Fundamentalismus: Wenn Schüler mit Religiosität provozieren wollen

Islamismus als Provokation: Viele muslimische Schüler setzen auf die einfachen Weltbilder der Salafisten – auch um gegen Lehrer und Eltern zu rebellieren. | © Symbolfoto: picture alliance
Vertreter von Schulen und Jugendeinrichtungen diskutieren über den Umgang mit radikalen Einstellungen – vor allem im Islam

Von Ansgar Mönter | Neue Westfälische

Muslimische Schüler, die den Unterricht für ihr Gebet verlassen wollen, muslimische und christliche Schülerinnen, die nicht am Sport- oder Schwimmunterricht teilnehmen wollen oder andere Konflikte mit radikalen religiösen Einstellungen haben längst Bielefelds Schulen erreicht.

Lehrer und Schulleitungen haben oftmals ein Problem, adäquat damit umzugehen, also einerseits die Regeln einzufordern und anderseits nicht auf eine Provokation hereinzufallen.

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„Ich habe mit dem Begriff ‚Glauben‘ ein Problem“

© Bild: privat/katholisch.de
Alexander Waschkau ist Atheist, Eduard Habsburg-Lothringen Katholik – und beide sind gute Freunde. Für das letzte „Glaubensgespräch“ haben sie sich darüber unterhalten, was ihnen im Leben Kraft gibt.

Von Johanna Heckeley | katholisch.de

Für den letzten Teil der Serie „Glaubensgespräche“ diskutieren der Atheist Alexander Waschkau (41) und der Katholik Eduard von Habsburg-Lothringen (50) miteinander. Der Hamburger Psychologe und der Botschafter Ungarns beim Heiligen Stuhl haben sich über den Podcast „Hoaxilla“ von Alexander Waschkau und seiner Frau Alexa kennengelernt, über den sie Diskussionen führten. Seit fast vier Jahren machen sie selbst gemeinsam Podcasts zum Thema „Glaubenssache. Atheismus und Katholizismus im Diskurs“. Das sechste Glaubensgespräch findet, wegen der großen Entfernung, über Skype statt. Schon vor der ersten Frage entspinnt sich eine lebhafte Diskussion.

Eduard Habsburg-Lothringen: Unsere gemeinsame Theorie ist, dass, obwohl der eine glaubt und der andere nicht, Alexander und ich in unseren Grundprinzipien sehr nahe sind.

Frage: Woran glauben Sie denn?

Habsburg-Lothringen: Ich glaube, dass es einen Gott gibt, der nicht nur die ganze Welt, sondern auch mich erschaffen hat, der mich schrecklich gern hat und sehr gut kennt. Ich glaube also an eine persönliche Beziehung zu jemandem, mit dem man sein Leben verbringen kann. Das hat natürlich Konsequenzen für meinen Alltag und mein Verhalten, denn ich muss meinen Glauben leben, sodass es für andere spürbar ist. Ich versuche also, andere Menschen zu lieben, so gut ich kann, weil ich als Christ glaube, dass Gott das von mir möchte.

Alexander Waschkau: Ich habe mit dem Begriff „Glauben“ ein Problem und würde die Frage für mich umformulieren: Ich bin der Überzeugung, dass es keine höhere Macht gibt, die auf irgendeine Weise in einer Beziehung zu mir oder anderen Menschen steht. Zeitgleich bin ich der Überzeugung, dass die Menschheit insgesamt besser funktionieren würde, wenn wir alle humanistische Grundprinzipien annähmen. Wenn ich zu jedem Menschen, dem ich begegne, gut wäre, und er mir gegenüber auch gut wäre, hätten wir das Paradies auf Erden, um diesen religiösen Begriff zu entlehnen. Wenn alle Menschen humanistischen Grundprinzipien anhängen würden, bräuchten wir nicht unbedingt eine Religion. Es gibt Elemente der Religion, die dem Humanismus sehr nahe kommen, wie die Zehn Gebote. Weiter kondensiert wäre das der Kategorische Imperativ von Immanuel Kant, also nur nach der Maxime zu handeln, die jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte. Man muss also nicht gläubig sein, um die Zehn Gebote als gute Vorgaben zu sehen. Wenn sich alle an sie hielten, wären wir auch schon ein Stück weiter.

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Flüchtlinge verlieren Schutzstatus wegen rechtlicher Vergehen

Bild: DIE WELT
Das BAMF prüft nur selten individuell den Fortbestand der Fluchtgründe. Die 391 Aberkennungen der Schutztitel lagen überwiegend an Identitätstäuschung, Fortzug, Straftaten oder Sicherheitsgefährdung.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Für anerkannte Asylbewerber ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, ihren Schutztitel wieder zu verlieren. Spätestens drei Jahre nach der Anerkennung muss das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den Fortbestand des Fluchtgrundes überprüft haben. Gegebenenfalls wird dann der Schutztitel zurückgenommenetwa weil sich die politische Lage im Herkunftsland entspannt hat – oder widerrufen werden, zum Beispiel weil die Verfolgungsgefahr von Anfang an vorgetäuscht wurde.

Geschieht dies nicht, erhalten die Schutzberechtigten einen Rechtsanspruch auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Nur sprachlich und wirtschaftlich gut Integrierte können ihn direkt in Anspruch nehmen, weniger gut Integrierte nach weiteren zwei Jahren – vorausgesetzt, sie sind nicht wegen einer Straftat verurteilt oder überwiegend von Transferleistungen abhängig.

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Schweiz: Verein kämpft für ein Verbot von Körperstrafen gegen Kinder

Bild: WAZ
Die Gruppe «Keine Gewalt gegen Kinder» fordert anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte vom Montag ein gesetzliches Verbot von Körperstrafen und psychischer Gewalt gegen Kinder.

Neue Zürcher Zeitung

Die Gruppe gründet dazu einen Verein, der eine Petition lanciert. Konkret gefordert wird das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Ein ausdrückliches Verbot von Körperstrafen und psychische Gewalt an Kindern soll im Zivilgesetzbuch verankert werden, wie die Gruppe am Montag mitteilte.

Darüber hinaus werden Begleitmassnahmen gefordert, um der gesellschaftlichen Akzeptanz von Körperstrafen an Kindern entgegenzuwirken. Dazu gehören beispielsweise Informationen über die Rechte der Kinder sowie Beratung für gewalttätige Eltern.

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Ob das hilft? App aus Indien will mit religiösen Gesängen Porno-Sucht bekämpfen

Die App filtert das Web und zeigt statt pornografischen Inhalten beispielsweise religiöse Gesänge (Symbolbild). Foto: pixabay
Nutzer, die eine Pornoseite öffnen wollen, bekommen stattdessen religiöse Gesänge oder Ansprachen von Politikern präsentiert. Das soll das Verhalten der Menschen ändern.

futurezone.de

Ein indischer Neurologe hat eine App entwickelt, die pornografische Inhalte filtern und stattdessen religiöse Gesänge und Aussagen sowie motivierende Ansprachen bekannter Persönlichkeiten, wie Nelson Mandela oder Mahatma Ghandi, wiedergeben soll. „Porno-Sucht kann nicht behandelt werden, aber das ist ein bescheidener Versuch, das Verhalten einzelner Personen zu ändern“, erklärt Erfinder Vijay Nath Mishra gegenüber dem Guardian. Mishra unterrichtet an der indischen Universität „Banaras Hindu“ und hat die App „Har Har Mahadev“ getauft – ein hinduistisches Gebet, mit dem Gott Shiva darum gebeten wird, alles Böse der Welt zu zerstören.

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Interstellares Objekt überrascht Astronomen

Zurzeit rast ein Brocken aus dem interstellaren Raum durch das Sonnensystem © NASA
Verblüffend vertraut: Zurzeit rast ein unbekanntes interstellares Objekt durch unser Sonnensystem. Jetzt haben Astronomen die ersten Erkenntnisse über diesen fremden „Besucher“ gewonnen. Beobachtungen mit Teleskopen enthüllten, dass das Objekt unseren heimischen Asteroiden erstaunlich ähnlich ist. Möglicherweise gehörte dieser Brocken einst zu einem fremden Planetensystem und wurde aus ihm herausgeschleudert.

scinexx

Typischerweise stammen nahezu alle bekannten Objekte in unserer nahen kosmischen Umgebung aus unserem eigenen Sonnensystem. Doch am 19. Oktober 2017 entdeckte das Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii einen Brocken, für den dies nicht galt: Die Flugbahn und das hohe Tempo des A/2017 U1 getauften Objekts sprachen dafür, dass dieser Brocken aus dem interstellaren Raum stammte.

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Dein Staat, dein Feind

Foto: ap Recep Tayyip Erdogan bei einer Feier zu Ehren Atatürks, dem Gründungsvater der Türkei. Wer heute Feind und Freund der Nation ist, hat Erdogan festgelegt
Sie dienten ihrem Land, dann mussten sie vor ihm fliehen. Vier Diplomaten und Staatsbedienstete berichten über ihre Angst im Exil.

Von Ebru Tasdemir | taz.gazete.de

Das Treffen gestaltete sich schwieriger als gedacht. Einen Ort zu finden in Berlin, an dem nicht so viele Türken sind? Eine komplizierte Aufgabe. Deshalb steht der Diplomat in einem Café im Stadtteil Dahlem, unweit der Freien Universität, wartet auf seinen Kaffee und sagt: „Natürlich werde ich Ihnen alles erzählen, dieses Unrecht muss doch seinen Weg in die Öffentlichkeit finden.“

Er ist ein sichtlich nervöser schlanker Mann mit kurzen schwarzen Haaren und randloser Brille. Er lässt sich von einem Vertrauten begleiten, der sich hier in Berlin um viele Fälle wie seinen kümmert. „Natürlich dürfen Sie alles mitschreiben, aber …“ ist einer der ersten Sätze, die der geschätzt 45-Jährige mit verhaltener Stimme sagt. Name, Beruf, Alter – Angaben, die sonst gut funktionieren, um eine Person zu beschreiben, all das bittet er wegzulassen. Deshalb ist er für diesen Text der Diplomat.

Was der Diplomat erzählt: 18 Jahre lang war er im Staatsdienst der Türkei, davon fünf in einem Land im Nahen Osten. Sein Fachgebiet: Ein politisch sensibler Bereich im Umfeld der Türkei, mehr will er nicht verraten. Ob er sich ausweisen könne? Seinen grauen Diplomatenpass hat die Ausländerbehörde einbehalten, erklärt er fast entschuldigend. Er zieht ein blassgrünes Papier aus der Tasche seiner Winterjacke hervor, die Aufenthaltsgestattung für Asylbewerber. Mit dem rechten Zeigefinger überdeckt er seinen Namen, schnell verschwindet das Schriftstück wieder in der Jacke.

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„Liebe Salafisten, Hallo erstmal. Wir planen einen Schlag gegen euch, also räumt bitte auf und geht in Deckung!

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Auf Unverständnis stießen Presseberichte des „Spiegel“ und anderer Medien, wonach in Nordrhein-Westfalen ein massiver Schlag gegen die salafistische Szene geplant sei, man wolle dort gegen radikale Moscheen und Vereine vorgehen.

kath.net

Dazu schrieb der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad auf seinem Facebookauftritt sarkastisch: „Liebe Salafisten, Hallo erstmal. Wir planen einen Schlag gegen euch, also räumt bitte auf und geht in Deckung! Euer Freund und Helfer“. Der muslimische Publizist Abdel-Samad gilt als dezidierter Kritiker von radikalislamischen Vorstellungen.

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Antisemitismus: Der Beginn der Unterwerfung

Mathias Döpfner ist CEO der Axel Springer SE, zu der auch die WELT gehört Quelle: Die Welt, Andreas H. Bitesnich
Das Frankfurter Urteil, die Beförderung eines israelischen Passagiers sei für eine kuwaitische Airline nicht „zumutbar“, sorgt nur für wenig Empörung. Mich erinnert es an Auschwitz und Entebbe 1976.

Von Mathias Döpfner | DIE WELT

Ich habe den Atem angehalten. Ich wollte spüren und messen, wie lange es dauert nach dem schrecklichen Urteil von Frankfurt, in dem ein Richter es als „nicht zumutbar“ bezeichnet hat, dass Kuwait Airways einen Israeli von Frankfurt nach Bangkok transportiert. Ich wollte wissen, wie lange es dauert, bis eine grundstürzende Empörung den sonst so leicht zu empörenden medialen Raum erfüllt.

Wie schnell es geht, bis die sondierenden Parteichefs ihren seit Wochen andauernden Vorlese-Marathon von Parteiprogrammen unterbrechen, um sich zu einem wirklich wichtigen, hochpolitischen Grundsatz-Fall zu äußern. Und ich wollte wissen, ob und wann die Kanzlerin ein Machtwort spricht.

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Weltklimagipfel 2017: Eine Bilanz

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (Mitte) auf der Abschlusskonferenz zum Weltklimagipfel in Bonn © BMUB/ Sascha Hilgers
Wichtiger Zwischenschritt: Der Weltklimagipfel in Bonn hat die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens ein Stück weiter vorangebracht. Zum Abschluss der Konferenz einigten sich die Vertreter aller teilnehmenden Staaten am Samstagmorgen auf ein provisorisches Regelbuch für den Klimavertrag. Trotzdem bleiben Fragen offen – und Deutschland steht wegen seines Festhaltens an der Kohleenergie in der Kritik.

scinexx

In Bonn ist nach einer letzten langen Verhandlungsnacht am Samstagmorgen der Weltklimagipfel zu Ende gegangen. Zwölf Tage lang hatten sich Vertreter von insgesamt 196 Ländern und der EU getroffen, um über die im Pariser Abkommen vereinbarten Klimaschutzvorhaben zu sprechen – und vor allem darüber, wie man sie umsetzt. Ziel war es dabei, sich auf Prozeduren und Richtlinien für ein sogenanntes „Regelbuch“ zu einigen, das beim nächsten Klimagipfel Ende 2018 in Polen verabschiedet werden kann.

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„Besser nicht regieren“: Christian Lindners Absage im Wortlaut

APA/AFP/ODD ANDERSEN
„Wir wären gezwungen, unsere Grundsätze aufzugeben und all das wofür wir Jahre gearbeitet haben“, kritisierte der FDP-Chef den Geist des Sondierungspapiers.

Die Presse.com

„Ja meine Damen und Herren,

wir haben Stunden, Tage und Wochen miteinander gerungen, und heute am Tag länger als wir uns ursprünglich vorgenommen haben. Wir haben als Freie Demokraten in den letzten Wochen zahlreiche Angebote zum Kompromiss unterbreitet, unter anderem zu Beginn in der Steuerpolitik, in der Europapolitik, in Fragen der Einwanderung, in der Bildungspolitik. Denn wir wissen, das Politik vom Ausgleich lebt. Und mit knapp elf Prozent kann man nicht den Kurs einer ganzen Republik diktieren.

Unsere Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln zeigen wir ja übrigens auch in Regierungsbeteiligungen in den Ländern mit Union, mit SPD und mit den Grünen.

Nach Wochen liegt aber heute unverändert ein Papier mit zahllosen Widersprüchen, offenen Fragen und Zielkonflikten vor. Und dort, wo es Übereinkünfte gibt, sind diese Übereinkünfte erkauft mit viel Geld der Bürger oder mit Formelkompromissen. Wir haben gelernt, dass auch durchaus gravierende Unterschiede zwischen CDU und CSU und FDP überbrückbar gewesen wären. Da ist wieder auch eine neue politische Nähe, auch menschliche Nähe, gewachsen. Aber am heutigen Tag wurde keine Bewegung, keine neue Bewegung, keine weitere Bewegung, erreicht, sondern es wurden Rückschritte gemacht, weil auch erzielte Kompromisslinien noch einmal in Frage gestellt worden sind.

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EU proklamiert soziale Rechte und Grundsätze

Die Europäische Flagge © fdecomite auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
EU-Kommissionschef Juncker stellte es als ein Herzensanliegen dar: die so oft als bürgerfern verschriene EU sozialer zu machen. Jetzt konnte er die sogenannte Soziale Säule proklamieren. Die Arbeit am sozialen Europa soll damit erst richtig losgehen.

MiGAZIN

Die Europäische Union hat soziale Rechte und Grundsätze proklamiert, die als „Soziale Säule“ die Politik in Brüssel und den Mitgliedstaaten bestimmen sollen. Es handele sich um „eine Auflistung von Vorhaben, von Überzeugungen und von Prinzipien„, erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Freitag im schwedischen Göteborg. Dort unterschrieben er und EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani sowie der estnische Ministerpräsident Jüri Ratas als turnusmäßiger EU-Ratsvorsitzender die Proklamation. Sie umfasst drei Bereiche: Gleiche Chancen und Zugang zum Arbeitsmarkt, faire Arbeitsbedingungen sowie sozialer Schutz und Inklusion.

So werden unter anderem ein Recht auf lebenslanges Lernen und die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern festgeschrieben. Außerdem geht es etwa um die Ansprüche auf Datenschutz im Berufsleben sowie auf Auszeiten für die Pflege Angehöriger. Im letzten Bereich werden beispielsweise Rechte auf erschwingliche Gesundheitsversorgung sowie Ansprüche Obdachloser auf Unterbringung formuliert.

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Die Geschichte Bayerns ist eine Geschichte des Krieges

Votivbild eines bayerischen Soldaten, in Russland gefallen. (Foto: Bayerisches Armeemuseum)
Alleine in den beiden Weltkriegen sind wohl 700 000 bayerische Soldaten umgekommen. Und auch die Jahrhunderte zuvor waren blutig und grausam. Ein Überblick über die großen Schlachten der vergangenen 500 Jahre.

Von Vinzent-Vitus Leitgeb | Süddeutsche Zeitung

Es ging um Religion, Erbfolgen und Nationalgefühle. Es ging um mehr Rechte für Bauern und einfache Leute, um internationalen Einfluss. In den letzten 500 Jahren ist Bayern nie wirklich lange zur Ruhe gekommen. Kriege und ihre schrecklichen Folgen haben das Land und die Leute oft für Jahrzehnte gezeichnet.

Denn Frieden hieß nicht, dass gerade keine Menschen gewaltsam umkamen oder bayerische Soldaten nicht gerade irgendwo kämpften. Noch vor den Türkenkriegen sind kurfürstliche Hilfstruppen beispielsweise in Österreich im Einsatz. 1777 wurden 2400 Mann an England verkauft. Sie mussten sich kurz darauf am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beteiligen. Später waren bayerische Truppen in Griechenland eingesetzt, in den deutschen Kolonialgebieten, sie kämpften im Boxeraufstand. Zudem gab es Volksaufstände und gerade im frühen 16. Jahrhundert weitere kleine Feldzüge.

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Harvey Weinstein: Die Angst des Produzenten vor der Wahrheit

US-Filmproduzent Harvey WeinsteinFoto: AFP
Neues im Fall Harvey Weinstein: Er soll Privatdetektive auf 91 Personen angesetzt haben, die ihm gefährlich werden konnten.

Von Frederik Hanssen | DER TAGESSPIEGEL

Jetzt geht der Skandal um den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein in eine neue Runde: Die britische Zeitung „The Observer“ hat eine Liste einsehen können, auf der Weinstein etwa neun Monate vor dem Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe eigenhändig die Namen von 91 Akteuren aus der Filmbranche zusammengestellt hat, die eventuell mit Informationen über sein bis in die 1980er Jahre zurückreichendes Verhalten in die Öffentlichkeit gehen könnten.

Der 65-jährige Weinstein wollte die betreffenden Personen – 43 Männer und 48 Frauen – offensichtlich von Privatdetektiven aushorchen lassen, um zu erfahren, ob und in welcher Form sie etwas zu seinen Ungunsten aussagen wollen oder könnten. Laut „Observer“ tauchen neben sowohl die Namen von Personen aus Los Angeles und New York wie auch aus London auf. Es handelt sich um Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch um Journalisten, PR- und Vertriebs-Spezialisten, Finanzmanager oder auch andere Filmproduzenten. Gelistet sei unter anderem Weinsteins frühere Assistentin Zelda Perkins, die das Londoner Büro der Weinstein-Firma Miramax 1998 verlassen hatte, weil sie nach eigenen Angaben über mehrere Jahre sexuell von dem Produzenten belästigt worden war.

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Nordkirche hat zu wenig Frauen in Leitungsämtern

Bild: zdf
In der evangelischen Nordkirche haben immer noch die Männer das Sagen. Das Landeskirchenamt habe nur eine einzige Dezernentin, beklagte die Gleichstellungsbeauftragte Stephanie Meins vor der Landessynode (Kirchenparlament) in Lübeck-Travemünde. An der Spitze der Kirchenkreise gebe es 24 Pröpste, aber nur zehn Pröpstinnen.

evangelisch.de

Nur ein Drittel der Synodalen seien Frauen. Mit dem Gleichstellungsbericht und neuen Gesetzen ist am Sonnabend die dreitägige Landessynode zu Ende gegangen.

Dabei ist die Nordkirche weiblich geprägt. Unter den kirchlichen Beschäftigten stellten Frauen mit 74 Prozent die Mehrheit, so Meins. Rund 70 Prozent der Ehrenamtlichen seien Frauen. In den Kirchenvorständen arbeiteten 53 Prozent Frauen.

Auch die Pastorenschaft werde weiblicher: Derzeit hätten Männer mit 58 Prozent noch die Mehrheit, sagte Meins. In der Altersgruppe zwischen 52 und 57 Jahren seien Männer stark vertreten, während unter Jüngeren Frauen die Mehrheit hätten. Etwa ab 2030 würden Frauen in den Pfarrämtern spürbar die Mehrheit stellen.

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Alice Schwarzer: „Sind Muslimen Solidarität schuldig“

„Die Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak im Gespräch mit der Journalistin und Publizistin Alice Schwarzer. – Stanislav Jenis
Islamisten sind für die Feministin Alice Schwarzer die „Faschisten des 21. Jahrhunderts“. Und aufgeklärte Muslime ihre ersten Opfer. Ein Gespräch mit „Die Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak.

Von Köksal Baltaci | Die Presse.com

Von Medienkritik zu sprechen wäre angesichts der Wortwahl glatt untertrieben. Was Alice Schwarzer zur Rolle der Medien in der Debatte über den politischen Islamismus sagt, kommt beinahe einer Abrechnung gleich. Dass es sich dabei ironischerweise um ihre eigene Zunft handelt, macht ihre Aussagen umso glaubwürdiger – ist sie doch selbst Journalistin und Publizistin, gründete 1977 die Frauenzeitschrift „Emma“ und gab zahlreiche Bücher heraus. Ihre konkrete Kritik: die Nichtunterscheidung zwischen Islam und Islamismus in der öffentlichen Diskussion, die zu einem „puren Rassismus“ gegenüber Muslimen in Europa geführt habe.

„Das ist ein dunkles Kapitel der Medien, die Ursünde dieser ganzen Debatte“, betonte Schwarzer am Freitagabend im Gespräch mit „Die Presse“-Chefredakteur und -Herausgeber Rainer Nowak im Wiener Stadtkino im Künstlerhaus. Und bekam – wie noch öfter bei dieser Diskussion, einer Kooperation zwischen dem Österreichischen Integrationsfonds und der „Presse“ – Szenenapplaus. „Ich sage das in aller Gelassenheit“, fuhr sie fort, „Islamisten sind die Faschisten des 21. Jahrhunderts; ihre ersten Opfer sind aufgeklärte Muslime, denen wir Solidarität schuldig sind.“ Besonderen Schutz verdienten die Kinder von Islamisten, die teilweise schon mit elf Jahren ein Kopftuch („die Flagge des islamistischen Kreuzzuges“) tragen müssten und dadurch sexualisiert würden. „Das ist ein Skandal, diese Kinder haben ein Recht auf Schutz.“

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Papst: Hilfe für Arme als „Reisepass für das Paradies“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat Christen in aller Welt aufgerufen, mehr für die Armen zu tun.

Frankfurter Rundschau

„Auch wenn sie in den Augen der Welt wenig Ansehen genießen, so sind sie doch die, die uns den Weg zum Himmel öffnen, sie sind unser „Reisepass für das Paradies““, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einer Messe zum ersten Welttag der Armen auf dem Petersplatz in Rom. Er warnte die Gläubigen vor Gleichgültigkeit. Es sei „traurig“, wenn diese sich alleine darauf beschränkten, die Regeln zu respektieren und die Gebote zu erfüllen.

Ab sofort – alle Auftritte von Schwulen und Lesben in Ankara verboten

Die Regenbogenflagge am Donnerstag an der deutschen Botschaft in Ankara Quelle: pa/NurPhoto/Altan Gocher
In der türkischen Hauptstadt Ankara sind ab sofort alle Veranstaltungen von Schwulen, Lesben und Transsexuellen verboten. Das erklärte das Gouverneursamt. Einen Grund dafür nannte die Behörde auch.

DIE WELT

Die türkischen Behörden haben alle LGBTi-Kulturveranstaltungen in der Hauptstadt Ankara untersagt. Theater- und Filmaufführungen, Ausstellungen oder ähnliche Veranstaltungen der LGBTi (Lesben, Schwule (englisch: Gays), Bisexuelle, Transsexuelle und intersexuelle Menschen) seien bis auf weiteres in der gesamten Provinz nicht gestattet, erklärte das Gouverneursamt am Sonntag.

Als Grund nannte die Behörde unter anderem die Sicherung der öffentlichen Ordnung. Zudem könnten solche Veranstaltungen wegen „gesellschaftlicher Sensibilität“ Provokationen und Reaktionen hervorrufen.

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Aussie rocker Nick Cave says he’s in Israel because of BDS

Aussie rocker Nick Cave addresses Israeli journalists during a press conference in Tel Aviv on Sunday, November 11, 2017 (screenshot: Israel Hayom)
Ahead of two sold-out concerts in Tel Aviv, the Bad Seeds singer says he kept away for 20 years, ‚acting scared,‘ but now decided to take a stand against censorship

By Jessica Steinberg | The Times of Israel

Australian rocker Nick Cave spoke about his love for Israel and his decision to stand up against BDS at a press conference ahead of his Sunday and Monday night sold-out performances in Tel Aviv.

Cave said his connection to Israel began years ago during an initial visit.

“People speak about loving a nation, but I felt a kind of connection that I couldn’t really describe,” he said.

Cave recalled that his 1997 album “The Boatman’s Call” didn’t do well in Israel and he didn’t include Israel in that tour — both because it was thought his music wasn’t popular here, and due to the logistical complications of bringing a tour to Israel.

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