Harvey Weinstein: Die Angst des Produzenten vor der Wahrheit


US-Filmproduzent Harvey WeinsteinFoto: AFP
Neues im Fall Harvey Weinstein: Er soll Privatdetektive auf 91 Personen angesetzt haben, die ihm gefährlich werden konnten.

Von Frederik Hanssen | DER TAGESSPIEGEL

Jetzt geht der Skandal um den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein in eine neue Runde: Die britische Zeitung „The Observer“ hat eine Liste einsehen können, auf der Weinstein etwa neun Monate vor dem Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe eigenhändig die Namen von 91 Akteuren aus der Filmbranche zusammengestellt hat, die eventuell mit Informationen über sein bis in die 1980er Jahre zurückreichendes Verhalten in die Öffentlichkeit gehen könnten.

Der 65-jährige Weinstein wollte die betreffenden Personen – 43 Männer und 48 Frauen – offensichtlich von Privatdetektiven aushorchen lassen, um zu erfahren, ob und in welcher Form sie etwas zu seinen Ungunsten aussagen wollen oder könnten. Laut „Observer“ tauchen neben sowohl die Namen von Personen aus Los Angeles und New York wie auch aus London auf. Es handelt sich um Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch um Journalisten, PR- und Vertriebs-Spezialisten, Finanzmanager oder auch andere Filmproduzenten. Gelistet sei unter anderem Weinsteins frühere Assistentin Zelda Perkins, die das Londoner Büro der Weinstein-Firma Miramax 1998 verlassen hatte, weil sie nach eigenen Angaben über mehrere Jahre sexuell von dem Produzenten belästigt worden war.

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