Feilschen um die Brexit-Beute


Frankfurt am Main hätte gern die Bankenaufsicht, die aus London wegmuss. Die Stadt versucht, mit ihrer Finanzkraft zu punkten.Foto: Boris Roessler, dpa
In der Europäischen Union wird wie auf dem Basar über den Standort von zwei Behörden gestritten. Deutschland bewirbt sich um beide.

Von Markus Grabitz | DER TAGESSPIEGEL

An diesem Montag gibt es zur Abwechslung etwas zu gewinnen beim Brexit, der ja gemeinhin als Verlierer-Thema gilt. Zumindest für die Mitgliedsländer der künftigen EU der 27. Dann nämlich fällt die Entscheidung, welche Länder den Zuschlag bekommen für die beiden EU-Agenturen, die noch im Vereinigten Königreich ansässig sind, aber spätestens bis zum Austritt des Landes aus der EU auf den Kontinent umziehen müssen. Es geht um die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und um die Arzneimittelbehörde (EMA). Die EBA hat 189 Mitarbeiter, die EMA sogar 890. Abgestimmt wird in der Sitzung des Rates für Allgemeine Angelegenheiten. Stimmberechtigt sind 27 Vertreter aus allen EU-Hauptstädten außer London. Das Vereinigte Königreich darf nicht mehr mitstimmen.

Die Mitgliedsländer reißen sich geradezu um die Agenturen. Es geht nicht nur um die Ansiedlung von Behörden mit hochkarätigen Jobs. Auch die Aussicht lockt, spätestens ab 2019 für die EU-Gemeinde internationale Kongresse und Konferenzen durchführen zu können. Deutschland bewirbt sich gleich um beide Agenturen. Die Arzneimittelagentur soll nach Bonn gehen, Frankfurt hätte gern die Bankenaufsicht. Frankfurt hat bei seiner Bewerbung mit dem Pfund gewuchert, die wichtigste EU-Finanzhauptstadt auf dem Festland zu sein.

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