Terrorchef aus Katalonien war Geheimdienst-Spitzel


Bild: Mariusmm/CC BY-SA-4.0
Dass der seit vielen Jahren bekannte radikale Islamist Abdelbaki Es Satty ungehindert eine Terrorzelle aufbauen und in Barcelona ein Massaker verüben konnte, wird nun erklärlicher

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Man muss sich nun fragen, welche Verantwortung die spanischen Sicherheitskräfte für die 15 Toten haben, die durch eine Terrorzelle in Barcelona und Cambrils im vergangenen August ermordet wurden. Denn heute hat der spanische Geheimdienst CNI zugegeben, dass der Kopf und Organisator der islamistischen Terroristen ein Zuträger des CNI in Spanien war. Der Geheimdienst hat eingeräumt, dass man mit dem Imam von Ripoll Abdelbaki Es Satty „Kontakt unterhalten“ habe. Genaueres gibt der CNI nicht bekannt, nur dass dieser Kontakt wenigstens in der Zeit bestanden habe, als der Imam zwischen 2010 und 2014 im Knast saß.

Einige Medien mit guten Kontakten in den Geheimdienst gehen aber deutlich darüber hinaus und berichten wie okdiario davon, dass der Imam auch noch zum Zeitpunkt des ersten Anschlags auf den Ramblas von Barcelona Geheimdienstspitzel war und Geld aus den geheimen Spezialfonds erhielt. Es sei „normal, zur Gewinnung von Information im Kampf gegen den Terrorismus die zu kontaktieren, die sie haben können“, zitiert wiederum El País Geheimdienstquellen. Das sei das übliche Vorgehen.

Üblich scheint in Spanien also auch zu sein, das hat das große islamistische Massaker mit 191 Toten 2004 in Madrid gezeigt, dass die Sicherheitskräfte in die Anschläge verwickelt sind. Und sei es nur darüber, dass man den zweifelhaften Imam, der seit 2003 als radikaler Islamist den spanischen Sicherheitskräften bekannt war, nicht überwacht hat und vielleicht nur abzuschöpfen versucht hat. Man kann aber sogar annehmen, dass Es Satty sogar geschützt wurde. Denn nur so wird verständlich, warum man jede Information über die Vergangenheit der Regionalpolizei Mossos d’Esquadra vorenthalten hat.

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