RBB-Doku über Wolfgang Schnur: Verraten und verkauft


Am Ende: Wolfgang Schnur im März 1990 im Krankenhaus, wenige Tage nach Bekanntwerden seiner Stasi-Spitzeleien. Es ist das Aus für…Foto: rbb/Alexander Kobylinski
Tief in einer Parallelwelt: Eine RBB-Doku zeigt das doppelte Leben des Stasi-Spitzels Wolfgang Schnur.

Von Michel Graupner | DER TAGESSPIEGEL

Die Rollen in einer Diktatur sind in der Regel klar verteilt. Es gibt die, die das System unterstützen – aktiv oder passiv – und die, die es ablehnen. Und es gibt einige Wenige, die auf beiden Seiten zu finden sind. Es sind die Janusgesichter der Diktatur. Ein solches war der Rechtsanwalt, DDR-Oppositionspolitiker und Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit Wolfgang Schnur.

Als Schnurs Doppelköpfigkeit am 8. März 1990 auffliegt, können es seine engsten Mitstreiter in der DDR-Oppositionsgruppe des Demokratischen Aufbruchs nicht glauben. Das könne nur eine Intrige der Stasi sein, meinen ehemalige Mandanten. Tage zuvor war Schnur noch mit Helmut Kohl in Erfurt vor über 100 000 Menschen im Wahlkampf zur Volkskammer aufgetreten. Er schien der kommende Mann der DDR, vielleicht sogar ihr erster demokratisch gewählter Ministerpräsident.

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