Auf dem Smartphone stösst Religion an ihre Grenzen


Gott goes mobile: «Reformiert fromm sein», lautet der Slogan der App «from…». SRF
Von «gut gemeint» bis «peinlich»: Viele Religions-Apps trivialisieren die Religion oder sind überfordert, den richtigen Ton zu treffen. Wir haben drei Apps getestet – je eine für Reformierte, Katholiken und Muslime.

Von Raphael Rauch | SRF

Wer im App-Store nach Religion sucht, findet alles: Von trivialen Spielen à la «Finde den Protz-Bischof» über Papst-Emojis bis hin zu Dating-Apps mit konfessioneller Klientel. Fest steht: Sinnsuche steht bei den meisten Apps nicht im Vordergrund. Drei Beispiele unter der Lupe.

1. «fromm…»: Ein netter Versuch

Das Positive vorweg: Der Reformierte Bund hat sich, zusammen mit der reformierten Kirche Zürich, um eine App bemüht. «Reformiert fromm sein», lautet der Slogan. Die App bietet etwa Bilder an, die Momente «des Innehaltens und der Verwirrung» sein sollen.

Irritierend auch die Rubrik «Glaubensfragen heute»: «Wird es ein Jüngstes Gericht geben?» Wird sich die Generation Smartphone tatsächlich mit solchen Fragen herumschlagen? Und allen Ernstes findet sich auch die Frage: «Ist Krankheit die Strafe für Sünden?» Die Antwort: «Ja, wenn ich unvernünftig lebe. Nein, wenn ich dabei an Gott denke. Er will mein Heil, selbst wenn Heilung nicht mehr denkbar ist.»

Fazit: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Immerhin ist die App kostenlos und beinhaltet einige Anregungen zum Nachdenken.

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