So begann der islamistische Selbstmordterror


Auf der mittleren Ebene des Tempels der Pharaonin Hatschepsut starben beim Terroranschlag am 17. November 1997 viele Touristen Quelle: picture-alliance / dpa
Mit Kalschnikows und Messern schlachteten sechs Ägypter in November 1997 am Hatschepsut-Tempel im Tal der Könige 62 Besucher ab. Der Anschlag markierte eine neue Dimension des Terrors. Die Angreifer wollten nicht überleben.

Von Antonia Kleikamp | DIE WELT

Die Mörder kamen im Bus: sechs junge Männer, gepflegt und frisch rasiert, gekleidet in Uniformen der Polizei. Es war Montag, der 17. November 1997. Alle sechs trugen schwere Sporttaschen. Dennoch fielen sie keinem Wachposten auf. Mit dem Bus konnten sie drei Sicherheitskontrollen passieren, zu Fuß ging es weiter bis vor den Grabtempel der Königin Hatschepsut. Niemand fragte sie nach ihren Ausweisen – man hielt sie für Sicherheitskräfte. Doch in ihren Sporttaschen hatten sie Kalaschnikows und Messer.

Die sechs hatten sich gut vorbereitet. Sie wussten offenbar, dass immer montags besonders viele Touristen hierherkommen – am Wochenende war Ab- und Abreise der Pauschalreise-Veranstalter aus Westeuropa und Fernost. Besuchergruppen aus aller Welt waren um kurz nach neun Uhr morgens schon da und ließen sich auf der Hauptempore in verschiedenen Sprachen über die Geschichte des Tempels informieren. So früh, weil es in der Mittagszeit fast unerträglich heiß wird im Tal der Könige, der Grablege der Pharaonen des Neuen Reiches.

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