging es weiter bis vor den Grabtempel der Königin Hatschepsut. Niemand fragte sie nach ihren Ausweisen – man hielt sie für Sicherheitskräfte. Doch in ihren Sporttaschen hatten sie Kalaschnikows und Messer.

Die sechs hatten sich gut vorbereitet. Sie wussten offenbar, dass immer montags besonders viele Touristen hierherkommen – am Wochenende war Ab- und Abreise der Pauschalreise-Veranstalter aus Westeuropa und Fernost. Besuchergruppen aus aller Welt waren um kurz nach neun Uhr morgens schon da und ließen sich auf der Hauptempore in verschiedenen Sprachen über die Geschichte des Tempels informieren. So früh, weil es in der Mittagszeit fast unerträglich heiß wird im Tal der Könige, der Grablege der Pharaonen des Neuen Reiches.

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Kuwait Airways darf israelischen Staatsbürger abweisen

Kuwait Airways muss keine Israelis befördern. Foto: Boris Roessler/dpa
Gesetzestreue oder Diskriminierung? Nach einem Urteil des Frankfurter Landgerichts darf sich die Fluggesellschaft Kuwait Airways weigern, einen israelischen Staatsbürger zu befördern. Der Anwalt des Klägers ist schockiert.

Frankfurter Rundschau

Die Fluggesellschaft Kuwait Airways muss keine israelische Staatsangehörigen befördern. Das entschied das Landgericht Frankfurt.

Die Richter wiesen damit die Klage eines Passagiers gegen die kuwaitische Airline auf Beförderung und Entschädigung wegen Diskriminierung zurück. Der Anwalt des israelischen Klägers zeigte sich in einer ersten Stellungnahme „tief schockiert“ über die Entscheidung und kündigte Berufung an. Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte die Bundesregierung auf, „sämtliche rechtliche Möglichkeiten zu prüfen, um solche Fälle der Diskriminierung in Deutschland für die Zukunft auszuschließen“.

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Schimpansen versetzen sich in andere hinein

Schimpansen haben erstaunliche kognitive Fähigkeiten. © Photomaru/ thinkstock
Wer weiß was? Schimpansen scheinen sich erstaunlich gut in andere hineinversetzen zu können: Die Menschenaffen erkennen, ob sich Artgenossen einer Gefahr bewusst sind oder nicht – und passen daran ihr Kommunikationsverhalten an. So warnen sie vehementer vor einer Bedrohung, wenn sie es mit vermeintlich Unwissenden zu tun haben, wie Experimente zeigen. Damit besitzen sie eine Fähigkeit, die lange Zeit als typisch menschlich galt.

scinexx

Menschenaffen sind unsere nächsten Verwandten – und verblüffen uns immer wieder mit ihren kognitiven Fähigkeiten: Schimpansen, Orang-Utans und Co benutzen nicht nur Werkzeuge und haben ein uns sehr ähnliches Sozialverhalten. Sie erkennen sich auch selbst im Video und sind offenbar sogar dazu in der Lage, ihr eigenes Wissen zu hinterfragen und zu beurteilen, wie Experimente zeigen.

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Feminismus, Freiheit, Frömmigkeit

Ulrich L.Lehner: Die Katholische Aufklärung. Weltgeschichte einer Reformbewegung. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2017. 271 Seiten, 39,90 Euro. (Foto: Verlag)

Ulrich R. Lehner erzählt die Geschichte reformfreudiger Katholiken vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart – leider zu Lasten der säkularen Aufklärung.

Von Steffen Martus | Süddeutsche Zeitung

Die katholische Kirche erträgt viele Reformvorschläge. Verheiratete Priester? Scheidung und Wiederverheiratung? Engagement für die Armen statt für die Kurie? Aktive Teilnahme der Laien an der Eucharistie? Ökumene? Alles schon einmal dagewesen: Bereits in der Frühen Neuzeit wurden diese Themen diskutiert, im 18. Jahrhundert insbesondere von Vertretern der katholischen Aufklärung.

Ulrich L. Lehner, Professor für Religionsgeschichte in Milwaukee, hat dazu 2016 ein Standardwerk vorgelegt, das nun auf Deutsch erschienen ist. Ausgehend vom Tridentinischen Konzil im 16. Jahrhundert zieht er eine lange historische Linie, die ins Zweite Vatikanische Konzil mündet. Die Suchbewegung richtet sich auf einen Katholizismus, der die Moderne nicht als Feind des Glaubens, sondern als Chance für die Vertiefung von Frömmigkeit und Spiritualität auffasst. Vertreter dieser Richtung akzeptieren die Erkenntnisse der empirischen Wissenschaften, sie nehmen Sinnlichkeit ernst, bemühen sich um eine vernünftige Begründung dogmatischer Positionen und plädieren für Toleranz. Reformbereitschaft resultierte für die katholische Aufklärung aus der Einsicht in die Geschichtlichkeit der Kirche einschließlich der biblischen Offenbarung. Was geworden ist, kann sich auch zum Besseren verändern.

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Islamist fliegt trotz Fußfessel nach Griechenland

Trotz Fußfessel konnte Hussein Z. sich ins Ausland absetzen – ganz legal. (Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
  • Ein 35-jähriger Syrer, der als islamistischer Gefährder gilt, konnte anscheinend trotz Überwachung per Fußfessel ungehindert ein Flugzeug besteigen und Deutschland verlassen.
  • Da eine Überwachung per Fußfessel im Ausland nicht gestattet ist, wurde das Signal von den deutschen Behörden abgestellt.
  • Hussein Z. kam im Jahr 2015 als Flüchtling nach Deutschland und lebte seitdem in Bayern.

Von Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Nur ein einziger islamistischer Gefährder in Deutschland trug bislang eine elektronische Fußfessel, seitdem dieses neue Mittel der Überwachung im Sommer gesetzlich eingeführt worden war. Es war ein 35-jähriger Syrer, Hussein Z. Im Jahr 2015 kam er als Flüchtling ins Land. Seitdem lebte er in Bayern, fiel mit verschiedenen Drohungen und Schlägen gegen die Mitbewohner seines Flüchtlingsheims in Aschaffenburg auf und mit wirren Äußerungen von der Sorte, er habe schon mal Menschen getötet. Seit dem Herbst ließ ihn die bayerische Polizei deshalb mit einem Peilsender beobachten. Wie sich nun herausstellt, hat Hussein Z. trotzdem ungehindert ein Flugzeug besteigen und Deutschland verlassen können.

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US-Kongress billigt Verteidigungsbudget von fast 700 Mrd. Dollar

Symbolbild F-35 – REUTERS
Mit dem Budget soll unter anderem die Anschaffung von neuen F-35-Kampfjets, Schiffen und Panzern finanziert werden.

Die Presse.com

Der US-Kongress hat eine deutliche Anhebung des Verteidigungsbudgets auf 700 Milliarden Dollar (586 Milliarden Euro) genehmigt. Der Senat billigte am Donnerstag einstimmig und abschließend ein entsprechendes Gesetz, das am Dienstag das Repräsentantenhaus passiert hatte.

Das Gesetz muss nun noch von Präsident Donald Trump unterzeichnet werden, dessen Forderungen nach einer deutlichen Aufstockung von den Kongressabgeordneten noch übertroffen wurden. Die Rüstungsausgaben liegen nunmehr um rund 15 Prozent höher als im Haushaltsjahr 2016 unter Präsident Barack Obama und um 26 Milliarden Dollar (fast vier Prozent) höher als von Trump gefordert.

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Durchbruch der Gentherapie von Menschen mit der Hilfe von Genscheren?

Grafik: TP
In den USA wurde erstmals ein Patient mit Morbus Hunter einer Therapie unterzogen, bei der mit Genscheren an einem bestimmte Stelle der DNA von Leberzellen ein korrigiertes Gen eingeschleust wird

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Erstmals wurde in den USA eine neue Gentherapiemethode mit der Hilfe von Zinkfingerproteinen als Genschere an einem Menschen im UCSF Benioff Children’s Hospital Oakland ausprobiert, wie AP und das Biotech-Unternehmen Sangama Therapeutics berichten. Am Montag erhielt der 44-jährige Brian Madeux, der an einer milden Form der seltenen, fast ausschließlich bei Männern auftretenden Erbkrankheit Morbus Hunter (Mukopolysaccharidose Typ II – MPS II) leidet, aber bereits zahlreiche Operationen hinter sich hat, eine Infusion mit Milliarden von Ersatzgenen und genetischen Instruktionen zur Bildung von zwei Zinkfingerproteinen , um die Gene genau an der Stelle auszuwechseln, wo das die Krankheit verursachende Gen sitzt.

MPS II wird durch die Mutation des Gens I2S verursacht, wodurch zu wenig Iduronat-2-Sulfatase (I2S), ein lysosomales Enzym, erzeugt wird. Das Enzym baut Glykosaminoglykane (GAG) ab. Durch einen Mangel des Enzyms reichern sich diese Stoffwechselprodukte in den Zellen an. Dadurch können viele Organe geschädigt werden und auch neurologische Schädigungen entstehen.

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Gericht entscheidet über Berufung von Holocaust-Leugnerin

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Das Landgericht Detmold verhandelt am 23. November darüber, ob die mehrfach vorbestrafte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck eine Haftstrafe verbüßen wird.

evangelisch.de

In dem Verfahren vor der Berufungskammer des Gerichts geht es um die Berufungen der 89-Jährigen gegen zwei Urteile wegen Volksverhetzung, wie das Landgericht am Donnerstag mitteilte (AZ: 21 Js 814/16 und 21 Js 192/16). Dabei geht es um Freiheitsstrafen von insgesamt 18 Monaten.

Die ursprünglich für Juni geplante Verhandlung war zunächst aufgehoben worden, nachdem die Angeklagte ein Attest ihres behandelnden Arztes vorgelegt hatte, nach dem sie nicht verhandlungsfähig sei. Daraufhin hatte das Gericht eine amtsärztliche Untersuchung der Frau angeordnet.

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Papst zum Lebensende: Einstellung der Therapie ist keine Euthanasie

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus: Therapie-Einstellung oder Unterlassung deutlich von Euthanasie zu unterscheiden, die „nach wie vor unerlaubt ist, da sie das Leben unterbricht und zum Tod führt“

kath.net

Todkranke Menschen müssen laut Papst Franziskus nicht „um jeden Preis“ medizinisch behandelt werden. Es sei moralisch vertretbar, auf therapeutische Mittel zu verzichten oder diese einzustellen, wenn sie in keinem Verhältnis zum erhofften Ergebnis stünden. Es gehe in solchen Fällen nicht darum, den Tod herbeizuführen, sondern zu akzeptieren, dass man ihn nicht verhindern kann. Das schreibt der Papst in einem Grußwort an die Teilnehmer einer internationalen Konferenz zum Lebensende, die am Donnerstag im Vatikan begonnen hat.

Die Einstellung oder Unterlassung solcher Therapien sei deutlich von der Euthanasie zu unterscheiden, die „nach wie vor unerlaubt ist, da sie das Leben unterbricht und zum Tod führt“, stellt der Papst klar. Franziskus räumt ein, dass es im klinischen Alltag und angesichts komplexer Fälle nicht immer leicht sei zu entscheiden.

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Deckname Tamburin – Kohls Geschäfte mit Südafrika

Aktenfreigabe beleuchtet die geheimen U-Boot Geschäfte der Regierung Kohl mit dem Apartheid-Regime

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

In Südafrika werden derzeit einige Geheimakten aus der Zeit des rassistischen Apartheid-Regimes geöffnet. Die Aktenfreigaben bringen insbesondere Firmen, Organisationen und Regierungen in Verlegenheit, die fragwürdige Geschäfte mit Südafrikas Regierung machten – darunter die westdeutsche Bundesregierung.

Die Dokumente belegen der Website DaylyMaverick.com zufolge, dass West-Deutschland mit Südafrika wegen eines Embargos verbotene Rüstungs-Geschäfte zugunsten der Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) und dem Ingenieurkontor Lübeck (IKL) abdeckte. Bundeskanzler Helmut Kohl hatte 1984 Südafrikas Präsident Peter Botha in Bonn empfangen. Der den 423 Millionen DM schwere Deal zwischen den beiden Staatschefs war so geheim, dass sogar die jeweiligen Außenminister den Raum verlassen mussten. Kohl versicherte Botha, er werde sich persönlich um die Angelegenheit kümmern.

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Paradise Papers: Nelson Mandela, der geheime Trust und Geld für Margot Honecker

Weltweit auf der „guten Seite“ einsortiert: Nelson Mandela (Foto: REUTERS)
Hat der Freiheitskämpfer Margot Honecker Geld überwiesen, als sie im Exil in Chile lebte? In den Paradise Papers taucht ein ungewöhnlicher Rechtsstreit mit Mandelas Erben auf.

Von Bastian Obermayer, Nicolas Richter | Süddeutsche Zeitung

Gut und Böse liegen oft näher beieinander als man denkt, und manchmal mögen sie sich sogar – oder so etwas in der Art. Genau lässt sich das für diesen Fall kaum rekonstruieren, zu lange ist alles her, aber an eines erinnert sich Ismael Ayob, Anwalt aus Südafrika, noch genau: Nelson Mandela, damals Präsident Südafrikas und wohl einer der wenigen Menschen, die weltweit zu den Guten gezählt werden, kam zu ihm – und bat ihn, Geld nach Chile zu überweisen. An Margot Honecker, auch „lila Hexe“ genannt, die damals im Exil lebende Witwe des DDR-Staatschefs Erich Honecker. Sie war als langjährige „Ministerin für Volksbildung“ verantwortlich dafür, dass gnadenlos Kinder aus nicht regimetreuen Familien gerissen und zwangsadoptiert wurden. Margot Honecker würde, zumindest in Deutschland, zweifellos von einer klaren Mehrheit auf der bösen Seite einsortiert werden.

„Aber Nelson Mandela hatte Mitleid mit ihr“, sagt Ismael Ayob der Süddeutschen Zeitung am Telefon, „er kam zu mir und sagte, Margot Honecker sei alleine in Chile gestrandet, ohne Ehemann, ohne Geld, ohne Pension. Er bat mich, ihr Geld zu überweisen.“ Daran erinnere er sich auch deswegen so gut, sagt Ayob, weil es eine „ungewöhnliche Bitte“ gewesen sei. Immerhin war Honecker ja nicht irgendwer. Ayob sagt, er wisse noch, dass Mandela ihm – damals dessen Finanzberater – in den Neunzigerjahren persönlich die Bankverbindung Margot Honeckers und die Adresse der Bank in Chile gegeben habe. „Vermutlich hat er mir einfach einen Zettel in die Hand gedrückt“, sagt Ayob, „so hat er das öfter getan, es muss auf jeden Fall etwas Schriftliches gegeben haben“.

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#meetoo-Welle: Juristen warnen vor neuer „McCarthy-Ära“

Demo in Los Angeles im Zuge der Protestwelle gegen sexuelle Übergriffe. Den verschachtelten Slogan kann man in etwa mit „Belästiger-Arschlöcher“ übersetzen. – imago/ZUMA Press
Deutsche Rechtsgelehrte und -Praktiker warnen vor einem Bruch rechtsstaatlicher Grundsätze angesichts der ausufernden medialen Verurteilung von Beschuldigten und ihrer faktischen Folgen durch die Möglichkeiten von Internet und sozialen Medien.

Die Presse.com

In der aktuell herrschenden Debatte um angebliche sexuelle Übergriffe kommt es nach Ansicht deutscher Rechtsexperten massiv zu faktischen außergerichtlichen Vorverurteilungen mit verheerenden Folgen. „Die derzeitige Hetzjagd von Prominenten erfolgt unter Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze“, sagt etwa der Medienrechtler Thomas Hoeren von der Uni Münster. Und: „Man kann nur hoffen, dass das Thema wieder in sachliche Bahnen kommt. Sonst droht eine unkontrollierte Verdachtsaktion mit Diffamierungen, die der McCarthy-Ära entsprechen.“

Mit dem Namen des US-Senators Joseph McCarthy (1908-1957) verbindet sich eine wilde Jagd samt Ermittlungen und schauprozessartiger Inszenierungen auf mutmaßliche Kommunisten und Spione für den Ostblock im Amerika der 1950er-Jahre. Die Zielpersonen waren vor allem Künstler, Medienleute, Schauspieler, Beamte und Wissenschaftler, am Ende sogar Militärangehörige. Meist war die Verdachtslage objektiv dünn bis nicht vorhanden, und oft sogar vorsätzlich konstruiert.

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These Technicolor Sea Slugs Use Other Creatures as Bait to Catch Their Dinner

Image: Gabriella Luongo
We’ve always known that nudibranchs eat hydroids, but upon closer inspection, scientists have found they’re getting more than they pay for.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

Trevor Willis couldn’t stop thinking about the sea slugs. Ever since the marine biologist learned that nudibranchs (a type of sea slug) feed on the same formations where they live, he wondered about their unique relationship.

„It seemed odd to me that an animal would chose a strategy whereby it eats its own habitat, and can destroy it,“ Willis, a lecturer at the University of Portsmouth, told me over the phone. „It didn’t seem very intuitive from an evolutionary point of view.“

Luckily, he wasn’t the only one. Years later he teamed up with another equally-fascinated biologist, Fabio Badalamenti, to uncover the mystery of this odd behavior. They discovered a never-before-seen feeding strategy, detailed in a study publishedin Biology Letters, that surprised even them. The sea slug use the hydroids they live on as bait to catch plankton, and then eat both.

Here’s how it works: the nudibranchs live on communities of hydroids, a type of animal that forms colonies and doesn’t move—kind of like coral. Though they’ll sometimes snack on the hydroids alone, these sea slugs prefer to bide their time until the hydroids have caught plankton and then scarf them both down.

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