Für Schlepper wie Ali ist Menschenschmuggel ein Businessmodell

Schleuser Ali sagt: „Klar mach ich das nicht für umsonst. Ich biete meine Dienste an für einen gewissen Betrag“ Quelle: ZDF und Klaus Nedergaard
Für 1000 Dollar nach Deutschland: Die TV-Dokumentation „Menschenschmuggler“ zeigt genau, wie das Geschäft mit den Flüchtlingen läuft. Und wie Europas Politik mit ihren Maßnahmen im Mittelmeer den Schleppern sogar hilft.

Von Thomas Schmoll | DIE WELT

Der Mann, der als Ali vorgestellt wird, präsentiert sich als Humanist. „Mein Hauptgrund, das zu tun, ist, syrischen Leuten zu helfen, die gezwungen wurden, ihr Haus, ihr Hab und Gut zu verlassen.“ Dass die Betroffenen auch einen Batzen Geld an ihn zahlen, damit der selbst ernannte Menschenfreund sein Werk verrichten kann, verschweigt er zwar nicht. Es klingt aber so, als käme er mit Mühe auf seine Unkosten: „Klar mach ich das nicht für umsonst. Ich biete meine Dienste an für einen gewissen Betrag.“

Danach strickt der 25-Jährige sein Märchen von Super-Ali, der nur Gutes tut, weiter: „Mir ist wichtig, dass ich niemanden ausbeute. Ich nehme 1000 Dollar. Und diese 1000 Dollar machen ein Menschenleben besser.“

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„Ein Populist ist ein Gegner der Demokratie“

Anhänger der populistischen Pegida-Bewegung demonstrieren mit der Parole „Wir sind das Volk“. ©dpa
Populisten nehmen für sich in Anspruch, den wahren Willen des Volkes erkannt zu haben. Es gibt aber weder ein homogenes Volk, noch die absolute Wahrheit. Zwei Wege sind hilfreich als Rezept gegen Populismus. Ein Gastbeitrag.

Von Andreas Vosskuhle | Frankfurter Allgemeine

Populismus ist das politische Schlagwort der Stunde. Allein in diesem Jahr sind bereits an die dreißig Bücher zu diesem Thema erschienen. Auch die Anzahl der Aufsätze und Zeitungsartikel ist längst unüberschaubar geworden. Dabei wird der Populismus nicht nur fleißig analysiert und heftig gegeißelt, er wird auch als notwendiger Weckruf begrüßt, ja gar als Jungbrunnen der partizipativen Demokratie gefeiert. Nicht jeder politischen Rhetorik, die an „Kopf und Herz“ appelliere, hafte auch gleich das Odium des Antidemokratischen und Illiberalen an. Ein durch Institutionen und rechtliche Rahmenbedingungen „gezähmter“ Populismus könne daher einen Ausweg aus der postdemokratischen Erstarrung bieten (Chantal Mouffe). Und der rechtspolitische Kolumnist der „Süddeutschen Zeitung“, Heribert Prantl, hat jüngst sogar eine provokative „Gebrauchsanweisung für Populisten“ geschrieben; für demokratische Populisten wohlgemerkt.

Sollten wir nicht vor diesem Hintergrund den Populismus-Vorwurf als politisches Kampfinstrument entsorgen und uns Ralf Dahrendorf anschließen, dem zufolge „des einen Populismus des anderen Demokratie und umgekehrt“? Ich meine: nein. Der Populist ist bei genauerer Betrachtung nicht „lediglich ein ungeschminkter Demokrat“, wie auch Botho Strauß meint, sondern ein Gegner der Demokratie.

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WDR proudly presents BDS

Knarre statt Gitarre? Musiker Roger Waters ©imago

Wie mit Rundfunkgebühren der Israelboykott von Roger Waters popularisiert wird

Von Michael Wuliger | Jüdische Allgemeine

Der nächste Nahostkrieg steht vor der Tür. Die vom Iran als Filialunternehmen betriebene libanesische Hisbollah rüstet zum Waffengang gegen Israel – so eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Einschätzung von zwölf ehemaligen ranghohen (nichtisraelischen) Generälen, unter ihnen der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann.

Die schiitische Terrormiliz, die laut dem Bericht faktisch die Kontrolle über den Sicherheitsapparat des Libanon ausübt, hat 25.000 Mann unter Waffen und besitzt inzwischen mehr als 100.000 Raketen, zum Teil mit Reichweiten von bis zu 250 Kilometer. Nach 1948, 1967 und 1973 steht also unter Umständen der vierte Krieg mit dem erklärten Ziel an, Israel zu vernichten.

Die Begleitmusik dazu kommt vom Westdeutschen Rundfunk (WDR). Der größte ARD-Sender präsentiert im kommenden Juni in Köln ein großes Konzert mit Roger Waters. Das ist nicht bloß ein Gig. Es ist ein politisches Statement. Waters, vom WDR als »Weltverbesserer« angekündigt, macht seit Jahren weniger als Musiker, sondern vor allem als antizionistischer Aktivist Schlagzeilen.

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Frankreichs Premier verbietet Gender-Schreibweisen

Vive la France! Premierminister Édouard Philippe schreitet gegen einige besonders absurde Auswüchse der genderneutralen Schreibweise ein Quelle: AFP
Ein Kulturkampf: Schwer lesbare „genderneutrale“ Schreibweisen von Wörtern gibt es auch in Frankreich. Jetzt hat der Pariser Regierungschef es seinen Beamten untersagt, diese Schreibungen zu benutzen.

Von Matthias Heine | DIE WELT

33 Jahre sind vergangen, seitdem die Linguistin Luise F. Pusch ihr weg- und irrwegweisendes Buch über „Das Deutsche als Männersprache“ veröffentlicht hat. Seitdem kämpfen Feministinnen und Feministen darum, unserer Muttersprache ihre Männlichkeit auszutreiben.

Grafische Mittel, mit denen angezeigt werden soll, dass mit einem Substantiv Frauen und Männer gemeint sind, gibt es mittlerweile verschiedene. Die bekanntesten sind die mit dem Binnen-I („ProfessorIn“) oder mit dem Schrägstrich („Professorin/Professor“).

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Putin fordert von Industrie schnelle Umstellung auf militärische Produktion

Der immer etwas leidende aussehende Präsident beim Treffen mit Vertretern der russischen militärisch-industriellen Komplexes. Bild: Kreml
Der russische Präsident will mit der Mobilisierung der großen Unternehmen die Lehre aus der großen Militärübung Zapad ziehen: Sieht sich Russland unmittelbar bedroht?

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der russische Präsident Wladimir Putin will vor den Wahlen im kommenden Jahr offenbar noch schnell seinen Wiederaufstieg von einer Regionalmacht, wie Barack Obama Russland genannt hatte, zu einer auch im Ausland militärisch operierenden Weltmacht mit einem Erfolg der Intervention in Syrien krönen. Ob Putin wieder zur Präsidentschaftswahl antreten wird, hat er noch offen gelassen, es wird allerdings von allen vermutet. Währenddessen scheint der Einfluss auf die beiden separatistischen Volksrepubliken zu zerfallen. In Lugansk sind Konflikte ausgebrochen, gefordert wird eine Vereinigung der beiden „Volksrepubliken“.

Zusammen mit dem iranischen und dem türkischen Präsidenten sucht Putin, der sich zuvor mit dem syrischen Präsidenten Assad in Sotchi getroffen hatte, gegenüber den amerikanischen und saudischen Interessen die Kontrolle über Syrien zu sichern – aber durchaus in weitgespannten diplomatischen Absprachen. In einer gemeinsamen Erklärung wird versichert, dass die militärische Niederschlagung des IS und anderer Terrorgruppen und die Einrichtung von Waffenstillstandszonen die Möglichkeit einer Normalisierung schaffe, um daraus durch einen Nationalen Dialog mit Einbezug großer Teile der Opposition eine politische Nachkriegsordnung zu entwickeln, in der Assad wohl weiter an der Macht bleiben wird. Vom Libanon war dabei zumindest nach außenhin nicht die Rede, wo sich möglicherweise der nächste Konflikt zusammenbraut („Friedensfürst“ Donald Trump: Der große Plan mit Saudi-Arabien und Israel).

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Diabetes: Insulingel statt Spritze?

Dank eines intelligenten Gels wird aus kleinen Kathetern nur dann Insulin freigesetzt, wenn der Blutzuckerspiegel es erforderlich macht. © Matsumoto et al./ Sci. Adv. 2017
Spritze überflüssig: Forscher haben ein intelligentes Gel entwickelt, das Blutzucker-Sensor und Insulin-Injektor in einem ist. Der Clou: Das Gel ändert je nach Glucose-Spiegel seine Eigenschaften. Dadurch setzt es über einen kleinen Katheter nur dann Insulin im Körper frei, wenn die Blutzuckerwerte entsprechend hoch steigen. Bei Versuchen mit zuckerkranken Mäusen hat sich die Methode bereits bewährt, wie das Team berichtet.

scinexx

Patienten mit Diabetes Typ 1 und starkem Diabetes Typ 2 müssen regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel messen und sich dann eine bestimmte Menge Insulin spritzen. Normalerweise übernehmen die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse diese Aufgabe. Diese arbeiten bei Zuckerkranken jedoch nicht mehr richtig. Deshalb müssen sie selbst im Blick behalten, wie sich ihr Blutzuckerspiegel verhält – und gegebenenfalls mit der richtigen Dosis des regulierenden Stoffs reagieren.

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Sollen Kirchenglocken mit Nazi-Symbolen weiterläuten?

Ein Kirchenturm © H. Füller @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
In der Herxheimer Jakobskirche wird seit über 80 Jahren eine Glocke geläutet, die ein Hakenkreuz trägt. Das hat jetzt eine kontroverse Diskussion ausgelöst. In vielen Kirchengemeinden Deutschlands wird darüber gestritten, ob Glocken aus der NS-Zeit ersetzt werden sollen.

Von Martina Schwager | MiGAZIN

Eine Kirchenglocke mit Nazisymbolen in einem pfälzischen 750-Einwohner-Dorf hat den Stein ins Rollen gebracht: In Herxheim am Berg wird seit mehr als 80 Jahren in der evangelischen Jakobskirche eine Glocke geläutet, die ein Hakenkreuz trägt. Sie trägt die Inschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“. Obwohl viele Gemeindemitglieder von ihr wussten, wird erst seit einigen Monaten kontrovers diskutiert. Die Medien wurden aufmerksam. Der Bürgermeister trat nach zumindest missverständlichen Äußerungen in einer Fernsehsendung zurück.

In der Folge begannen immer mehr Landeskirchen nach Relikten aus der NS-Zeit in den Glockentürmen ihrer Kirchen zu fahnden. Ergebnis: Es sind nur wenige, aber es gibt sie noch, unter anderem in Niedersachsen – in Schweringen bei Nienburg und in Faßberg bei Celle – sowie im saarländischen Hanweiler. Die betreffenden Kirchenvorstände oder wie in Herxheim die politische Gemeinde haben die Glocken vorerst stillgelegt. Pro und Kontra zum Weiterläuten der Glocken mit Nazisymbolen:

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Religion und republikanischer Staat

Bild: bb
Ein grelles Schlaglicht auf die Bewusstseinslage in Sachen Staat und Religion wirft die Debatte über die Äußerungen des AfD-Politiker Albrecht Glaser, dem von den anderen Fraktionen des Bundestages das Amt des Alterspräsidenten verweigert wurde, weil er „dem Islam die Religionsfreiheit absprechen“ wolle. Man darf wohl konstatieren, dass der Mangel an Sachkenntnis in dieser immerhin parlamentarischen Debatte allenfalls von ihrer Peinlichkeit überboten wurde, was nichts damit zu tun hat, wie man zur Person Glaser stehen mag.

Von Udo Endruscheit | hpd.de

Nicht weniger Anlass zu einer Reflexion dieser Bewusstseinslage lieferte die Rede, die die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zum Reformationsjubiläum am 31.10.2017 gehalten hat (der hpd berichtete höchst zutreffend unter dem Titel „Religiöse Marmelade„). Dabei geht es im Besonderen um die Passage:

„Die (staatliche) Beteiligung an der Vorbereitung und Durchführung des Reformationsjubiläums war und ist Ausdruck unseres Bestrebens, über dieses Jubiläum hinaus auch allgemein ein reiches und lebendiges religiöses Leben in Deutschland zu ermöglichen. Dabei gilt der verfassungsrechtliche Schutz der Glaubens- und Bekenntnisfreiheit sowie der ungestörten Religionsausübung für alle Gläubigen und jede Religionsgemeinschaft.“

Deutliche Indizien dafür, dass sich in Bezug auf das Verhältnis Demokratie / Republik / Religion inzwischen so erstaunliche Ansichten verfestigt haben, dass es einer Selbstvergewisserung bedarf.

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Vatikan: Papst soll Jesuiten Teilhard rehabilitieren

Pierre Teilhard de Chardin (1955). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 Archives des jésuites de France

Pierre Teilhard de Chardin wollte zwischen Theologie und Naturwissenschaften vermitteln. Doch die Kirche verurteilte seine Werke. Jetzt richtet seine eigene Behörde einen Appell an Papst Franziskus.

katholisch.de

Seine eigene Behörde appelliert an Papst Franziskus, den französischen Jesuiten Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) zu rehabilitieren, vor dessen Schriften der Vatikan 1962 wegen „schwerer Irrtümer“ und Abweichungen von der kirchlichen Lehre gewarnt hatte. Der päpstliche Kulturrat verabschiedete während seiner Vollversammlung in Rom am Samstag eine Petition, die sich für eine Aufhebung dieser Rüge (Monitum) des Heiligen Offiziums ausspricht, wie das Internetportal „Vatican Insider“ am Mittwoch berichtete. Die Petition soll Franziskus in den kommenden Tagen überreicht werden. Dem päpstlichen Kulturrat gehören rund ein Dutzend Kardinäle und Bischöfe aus aller Welt an. Präsident des Rates ist der italienische Kurienkardinal Gianfranco Ravasi.

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Aufklärung und Kulturrelativismus vertragen sich nicht

Bassam Tibi, im Dezember 2016 bei den 44. Römerberggesprächen im Chagall-Saal in Frankfurt am Main. Bild: wikipedia.org/CC-BY-SA 4.0

Progressive spielen den Islamisten in die Hände, ohne es zu merken. Wer das behauptet, ist nicht islamophob. Ein Beitrag zur Debatte.

Von Bassam Tibi | Neue Zürcher Zeitung

In seinem Grundsatz-Essay «Die Barbaren, sie lauern überall» hat Feuilletonchef René Scheu das heute florierende geistig-hegemoniale Bündnis sogenannter «Progressiver» mit Dritte-Welt-Propheten einer rationalen Kritik unterzogen. Seine Hauptthese: Sie beide setzen durch einen Kulturrelativismus das Erbe von Vernunft und Aufklärung wider Willen aufs Spiel.

Der St. Galler Philosophieprofessor Dieter Thomä widersprach in einer geharnischten Replik, in der er Scheus Kritik an den «Progressiven» zurückweist. Dabei erhebt Thomä den Vorwurf, Scheu wolle die Aufklärung verteidigen, aber sein Beitrag unterbiete sie sogar entschieden, weil er nicht bedenke, dass auch die Aufklärer auf ihre Weise progressiv dachten. In beiden Texten geht es – direkt und indirekt – um den weissen Mann als Symbol des europäischen Denkens. Sind Aufklärung und Vernunft sein Verdienst und sein Privileg – oder sind sie seine Anmassung? Ich bin ein gelbhäutiger muslimischer Westasiate aus Damaskus und möchte in diesen Disput eingreifen.

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Neutrinos: Die Erde schluckt sie doch!

Der IceCube Detektor in der Antarktis hat erstmals nachgewiesen, dass Neutrinos mit sehr hohen Energien teilweise von der Erde absorbiert werden. © IceCube Collaboration
Neutrinos können Materie nicht ungehindert passieren: Erstmals belegen Messungen des IceCube-Detektors, dass ein Teil dieser „Geisterteilchen“ von der Erde absorbiert wird. Je höher die Energie der Neutrinos ist, desto weniger von ihnen schaffen die Passage durch unseren Planeten, wie die Physiker im Fachmagazin „Nature“ berichten. Dieses Verhalten entspricht dem, was das Standardmodell der Physik für diese Teilchen vorhersagt – und widerspricht Spekulationen über eine neue Physik.

scinexx

Neutrinos gelten als „Geisterteilchen“: Denn diese Elementarteilchen besitzen fast keine Masse und gehen nur äußerst selten eine Wechselwirkung mit anderer Materie ein. In jeder Sekunde rasen 100 Billionen Neutrinos durch unseren Körper, ohne dass wir dies spüren. Sie entstehen unter anderem in der Sonne, beim radioaktiven Zerfall von Elementen, aber auch bei kosmischen Ereignissen wie Supernovae oder Gammastrahlen-Ausbrüchen.

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Illegale Ausreise kein Anerkennungsgrund als Flüchtling

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die illegale Ausreise aus Syrien reicht nicht aus, um in Deutschland als Flüchtling anerkannt zu werden. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Im Falle einer Rückkehr drohe keine politische Verfolgung. In erster Instanz hatte das Gericht anders entschieden.

MiGAZIN

Für die Anerkennung als Flüchtling in Deutschland reicht einem Gericht zufolge die illegale Ausreise aus Syrien nicht aus. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) bestätigte am Mittwoch in einem Berufungsverfahren eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, wonach eine wegen des Bürgerkriegs geflohene Syrerin, die in ihrer Heimat nicht individuell verfolgt worden ist, in der Bundesrepublik lediglich sogenannten subsidiären Schutz beanspruchen kann. Eine Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft komme in diesen Fällen nicht in Betracht, so die Richter. (OVG 3 B 12.17)

Zur Begründung hieß es, illegal ausgereiste Syrer, die in Deutschland Asyl beantragt haben, hätten bei einer möglichen Rückkehr in ihre Heimat „nicht mit der erforderlichen beachtlichen Wahrscheinlichkeit“ politische Verfolgung zu befürchten. Damit habe sich das OVG der mehrheitlich vertretenen obergerichtlichen Rechtsprechung anderer Bundesländer angeschlossen.

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Sonneborn legt Wahlprüfungsbeschwerde ein

Grafik: TP
Die PARTEI will die Bundestagswahl wegen der Fünf-Prozent-Hürde annullieren lassen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Martin Sonneborn, der Gründer der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (PARTEI) will das Ergebnis der Bundestagswahl vom 24. September über eine Wahlprüfungsbeschwerde annullieren lassen. Die Partei begründet dieses Rechtsmittel mit der bei dieser Wahl angewendeten Fünfprozenthürde, die sie als „demokratietheoretisch nicht mehr zu rechtfertigende [….] Verzerrung des Wählerwillens“ ablehnt.

Konkret stört die PARTEI, dass die Stimmen der Wähler kleinerer Gruppierungen, die unter der Fünf-Prozent-Hürde blieben, indirekt „die Etablierten“ stärken. Viele Wähler wählt seinen Worten nach „deshalb erst gar nicht“. Im Europäischen Parlament, wo bei der letzten Wahl nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. Freie Wähler und Co. Jubeln) auch für die in Deutschland antretenden Parteien keine Fünf-Prozent-Hürde galt und wo man sich „für politische Vorhaben eine breitere Basis über alle Fraktionen hinweg“ sucht, läuft es seiner Wahrnehmung nach aktuell besser als in Deutschland, wo die Bildung einer Regierungskoalition gerade gescheitert ist. Hätte bei der Bundestagswahl ein ähnliches Wahlrecht wie bei der letzten Europawahl gegolten, dann hätte die PARTEI Sonneborns Ausführungen nach „jetzt sieben Sitze im Bundestag und könnte eine Minderheitsregierung stellen“.

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Bundesregierung will IS-Kinder nach Deutschland holen

Zeichen des Endes der IS-Herrschaft in al-Hawidscha im Norden des Irak (Foto: REUTERS)
  • Die Bundesregierung will die Kinder von deutschen Kämpfern und Anhängern des sogenannten Islamischen Staates zurück nach Deutschland holen.
  • Derzeit sitzen mindestens ein halbes Dutzend deutscher Minderjähriger in Haftanstalten und Verhörzentren im Irak. Die meisten von ihnen sind Klein- und Kleinstkinder.
  • Das Auswärtige Amt begründet die Entscheidung mit humanitären Erwägungen und der Schutzpflicht für die eigenen Staatsbürger.

Von Georg Mascolo | Süddeutsche Zeitung

Die Bundesregierung bemüht sich darum, die Kinder von deutschen Kämpfern und Anhängern des sogenannten Islamischen Staates in die Heimat ausfliegen zu lassen. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR haben sich Diplomaten des Auswärtigen Amtes an die irakische Regierung gewandt und darum gebeten, eine Ausreisegenehmigung für die Kinder von deutschen IS-Angehörigen zu erteilen. Eine Antwort soll bisher nicht ergangen sein.

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Gülen-Anhänger fliehen verzweifelt vor Erdogans «Säuberungswelle»

Erdogan-kritische Demonstration in London: 668 Babys sind nach Angaben türkischer Aktivisten zurzeit mit ihren Müttern in Haft, weil den Müttern Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen werden. (Bild: Dinendra Haria)
Ein Leichenfund in der griechischen Ägäis gibt Rätsel auf. Es könnte sich um eine türkische Lehrerfamilie handeln, die der Gülen-Bewegung nahestand.

Von Marco Kauffmann Bossart | Neue Zürcher Zeitung

In der ersten Novemberhälfte sind an der Nordostküste von Lesbos innerhalb weniger Tage drei Kinderleichen angeschwemmt worden. Die Polizei auf der griechischen Ägäisinsel vermutete, dass die drei bei der Überfahrt aus der Türkei ertranken. Auf griechischen und türkischen Nachrichtenportalen sowie in den sozialen Netzwerken wird jetzt spekuliert, die Opfer gehörten zu einer türkischen Lehrerfamilie, die sich aus politischen Gründen zur Flucht gezwungen sah.

Hetzjagd gegen Hizmet-Bewegung

Auf ihrem Weg nach Europa starben in den vergangenen Jahren Hunderte von Migranten und Kriegsflüchtlingen aus Syrien, Afghanistan oder Iran zwischen dem türkischen Festland und den gegenüberliegenden Ägäisinseln. Nun muss aber befürchtet werden, dass die von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angeordnete «Säuberungswelle» im Bildungswesen einem siebenjährigen Mädchen sowie seinen zehn- und dreizehnjährigen Geschwistern das Leben gekostet hat. Klarheit dürfte erst die gerichtsmedizinische Untersuchung bringen, die allem Anschein nach noch nicht abgeschlossen ist.

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Leiterin von Planned Parenthood Schweiz bei Konferenz im Vatikan

Quelle: digitaljournal.com
An der Konferenz zu ethischen und medizinischen Fragen am Lebensende nahm auch der Vorsitzende des Niederländischen Ärzteverbandes teil, der Euthanasie befürwortet.

kath.net

Die Päpstliche Akademie für das Leben war Mitveranstalterin einer Konferenz, an der mehrere Personen als Redner auftraten, die der kirchlichen Position zum Lebensschutz widersprechen, darunter die Präsidentin des Planned Parenthood-Ablegers der Schweiz und der Direktor des Königlich Niederländischen Ärzteverbandes.

Der Weltärztebund WMA (World Medical Association) hielt gemeinsam mit der deutschen Bundesärztekammer und der Päpstlichen Akademie für das Leben von 16. bis 17. November eine Konferenz über Fragen am Ende des Lebens ab. Tagungsort war die Aula vecchia del Sinodo im Vatikan.

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Auf dem Smartphone stösst Religion an ihre Grenzen

Gott goes mobile: «Reformiert fromm sein», lautet der Slogan der App «from…». SRF
Von «gut gemeint» bis «peinlich»: Viele Religions-Apps trivialisieren die Religion oder sind überfordert, den richtigen Ton zu treffen. Wir haben drei Apps getestet – je eine für Reformierte, Katholiken und Muslime.

Von Raphael Rauch | SRF

Wer im App-Store nach Religion sucht, findet alles: Von trivialen Spielen à la «Finde den Protz-Bischof» über Papst-Emojis bis hin zu Dating-Apps mit konfessioneller Klientel. Fest steht: Sinnsuche steht bei den meisten Apps nicht im Vordergrund. Drei Beispiele unter der Lupe.

1. «fromm…»: Ein netter Versuch

Das Positive vorweg: Der Reformierte Bund hat sich, zusammen mit der reformierten Kirche Zürich, um eine App bemüht. «Reformiert fromm sein», lautet der Slogan. Die App bietet etwa Bilder an, die Momente «des Innehaltens und der Verwirrung» sein sollen.

Irritierend auch die Rubrik «Glaubensfragen heute»: «Wird es ein Jüngstes Gericht geben?» Wird sich die Generation Smartphone tatsächlich mit solchen Fragen herumschlagen? Und allen Ernstes findet sich auch die Frage: «Ist Krankheit die Strafe für Sünden?» Die Antwort: «Ja, wenn ich unvernünftig lebe. Nein, wenn ich dabei an Gott denke. Er will mein Heil, selbst wenn Heilung nicht mehr denkbar ist.»

Fazit: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Immerhin ist die App kostenlos und beinhaltet einige Anregungen zum Nachdenken.

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Chinesischer Roboter besteht weltweit erstmals Zulassungsprüfung für Mediziner

Roboter Xiaoyi. Bild: iFlytek
Der mit viel Wissen gefütterte Roboter soll ab nächstem Jahr bei der Diagnose und der Ausbildung von Ärzten helfen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Vor einigen Tagen meldete China Daily, dass ein chinesischer Roboter weltweit als erster die nationale Medizinprüfung bestanden habe. Das ist ein wichtiger Test, der bestanden werden muss, um in China als Arzt anerkannt zu werden. Die Fragen ändern sich jährlich.

Der Roboter mit dem Namen Xiaoyi wurde von der chinesischen KI-Firma iFlyTek, die zunächst auf Stimmerkennung und digitale Assistenten spezialisiert war, entwickelt und mit einem KI-System ausgestattet. Den schriftlichen Test absolvierte der Roboter mit 456 Punkten, 96 Punkte mehr als erforderlich. Dazu hatten die Wissenschaftler den Roboter mit den Inhalten von 53 medizinischen Lehrbüchern, 2 Millionen medizinischen Aufzeichnungen und 400.000 medizinischen Texten und Berichten gefüttert.

Er soll aber nicht nur theoretisches Wissen besitzen und medizinische Fragen beantworten können, sondern soll auch klinische Erfahrungen und Falldiagnosen von Medizinexperten gelernt haben. Eingesetzt werden soll er, um automatisch Daten eines Patienten zu erfassen und auszuwerten, um eine erste Diagnose zu machen. Er soll so Ärzten helfen, effizienter zu arbeiten und Risiken zu vermeiden, indem sie Vorschläge angeboten bekommen.

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Flat Earthers Are Shooting a Guy 2,000 Feet in the Air in a Homemade Rocket

Image: Mad Mike/Facebook
„Mad Mike” Hughes is a former NASCAR crew chief, denier of science, and daredevil. This weekend he will launch himself over a mile in a homemade rocket.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

„Mad Mike” Hughes doesn’t believe in science, but that hasn’t stopped him from building a rocket from scrap metal in his spare time. On Saturday, Hughes will launch himself on his homemade rocket in an attempt to up his cred as a daredevil. But as you can see from the logo on the rocket, it is also a major publicity stunt for a group called Research Flat Earth, which funded almost half the cost of the rocket. Hughes expects to reach an altitude of 1,800 feet while traveling over a mile on land.

This isn’t the first time Hughes, who describes himself as a “walking reality show,” has flown in a homemade rocket. In January of 2014, he successfully launched himself in his first rocket, although he had to be dragged from the fuselage upon landing after the G-forces took a toll on him during flight.

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»Denkmal der Schande« neben Höckes Wohnhaus

Das »Denkmal der Schande«, ein verkleinerter Nachbau des Berliner Holocaust-Mahnmals, in Sichtweite des Grundstücks von AfD-Politiker Höcke. ©DPA
Der Nachbau des Holocaust-Mahnmals vom Zentrum für Politische Schönheit soll zwei Jahre stehen bleiben

Jüdische Allgemeine

Neben dem Wohnhaus des umstrittenen Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke ist am Mittwoch ein Ableger des Berliner Holocaust-Mahnmals errichtet worden. Hinter dem Projekt in dem thüringischen Dorf Bornhagen im Eichsfeld steckt die Berliner Künstlerinitiative »Zentrum für Politische Schönheit« (ZPS), die seit Jahren mit spektakulären Guerilla-Kunstaktionen von sich reden macht.

Das aus 24 Betonstelen bestehende Mahnmal stehe auf dem direkten Nachbargrundstück neben Höckes Haus. Das ZPS habe das Grundstück nach der sogenannten Dresdner Rede Höckes im Januar 2017 verdeckt angemietet, teilte die Künstlerinitiative am Mittwoch mit. In der berüchtigten Rede hatte Höcke das Holocaust-Mahnmal als »Denkmal der Schande« bezeichnet und »eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad« gefordert.

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